{Gelesen} Kate Mosse: Wintergeister

Originaltitel: The Winterghosts
Übersetzer*in: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Taschenbuch, 215 Seiten
Knaur, 2012
ISBN: 978-3-426-50775-9
Goodreads

Klappentext:
Ein junger Engländer, der endlich vergessen will. Eine Reise, die ihm eine einzigartige Begegnung beschert. Eine Begegnung so tief, dass sie ihn wieder an das Leben und die Liebe glauben lässt – und ein jahrhundertealter Brief, der von diesem Zusammentreffen zeugt.

Meine Meinung:
Ich muss ja zugeben, dass ich den Klappentext extrem vage und nichtssagend finde. Und irgendwie erwartete ich in Kombination mit dem Titel so eine besinnliche Winter-/Weihnachtsgeschichte mit romantischem Happy-End. Öhm…

Zum einen spielt die Geschichte gar nicht in der Gegenwart, sondern irgendwann nach dem ersten Weltkrieg und zum anderen ist es eine Gespenstergeschichte. Allerdings kein Horror- oder Schauerroman, sondern etwas anders, für das mir der richtige Begriff fehlt. Schön und berührend, aber auf eine sehr melancholische Art. Und mehr will ich über den Inhalt gar nicht verraten. Denn gerade, dass ich erst nach und nach verstand, was für eine Geschichte da erzählt wird, machte die Geschichte zu etwas Ungewöhnlichem, dass mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Den Anfang fand ich zäh und auch nicht besonders interessant, weil der Engländer – ich weiß nicht mal mehr, ob sein Name genannt wird – depressiv und die meiste Zeit damit beschäftigt ist sich selbst zu bemitleiden. Und es ist einfach nicht spannend ihm dabei zuzusehen. Erst als er den kleinen unscheinbaren Ort Nulle in der Pyrenäen erreicht, konnte die Handlung mich faszinieren. Aber dann wurde ich auch komplett für den Anfang entschädigt.

Ein kleines Buch mit einem ganz besonderen Zauber.

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{Media Monday} #299


Jeden Montag stellt Wulf von Medien-Journal Fragen rund um die verschiedensten Medien:

1. Wenn es um Eigenproduktionen von Streamingdiensten und dergleichen geht bin ich immer recht neugierig, weil das, was ich bisher gesehen, habe handwerklich sehr gut gemacht war (inhaltlich ist halt immer geschmackssache).

2. Merkel hat mich noch nie so fasziniert wie mit dieser Reaktion auf Trump.

3. Die Meldung, dass die Niederländer nicht so stark rechts gewählt haben, wie befürchtet, macht mir doch etwas Hoffnungen für die Wahl in Deutschland.

4. Am liebsten sind mir ja Komödien, die auch ernste Themen aufgreifen udn nicht nur auf platten Humor setzen.

5. Das Bilderbuch „Die lange, lange Reise“ fand ich richtig ergreifend, schließlich behandelt es auf großartige und kindgerechte Weise die Schrecken des Krieges.

6. Schade, dass man hierzulande so wenig über Serienproduktion von anderen Kontinenten* erfährt.
*ich wollte gerade in Klammern außer Nordamerika ergänzen, aber ich kann mich nicht erinnern jemals was über einer mexikanische Serie gehört zu haben, außer die Worte „xy ist das US-Remake einer mexikanischen Serie“.

7. Zuletzt habe ich meine Reisetasche vom Speicher geholt und gesäubert und das war toll und aufregend (und staubig *hust*), weil es die Vorfreude auf einen Kurztrip gesteigert hat.

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{Gesehen} The Librarians – Season 3

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
The Librarians find themselves fighting a war on two fronts. First, Apep, the Egyptian God of Chaos, is released from a museum in Egypt and is revealed to be bent on releasing pure evil into the world to create a chaotic apocalypse. Naturally, the Librarians must stop him…but must do so while also avoiding the new black-ops government agency D.O.S.A. (The Department of Statistical Anomalies). D.O.S.A.’s investigation of magic has the agency–and their determined leader, General Cynthia Rockwell–believing the Librarians are home-grown terrorists. Accordingly, the Librarians must take on the dual roles of hunter and hunted, as Flynn, Baird, Stone, Cassandra, Ezekiel and Jenkins fight, mission by mission, to save the world…but also get one step closer to losing The Library itself. It’s a conflict that forces the Librarians to confront the cost of using magic, as well as their true feelings for each other, this time, once and for all.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: TNT
Jahr: 2016
Staffel: 3 von bisher 4 geplanten
Anzahl Folgen/Staffel: 10
Laufzeit einer Folge: etwa 45 Minuten
Schauspieler: Rebecca Romijn, Christian Kane, Lindy Booth, John Harlan Kim, John Larroquette, Noah Wyle
Rezensionen zu weiteren Staffeln: Season 1, Season 2

Meine Meinung:
Warum lebt Flynn immer noch und ist nicht in irgendeiner magischen Dimension unwiederbringlich verloren? Die Serie wäre ohne Mister „ich muss im Mittelpunkt stehen, weiß alles besser und es ist mir scheißegal, dass ich ein arrogantes Riesearschloch bin und ständig Mist baue“ um Welten besser. Er ist einfach ein Fremdkörper in dem Team – ungefähr so wie Trump bei einem Treffen mit erfahrenen Politikern.
Und seine Beziehung mit Baird macht das Ganze noch unerträglicher, weil ich sie einfach nicht ernst nehmen kann.Voller Leidenschaft, wenn Flynn auftaucht, und wenn er weg ist, vermisst sie ihn kein bisschen? Is klar. Gerade so wie es für die Drehbücher am einfachsten ist. Inkonsistent? Who cares?

Und es ist einfach so ärgerlich, weil sich Stone, Cassandra und Ezekiel in der Staffel großartig (und konsistent!) weiterentwickeln und so viel lernen und ihre Fähigkeiten entwickeln. Gerade bei Cassandra ist es wahnsinnig. Die Folge, in der sie und ihre Erkrankung im Mittelpunkt standen, war für mich auch ganz klar das Highlight der Serie. Und ich finde es unglaublich wie die drei (und Jenkins) mir inzwischen ans Herz gewachsen sind.
Außerde hat Felicia Day einen Gastauftritt ♥

Mal abgesehen von Flynn, der mir wirklich bei jedem Auftauchen unendlich auf die Nerven geht, fand ich aber auch die Handlung in dieser Staffel schwächer als in den vorigen beiden. Die einzelnen Folgen waren zwar immer noch unterhaltsam und auch gewohnt amüsant, aber der übergreifende rote Faden war nicht so überzeugend.
DOSA wurde einfach als Team komplett inkompetenter Idioten dargestellt und damit einfach nur lächerlich. Was schade ist, denn die Idee einer Behörde als Gegenspieler zu den offiziell gar nicht existierenden Librarians hat durchaus viel Potential – das ward aber in keiner Weise genutzt.

Immer noch eine sehr unterhaltsame, wenn auch nicht sonderlich anspruchsvolle Fantasy-Serie, die Spaß macht. Aber so langsam merkt man der Handlung an, dass die Drehbuchschreiber meinen frühere Staffeln und Episoden in der Dramatik immer wieder aufs Neue übertreffen zu müssen. Schade.

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{Gelesen} Cindy Spencer Pape: Steam & Magic – Feuerspiel

Originaltitel: Steam and Sorcery – Gaslight Chronicles
Übersetzer*in: Corinna Vierkant
Taschenbuch, 351 Seiten
Heyne, 2012
ISBN: 978-3-453-52990-8
Goodreads
Gaslight Chronicles #1

Klappentext:
London, Mitte des 19. Jahrhunderts: Mit verwegenem Mut und ausgeklügelter Technologie jagt der charismatische Sir Merrick Hadrian alles, was sich zwischen dem Diesseits und dem Jenseits tummelt. Doch die fünf Straßenkinder, die er bei sich aufnimmt, bringen ihn an seine Grenzen. Seine Rettung: Die junge Gouvernante Caroline Bristol, die nicht nur Merricks Zöglinge vom ersten Augenblick an verzaubert. Als Dämonen der Unterwelt angreifen, muss das ungleiche Paar zusammenarbeiten – denn nur gemeinsam können sie die Stadt retten…

Meine Meinung:
Bei dem Buch handelt es sich um eine Mischung aus Steampunk und Romance, wie Cover und Klappentext ja auch andeuten. Und ich kann echt nicht sagen, warum ich es erworben habe. Steampunk okay, aber Romance ist eigentlich nicht so meins. Aber manchmal hat man eben auch Glück mit Spontankäufen.

Denn das Buch entpuppte sich als kleine Überraschung.Natürlich ist von Anfang an klar, wer am Ende mit wem zusammen sein wird und bla, aber das war gar nicht mal der Hauptteil der Handlung. Denn bildete vielmehr der Versuch von Hadrian und seiner zusammengewürfelten Truppe eine Gruppe Vampire davon abzuhalten die Weltherrschaft zu ergreifen. Und das war spannend und vor allem unerwartet amüsant erzählt, auch wenn es am Ende etwas schnell ging.

Aber was mich am meisten überrascht hat, sind die Charaktere. Hadrian ist (natürlich) der strahlende Held, der die Welt und ganz besonders das Objekt seiner Liebe schützen möchte. Dummerweise will Caroline, jenes Objekt, aber viel lieber mit ihm zusammen die Welt retten und lässt sich von der Idee auch so gar nicht abbringen. Und dann ist da noch die Gruppe quasi-adoptierter Waisenkinder, die alle irgendwelche Fähigkeiten und Begabungen haben – auch auch sehr verschiedene Wesen.
Caroline war von ihrem ersten Auftritt, bei dem sich auf geschickte Weise den Annäherungsversuchen eines ‚Gentlemans‘ zu erwehren weiß, mein absoluter Liebling, aber ich mochte eigentlich jeden. Und es war schön zu sehen, wie diese Truppe sich im Laufe des Buches zu einer großartigen Familie zusammen raufte.

Klar, das Buch fällt immer noch in die Reihe der eher seichten Oberflächlichkeiten und das Worldbuilding ist nicht so sonderlich ausgeprägt – wobei ich ja sowieso ne Schwäche für ein Steampunk-London habe -, aber dennoch war die Lektüre deutlich besser als ich vorab dachte. Gut genug, dass ich fest vorhabe die restlichen Bände der Reihe auch zu lesen.

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{Gesehen} The Expanse – Season 1

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Two hundred years in the future, in a fully colonized solar system, police detective Josephus Miller is given the assignment to find a missing young woman, Julie Mao. Joining his task is James Holden, former first officer of an ice freighter who is involved in an incident caused by the tense relationship between Earth, Mars and the Belt. Far from their struggles in space, United Nations executive Chrisjen Avasarala works to prevent war between Earth and Mars. Soon the three find out that the missing woman is connected to a vast conspiracy that threatens all humanity.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Syfy
Jahr: 2015
Staffel: 1 von bisher 2
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: etwa 45 Minuten
Schauspieler: Dominique Tipper, Steven Strait, Cas Anvar, Wes ChathamFlorence Faivre, Thomas Jane, Paulo Constanzo, Shawn Doyle, Shohreh Aghdashloo, Frankie Adams

Meine Meinung:
Ich hab vor langer Zeit die Pilotfolge gesehen und nunja. Sie war nicht so gut, dass ich sofort weitersehen wollte, aber auch nicht so schlecht, dass ich die Serie direkt von meiner Liste geworfen hatte. Und irgendwann schaute ich dann nochmal rein. Da ich in der Zwischenzeit schon vergessen hatte, was in der einen Folge passiert war, nochmal von vorne. Und jetzt würde ich von meinem Vergangenheits-Ich gerne wissen, warum bitte es damals nicht direkt erkannt hat, was für ne gute Serie das eigentlich ist?

Beim zweiten Versuch war ich von nämlich von der ersten Folge bis zum Ende der Staffel begeistert. Die Menschheit hat sich im Weltall ausgebreitet – für die Serie oder zumindest die erste Staffel spielen vor allem die (immer noch bewohnbare – ist bei SciFi ja nicht selbstverständlich) Erde, Mars und der Asteroidengürtel eine große Rolle. Und als jemand mit nicht gerade viel Ahnung vom Weltraum, fand ich es schon allein spannend, dass die Serie eben nicht nur auf den üblichen Planeten oder komplett auf Raumschiffen spielt, sondern mit den Asteroiden und Zwergplaneten ganz neues Gebiet erkundet und somit zumindest für mich auch einen unerwarteten Lehreffekt hatte.

Die Serie spielt 200 in der Zukunft, aber in einer Zukunft, die glaubwürdig wirkt. So sehr ich die neuen Star Trek Filme mag, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zukunft der Menschheit mal wirklich so aussehen wird. The Expanse dagegen wirkt wie eine logische Weiterentwicklung der Gegenwart – mit allen positiven und negativen Seiten. Und inklusive Mormonen.

Und dabei ist das Weltall nur ein Bonus, die Handlung würde genauso funktionieren, wenn es drei Kontinente und Segelschiffe anstatt Raumschiffe wären. Denn im Grunde ist es ’nur‘ ein spannendes Politdrama mit viel Charakterentwicklung gemixt mit einer noir angehauchten Detektivgeschichte. Anfangs fand ich es etwas schwierig diese beide Handlungen in Einklang zu bringen und auch die Masse von Charakteren an x verschiedenen Orten sowie ihre komplexen Beziehungen zueinander im Kopf zu behalten, aber das wurde mit der Zeit einfacher. Zum einen weil man immer mehr in die Handlung reinkommt, aber auch weil sich die Anzahl doch etwas verringert.
Und der großartige diverse Cast hilft natürlich auch. Besonders ans Herz gewachsen ist mir dabei die von Dominique Tpper gespielte Naomi Nagata.

Die Serie beruht übrigens auf einer Buchreihe, die ich allerdings (noch!) nicht gelesen habe. Aber unabhängig davon hat mich die Serie echt begeistert und ich freu mich darauf, die zweite Staffel sehen zu können. Mit der Serie und Killjoys wird Syfy endlich seinem Namen wieder gerecht.

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{Media Monday} #289


Jeden Montag stellt Wulf von Medien-Journal Fragen rund um die verschiedensten Medien:

1. Ein wenig habe ich das Gefühl, dass in letzter Zeit nichts und gleichzeitig zu viel passiert. Ich bin etwas überfordert.

2. Die meisten Romance Novels ist sind so vorhersehbar, dass man nur die ersten 20, 25 Seiten lesen muss und den Rest so ergänzen kann.

3. Seit geraumer Zeit blieb das Schauen von Serien ziemlich auf der Strecke, denn irgendwie hab ich für nichts mehr wirklich Zeit.

4. Sherlock Holmes sticht bei den Kriminalermittlern für mich deutlich hervor, schon einfach dadurch, dass er schon seit 1887 populär ist.

5. Wenn es um das Thema Fantasy geht hat ich manchmal den Eindruck, dass es zwar eine riesige Auswahl gibt (egal von welchem Medium man spricht), aber man sehr nach lohnenswerten Perlen suchen muss.

6. Kleine Katze Chi ist inhaltlich reichlich mager, allerdings einfach unendlich niedlich.

7. Zuletzt habe ich einen Spaziergang gemacht und das war schön, weil das Wetter einfach ideal war.

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{Gesehen} Mad Max: Fury Road

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Quelle: imdb.com

Worum geht es:
An apocalyptic story set in the furthest reaches of our planet, in a stark desert landscape where humanity is broken, and most everyone is crazed fighting for the necessities of life. Within this world exist two rebels on the run who just might be able to restore order. There’s Max, a man of action and a man of few words, who seeks peace of mind following the loss of his wife and child in the aftermath of the chaos. And Furiosa, a woman of action and a woman who believes her path to survival may be achieved if she can make it across the desert back to her childhood homeland.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2015
Land: USA
Laufzeit: 120 Minuten
FSK: 16
Darsteller: Charlize Theron, Tom Hardy, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Zoë Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Abbey Lee

Meine Meinung:
Ich weiß gar nicht mehr für was für einen Film ich im Kino war (wobei 2015 die Wahrscheinlichkeit für irgendwas Marvel ziemlich hoch ist), als für Mad Max ein Trailer lief. Und ich hielt es damals für einen Actionfilm mit interessant gestalteten Fahrzeugen aber wenig Handlung. Ob ich recht hatte?

Die Mad Max-Reihe war mir kein Begriff und ehrlich gesagt ist es immer noch nicht groß, aber der Film lässt sich meinem Eindruck nach auch genauso als Stand Alone betrachten und verstehen. Aber ich fadn Max eh nicht sonderlich beeindruckend. Was keine Kritik an Tom Hardy sein soll, aber Max war für mich einfach nicht halb so interessant wie Furiosa oder die vier ‚Ehe’frauen.

Was die Action angeht, ist an dem Film wohl kaum etwas zu bemängeln und ich bedauere es tatsächlich etwas, ihn nicht auf einer Kinoleinwand gesehen zu haben (oder einen Beamer zu besitzen), da die Actionszenen da wohl noch eindrucksvoller ausgesehen hätten. Und Namibias Wüste bildet eine tolle, wenn auch mit der Zeit etwas eintönige Szenerie.

Insgesamt hatte sich mein Ich im Kino wohl etwas geirrt. Die Action steht zwar klar im Vordergrund, aber trotzdem hat der Film bessere Charaktere und eine tiefere Handlung als ich dachte.

4 Sterne - klein

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Furiosa, Capable, Cheedo, Toast, Splendid
2) die sich miteinander unterhalten: jepp
3) über etwas anderes als einen Mann: jepp

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{Gelesen} Wolfgang Hohlbein: Die Wiederkehr

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Taschenbuch, 383 Seiten
Ullstein, 2004
ISBN: 978-3-548-25809-6
Die Chronik der Unsterblichen #5
Goodreads

Klappentext:
Auf der Suche nach dem Medicus Frank von Breiteneck hat es Andrej und seinen ebenfalls unsterblichen Begleiter Abu Dun in das von den Türken belagerte Wien verschlagen. Breiteneck ist eine zwielichtige Gestalt, die sich mit finsteren Mächten eingelassen hat und das Geheimnis um den Ursprung der Vampyre erforscht haben soll. Von ihm erhofft Andrej sich Antworten auf die Fragen nach seiner eigenen Herkunft. Aber er und Abu Dun sind nicht die Einzigen, die sich für die Geheimnisse Breitenecks interessieren. Ein weiterer Vampyr befindet sich in Wien – und dieser hat Breiteneck den Tod geschworen.

Meine Meinung:
Hoppla, hat wirklich Hohlbein den Band geschrieben? Der passt so gar nicht zum Rest, der ist viel zu gut. Das fängt schon damit an, dass es endlich mal Antworten auf die Frage nach der Ursache für Andrejs Unsterblichkeit gibt. Zugegeben, sie werfen eher weitere Fragen auf, aber immerhin.

Das Buch folgt natürlich dem üblichen Schema von: Andrej folgt irgendwelchen Hinweisen, für die der Begriff vage noch viel zu exakt ist, fantasiert derweil von Maria (die inzwischen eh tot sein müsste und vermutlich verheiratet wurde und 10 Blagen hinterlassen hat), landet in irgnedeinem lebensbedrohlichen Schlamassel und kommt irgendwie gerade so heil heraus, nachdem er aber mindestens einmal kurz davor stand zu sterben.
Aber der Kampf um Wien bietet eine klasse Rahmenhandlung mit viel Spannung, die allein das Buch schon lesenswert macht.
Viel unglaublicher ist aber, dass sich Andrej nach vier Büchern, in denen er sich wie ein kompletter Idiot verhalten hat, auf einmal das logische Denken für sich entdeckt hat. Und auch seine Gegenspieler sind faszinierende Charaktere, über die ich sogar gerne mehr erfahren hätte. Kann nicht sagen, dass ich den Eindruck bei Frederick und Co jemals gehabt hätte.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das Buch wirklich so gut ist, wie es mir vorkam oder ob es sich nach den auf jeden Fall sehr viel schlechteren Büchern nur so anfühlte und eigentlich eher mittelmäßig ist. Aber unbestreitbar ist es das bisherige Highlight der ganzen Buchreihe und macht Lust weiterzulesen.

4 Sterne - klein

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{Media Monday} #297

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Jeden Montag stellt Wulf von Medien-Journal Fragen rund um die verschiedensten Medien:

1. Die Auftaktfolge der dritten Broadchurch-Staffel hat mich regelrecht gefesselt, da sie sich sehr gelungen einem ziemlich schwierigen Thema widmet.

2. So richtig herzhaft lachen musste ich bei One Day at a Time.

3. Der „A Day without a Woman“-Streik ist völlig zu Unrecht verkannt und sollte auch außerhalb der USA viel mehr Aufmerksamkeit bekommen.

4. Ich muss mir unbedingt mal wieder Rom sehen, schließlich wollte ich das schon 2016 machen.

5. American Gods ist einer der Serienneustarts, auf die ich mich immens freue, immerhin sind da viele tolle Leute daran beteiligt.

6. Thema Buddy-Movies: Bud Spencer und Terence Hill bilden ein großartiges Gespann, denn sie passen einfach super zusammen.

7. Zuletzt habe ich die Schublade mit den sich gefühlt von selbst vermehrenden Werbekulis aufgeräumt und das war dringend notwendig, weil da einige drin rum lagen, die gar nicht mehr geschrieben haben (oder so hässlich sind, dass ich sie gar nicht benutzen will).

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{Gesehen} 3% Season 1

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Quelle: imdb.com

Worum geht es:
A world divided into progress and devastation. The link between the two sides – Offshore and Inland – is a rigorous and painstaking system called The Process. Everyone in Inland has a chance to go through The Process to live a better life in Offshore. But only 3% make it through.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2016
Staffel: 1, eine zweite ist bestellt
Anzahl Folgen/Staffel: 8
Laufzeit einer Folge: etwa 45 Minuten
Schauspieler: Bianca Comparato, João Miguel, Michel Gomes, Rodolfa Valente, Vaneza Oliveira, Viviane Porto, Sérgio Mamberti, Zezé Motta, Celso Frateschi, Rafael Lozano, Mel Fronckowiak

Meine Meinung:
Es hat viele Gründe, warum ich Netflix toll finde. Aber einer, den ich immer mehr zu schätzen weiß, ist das Netflix auch in anderen Ländern als den USA oder UK Serien produziert und man die auch in Deutschland anschauen kann. Sei es eben das brasilianische 3%, das französische Marseille oder das japanische Atelier (Rezension von Miss Booleana).

Die Grundidee eine Gruppe Jugendlicher bzw. hier gerade Erwachsener (am Auswahlverfahren nehmen ich glaube 18jährige teil) an einem Ort zu versammeln und dann eine Selektion zu betreiben, ist natürlich nicht gerade eine besonders neue Idee.
Aber allein durch die brasilianischen Schauspieler*innen und die (aus meiner Sicht) doch ungewöhnlichen Handlungsorte und Landschaften wirkt die Serie zum einen sehr divers – nicht nur vom Aussehen / Herkunft her; einer der zentralen Protagonisten ist behindert und ich kann nicht sagen, ob mir das überhaupt schon mal in einer Serie begegnet ist – und auch ungewöhnlich.

Die Handlung an sich ist meistens spannend und auch interessant, weil man mit rätselt und hofft, dass Charakter x die Auswahl übersteht oder Charakter y doch hoffentlich auf gar keinen Fall. Aber sie verlässt sich doch auch stark auf irgendwo schon mal gesehene Muster und Handlungsabläufe. Was ja auch nicht unbedingt schlecht ist, aber es fühlt sich einfach nicht neu an.
Während der Staffel gab es einige Punkte, bei denen es mich etwas ärgerte, dass darauf nie eingegangen wurde, da es mir total unlogisch und widersprüchlich vorkam. Bis dann in der Finalfolge eine komplett einleuchtende und in dem Moment so offensichtliche Antwort präsentiert wurde, mit der ich trotzdem nie im Leben gerechnet habe. Sehr gelungener Überraschungsmoment.

Was aber dadurch wett gemacht wird, dass die Charaktere zum allergrößten Teil sehr komplex und faszinierend gestaltet sind. Es wird sich vom Anfang an auf etwa 10 bis 12 Teilnehmer konzentriert, die natürlich auch zumindest die ersten paar Auswahlstufen überstehen, sowie auf eine kleine Gruppe der Spielemacher (man merkt’s: die gewisse Ähnlichkeit zu Hunger Games lässt sich nicht ignorieren – allerdings ist 3% weitaus weniger brutal). Und obwohl es ja ’nur‘ 8 Folgen sind, gelingt es recht schnell jede dieser Personen als glaubwürdige Persönlichkeit zu gestalten. Und zwar auch jede mit Schwächen und Fehlern und Geheimnissen. Letzter bleiben natürlich nicht immer geheim xD

Etwas schade fand ich, dass man kaum etwas über das angeblich so paradiesische Offshore erfahren hat und noch weniger darüber wie es überhaupt zur Spaltung von Inland und Offshore gekommen ist und wie sehr die zwei immer noch miteinander verflochten und von einander abhängig sind (ganz zu schweigen von: Was ist mit dem Rest der Welt außerhalb Brasiliens?). Hier hätte etwas mehr Worldbuilding wirklich geholfen.

Es wird (mindestens) eine zweite Staffel geben, allerdings ist mir ziemlich unklar, wie die aussehen wird. Entweder ein neuer Auswahlprozess, aber dann müsste man völlig neue Teilnehmer haben. Oder man verfolgt die alten Teilnehmer und ihr Leben weiter, aber dann gibt es a) keinen Prozess und b) befinden sie die Leute dann an mehreren Orten, was es handlungstechnisch wohl schwieriger machen wird. Aber ich fände b um Welten besser, weil ich wissen will was mit Rafael, Aline und Joana passiert.

Man merkt der Serie an, dass das Budget nicht sonderlich hoch war, aber es wird eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren erzählt. Reinschauen lohnt sich.

4 Sterne - klein

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