{Gesehen} One Day at a Time – Season 1

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Penelope Alvarez, a newly single Army Nursing Corps veteran is raising her two children: Elena and Alex with the support of her colorful Cuban mother, Lydia. She is currently a nurse for Dr. Leslie Berkowitz, that provides her with a regular shift so she can return home to her loving family at the end of the day. However, being back for Penelope has been difficult as she faces a lot of unresolved issues from her time in the Army. She has not been in contact with her estranged husband, Victor Alvarez, who is also an Army veteran. He is an alcoholic with Post-Traumatic Stress Disorder and a Traumatic Brain Injury, that is working for a private contractor in Afghanistan, which is what made Penelope leave him and choose to raise her children alone.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2017
Staffel: bisher 1, eine zweite ist aber bestellt
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: etwa 30 Minuten
Schauspieler: Justina Machado, Rita Moreno, Isabella Gomez, Marcel Ruiz, Todd Grinnell, Stephen Tobolowsky

Meine Meinung:
Es ist doch gut, dass ich schon fast automatisch jeden Trailer schaue, den Netflix veröffentlicht. Sonst hätte ich diese kleine Comedy-Perle sicherlich verpasst. Es ist das Reboot irgendeiner alten Serie, von der ich vorher auch noch nie gehört habe, allerdings scheint nur das absolute Grundgerüst übernommen worden zu sein.

Aber was ist nun so toll an One Day at a Time?

Nun das fängt schon mal mit dem Intro an beziehungsweise dem Song von Gloria Estefan, der a) einfach super die Atmosphäre der Serie wiedergibt und b) abartige Ohrwurm-Qualitäten hat – ich hab ab der zweiten Folge fröhlich mitgesungen und das Intro nie übersprungen.

Weiter geht es mit der Familie Alvarez (+ dem inoffiziellen Familiemitglied / Vermieter / walking white male privilige Schneider), die so unendlich sympathisch-durchgeknallt sind. Und die Schauspieler haben – bis auf Schneider natürlich – auch einen südamerikanischen Hintergrund, was ja alles andere als selbstverständlich ist. Aber was ich noch wichtiger fand, sie sind nicht die typischen Comery-Versionen von alleinerziehender Mutter, Teenie-Tochter und Teenie-Sohn sowie Grandmother.
Elena, die Tochter und oh so, so sehr mein absoluter Liebling der Serie, ist Feminist, sucht noch ihre Sexualität (und Gott ist dieser Handlungsfaden so großartig und einfühlsam und alles andere als für billige Lacher gemacht) und ist allgemein an social justice interessiert.
Und Penelope war als Krankenschwester (oder so ähnlich, halt Soldat in irgendeiner medizinischen Kapazität) im Krieg (Afghanistan? Iran? Wo spielen sich die Amis noch auf?) und leidet unter den Folgen. Körperlich durch eine Schulterverletzung aber auch seelisch.
Und Lydia ist einfach ein Unikat, das man mögen muss.

Last but definitely not least die gelungene Mischung aus Humor und der ernsten Betrachtung von Themen – ich hab es bei den Damen ja schon angedeutet, jeder in der Serie hat durchaus auch Probleme. Schneider und Alex auch, aber ich wollte nicht auf alles eingehen. Und die Serie nimmt die auch wahr und behandelt sie auch. Durchaus auf einer humorvollen Ebene (so zum Beispiel <3), aber auf eine respektvolle und sehr niveauvolle Art. So soll das sein. Und so ganz nebenbei lernt man noch so einiges über Kubas Geschichte – schon mal von der Operation Peter Pan gehört?.

Anschauen! Ideal für die nächste Sommernacht, in der es eh zu warm zum Schlafen ist.

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{Gesehen} Wonder Woman

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Before she was Wonder Woman, she was Diana, princess of the Amazons, trained to be an unconquerable warrior. Raised on a sheltered island paradise, when a pilot crashes on their shores and tells of a massive conflict raging in the outside world, Diana leaves her home, convinced she can stop the threat. Fighting alongside man in a war to end all wars, Diana will discover her full powers and her true destiny.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2017
Land: USA
Laufzeit: etwa 141 Minuten
FSK: 12
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Danny Huston, David Thewlis, Lucy Davis, Elena Anaya, Robin Wright

Meine Meinung:
Ich hab zu Wonder Woman als Figur so gar keine Beziehung und die Trailer fand ich auch nicht sonderlich umwerfend. Das ging für mich mehr in die Richtung ‚ganz nett, kann man irgendwann vielleicht mal als VoD sehen‘. Wäre da nicht Kevin Feige.
Ja, der Marvel-Typ. Der ist schuld, dass ich nen DC-Film im Kino gesehen hab.
Denn der hat jahrelang auf die Frage nach einem Film über Captain Marvel oder Black Widow oder sonst irgendeine weibliche Figur immer (sinngemäß!) geantwortet, dass er das ja total super fände und da voll dafür wäre, aber Marvel hat die nächsten zehn oder so Jahre ja schon komplett durchgeplant undwenn überhaupt, dann erst danach. Joa, und dann kommt Sony mit den Rechten für Spiderbaby um die Ecke und schwupps ist es auf einmal gar kein Problem das Ganze durcheinander zu wirbeln – und ganz nebenbei Captain Marvel um Jahre nach hinten zu schieben, reinster Zufall gaaaaaanz bestimmt. Und dass hat mich so angekotzt, dass ich mir geschworen hab, bei jeder Comicverfilmung mit weiblicher Hauptfigur ins Kino zu gehen. Und so unwahrscheinlich es leider ist, ich würde mich so sehr freuen, wenn Wonder Woman erfolgreicher als Spiderbaby wäre.

Aber zurück zu dem Film *atmet tief durch* Wie gesagt ich bin mehr aus Prinzip und Trotz im Kino gewesen und nicht weil ich so auf den Film gespannt war. Dementsprechend gering waren auch meiner Erwartungen. Und das war auch recht gut so. Denn Womder Woman ist für mich irgendwo zwei Filme in einem gemischt und die Mischung will sich nicht recht verbinden.

Zum einen sind da Teile, die typisch Superhelden-Story sind. Dianas Herkunftsgeschichte als Amazone, von Zeus geschaffen, blabla. Abgesehen davon, dass die Szenen auf Themyscira halt viele badass Frauenfiguren hatten und Diana als Kind ein super sympathischer Wildfang und nicht die typische Prinzessin ist, fand ich den Handlungsteil nicht besonders fesselnd. Ich war viel mehr damit beschäftigt zu rätseln, ob die Inseln echt so einladend aussieht oder da in der post-production viel neachgeholfen wurde und wenn ersteres, wie viel ein Urlaub da wohl kosten würde.
(FYI Google beantwortet die Frage mit Ja, sehr viel CGI, aber der Drehort war an der Costiera Cilentana (Italien zu meiner Überraschung) und sieht sehr einladend aus).  Insgesamt fand ich aber die ganzen Superhelden-Elemente des Films eher durchschnittlich und sie haben mich nicht vom Hocker gerissen. Nicht schlecht gemacht oder irgendwas und Gadot ist super überzeugend als Wonder Woman, aber es hat mich einfach nie wirklich fesseln können.

Und dann ist da noch der andere Teil, in dem sich der Film zu einem ernsten, bedrückenden Kriegsfilm über den „war to end all wars“ (hat super geklappt, ne?) entwickelt und ich will jetzt nicht sagen, dass ich davon begeistert war, weil das ist einfach die falsche Bezeichnung bei der Thematik. Aber es hat etwas in mir angesprochen und ich hab mich in den drei Tagen, die vergangen sind, seit ich den Film gesehen habe, so viel in Gedanken mit diesen Szenen beschäftigt, wie bei schon lang keinem Film und ganz bestimmt bisher bei keiner Comicverfilmung.
Das war etwas, dass ich hier bei Wonder Woman absolut nicht erwartet hatte. Ich will jetzt gar nicht beurteilen wie realistisch die Darstellung des Ersten Weltkrieges war, aber ich fand die Schrecken und unmittelbaren Auswirkungen von Kriegen aber auch seine Komplexität wurden anhand dieses einen kleinen Ausschnittes eines viel größeren Krieges sehr gut und unmittelbar dargestellt. Da war ich dann auch völlig von dem Film gebannt und auch emotional sehr angesprochen.

Es gab noch andere Punkte bei dem Film, die ich sehr gelungen fand, wie die sehr diverse Zusammenstellung des Casts und auch der Rollen. Zum einen gibt es allein durch die Amazonen auf Themyscira viele Frauenrollen und wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sahen die auch nicht alle aus wie Griechinnen/Südeuropäerinnen. Und zum anderen taucht später im Weltkrieg auch mal ein französch-marokkanischer Trickbetrüger und ein amerikanischer Ureinwohner auf, ohne dass das groß thematisiert wurde. Und das find ich toll. Und dann ist da noch Isabel Maru, die ebenfalls weibliche Gegenspielerin von Wonder Woman. Ich find es super, dass auch diese Rolle weiblich besetzt wurde, hätte aber gehofft, dass sie doch mehr Bedeutung bekäme als sie schlussendlich hatte. Da wurde meiner Meinung nach einiges an Potential verschenkt (ich dachte ja lange, dass sie die Verkörperung der von Diana so gesuchten Person wäre, das hätte ich großartig gefunden).
Andererseits ist da dann noch die Liebesgeschichte zwischen Diana und Steve, die von Anfang an so offensichtlich wie unnötig war. Ich fand sie sogar recht gut gemacht, weil es sich wenigstens etwas über den Film hinweg entwickelt, aber urgh, es muss doch nicht immer eine geben…

Insgesamt fand ich den Film auf der einen Seite dank der eindrücklichen Kriegsszenen viel besser als ich erwartet habe, aber gleichzeitig bin ich doch etwas enttäuscht, dass mich Wonder Woman selbst so überhaupt nicht überzeugen kann.

Ach ja: man braucht übrigens keinerlei Vorwissen über andere DC-Filme um den Film zu verstehen. Es gibt eine Rahmenhandlung, da schickt Bruce Wayne ne Karte und ich wette diese an sich vollkommen überflüssige Handlung wurde nur für genau dieses name-dropping hinzugefügt, aber das war es auch. Der eigentliche Film ist total eigenständig.
Und hat keine mid- oder post-credits-szene. Bis zum Ende sitzen bleiben lohnt sich also höchstens insofern, dass sich dann das größte Gedränge auf dem Parkplatz schon gelegt hat und man sich auf dem Weg zum Auto nicht mehr in Lebensgefahr begeben muss.

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Diana (logisch, ne? xD), Etta Candy, Hippolyta, Antiope, Isabel Maru
2) die sich miteinander unterhalten: oh ja
3) über etwas anderes als einen Mann: Thank God yes. So oft und ausführlich. Und zwar nicht nur die Amazonen (auf ner Insel ohne Männer bleibt ihnen ja auch nicht viel übrig :D); sondern auch Diana und Etta in London

*hust* Marvel, take notes*/hust*

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{Gelesen} David Safier: 28 Tage lang

Taschenbuch, 412 Seiten
Rowohlt, 2015
ISBN: 978-3-499-26663-8
Goodreads

Klappentext:
28 Tage…
um ein ganzes Leben zu leben,
um die wahre Liebe zu finden,
um eine Legende zu werden.

Warschau, 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. 28 Tage lang.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen die sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.

Meine Meinung:
Ich hab das Buch spontan irgendwo mitgenommen, weil mich das Cover unheimlich ansprach. Mehr sogar als der Klappentext. Denn eigentlich finde ich, dass über den Zweiten Weltkrieg mehr als genug geschrieben wurde. Oder eher fand ich.

Denn sobald ich angefangen hatte zu lesen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Mira, die fiktive Hauptfigur in einer leider ganz und gar nicht fiktiven Handlung, ist ein super Charakter. Und das Grauen dieser wenigen Tage, welche der Roman abdeckt, aus ihrem Blickwinkel mitzuerleben, gibt dem Geschehen eine ganz andere Dramatik. Es wirkt nicht mehr länger als eine Vergangenheit, die viel zu ausführlich im Geschichtsunterricht behandelt wird, sondern so lebendig und wenn auch keinesfalls begreifbar, so doch greifbar.

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, was für ein Mensch man sein will. Eine Frage, die sich viele der Figuren, unter ihnen auch Mira, des Buches stellen. Die sich beim Lesen aber auch automatisch der Leser selbst stellt. Wie hätte man in dieser und jener Situation wohl reagiert? Und wie geht man heute mit den immer lauter werdenden rechtextremen Stimmen um? Wegschauen, helfen oder gar mitmachen? Menschlichkeit bewahren, zeigen oder nicht?

Aber im Grunde ist das Buch vor allem ein Jugendroman, der Mira beim Erwachsen werden begleitet. Mit all den Erlebnissen, die sich bis heute nicht geändert haben: Konflikte mit den Eltern, Konflikte mit Freunden, erste Verliebtheit, sich zwischen zwei Jungs entscheiden zu müssen, herauszufinden, wer man ist und was man will. Und ich denke genau das ist es, was das Buch auch für mich so zugänglich gemacht hat.

In einem Wort: Wow. Es ist schon lange her, dass mich beim Lesen ein Buch so stark und auf so vielen Ebenen angesprochen hat. Für mich eines der Highlights 2017.
Großartig. Und so, so lesenswert.
(und für den Fall, dass hier Deutschlehrer*innen mitlesen: Das ist die Art Lektüre, die ich mir als Schullektüre gewünscht hätte)

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{Gelesen} Jeff Lindsay: Darkly Dreaming Dexter

Taschenbuch, 275 Seiten
Orion, 2004
ISBN: 978-0-7528-6574-4
Goodreads
Dexter #1

Klappentext:
Dexter Morgan appears to be the perfect gentleman. He leads a normal, quiet life, working as a forensic officer for the Miami Police. He has a nice, shy girlfriend and is liked by her young children. But Dexter has a secret hobby. He’s an accomplisher derial killer.
So far he’s killed dozens of people and has never been caught, because he knows exactly how to dispose of the evidence. And there are those who would rather he wasn’t caught t all, because dexter is a serial killer with a difference. He only kills the city’s bad guys.
Then Dexter’s well organised life is thrown into chaos. Another serial killer is invading his territory – and he wants Dexter to come out and play…

Meine Meinung:
Schon im Deutschunterricht waren Alliterationen mein liebstes Stilmittel und das hat sich bis heute nicht geändert. Und genauso scheint es auch dem Autor hier schon immer gegangen zu sein. Denn nicht nur der Buchtitel (was sich übrigens auch so bei den folgenden Titeln der reihe weitestgehend fortsetzt), sondern auch im Innern des Buches wimmelt es nur so von Alliterationen. Ich fand’s großartig, aber ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass es manchem Leser sehr auf die Nerven geht.

Ansonsten ist Dexter, der nicht nur die zentrale Figur sondern auch Erzähler ist, sehr sarkastisch und hat einen herrlich dunklen Humor. Ein Großteil der Handlung besteht aus Dexters Monologen oder ‚Dialog‘ mit seinem Dark Passenger, wie er das Wesen in sich nennt, das ihn zum Morden antreibt. Von daher wird auch sehr viel in der Handlung eher erzählt als gezeigt. Normalerweise finde ich, dass nicht so toll, aber garniert mit Dexters bissigen Kommentaren hier war es sehr unterhaltsam.

Die Handlung selbst war okay aber auch nicht so umwerfend, allerdings muss ich dazu sagen, dass ich auch schon mal ne deutsche Ausgabe des Bandes gelesen habe und die Verfilmung kenne. Von daher war die Identität des Killers für mich halt auch keinerlei Überraschung.
Von daher fand ich auch Dexter als Person weitaus faszinierender als die Handlung selbst. Seine Art andere und ihr Verhalten zu beobachten und zu analysieren sowie seine Versuche es zu imitieren, ist einfach unterhaltsam. Und manchmal konnte ich seine Ratlosigkeit in Bezug auf menschliches Verhalten einfach nur zu gut nachvollziehen.

Auch wenn sich die Handlung mit der Suche nach einem Mörder befasst, ist es alles andere als ein normaler Thriller. Schon allein dadurch, dass sich Dexter zwischendrin fragt, ob er nicht vielleicht selbst der Mörder ist.
Ein wirklich gelungener Reihenauftakt, der Lust macht auf die restlichen Bände. Eine Empfehlung für alle, die von eher unnormalen, dunklen Charakteren fasziniert sind.

Noch ein kurzer Vergleich Buch / TV-Serie:
Die Handlung des ersten Bandes entspricht im Großen und Ganzen auch der Handlung der ersten Staffel. Sie enden auch beide mit dem gleichen großen Finale – allerdings sterben in beiden Versionen unterschiedliche Personen. Das hat hier natürlich noch keine großen Auswirkungen, aber in den folgenden Bänden/Staffeln wird man das schon merken.
Ansonsten gibt es ein paar kleinere Veränderungen, manche davon einfach durch die verschiedenen Medien unvermeidlich, andere, wie zum Beispiel die Änderung von Vornamen, sicher diskutierbar. Aber sie haben zumindest bis zu diesem Punkt keinerlei nennenswerte Auswirkungen.

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{Gesehen] Pirates of the Caribbean: Dean Men tell no Tales

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Captain Jack Sparrow finds the winds of ill-fortune blowing even more strongly when deadly ghost pirates led by his old nemesis, the terrifying Captain Salazar, escape from the Devil’s Triangle, determined to kill every pirate at sea…including him. Captain Jack’s only hope of survival lies in seeking out the legendary Trident of Poseidon, a powerful artifact that bestows upon its possessor total control over the seas.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2017
Land: USA
Laufzeit: etwa 130 Minuten
FSK: 12
Darsteller: Johnny Depp, Javier Bardem, Geoffrey Rush, Brenton Thwaites, Kaya Scodelario, Kevin R. McNally

Meine Meinung:
Ich hab lange überlegt, ob ich den Film überhaupt im Kino sehen will oder nicht. Zum einen waren die letzten 2, 3 Filme der Reihe ja nun wirklich keine Meisterwerke der Unterhaltungskunst und zum anderen ist da Johnny Depp, der nun ja … Sagen wir mal an Glanz verloren hat. Aber eine Mischung aus überraschend guten Kritiken, nem Batzen Nostalgiegefühl und einem einer Situation von „ich hab nichts besseres zu tun“ hat mich dann doch ins Kino geführt (das für eine Vorstellung in der zweiten Woche übrigens relativ leer war…)

Und ich bin immer noch überrascht wie sehr mir der Film gefallen hat. Ich würde ihn sogar als zweitbesten – nach The Curse… natürlich – der Reihe einordnen. Zwischendrin hatte ich zwar mal das Gefühl er könnte etwas kürzer sein (also naja vor allem meine Blase hatte das Gefühl xD) aber gleichzeitig wüsste ich auch nicht was man kürzen könnte.

Johnny Depp als Jack Sparrow ist wie immer. Wobei ich mir nach all den Schlagzeilen der letzten Monate nicht mehr sicher bin, was von dem Verhalten als gleichgültiges, dauerbesoffenes, misogynes Arschloch nun Sparrows Charakter ist und was einfach nur Depps normales Verhalten übertüncht von nem dezent albernen Kostüm (aber der Hut ist immer noch verdammt geil xD) und der Weltproduktion an Mascara ist.
Upps, so negativ wollte ich gar nicht klingen, aber Sparrow als Figur ist einfach meh. Er hat für mich seinen Reiz nach vier Filmen praktisch ohne irgendeine Form von Weiterentwicklung einfach verloren. Klar, manchmal ist er noch immer lustig mit seiner Art und seinen Sprüchen, aber da ist in zwischen einfach zu viel Gewöhnung eingetreten.

Zum Glück traut der Film selbst aber seinem bekanntesten Namen auch nicht allzu sehr und hat deshalb mit Henry und Carina, den zwei anderen Hauptrollen auch sehr viel Raum und Bedeutung für die Handlung gegeben. Nun muss ich sagen, ich hab die anderen vier Filme schon länger nicht mehr gesehen und kann mich durchaus irren, aber ich meine mich zu Erinnern, dass Will und Elizabeth mir damals mehr als Beiwerk und Statisten für Jack vorgekommen waren und nicht wie hier als gleich wichtige Elemente für die Handlung.

Wobei Carina und Henry natürlich schon irgendwo Will und Elizabeth 2.0 sind, inklusive Liebesgeschichte. Besonders bei Henry, als Wills Sohn drängt sich der Gedanke natürlich auf, aber trotz Ähnlichkeiten gibt es auch genug Unterschiede, welche die zwei zu eigenständigen Figuren machen. Besonders Carina beziehungsweise auch die mir bis dahin völlig unbekannte Schauspielerin Kaya Scodelario ist mir in der Hinsicht sehr positiv aufgefallen.

Ansonsten macht der fFilm das gut, was alle Filme irgendwo doch gut machten: die Szenen auf See sind einfach gelungen und die Schiffskämpfe großartig. Der ganze Swashbuckling-Teil ist einfach gelungen. Und auch besonders die Darstellung von Salazars (hey, der Film schafft es Bardem hässlich wirken zu lassen :D) tote Crew und sein ebenso totes Schiff sehen wirklich beeindruckend aus. Ganz im Gegensatz zum künstlich verjüngten Jack Sparrow in einem Flashback, der einfach nur albern und unglaubwürdig wirkt.

Und der Humor, der ja auch ein Markenzeichen der Filme ist, ist noch genauso vorhanden. Ich hab während des Schauens mehr mal lachen müssen, besonders bei dem Bankraub, der einfach klasse ist. Toll choreographiert, mit vielen kleinen albernen Episoden, die einfach ein amüsantes Ganzes ergeben.

Was ich so auch nicht erwartet habe, ist wie rund und abschließend der Film sich anfühlt. Viele Handlungen, auch schon aus vorigen Filmen, werden echt zufriedenstellend aufgelöst und nahezu alle Figuren erleben ein (meist recht happy) Ende ihrer aktuellen Handlung. Als die Credits anfingen zu rollen, dachte ich echt, dass sie damit einen guten Abschluss der Filmreihe hinbekommen habe.
Und dann kam ne Post-Credit-Scene, die eventuell auf nen weiteren Film hindeutet. Und ernsthaft? Noch ein Film ist einfach zu viel. Außer er konzentriert sich komplett auf Carina (und meinetwegen Henry) und verbannt Sparrow total zu einen Nebenrolle, dann wäre ich vielleicht interessiert. Betonung liegt aber auf vielleicht.

Klar, der Film ist reinstes Popcorn-Kino, dessen Anspruch nicht darüber hinaus geht den Zuschauer einfach nur gut zwei Stunden unterhalten zu wollen. Aber das erfüllt er wirklich unerwartet gut. Doch kann man sehen. Übrigens auch, wenn man die anderen Filme nicht kennt, denke ich. Das einzigste, was echt unnötig war, war der Gastsauftritt von Paul McCartney, der absolut nichts zum Film beiträgt als einen miserablen Witz. Und wahrscheinlich mehr Marketingmöglichkeiten, wobei das Franchise das ja wohl kaum nötig hätte.

Bechdel Test: 1/3 erfüllt (wegen Mini-Spoilers muss die ausführliche Antwort zu Frage 1 vorm Lesen markiert werden!)
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Jaaaaaa, so ganz knapp. Portman Kneightley hat nen Mini-Cameo-Auftritt als Elizabeth Swann und dann gibt es natürlich noch Carina Smyth. Ansonsten gibt es noch Shansa, ne Hexe, aber ich bin mir nicht sicher, ob ihr Name nur in der Cast-Liste steht oder auch im Film genannt wird.
2) die sich miteinander unterhalten: nope
3) über etwas anderes als einen Mann: nope-nope

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{Monatsrückblick} #5/2017

Gelebt:
Ich versuche mich an den Mai zu erinnern und mir fällt so gut wie nichts ein….
Zwei Besuche von Wildparks mit gefährlichen, bissigen Tieren:

Ansonsten habe ich vor allem das endlich angenehme Wetter genossen. Ach ja, eine Landratswaahl gab es noch, bei der zum ersten Mal seit Existenz des Kreises nicht die SPD gewonnen hat (wovon sie mit vor Arroganz triefender Selbstverständlichkeit ausging), was in diesem tiefroten Landstrich einem regionalen politischen Erdbeben gleichkommt und mich – da mir der Kandidat sehr unsympathisch ist – mit viel Schadenfreude erfüllt.

Gelesen:
Ich kämpfe mich immer noch durch die Kurzgeschichtensammlung Up and Coming, bin aber immerhin bei der Hälfte der 3000 Seiten angekommen. Wenn ich in dem Tempo weiter lese, werde ich im August fertig xD
Beendet und rezensiert (!!!) habe ich im Mai dagegen Norse Mythology von Neil Gaiman. Sowie Zeit deines Lebens von Cecilia Ahern, bei dem ich mir eben erst mal bei Goodreads nochmal ne Kurzbeschreibung durchlesen musste um mich an den Inhalt erinnern zu können. Sagt ja auch schon alles. Komisches Buch mit unsympathischen Figuren. Was sich genauso über Christi Malrys doppelte Buchführung und In meinem Himmel sagen lässt.
Aber dafür auch 28 Tage lang von David Safier, welches verdammt gute Aussichten hat sich zu einem meiner Jahreshighlights zu entwickeln. Tolles Buch über ein wichtiges aber alles andere als einfaches Thema.

Gesehen:
Mai ist gleichbedeutend mit Eurovision Song Contest ^_^ Ich finds ja lustig, dass Deutschland dieses Jahr ne bessere Position erreicht, aber gleichzeitig noch weniger Punkte als letzes Jahr bekommen hat 😀
Ansonsten hab ich die zweite Staffel von Twin Peaks zur Auffrischung nochmal gesehen, sowie Dear White People. Und mit American Gods angefangen, das mich zwar erst mit der zweiten Folge fesseln konnte, aber ab da auch besser gefällt als das Buch.
Und mit Gone Girl am letzten Maiwochenende tatsächlich noch einen Film. Den großen Twist kannte ich schon aus dem Buch, von daher ist die Wirkung verpufft, aber ein gut gemachter Film.

Neuzugänge:
Da ist man einmal im Real und will nur Lebensmittel (okay und nen neuen Putzeimer xD) kaufen, und dann bieten die da 25% auf alle Disneyfilme. Und ich hab mich noch sehr zurückgehalten, aber der Schuber musste mit.
(Achso ja, Lotta zieht um hab ich mit seinen 60 Seiten auch noch im Mai gelesen…)

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{Gelesen} Sophie Winter: Filou – Ein Kater rettet die Liebe

filou

Taschenbuch, 219 Seiten
Goldmann, 2015
ISBN: 978-3-442-48262-7
Goodreads

Klappentext:
Beaulieu, Südfrankreich: Kater Filou staunt nicht schlecht, als er merkt, dass sein bester Freund Fidel verliebt ist: Der weiße Mops hat sich in eine schwarze Hundedame verguckt, Gefährtin einer Besucherin. Fidel bemüht sich mit allen Mitteln um die Aufmerksamkeit seiner Angebeteten, doch wenig später reist die schwarze Schöne ab. Fidel ist krank vor Liebeskummer und macht sich auf den Weg, um sie zu suchen. Filou zögert nicht lange und folgt der Fährte eines Freundes. Und damit beginnt ein neues großes Abenteuer.

Meine Meinung:
Wer hier schon länger mit liest, hat vermutlich schon gemerkt, dass Katzenromane mein literarischer Schwachpunkt sind. Aber trotzdem war ich bei diesem Buch hier mehrmals versucht es während dem Lesen aus dem Fenster zu werfen.

Was zu einem Großteil daran liegt, dass es kein Katzen- oder Tierroman ist. Klar, auf den ersten Blick schon, deswegen hab ich ja angefangen es zu lesen. Aber Filou, der Kater, und sein hündischer Freund, Fidel, sind in ihren Gedanken und Taten derart vermenschlicht, dass sie keine glaubwürdigen Tiere mehr darstellen. Ich hab zwischen drin manchmal echt vergessen, dass es sich um Tiere handelt.

Und dann philosophiert Fidel noch ständig vor sich hin. Aber ohne seine kruden Gedankengänge überhaupt mal zu Ende zu denken. Es wird angerissen, ein wenig mit den Namen von bekannten Philosophen herum geworfen um zu unterstreichen, dass der Dackel ein gebildeter Hund (mich graut es beim Tippen dieser Wortkombination ist) ist. Rüber kommt er aber wie ein arrogantes Arschloch. Und es nervt so sehr.

Und ohne reale Tiere ist das Buch einfach eine x-beliebige Liebesgeschichte ohne Originalität, die man lesen kann oder nicht. Und wenn man sie liest, hat man den Inhalt eine Stunde später auch wieder vergessen. Okay, für zwischendurch oder so Orte wie Strand, Bahn etc. wo das Buch verloren gehen oder Wasser/Sand abbekommen könnte. Bei dem hier ist es wenigstens nicht ärgerlich.

3 Sterne - klein

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{12 Monate} #4

Willkommen in meinem sommerlich kahlen Wohnzimmer 😀 Das Grün ist (endlich!) in das Sommerquartier auf Balkonien gewechselt und Himmel, ist der Raum so groß. Ansonsten ist es ordentlich und sogar die Fenster geputzt*. Yay!

Bonusfoto vom Sommer-Wohnzimmer xD

*wöchentlich, weil die Jungschwalben vor dem Fenster ihren Unterricht in Kunstfliegen und dabei wohl keine Zeit für Toilettenbesuche haben *seufz* (sieht etwa so aus, wobei das Video von 2016 ist)

Vormonate:
Februar
März
April

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{Gesehen} Dear White People (Film & TV-Serie / Staffel 1)

Quelle: imdb.com

Worum geht es (Beschreibung des Films):
Four black students attend an Ivy League college where a riot breaks out over an “African American” themed party thrown by white students. With tongue planted firmly in cheek, the film explores racial identity in ‚post-racial‘ America while weaving a story about forging one’s unique path in the world.

Trailer (Film):

Trailer (Serie):

Eckdaten Film:
Jahr: 2014
Land: USA
Laufzeit: etwa 108 Minuten
FSK: n/a (UK: 15)
Darsteller: Tessa Thompson, Tyler James Williams, Kyle Gallner, Teyonah Parris, Brandon P. Bell, Justin Dobies, Marque Richardson, Dennis Haysbert
aktuell schaubar über: Netflix, DVD (als Import, keine deutsche Version)

Eckdaten Serie:
Sender: Netflix
Jahr: 2017
Staffel: bisher 1, über weitere aktuell nichts bekannt
Anzahl Folgen/Staffel: 10
Laufzeit einer Folge: etwa 30 Minuten
Schauspieler: Logan Browning, DeRon Horton, Wyatt Nash, Antoinette Robertson, Brandon P. Bell, John Patrick Amedori, Marque Richardson, Obba Babatundé
aktuell schaubar über: Netflix

Meine Meinung:
Man sollte dazu wissen, dass die Serie direkt an den Film anknüpft und dessen Handlung nahtlos weitererzählt (wenn auch zum Großteil mit anderen Schauspieler*innen). Oder andersrum ausgedrückt kann man den Film auch als Pilotfolge in Spielfilmlänge betrachten. Abgesehen von dem Wechsel der Schauspieler*innen jedenfalls wirken beide wie zu einander passende Teile eines Ganzen. Allerdings sind beide Teile auch eigenständig verständlich. Der Film ja sowieso, da war ursprünglich ja keine Serienfortsetzung geplant und die Serie fasst in der ersten Staffel nochmal schnell die Handlung des Films zusammen. Ich würde trotzdem dazu raten beides zu sehen. Nicht weil es notwendig ist, sondern weil es gut gemacht und unterhaltsam ist.

Ich bin positiv überrascht wie sehr Film und Serie es schaffen ein so wichtiges Thema wie Rassismus mit dem gebotenen Ernst und auch sehr informativ zu behandeln und gleichzeitig über die ganze Handlung hinweg auch eine gewisse Leichtigkeit und viel intelligenten Humor zu behalten.
Und aus wie vielen (schwarzen) Blickwinkeln das Thema Rassimus betrachtet und interpretiert werden kann und wird, ist hier auch schön aufgezeigt. Während in anderen Serien leider immer noch viel zu oft, Minderheiten als eine homogene Masse mit den gleichen Ansichten und Meinungen dargestellt wird, ist das hier völlig anders. Es gibt eine Szene in der Serie, in der sich die verschiedenen politischen Bewegungen der Schwarzen treffen und ihre Reaktion auf eben jene Black-Face-Party diskutieren, die das Ganze einfach nur großartig darstellt.
Aber auch die einzelnen Personen sind sehr differenziert und glaubhaft dargestellt. Besonders toll fand ich dabei Sam und Coco, die sehr gegensätzliche Positionen vertreten.

Und dabei geht es nicht mal nur um Rassismus. Klar, das ist das zentrale, vordergründige Thema. Aber es sind nun mal Studenten an einem College. Und wie das halt mit College-Studenten so ist, sind sie in einer Lebensphase, in der sie erst raus finden müssen, wer sie eigentlich sind und was sie wollen. Oder wer sie sein wollen. Ich fand das besonders bei Lionel, der mit seiner Sexualität kämpft, und Troy, dessen Leben bisher sehr von den Vorstellungen seines Vaters kontrolliert wurde, sehr eindrucksvoll umgesetzt.

Wirklich toll gemacht und ich finde es sehr schade, dass bisher nichts über eine Fortsetzung bekannt ist. Denn zum einen endet die erste Staffel sehr offen (The Fuck, Troy?) und zum anderen hab ich mich einfach im Armstrong-Parker-Haus* unheimlich wohl gefühlt.
Und total wichtig: Wie soll ich sonst erfahren, wie Defamation weitergeht? 😉

*Die Wohnhäuser auf dem Campus von Winchester haben alle Namen und A-P ist das Haus, in dem traditionell nur schwarze Studenten wohnen.

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{Gelesen} Jim Butcher: Sturmnacht

Originaltitel: Storm Front
Übersetzer*in: Jürgen Langkowski
Taschenbuch, 316 Seiten
Feder&Schwert, 2012
ISBN: 978-3-86762-111-3
Dresden Files #1
Goodreads

Klappentext:
Immer häufiger wird die Polizei von Chicago mit bizarren Morden konfrontiert. Wenn man mit modernsten Ermittlungsmethoden nicht weiter kommt, gibt es nur einen, der helfen kann: Harry Dresden, Profler der besonderen Art. Er verfügt über einen ausgezeichneten Spürsinn – und außergewöhnliche Fähigkeiten. Doch wer in der Lage ist, die Dunkelheit hinter unserer Realität zu sehen, lebt gefährlich!
Harrys neuer Fall: Ein Liebespaar wird tot aufgefunden. Nackt. Im Bett. Buchstäblich zerrissen, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Doch kann so etwas möglich sein? Harry beginnt zu ermitteln – und hat es bald nicht nur mit der Polizei und einem skrupellosen Drogenboss zu tun, sondern auch mit blutrünstigen Dämonen.

Meine Meinung:
Harry Dresden war mir vor allem deswegen ein Begriff weil James ‚Spike‘ Marsters die englischen Hörbücher zu der Reihe liest (Hörprobe zum zweiten Band). Und es mich an dem Punkt doch etwas schmerzt, dass Hörbücher und ich einfach nicht zusammen passen und mir dafür leider völlig die Konzentration fehlt. Aber etwas neugierig auf die Reihe machte es natürlich trotzdem, besonders nachdem mir Windjäger vom gleichen Autor sehr gut gefallen hat.

Und dann kam ich bei der BuCon 2016 mehr oder weniger zufällig an dem Stand des Feder&Schwert-Verlages vorbei und verliebte mich direkt in die düsteren Cover – nicht zuletzt auch deshalb weil die Reihe einheitlich gestaltet ist und auf den Bändern drauf steht, welcher Band es ist (warum ist das im deutschsprachigen Raum nicht Standard?). Und so beschloss ich spontan den ersten Band zu kaufen.

Und das war eine sehr gute Entscheidung. Es ist Urban Fantasy, die sich vor allem durch zwei Punkte von dem Großteil des Genres unterscheidet.
Zum einen schon allein dadurch, dass die Buchreihe mit Harry Dresden eine männliche zentrale Figur hat. Die ein sarkastisches Arschloch ist, dass man genau deswegen einfach mögen muss. Und (natürlich) Alkoholiker, schwarzes Schaf der Zauberer, aber irgendwo doch noch ein bisschen ein gutes Herz (was ihn immer in Probleme bringt) und findet sein Leben scheiße. Also genau der Charakter, den ich in Büchern und Serien ziemlich unwiderstehlich finde.
Und zum anderen gibt es keine großartige Liebesgeschichte. Natürlich gibt es Frauen in Dresdens Leben – meistens eher für kurze Episoden – aber er ist doch der Typ Lone Wolf.

Der Fall selbst war gut und auch bis zum Schluss spannend, aber was mich an der Reihe mehr fasziniert ist wirklich Dresden und die übernatürliche Welt, die Butcher um ihn rum aufzubauen beginnt. Das Buch kratzt dabei nur an der Oberfläche und  macht in vielen Punkten Andeutungen, aber das ist bei einem Reihenauftakt ja verständlich. Magie nimmt auch erst nach und nach in der Handlung mehr und mehr Raum ein, der Anfang des Buches wirkt mehr wie eine hardboiled Detektivgeschichte (was jetzt keine Kritik darstellt). Aber dann begegnet man immer mehr übernatürlichen Wesen der verschiedensten Art, die alle auch großartig geschildert werden, so dass man sofort eine Vorstellung von ihnen bekommt.

Ich freu mich darauf mehr Bücher dieser Reihe in meinem Bücherregal stehen zu haben. Auch aber nicht nur wegen der Cover.

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