{Gelesen} Judith & Christian Vogt: Wasteland

Taschenbuch, 399 Seiten
Knaur, 2019
ISBN: 978-3-426-52391-9
Goodreads

Klappentext:
Die alten Regeln gelten nicht mehr, seit drei Kriege und das Wasteland-Virus die Menschheit beinah ausgelöscht haben. Marodierende Banden beherrschen das Land, und auf dem freien Markt sind Waren nur im Tausch gegen gefallen zu haben.
Um an Medikamente zu kommen, lässt sich die herumreisende Laylay auf ein Geschäft ein: Weil sie als Einzige immun gegen das Virus ist, soll sie den Marktbewohner Zeeto in der Todeszone aufspüren. Als sie ihn findet, ist er bereits infiziert. Zudem hat er etwas in einer geheimen Bunker-Anlage gefunden: ein Baby. Und obwohl das Virus Laylay nichts anhaben kann, beginnt sie sich zu verändern.

Meine Meinung:
Im Mittelpunkt des Romans stehen Laylay und Zeeto, die auch beide als Ich-Erzähler auftreten. Laylay reist seit ihrer Kindheit mit ihrem Vater durch Europa, während Zeeto in der Kommune um den Handgebunden-Markt aufgewachsen ist. Zwischen den beiden wächst eine zarte romantische Verbindung, die aber unter einem sehr schlechten Stern steht. Da ist zum einen Laylays Köper, der sich sehr merkwürdig verhält. Und das Baby, dass Zeeto gefunden hat – und an dem einige Personen sehr interessiert sind, egal wie viel Schaden sie auf dem Weg dahin anrichten. Oh ja und Zeeto hat sich mit dem tödlichen Virus infiziert.

Faszinierender als die Handlung an sich, fand ich die postapokalyptische Welt, die hier entworfen wurde. Der Gegensatz von der friedlichen, hoffnungsvoll-optimistischen Anarcho-Hippie-Kommune zu den brutalen, hierarchisch organisierten Gangs  könnte nicht größer sein.
Und zu sehen, welche Bruchstücke von unserer Welt noch existieren und wie sie noch genutzt werden, fand ich total faszinierend. Auch weil es hier total überzeugend war, dass eben nicht alles Wissen bereits verloren gegangen ist, sondern sich ein Gemisch entwickelt hat.

Am Ende driftet die Handlung durch einen Twist etwas in das Phantastische ab. Und auch wenn ich da normalerweise nichts dagegen habe, fand ich es hier etwas fehl am Platz. Denn bis zu diesem Punkt, war das Buch eine glaubhafte (aber hoffentlich nie eintretende) Weiterentwicklung unseres heutigen, nicht-nachhaltigen Lebensstiles inklusive dem dämlichen Verhalten gewisser (*hust* blonder, schlecht frisierter */hust*) Politiker. Aber dieses phantastische Element, so kreativ und an sich interessant es auch ist, hat das für mich etwas zunichte gemacht.
Und Root, ey. Die Idee, dass sich Wifi bzw. das Internet zu einer mysteriösen Gottheit entwickelt hat und von Root als eine Art Priester angebetet wird, fand ich klasse. Aber seine Marotte nur im Futur II zu sprechen, ist mir so auf die Nerven gegangen.
Und ja, noch ein paar Kleinigkeiten fand ich eher unglaubwürdig. In dem Buch wird unheimlich viel mit benzingetriebenen Fahrzeugen – von Motorrädern über Autos bis hin zu Trucks – gefahren, wo kommt das ganze Benzin denn Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch noch her? Genauso nimmt Laylay (und vermutlich alle anderen auch, wenn nötig) Medikamente, die noch aus der Zeit vor dem Zusammenbruch stammen, also auch Jahrzehnte alt sind. Aber noch wirken? Meine Kopfschmerztabletten wirken ein halbes Jahr nach Ablauf des MHDs kaum noch.

Das Buch ist aber in einigen Punkten sehr ungewöhnlich. Zum einen, weil es SciFi ist die in Deutschland spielt, genauer gesagt irgendwo im nördlichen Rheinland (wenig überraschend, immerhin wohnen da Autorin und Autor).
Aber viel wichtiger: Der Roman wurde bewusst genderneutral geschrieben, also zum Beispiel Wachhabende anstatt Wächter. Und? Obwohl ich es im Vorfeld wusste und deswegen auch eigentlich besonders darauf achten wollte, ist es mir überhaupt nicht aufgefallen. Der Roman liest sich genauso flüssig, wie jedes andere gut geschriebene Buch auch. Der einzige Punkt, an dem ich mal kurz stutzte, war bei der erstmaligen Verwendung von ’ser‘ als genderneutrales Pronomen.
Denn natürlich gibt es in diesem Roman nicht nur zwei Geschlechter. In der Hinsicht ist der Roman wirklich eine Utopie. Die Tatsache, dass es mehr als zwei Gender gibt und auch ein viel breiteres Feld als nur Homo-/Heterosexualität ist allgemein anerkannt und wer da anzweifelt, macht sich selbst zur*m Außenseiter*in. So schön.
Und erst der klasse Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Lohnenswertes Buch. Wegen der Handlung, aber viel mehr noch wegen des Umgangs mit Gender und Sexualität. In der Handlung, aber eben auch durch die bewussten Sprachauswahl beim Verfassen.

Ebenfalls schön: Die Inhaltswarnungen am Ende des Buches (mit Hinweis darauf am Anfang). Super Lösung, die sich gerne mehr Autor*innen / Verlage als Vorbild nehmen können.

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{Gesehen} Colette

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Darum geht es:
After marrying a successful Parisian writer known commonly as Willy, Sidonie-Gabrielle Colette is transplanted from her childhood home in rural France to the intellectual and artistic splendor of Paris. Soon after, Willy convinces Colette to ghostwrite for him. She pens a semi-autobiographical novel about a witty and brazen country girl named Claudine, sparking a bestseller and a cultural sensation. After its success, Colette and Willy become the talk of Paris and their adventures inspire additional Claudine novels.

Eckdaten:
Trailer
Jahr: 2018
Land: USA
Laufzeit: 112 Minuten
FSK: 6 (und R-rated in den USA, weil Nacktheit :D)
Darsteller*innen: Keira Knightley, Dominic West, Eleanor Tomlinson, Denise Gough, Fiona Shaw, Robert Pugh, Sloan Thompson

Meine Meinung:
Sidonie-Gabrielle Colette war eine französische Schriftstellerin, die für den Nobelpreis nominiert war (und ihn sicherlich mehr verdient hätte als Handke) und von der ich vor diesem Film noch nie gehört hatte. Was eigentlich unglaublich ist. Hugo, Verne, Flaubert, Balzac, Dumas, Saint-Expury, Camus, Proust – mir fällt aus dem Kopf keine einzige weibliche französische Romanautorin ein. Und ich finde das unglaublich schade.

Ich finde ja Keira Knightley – wenn ich sie denn gerade mal von Portman auseinander halten kann – eh für eine sehr talentierte Schauspielerin, aber ihr bietet sie eine Meisterleistung. Sie steht, wenig überraschend, total im Zentrum des Films und macht ihre Sache hier außerordentlich gut. Colettes Wandlung von dem schüchternen Landmädchen zur selbstbewussten Städterin, die Entdeckung ihrer Sexualität und vor allem ihrer sexuellen Orientierung, ihr zunehmendes Selbstbewusstsein und ihr Wille für sich selbst einzutreten – all das stellt Knightley so überzeugend da. Nichts gegen die restlichen Schauspieler*innen, aber Knightley spielt hier auf ner anderen Ebene als der Rest.

Es ist ein recht ruhiger Film ohne große Action, der viel mehr von Dialogen und Emotionen getragen wird. Dafür aber wunderbar in Szene gesetzt, egal ob Colette und Willy in einem der Pariser Salons sich zwischen Samt und Plüsch bewegen oder auf dem Land spazieren gehen. Und die Kostüme allein sind es eh schon wert, dass mensch sich den Film ansieht.

Ein deutlicher Wermutstropfen des Filmes ist, dass er sich nur auf Colettes Ehe mit Willy beschränkt. Gut ihre Kindheit und Jugend auf dem Land vorher hätte jetzt auch nicht viel zu bieten gehabt vermutlich, aber die Zeit danach schon und das wird einfach so unter den Tisch fallen gelassen.
Clodette war im ersten Weltkrieg Kriegsberichterstatterin in Italien, sie hatte ein Verhältnis mit ihrem 30 Jahre jüngeren Stiefsohn, im zweiten Weltkrieg befreite sie ihren jüdischen Ehemann (ihr dritter by the way) aus dem Gefängnis, sie war Grand Officier der Ehrenlegion und die erste Frau, die in Frankreich ein Staatsbegräbnis bekam.
Hallo? Damit lassen sich noch drei Filme füllen und nichts davon findet hier Erwähnung.

Natürlich ist es trotz allem ein Unterhaltungsfilm und keine Dokumentation. So passiert nicht alles unbedingt in der hier gezeigten Reihenfolge und in dem zeitlichen Ablauf und der Dramatik. Aber trotzdem:
Toller Film über eine spannende Phase im Leben einer mehr als unkonventionellen Frau. Sehr zu empfehlen. Für mehr Colettes in der Welt!

 

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Colette, Missy, Matilde, Georgie, Sido
2) die sich miteinander unterhalten: Colette und Missy sehr oft
3) über etwas anderes als einen Mann: die haben um Welten bessere Themen als Männer xD

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{Monatsrückblick} 09/2019

Gelebt:
Urgh, der September war frustrierend. Zwei Vorstellungsgespräche, die einfach Zeitverschwendung waren. Und die Arbeit selbst lässt sich auch mit doof wunderbar zusammen fassen.

Gelesen:
Nach dem ersten Band im August folgten im September mit Die Hüter der Rose und Das Spiel der Könige direkt Band zwei und drei von Rebecca Gables Waringham-Saga. Und auch wenn das Grundkonzept natürlich immer das gleiche ist und die Engländer ja gerne etwas kreativer bei ihrer Namenswahl sein könnten (Henry! Harry! Richard! Edward! Wieder von vorne! #seufz), sind die Bücher einfach eine tolle, unterhaltsame Lektüre. Enttäuscht hat mich dagegen Klaus Störtebekker von Boy* Lornsen, in dem Störtebekker nämlich nur ne Nebenrolle spielt und mensch über ihn nicht viel und über seine Persönlichkeit noch weniger erfährt. Genauso unspannend war Denn am Sabbat sollst du ruhen von Batya Gur, ein israelischer Krimi, der sterbenslangweilig war. Oh und das highlight des Monats war Pratchetts Equal Rites, auch wenn es lustig ist wie anders Granny Weatherwax da ist im Vergleich zu den Tiffany-Büchern.

* okay, in Relation zu dem Vornamen wirken die Engländer gar nicht mehr so unkreativ.

Gesehen:
Endlich die dritte Staffel von Daredevil. Und joa, Matt kann schon ein Arschloch sein. Aber so viel Foggy <3 Mochte ich insgesamt und bedauere es immer noch, dass es von denen allen keine weiteren Staffeln geben wird. Außerdem noch die erste Staffel Russian Doll, die mir aber doch zu bizarr war. Und das Netflix-Experiment Criminal mit je drei Folgen aus vier verschiedenen Ländern. Großartige Schauspieler*innen überall, aber das war auch alles positive. Die Handlungen absolut vorausschaubar und öde und die Charaktere einfach nur abstoßend. Nicht in einem ‚love-to-hate‘-Sinn, sondern in einem ‚fall die Treppe runter und stirb bitte‘-Sinn. Kann ich echt nicht empfehlen.

Und an Filmen ist mir vor allem Colette in Erinnerung geblieben, ein Film über das Leben der gleichnamigen französischen Schriftstellerin. Großartiger feministischer film und es macht mich so traurig, dass ich in all den Jahren vorher noch nie von der Frau gehört habe, obwohl die Frau sogar für nen Nobelpreis nominiert wurde!
Und meine Aufzeichnungen sagen gerade, dass ich Coco auch erst im September und nicht Ende August gesehen habe. Wunderschöner Film über Selbstfindung und Trauer und Skelette und mit so einem großartigen Humor. Und tollen Liedern.

Geschnappt:

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{Gesehen} Russian Doll Season 1

Darum geht es:
On Nadia’s 36th birthday she is struck by a car and killed, only to finds herself alive and well, back at her own birthday party earlier that night. When she dies again and her timeline resets, Nadia begins to question her own sanity as she strives to unravel the mystery of why and how this is all happening.

Eckdaten:
Trailer
Sender: Netflix
Jahr: 2019
Staffel: 1 von bisher 2
Anzahl Folgen/Staffel: 8
Laufzeit einer Folge: 30 Minuten
Schauspieler*innen: Natasha Lyonne, Greta Lee, Yul Vazquez, Charlie Barnett, Elizabeth Ashley, Dasha Polanco, Jeremy Bobb, Ritesh Rajan

Meine Meinung:
Ich bin so verwirrt. Zwar auf ne gute Weise, aber trotzdem.So eine ungewöhnliche, schräge Serie, die sich (bisher?) auch nahezu komplett darauf beschränkt Frage nach Frage aufzuwerfen, aber keine davon beantwortet.

Wobei ich auch anzweifle, dass es zufriedenstellende Antworten wirklich geben kann, da würde zu viel von dem Unerklärlichen der Serie verloren gehen. Und so wie es jetzt ist, lädt es total zum Spekulieren ein.
Will uns die Serie etwas über mentale Gesund-/Krankheit erzählen? Über Drogen, Sucht und Abhängigkeiten? Über Menschlichkeit, Moral und Karma? Über die Geschichte eines Parks in New York, von dessen Existenz ich bis eben nicht mal was wusste? Für alles lässt sich überzeugend argumentieren. Und auch wenn das auf der einen Seite schön ist – gibt eh zu wenige Serien, welche die Zuschauer auffordern selbst zu denken, so fand ich es auf der anderen Seite auch unbefriedigend.

Gut gefallen hat mir dagegen der dunkle Humor. Nadja, großartig gespielt von Lyonne, hat eine ganz eigene Art mit ihren unzähligen, oft unerwartet lustigen Todesfällen umzugehen. Und es ist eigentlich erstaunlich, dass sie nicht (mehr) den Verstand verliert. Abgesehen von ihr und Alan, über den mehr zu sagen ein Spoiler wäre, bleibt der Rest des Casts leider sehr im Hintergrund. Schade, aber in den acht Folgen mit vier Stunden Laufzeit auch nicht anders möglich.
Außer New York oder genauer gesagt das East Village, in welchem die ganze Staffel spielt, und das mit seiner nächtlichen Atmosphäre – fast alle Szenen spielen spätabends/nachts – sehr zu dem geheimnisvollen Ambiente beiträgt.

Es ist ne ganz eigene Serie. Sie hat mich gut unterhalten und gefangen genommen, ich denk auch nach Tagen noch über einzelne Szenen nach – aber gleichzeitig empfand ich sie auch irgendwo als unbefriedigend. Und hab keinen Plan, was in der zweiten Staffel passieren soll.

Oh, und ich will auch so ein cooles Badezimmer haben! Und Oatmeal!!

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Pause? Ja! Nein! Vielleicht!

Irgendwie so.

Mir fehlt gerade die Zeit und vor allem auch die Motivation zum Bloggen oder eher genau gesagt die Motivation die Texte zu schreiben. Vielleicht liegt es am früheren dunkel werden abends keine Ahnung, aber jedenfalls kann ich mich im Moment nach der Arbeit zu fast nichts aufraffen. Und wenn ist es eher die Suche nach Stellenangeboten und das Schreiben von Bewerbungen, aber das ist ne andere Geschichte. Was mensch ja auch an der Menge an Artikeln in den letzten Wochen merkt.

Ich will nicht sagen, dass es gar keine Beiträge geben werden, aber definitiv ohne irgendeine Regelmäßigkeit. Mal sehen, was sich ergibt.

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{Monatsrückblick} 08/2019

Pünktlich zum Septemberbeginn wird’s kalt, ey…

Gelebt:
Anfang des Monats hatte ich Urlaub, den ich entspannt mit ziemlich viel nichts-Tun zu Hause verbrachte. War nett, aber auch unspannend. Außerdem noch ein paar Besuche auf Mittelaltermärkten, darunter leider auch ein total durchkommerzialisierter und gleichzeitig sowas von schlecht organisierter, dass keinerlei Atmosphäre herrschte. Furchtbar. Aber auch – und das war das Highlight des Monats – die Fark 2019. Ich war zum ersten Mal dort und es war eigentlich viel zu warm, aber ich hatte eines super Tag. Unheimlich viele Cosplays in einer unheimlichen Bandbreite waren zu bestaunen, und das vor einer Kulisse, die für alles von Prinzessinnen hin bis zu SciFi-Dystopien den richtigen Rahmen bot. Im Saarland. Ich bin immer noch erstaunt. Schade, dass es nur alle zwei Jahre statt findet.
Oh, und Arbeit dann auch wieder. Leider.

Gelesen:
So viele Seiten wie in noch keinem Monat dieses Jahr!
Der Monat begann mit Good Omens, das mich unheimlich begeistert hat, obwohl ich die Verfilmung schon kannte. Beides wirklich absolut zu empfehlen.
Daraufhin folgte Weisser Fluch von Holly Black, ein ganz netter aber auch viel zu offensichtlicher Young-Adult-Fantasyroman. War okay, aber ich werd die Reihe nicht weiter lesen. Außerdem hab ich endlich Skeen’s Leap von Jo Clayton beendet, an dem ich schon ein paar Monate rumlese. Aber obwohl die Grundidee – intergalaktische Grabräuberin landet auf einem recht mittelalterlichen Planeten mit faszinierenden Aliens und muss eine Art Quest erledigen um nach Hause zu kommen – faszinierend war, konnte mich das Buch einfach nicht fesseln. Dann noch einen Krimi – Weisser Himmel, schwarzes Eis von Stan Jones – der einfach nur langweilig war. Zum Ausgleich dann zum wiederholten Male Das Lächeln der Fortuna, der erste Waringham-Band von Rebecca Gable. Und wie jedes Mal hat mich das Buch wieder komplett in seinen Bann gezogen. Außerdem Göttertrunk von Andrea Schacht, das okay war. Mehr eine Soap Opera vor historischer Kulisse als wirklich historischer Roman, aber es machte Spaß. Und zum Schluss noch Die Optimierer von Theresa Hannig, sehr gute deutsche SciFi auch wenn mich das Ende nicht ganz überzeugt hat.

Gesehen:
Bei den Serien hat der August mit der vierten Staffel von iZombie begonnen und es ist so unglaublich, wie sehr sich die Serie in diesen vier Staffel entwickelt hat. Großartig, gerade Livs Entwicklung hier. Gefolgt von der dritten Staffel von Dear White People und auch drei Wochen später bin ich davon vor allem verwirrt. Die Staffel folgt absolut nicht dem bisherigen Konzept und fühlte sich für mich einfach nur planlos und chaotisch an. Überhaupt nicht, was ich erwartet hatte. Ziemlich exakt, das was ich erwartet hatte, war dagegen die zweite Staffel von Derry Girls. So ein super Humor, besonders die Schulleiterin <3
Und dann war mein Urlaub rum und der Serienkonsum verringerte sich drastisch. Was aber auch daran lag, dass meine Wahl auf die erste Staffel von Boardwalk Empire und diese mich zu Tode langweilte. Es ist eigentlich absurd. Ich find die Zeit der Prohibition* unheimlich faszinierend und hab ne Schwäche für Gangsterfilme. Und die Serie hat ne verdammt hohe handwerkliche Qualität und gute Schauspieler*innen. Aber es war soooo langweilig. Zum Abschluss des Monats folgte dann noch die erste Staffel von Trinkets, ner Teenie-Serie über drei Kleptomaninnen, welche ich berührender fand als erwartet.

Für Filme blieb nicht mehr viel Zeit. Ich hab Anfang des Monats mal wieder The Godfather gesehen, der auch beim ten Mal noch toll ist (und Kay nervt immer mehr >.<).  Außerdem noch King Arthur – Legend of the Sword und nun ja, ich versteh jetzt warum der im Kino gefloppt ist. Merlin durch ne weibliche Zauberin zu ersetzen, ist ja nett, aber dann sollte sie auch was anderes machen als Artus anzuhimmeln…

*diese Ironie, dass das Land, welches es mal geschafft hatte Alkohol zu verbieten, es nicht mal im Ansatz schafft Waffenbesitz zu reglementieren, bringt mich noch um den Verstand

Geschnappt:

Die James Bond Filme geben mein Filmprojekt für 2020….

9 für 2019:
Bücher: 1/9 – Das Lächeln der Fortuna
Filme: bereits alle neuen gesehen
Serien: 1/9  – Boardwalk Empire S1

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{Media Monday} #427

1. Das letzte Drittel des Jahres ist angebrochen – höchste Zeit dass im Radio Last Christmas gespielt wird. Hier stehen im doofen Discounter übrigens schon Weihnahcts-Süßigkeiten rum..

2. Am laufenden Band werden Serien verlängert oder abgesetzt, Filme angekündigt oder eingestampft. Die Empörung oder Begeisterung, die das stets so mit sich bringt kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Ich mein, ich bin auch nach 16 Jahren noch über die Absetzung von Firefly sauer, was soll ich da über andere urteilen? Ob ich es im Einzelfall verstehe/auch so sehe, ist was anderes. 

3. Kino ist ohne Frage noch immer der Ort für Filme schlechthin, doch welche Art von Film schaut ihr euch lieber daheim vor dem Fernseher (oder Laptop oder sonst was) an?
Praktisch alle, ich bin kein großer Fan von Kinos. Oder genauer gesagt kein Fan von Kinobesuchern und ihrem Verhalten. Inzwischen gibt es immer eine*n Idiot*in, der*die nicht die Finger vom Handy lassen kann, jemand anders hat es auf laut stehen und wird natürlich angerufen. Person 3 isst lautstark ihren 10-Liter-Eimer stinkendes Popcorn. Person 4 hat ihr Baby mit in den FSK-16-Film genommen und es fängt natürlich an der ruhigsten Stelle an zu schreien und anstatt rauszugehen, wird versucht es im Saal zu beruhigen.

4. ____ hätte mich beinahe dazu verleitet, ____ niemals eine Chance zu geben, denn ____ . Eh, da gibt es bestimmt was, aber es fällt mir gerade nichts ein.

5. Es muss nicht immer große Qualität sein, um mich begeistern zu können, wie man sehr schön an Boardwalk Empire sieht, schließlich ist das qualitätsmäßig ganz weit oben und hat mich unheimlich gelangweilt.

6. Fragt man mich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen hat mensch danach eine ganze Liste und weiß nicht, womit er*sie anfangen soll.

7. Zuletzt habe ich nach Zielen für einen Wochenendtrip gesucht (um den 1.11. ist ein langes Wochenende!) und das war überfordernd, weil ich nur weiß, dass ich weg will (aber nicht zu weit!), aber nicht wohin oder was ich machen will.
Urghs, meine Hormone bringen mich heute noch um. Oder treiben mich in den Wahnsinn >.<

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{Gesehen} Moana

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Darum geht es:
Moana Waialiki is a sea voyaging enthusiast and the only daughter of a chief in a long line of navigators. When her island’s fishermen can’t catch any fish and the crops fail, she learns that the demigod Maui caused the blight by stealing the heart of the goddess, Te Fiti. The only way to heal the island is to persuade Maui to return Te Fiti’s heart, so Moana sets off on an epic journey across the Pacific.

Eckdaten:
Trailer
Jahr: 2016
Land: USA
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: 0
Sprecher*innen: Auli’i Cravalho, Dwayne Johnson, Rachel House, Temuera Morrison, Jemaine Clement, Nicole Scherzinger, Alan Tudyk

Meine Meinung:
Was für ein toller Film.

Es ist natürlich irgendwo ein klassischer Disney-Märchen-Film mit vertrautem Schema, Moana ist ja als Tochter des Stammesführers auch eine Prinzessin, auch wenn sie nicht den klassischen europäischen Vorstellungen entspricht.
Aber durch den Wechsel des Schauplatzes nach Polynesien wirkt es eben trotzdem erfrischend neu. Nicht zuletzt auch dank der geschickt eingebauten Mythologie, die – zumindest mir – vorher absolut nicht bekannt war. Und ich denke gerade für jüngere Kinder, die ja einen nicht unerheblichen Teil der Zielgruppe darstellen, kann es nur von Vorteil sein auch mit solchen Disneyfilmen aufzuwachsen, die eine andere Lebenswelt positiv darstellen.

Visuell ein so umwerfender Film. So satte Farben, der Film vibriert von Anfang bis Ende einfach nur mit Lebensfreude.
Aber wirklich leben tut er doch von den Charakteren, die ihn bevölkern. Allen voran natürlich die sympathische und abenteuerlustige Moana. Aber neben ihr ist mir auch ihre Großmutter Tala mit ihren Weisheit und Fürsoge sehr ans Herz gewachsen. Und ich fand es so super, dass Maui nicht mit den typischen Bodybuilder-Muskeln dargestellt wurde, sondern einem viel realistischeren Körperbau.

Unheimlich kurzweiliger, extrem unterhaltsamer Film für alle Altersgruppen. Und wer bezahlt mir jetzt einen Urlaub mit Segelkurs auf einem Camakau in der Südsee?

Außerdem: das verdammt verrückte Huhn! ♥

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Moana, Gramma, Sina, Tefiti
2) die sich miteinander unterhalten: jepp, Moana und Gramma des öfteren
3) über etwas anderes als einen Mann: oh ja, über Moanas Wünsche und ihre Pläne

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{Media Monday} #426

1. Der alljährliche Trubel um die gamescom tangiert mich null.

2. Bevor der August zu Ende geht würde ich gern noch die erste Staffel von Boardwalk Empire fertig sehen, habe aber Zweifel, ob das klappt.

3. In den letzten Jahren stehen immer häufiger Serien nach Buchvorlage ins Haus und meistens bekomme ich erst viel später mit, dass es dazu ne Buchvorlage gibt.

4. Fernab des Mainstream lohnt es sich meines Erachtens nach besonders, mal zu schauen was für Serien so in nicht-englischsprachigen Ländern produziert werden. Ich empfehle zur Inspiration Made in Europe.

5. Dass ich wegen dem Wort ‚evakuieren‘ auf Twitter mal von nem Account geblockt werde hätte ich ja wirklich nie geglaubt, jedoch heute so passiert.

6. Wäre doch schön, wenn mal irgendwas auf Anhieb klappen würde.

7. Zuletzt habe ich die erste Episode von „Trinkets“ und das war okay, weil die Serie durchaus Potential hat, aber die erste Folge halt erst mal alle vorstellen muss und das ist nicht so spannend.

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{Gesehen} Lost Girl Season 1

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Darum geht es:
Lost Girl focuses on the gorgeous and charismatic Bo, a supernatural being called a succubus who feeds on the energy of humans, sometimes with fatal results. Refusing to embrace her supernatural clan and its rigid hierarchy, Bo is a renegade who takes up the fight for the underdog while searching for the truth about her own mysterious origins.

Eckdaten:
Trailer
Sender: Showcase (Kanada)
Jahr: 2010
Staffel: 1 von 5
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: 45 Minuten
Schauspieler*innen: Anna Silk, Ksenia Solo, Kris Holden-Ried, Zoie Palmer, Rick Howland, K.C. Collins

Meine Meinung:
Hui, ich hätte nicht gedacht, dass es mir mal zuviel Sex in einer Serie geben würde. Aber Lost Girl hat diese Grenze definitiv erreicht. Was seltsam ist, weil ich es einerseits super fand, wie Sex und Sexualität hier als ganz normaler Teil des Alltags gezeigt wurde und es bei einem Succubus als Hauptfigur ja auch logisch ist. Aber trotzdem war es mir irgendwie zu viel. Vielleicht liegt es einfach daran, dass mich die Anziehung zwischen Bo und Dyson nie wirklich überzeugte.
Aber trotzdem kann mensch die Serie nur dafür loben, wie sehr sie (einvernehmlichen) Sex als etwas positives normales darstellt. Und das sogar nicht nur in einem heteronormativen Kontext. Gerade für das Alter der Serie beeindruckend.

Aber abgesehen davon hat Lost Girl eine faszinierende Welt geschaffen, auch wenn ich es doch etwas unrealistisch finde, dass sich scheinbar die ganze übernatürliche Welt auf diese eine (kanadische?) Stadt fokussiert. Aber das wird durch die Vielfalt an mythischen und übernatürlichen Kreaturen mehr als ausgeglichen. Und dazu kommt der Konflikt zwischen der hellen und der dunklen Seite der Fae – wie sich die übernatürlichen Wesen als Sammelbegriff nennen. Auch wenn sich dieser Konflikt bisher eher im Hintergrund abspielt, ist da definitiv viel Potential, besonders weil Bo sich weigert für eine Seite Partei zu ergreifen und somit eine Wild Card ist.

Ich fand ich nicht ganz überzeugend, wie schnell Bo zu einem zentralen Part in der Welt der Fae wurde und wie sehr sie alle ihre Fähigkeiten in Anspruch nehmen wollten. Wobei mir andererseits auch nicht wirklich klar ist, was für einen Zeitraum die Staffel abdecken soll. Und das ach so große Geheimnis um Bos Herkunft fand ich eher nervend.

Bei den Charakteren fand ich, dass Kenzi etwas zu kurz kam – wobei sie auch mein Favorit war und ich deswegen garantiert alles andere als objektiv bin ;) Aber in ihrer Rolle als Bos Sidekick kann sie nur selten wirklich scheinen und das ist einfach schade, denn in den wenigen Momenten, in denen sie mal im Vordergrund steht, merkt man, wie viel sich hinter ihrer punkigen Fassade wirklich verbirgt. Und ich würde einfach gern mehr über ihre Familie erfahren.

Alles in allem, war ich überrascht, wie gut mir die Serie gefallen hat. Kleiner Schwächen, aber faszinierendes Wordbuilding. Bin gespannt wie es sich in der nächsten Staffel entwickelt.

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