{12 Monate} #8

Irgendwie seltsam, wenn nach dem letzten Sonntag noch fast ne komplette Woche kommt.

Wohooo, neues Bücherregal ❤

Ein Zustand, der wahrscheinlich nicht lange anhalten wird, aber ich hab mal genug Platz um meine absoluten Lieblinge etwas in Szene zu setzen.

Vormonate:
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August

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{Gelesen} John Grisham: Berufung

Originaltitel: The Appeal
Übersetzer*in: Dr. Bernhard Liesen, Bea Reitner, Kristiana Ruhl, Imke Walsh-Araya
Taschenbuch, 461 Seiten
Heyne, 2009
ISBN: 978-3-453-43454-7
Goodreads

Klappentext:
Sie verlor ihre ganze Familie. Um ihren Tod zu sühnen, zieht Jeanette Baker gegen einen der größten Chemiekonzerne der USA vor Gericht. Als ihrer Klage stattgegeben und das Unternehmen zu 41 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt wird, ist die Sensation perfekt. Doch dann geht Krane Chemical inc. in Berufung, und eine Intrige unglaublichen Ausmaßes nimmt ihren Lauf.

Meine Meinung:
Also ich anfing das Buch zu lesen, wurde mir recht schnell aus was der im Klappentest nur angedeutete Skandal besteht: Eine Chemiefirma hat über Jahrzehnte hinweg das Grundwasser einer kleinen Stadt verseucht – und die Anwohner ebenso lange genau dieses Wasser getrunken. Krabsraten schießen in die Höhe, Menschen sterben etc. Niemand stört es, niemand stellt Fragen, die Behörden versichern alles sei in Ordnung blabla.

Und es klang so unrealistisch. So unvorstellbar.
Joa, und dann fiel mir Flint ein. Flint, eine kleine Stadt in Michigan. Die seit rund 1.250 Tagen (das heißt ~ 3,4 Jahren) kein sauberes Wasser hat. Und geringere Fruchtbarkeitsraten. Okay, es war die Automobilbranche und nicht die Chemiebranche, aber trotzdem. Und Grisham schrieb sein Buch, bevor der Skandal um Flint publik wurde. Unglaublich ist es trotzdem, das so etwas trotzdem Realität in einem hochentwickelten Land wie den USA sein kann.

Leider ist diese ungeplante Realitätsnähe aber auch so ziemlich das beste an Grishams Buch. Klar, es führte mir mal wieder vor Augen, wie scheiße das amerikanische Justizsystem eigentlich ist – aber so geht es mir bei Gerichtsthrillern aus den USA immer.
Wobei es dieses Mal einen neuen Aspekt in Spiel brachte: Richter werden nämlich in einigen Bundesstaaten gewählt. Von den Bürgen. Klingt ja erst mal ganz demokratisch (und ja sie müssen vorher Jura studiert haben). Aber: sie führen auch einen Wahlkampf – mit Auftritten im ganzen Bundesland, Werbespots, Wahlkampfteams etc. – und das kostet Geld. Also braucht man auch Spenden. Und wenn jetzt so ein Unternehmensverband / Lobbyverein ums Eck kommt und sagt: ‚hey hier sind 20 Millionen, aber halt dich mal nach der Wahl etwas zurück, was Schadensersatz angeht.‘ klingt das nicht nach nem objektiven Richter.
Und genau so ein Wahlkampf macht einen großen Teil der Handlung aus. Es geht zwar um Richter und es gibt auch ein paar Gerichtsszenen, aber insgesamt ist es meiner Meinung nach mehr ein Politikthriller.

Aber was störender ist, ist die klare Aufteilung in gut und böse. Da ist der Chemiekonzern, dem Gewinn über alles geht und der vor nichts zurückschreckt, personifiziert von dem ehrgeizigen, machtbesessenen, sich in jeder Hinsicht wie ein Arschloch verhaltenen Mehrheitseigentümer, der im Luxus schwelgt und doch nicht den Hals voll bekommt. Und auf der anderen Seite zwei Anwälte – natürlich eine Ehepaar – am Rande des Konkurs ohne jegliche finanzielle Unterstützung aufopferungsvoll gegen diesen ressourcenreichen Chemiegiganten kämpfend. Es ist so rührend. Und vor allem nervend in dieser Eindeutigkeit ohne jegliche Schattierungen.

Aber trotzdem war die Handlung spannend und entwickelte sich zu einem page-turner. Zwar teilweise nicht glaubwürdig, aber spannend. Da merkt man einfach acuh die Routine des Autors, der genau weiß wie er seine Leser unterhält und gefangen nimmt. Bis zum Ende. Das war einfach nur frustrierend. Wobei sich Grisham da meiner Meinung nach auch irgendwie in eine Sackgasse geschrieben hat. Denn sobald die Handlung einen gewissen Punkt überschritten hat, sind alle vorstellbaren Enden einfach nur doof und frustrierend.

Für mich keine Glanzleistung des Autors, da hab ich schon deutlich bessere Bücher von ihm gelesen. Die Einblicke in das Justizsystem und die Richterwahl sind interessant, aber die Handlung selbst eher weniger.

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{Blogparade} Frankfurter Buchmesse 2017

Noch 23 Tage bis zur Frankfurter Buchmesse! Und um die Zeit bis dahin kürzr erscheinen zu lassen, ruft Biggi von Melusines Welt zu einer kleinen Blogparade aufgerufen.

✰Nenne drei Gründe, warum du 2017 die Frankfurter Buchmesse besuchst.
– Bücher! So viele neue (im Sinne von unbekannte) Bücher.
– einfach die Atmosphäre
– weil parallel auch der Buchmessen Convent stattfindet und das zusammen ein tolles Wochenende ergibt

✰Was ist für dich das Besondere an dem Besuch einer Buchmesse, besonders in Frankfurt?
Ehh, ich wiederhole mich aber einfach die Atmosphäre. Alles dreht sich um Bücher, wenn auch aus den verschiedensten Gründen und wo anders ist das schon mal so? Jaja, Leipzig ich weiß ( 😉 ), aber Frankfurt liegt für mich so viel günstiger.

✰Auf welchen Programmpunkt auf der FBM 2017 freust du dich besonders?
Bisher auf keinen besonderen. Ich müsste mich erst mal eingehender mit dem Veranstaltungskalender beschäftigen.

✰Wo ist dein Lieblingsort auf der Frankfurter Buchmesse und warum?
Zwischendrin immer mal wieder das Freigelände, einfach weil da die Menge nicht so dicht ist und man da etwas Ruhe und frische Luft tanken kann. So interessant die Hallen mit allem sind, ich brauch Pausen von den ganzen Reizen dazwischen um nicht überwältigt zu werden.

✰Was unternimmst du nach Schließung der Messehallen abends in Frankfurt?
Was essen, halbtot in ein Bett fallen.

✰Wie hälst du deine Erfahrungen von der Buchmesse fest?

Hauptsächlich Millionen Fotos von Buchcovern, die mich interessieren (könnten). Ansonsten ein paar schnell hingekritzelte Notizen, aus denen dann mal ein Blogbeitrag werden wird.

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{Gelesen} Gemma Halliday: Vier Schnappschüsse und ein Todesfall

Originaltitel: The Perfect Shot
Übersetzer*in: Frauke Lengermann
Taschenbuch, 317 Seiten
Lyx, 2012
ISBN: 978-3-8025-8436-7
Hollywood Gossip #2
Goodreads

Klappentext:
Cameron Dakota ist Starfotografin bei dem berüchtigten Klatschmagazin L.A. Informer. Als sie eines Abends Aufnahmen von dem attraktiven Schauspieler Trace Brody machen will, beobachtet sie, wie dieser von Unbekannten bedroht und entführt wird. Die Polizie schenkt Cam keinen Glauben – sie hält das Ganze für einen Publicity Gag. Also macht Cam sich allein auf die Suche nach dem vermissten Schauspieler und gerät dabei schon bald selbst in große Gefahr.

Meine Meinung:
Ich fand den ersten Band der Reihe zwar komplett unrealistisch und oberflächlich, aber gleichzeitig auch sehr amüsant und angenehm zu lesen. Von daher ist es wohl auch wenig überraschend, dass ich freudig zugrief als mir der zweite Band als günstiges Mängelexemplar über den Weg lief.

Man, was bin ich enttäuscht. Das Grundprinzip ist zwar das selbe – eine Mischung aus unrealistischem Krimiplot mit sehr vorhersehbarer Liebesgeschichte. Aber dies Mal wollte der Funke so gar nicht überspringen. Im Gegenteil ich war vor allem damit beschäftigten die Augen zu verdrehen und „so ein Scheiß“ zu murmeln.

Die Krimihandlung war von Anfang bis zu dem unglaublich absurden Ende hin einfach nur bescheuert und komplett unlogisch. Und weil die Autorin wohl selbst merkte wie dünn das Ganze ist, hat sie noch schnell eine Nebenhandlung um einen mysteriösen Mord von vor Jahrzehnten eingebaut um Seiten zu füllen. Der sich dann von selbst in Wohlgefallen auflöst und absolut nichts zur eigentlichen Handlung oder zur Entwicklung irgendeiner Figur beiträgt.

Und dann sind da noch Cam* und Trace, das Liebespaar des Buches. Oder genauer gesagt Cam und Traces 0%-Fett-100%-Muskeln-Körper, denn was anderes interessiert sie gar nicht an ihm. Ich weiß gar nicht wie oft ins kleinste Detail beschrieben wird, wie Schweißperlen die leicht gebräunte Haut hinunter laufen und dabei Cam ganz tolle Schmetterlinge im Bauch bekommt…. Nee keiner in dem Buch wirkt auch nur kurz sympathisch oder auch nur interessant.
*aus dem Namen Cameron und der Tatsache, dass sie Fotografin ist, den Spitznamen Cam zu bilden, ist noch das Cleverste und Beste an dem ganzen Buch.

Irgendwo ist es wohl doch dem Schreibstil der Autorin hoch anzurechnen, dass ich das Buch überhaupt beendet habe. Aber den dritten band werde ich trotzdem nicht auch noch lesen.

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{Gesehen} The Defenders Season 1

Image: imdb.com

Darum geht es:
Blind ninja. Smart-ass detective. Bulletproof ex-con. Kung Fu billionaire. Marvel’s The Defenders centers on four outsider heroes that have to put aside their personal issues and come together when a villainous sect threatens to destroy New York City as we know it.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2017
Staffel: 1 über weitere wurde noch nicht entschieden
Anzahl Folgen/Staffel: 8
Laufzeit einer Folge: etwa 55 Minuten
Schauspieler: Charlie Cox, Krysten Ritter, Mike Colter, Finn Jones, Elodie Young, Sigourney Weaver, Jessica Henwick, Scott Glen, Rosario Dawson, Wai Ching Ho, Eden Henson, Simone Missick, Rachael Taylor, Deborah Ann Woll
Rezensionen zu weiteren Staffeln & Serien aus dem Defenders Universum: Daredevil (Staffel 1 & Staffel 2), Jessica Jones (Staffel 1), Luke Cage (Staffel 1), Iron Fist (Staffel 1)

Meine Meinung:
Nachdem ich von Iron Fist doch ziemlich enttäuscht war, hatte ich doch etwas Skepsis wie sehr es den Machern gelingen würde diese vier ungleichen Helden und ihre Serien zu einem stimmigen Höhepunkt zusammen zu bauen. Aber es ist recht gut geglückt.

Die Handlung selbst hat einige Schwächen und/oder Logiklücken. So finde ich es zum Beispiel alles andere als glaubwürdig, dass Alexandra erst jetzt ihren großen Auftritt hat und nicht schon vorher in Iron Fist oder auch auch der zweiten Daredevil Staffel zumindest erwähnt wurde. Das ergibt einfach keinen Sinn.
Und dann ist da noch der (die? das?) Black Sky, der was ganz besonderes ist und unheimlich wichtig. Wird auch ganz oft betont. Aber auch nach dem Ende der Serie hab ich keine Ahnung, was das Besondere ist. Ja sie ist ein exzellenter Martial Arts Kämpfer, ohne Zweifel. Aber das sind – sehr grob und vorsichtig geschätzt – noch so ungefähr drei Dutzend weitere Figuren in der Serie. Was macht sie so speziell? Wofür wird sie gebraucht? Und so gibt es noch ein paar unstimmige Dinge. Allerdings haben sie mich, auch wenn sie mir aufgefallen sind, mich nicht daran gehindert die Serie mit Vergnügen zu verfolgen.

Und zu meiner großen Überraschung fand ich auch Danny halbwegs erträglich (besser wird unser Verhältnis vermutlich auch nie werden). Was allerdings nur zu einem kleinen Teil Danny selbst bzw. Finn Jones zu verdanken ist, dessen Kampfszenen hier wenigstens deutlich besser aussehen als in seiner Solo-Serie. Aber vor allem liegt es daran, dass seine drei Mit-Defenders mal schön skeptisch-sarkastisch auf Dannys Mysik-Jumbojumbo reagieren und sich seinen Bullshit keine Sekunde lang gefallen lassen.
Und natürlich hilft es auch ungemein, dass sich viel zentrale Figuren das Spotlight teilen (müssen). Da kann sich keiner davon so sehr profilieren wie in den Einzelszenen.
Und es war einfach schön so viele der wichtigeren Nebenfiguren aus den anderen Serien wiederzusehen und miteinander agieren zu sehen: Mein kleines Highlight: Trish und Karen als Journalisten-Team (Spinoff, pleeeeeeease?).

Ich war etwas überrascht, dass sich die Serie nahezu drei Episoden (man beachte, dass das etwa 38% der Serie entspricht!) Zeit nimmt, bis die vier mal alle aufeinander treffen. Bis man sie als Team bezeichnen kann, noch mal länger. Das gibt ihr zwar auch Zeit die Handlungsfäden langsam und passend zusammen laufen zu lassen und auch noch mal eine kleine Einführung in die Charaktere und ihre Probleme (aka Murdocks Schuldkomplex, Jessicas Alkoholproblem, Lukes Verantwortung für Harlem, Dannys äh… Taktik des erst Zuschlagen und sich dann fragen warum) zu geben und die Verbindung zu ihren jeweiligen Serien herzustellen. Aber gleichzeitig fand ich da am Anfang die Serie auch etwas zäh.
Was ich allerdings da super gemacht fand, war die Arbeit mit den Farben. Jede/r der vier Defenders hat seine eigene Farbe. Das beginnt schon im Intro, setzt sich aber auch in den einzelnen Szenen fort. Jessica hat blau/purple, Daredevil rot, Luke in Gelb-/Goldtöne und Danny in grün, in welche die ganzen Szenen als Hintergrundfarbe getaucht sind. io9 hat das ausführlich analysiert und ich find es sehr faszinierend.

Irgendwo ist es schon so eine Art realistischere, street-level Version of Avengers. Erwachsener und dunkler wie die Solo-Serien ja auch schon, aber deswegen nicht schlechter. Nur anders. Eine gute Zusammenführung aller bisherigen Handlungen mit genug offenen Punkten am Ende um weitere Staffeln der Solo-Serien anzustoßen.

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{Gelesen} Up & Coming – Up and Coming: Stories by the 2016 Campbell-Eligible Authors

ebook, 3.040 Seiten
Bad Menagerie, 2016
Goodreads

Beschreibung:
This anthology includes 120 authors—who contributed 230 works totaling approximately 1.1 MILLION words of fiction. These pieces all originally appeared in 2014, 2015, or 2016 from writers who are new professionals to the SFF field, and they represent a breathtaking range of work from the next generation of speculative storytelling.
All of these authors are eligible for the John W. Campbell Award for Best New Writer in 2016. We hope you’ll use this anthology as a guide in nominating for that award as well as a way of exploring many vibrant new voices in the genre.

Meine Meinung:
Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf diese Sammlung von Kurzgeschichten aufmerksam wurde – sie war nur kurz als kostenloser Download verfügbar und ich dachte mir warum nicht. Die enorme Seitenzahl hab ich damals gar nicht realisiert.

Es ist eine Sammlung von längeren und kürzeren Kurzgeschichten, Novellen und Novelletten (ich hab keine Ahnung, was der Unterschied ist) sowie Leseproben von Roman. Die Länge der einzelnen Werke reicht von einer bis zu etwa fünfzig Seiten. Alle veröffentlichten Autoren waren wählbar für den John W. Campbell Award, der mir damals nichts sagte und mir auch jetzt nur was sagt, weil ich den Link eben durch Google gefunden habe. Es handelt sich nur um Texte aus den Genren Fantasy und Science Fiction.

Was aber keinesfalls heißt, dass die Geschichten sich alle ähnlich sind. Im Gegenteil, wenn dieser Sammlung eins gelungen ist, dann aufzuzeigen, wie divers diese Genres sein können und wie wenig man davon in den  Mainstream-Büchern eigentlich wirklich mitbekommt. So ziemlich jedes denkbare Subgenre wird abgedeckt, die Hauptfiguren sind von Herkunft, sexueller Identität und Orientierung, Glaube etc. unheimlich unterschiedlich, Geschichten kommen aus den verschiedensten Kulturen. Wo sonst kann man schon mal Fantasy lesen, die sich auf afrikanische Mythen bezieht?

Bei 230 Geschichten ist es natürlich keine Überraschung, dass mir nicht alle gefallen haben. Das Feld reichte da wirklich von „vollkommen begeistert“ bis hin zu „nach den ersten drei Sätzen hab ich den Rest der Geschichte übersprungen“. Auch stilistisch sind große Unterschiede zu erkennen. Es gibt einige eher experimentelle Geschichten und die würde ich rein von der Form nicht immer als gelungen bezeichnen – beispielsweise ist eine Geschichte in Form eines Reddit-AMA geschrieben und das fand ich einfach nur unleserlich und unheimlich anstrengend.

Aber gleichzeitig waren 230 Geschichten beziehungsweise über 3000 Seiten auch einfach viel zu viel. Ich hab schon mehrere, teilweise wochenlange Pausen beim Lesen eingelegt und trotzdem fühlte ich mich ab einem gewissen Punkt von der reinen Masse einfach nur erschlagen. Es trat irgendwann eine Art Übersättigung an den Genres ein und ich konnte die einzelnen Geschichten gar nicht mehr wirklich wertschätzen.

Aber trotz allem, was es eine sehr interessante Lektüre mit einer Vielfalt, die ich in dem Maße vorher nicht erwartet hatte. Und ich bin auf einige, mir bis dahin unbekannte Autoren gestoßen, die mich neugierig auf weitere Werke von ihnen gemacht haben.

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{Gesehen} Crimson Peak

Image: imdb.com

Darum geht es:
Brought up in the Victorian Era Edith Cushing strives to be more than just a woman of marriageable age. She becomes enamored with Thomas Sharpe, a mysterious stranger. After a series of meetings and incidents she marries Thomas and comes to live with him and his sister, Lady Lucille Sharpe, far away from everything she has known. The naive girl soon comes to realize not everything is as it appears as ghosts of the past quite literally come out of the woodwork.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2015
Land: USA
Laufzeit: etwa 110 Minuten
FSK: 16
Darsteller: Mia Wasikowska, Tom Hiddleston, Jessica Chastain, Charlie Hunnam, Jim Beaver, Burn Gorman

Meine Meinung:
Wenn ich den Namen Guillermo del Toro, höre denke ich als erstes an Labyrinth und das Buch Die Saat, beides Werke von ihm, die mich sehr begeistert haben. Dementsprechend neugierig war ich auch auf Crimson Peak. Und die Besetzung der männlichen Hauptrolle mit Tom Hiddleston hatte auch nicht gerade eine negative Auswirkung auf meine Vorfreude 😉

Bei dem Film handelt es sich um eine Art Gothic-Horror, wobei ich ihn für recht unblutig und harmlos hielt. Es ist eher eine Art Film gewordene Grusellegende und ich könnte mir gut vorstellen, dass Geschichten über ähnliche, real existierende Gebäude wie Allerdale Hale – natürlich bewohnt von einem tragischen Liebespaar – früher als Schauermärchen am Herdfeuer erzählt wurden.

Überhaupt Allerdale Hale, der heimliche Star des Films. Ein unheimliches und unheimlich faszinierendes Gebäude von großartiger Schönheit und gleichzeitig offen zutage tretendem Zerfall. Schatten, die durch verschiedene Lichteinfälle erzeugt werden und wie lebendig werden – oder es doch sind? Allerdale Hale von innen und außen sind ein Setting, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Etwas, das ich von dem menschlichen Figuren leider nicht sagen kann. Die vier Hauptfiguren fand ich alle sehr blass und wenig ausgereift. So gut die Schauspieler auch alle ohne Zweifel sind, so wenig konnten sie aus den Charakteren, die kaum eine eigene Persönlichkeit, die über wenige Merkmale hinausgeht, herausholen.
Besonders negativ ist mir das bei Edith aufgefallen, die ich einfach so fade fand, dass mir als sie dann endlich mal in Allerdale Hale ankam, ihr Schicksal auch ziemlich egal war. Ganz im Gegenteil, ich fand ihre Naivität schon etwas nervend.
Und die anderen? Alle auf ihre Art schön anzusehen – und auch farblich schön in ein helles/gutes und böses/dunkles Paar eingeteilt -, aber mehr auch nicht.

Überhaupt fand ich die Handlung teilweise doch sehr in die Länge gezogen und auch nicht immer nachvollziehbar. Schon allein, dass Edith scheinbar so ganz einfach und ohne jegliche Dienstboten mal umzieht, passt für mich überhaupt nicht zu ihr. Und ihre schriftstellerischen Ambitionen lösen sich in Luft auf, sobald sie englischen Boden betritt?

Insgesamt ein bildgewaltiger, visuell beeindruckender Film, dessen Handlung es aber leider an Substanz mangelt. Ausreichend für einen schönen Fernsehabend, aber ich hatte mir doch etwas mehr davon erhofft.

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Edith und Lucille
2) die sich miteinander unterhalten: ja
3) über etwas anderes als einen Mann: ja, z. B. über Ediths Gesundheit

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{Monatsrückblick} #8/2017

Gelebt:
Uff… Die erste Woche des Monats hatte ich Urlaub und der war auch dringend notwendig. Und ich hab mich etwas auf dem Rhein rumfahren lassen. Eigentlich absurd, dass ich keine Stunde von dem Fluß entfernt wohne, aber das vorher noch nie gemacht habe…

Ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn

Außerdem war ich noch auf meinem Lieblingsmittelaltermarkt, einer der Höhepunkt meines Sommers, wenn auch dieses Mal verkürzt, da die abendliche Feuershow dank Regen wortwörtlich ins Wasser fiel. Und nach Jahren mal wieder auf einem Jahrmarkt Riesenrad gefahren ❤
Doch, der August war gut.

Gelesen:
Ich habe die ersten, vorsichtigen Schritte in die Welt der Buffy/Angel-Comics gemacht. Und nun ja, nett aber wirklich notwendig sind sie nun auch nicht. Gelesen hab ich Buffy: Omnibus, Slayer: Tales, Spike: Asylum, Spike: After the Fall und Volume 1 bis 3 von Angel: After the Fall. Einziger Comic, der etwas aus der Reihe fällt, ist Ms. Marvel: No Normal – den hab ich auch nur gelesen, weil ich Amazon Prime Reading ausprobieren wollte und das war das erste Interessante, was ich fand.
An Büchern las ich Pantoufle von Andrea Schacht, ein netter und unerwartet historischer Katzenroman; Tod und Teufel von Frank Schätzing, der zwar an sich ein historischer Roman, aber mit viel zu modernen Figuren war, Die Berufung von Grisham, bei dem ich das Ende als sehr frustrierend empfand und schließlich noch Der Fluch des Wüstenfeuers.

Gesehen:
Thema das Monats war ohne Frage die siebte Staffel von Game of Thrones und … naja. Ohne Zweifel hat die Handlung große Sprünge gemacht und es ist viel passiert, aber gleichzeitig wurde es auch was den zeitlichen Ablauf angeht sehr unlogisch und das Verhalten von einigen Figuren ist so inkonsequent und unpassend.
Außerdem zu Ende gesehen: die vierte und letzte (und beste!) Staffel von Turn. Abgesehen von der letzten Folge, welche so ziemlich das langweiligste Serienfinale ever darstellen muss, fand ich die Staffel unheimlich spannend und großartig gemacht. Wirklich schade, dass die Serie nie viel Aufmerksamkeit bekam.
Und dann war da noch Marvel/Netflix: Zuerst habe ich mich durch die erste Staffel von Iron Fist geärgert und mich dann über das deutlich bessere Defenders gefreut. Die Serie hat zwar auch ihre Schwächen (ich sag nur: wo war Alexandra bisher?), aber es machte Spaß die vier Chaoten zusammen zu sehen.

Neuzugänge:
Es gibt hier im Nachbarort von meiner Bank eine „Filiale“ – Anführungszeichen, weil: sie besteht nur aus nem Geldautomat und nem Kontoauszugsdrucker und es ist kein Personal vor Ort – und sie ist direkt neben meiner Lieblingstankstelle.
Und genau in diese kleine Bankfiliale wurde jetzt noch ein Offener Bücherschrank gequetscht. Und so sehr ich das Konzept liebe, es wird mein Untergang sein. 4 Bücher von dem Stapel da sind von diesem verdammten Bücherschrank….

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{Gelesen} A.S. Bottlinger: Der Fluch des Wüstenfeuers

Taschenbuch, 366 Seiten
Klett-Cotta, 2016
ISBN: 978-3608-96027-3
Verlags-Website
Blog / Twitter der Autorin
Goodreads

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Von klein auf ist Iaret mit der verbotenen Magie der Wüste begabt. Ein Siegel auf ihrer Stirn soll den Zauber bannen, wie bei allen Frauen im Reich. Als Iaret versucht, das Siegel zu brechen und dem Harem des Herrschers zu entfliehen, wird sie in den Kerker von Niat geworfen. Noch nie zuvor ist es jemandem gelungen, von dort auszubrechen.

Meine Meinung:
Ein Roman, der in einer Wüste(nstadt) spielt. Geschrieben von einer Ägyptologin. Das klingt nach einem herrlich faszinierenden Setting. Dazu noch Magie. Eine perfekte Kombination, oder?

Nun ja, das Potential für eine perfekte Kombination ist durchaus vorhanden und blitzt manchmal auf. Aber gerade bei dem Setting wird meiner Meinung nach sehr viel Potential verschenkt. Ein Großteil der Handlung spielt sich in einem ziemlich dunklen, unterirdischen Keller ab und der könnte praktisch überall stehen. In der Wüste selbst spielt nur die Rahmenhandlung aber auch da sitzen alle nur um ein Feuer rum. Von der Wüste selbst oder der Wüstenstadt Niat bekommt der Leser nur in wenigen Szenen wirklich was mit und das ist schade. Andererseits könnte ich mir sehr gut weitere Bände vorstellen die in Niat spielen. Vielleicht macht sich ja die Geschichtsschreiberin aus der Rahmenhandlung auf die Suche nach der Wahrheit in weiteren Legenden?

Und ähnlich geht es mir auch mit dem Fluch/Talent der Wüstenmagie. Es spielt eine wichtige Rolle in der Handlung, aber trotzdem konnte ich es mir sehr verschwommen vorstellen und hatte bis zum Ende keinen wirklichen Eindruck, wie es funktioniert und was es alles bewirken kann. Genauso wie

Aber trotzdem hat mich die Geschichte sehr schnell gefangen genommen und die Autorin mich mit ihrem guten Schreibstil begeistert. Iaret, Chen, Ahat und Tehu – die viel zentralen Figuren, die gemeinsam aus dem Kerker auszubrechen versuchen – sind alle auf ihre jeweilige Art sehr sympathisch sind. Überhaupt ist es eine der Stärken des Buches, wie auf doch relativ wenig Seiten viele Figuren eingeführt und mit einer Persönlichkeit und Vorgeschichte zu versehen und dadurch die Handlung mit vielen glaubwürdigen Charakteren zu bevölkern.

Und die mitschwingende Gesellschaftskritik – in Niat ist die Gabe traditionell in Frauen stärker, wird dort aber unterdrückt; ein System gegen das Iaret rebelliert – fand ich sehr gelungen und schön in die Handlung eingewoben. Überhaupt ist Iarets Entwicklung über die Handlung hinweg zu einer immer selbstbewussteren Frau, die sich einen Teufel um Konventionen schert, einer der besten Aspekte des Buches.

Ein spannendes Fantasybuch mit kleinen Schwächen, aber einer umso spannenderen Handlung. Da sag noch einer, deutschsprachige Autoren könnten keine gute Fantasy schreiben. Und nicht zu letzt ist das Cover wirklich wunderschön.

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{12 Monate} #7

Hui, schon wieder ein Monat seit dem letzten Beitrag rum. Das ging so schnell, ohne Zeilenendes Erinnerung gestern auf Twitter hätte ich es gar nicht realisiert.

Ein bisschen was hat sich getan. Ich hab raumübergreifend etwas umgestellt, so dass die Wasserschale aus dem Juni ins Schlafzimmer gewandert ist und sich da als Klamottensammelstelle eingenistet hat. Dafür ist ein Sessel ins Wohnzimmer gewandert. Bin zwar auch nicht so richtig glücklich damit, der bräuchte nämlich dringend einen neuen Bezug. Ist aber erstaunlich schwierig groben Cordstoff in einem schönen dunklen Rotton (es soll ja doch halbwegs zur Couch passen bitte) und in bezahlbar zu finden…

Vormonate:
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
(hey, der sechste Beitrag und ich hab endlich realisiert das ich die Links nicht jeden Monat alle neu einfügen muss, sondern aus dem Vormonat kopieren kann *seufz*)

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