{Gelesen} Peter Tremayne: Sendboten des Teufels

Originaltitel: The Devil’s Seal
Übersetzer*in: Irmhild und OttoBrandstädter
Taschenbuch, 446 Seiten
Aufbau Verlag, 2014
ISBN: 978-3-7466-3047-2
Sister Fidelma #25
Goodreads

Klappentext:
Irland im Herbst 671: Unweit vom Herrschersitz der Könige von Muman werden ein älterer Geistlicher und seine Begleiter brutal erschlagen und ausgeraubt. Doch das ist erst der Anfang. Tod und Verdammnis haben offenbar auf der Burg Cashel Fuß gefasst. Selbst Fidelmas scheint nicht in der Lage zu sein, den blutigen Ereignissen Einhalt zu gebieten. Haben die Abgesandten aus Rom die alle bald als Sendboten des Teufels betrachten, etwas damit zu tun?

Meine Meinung:
Das Buch ist der 25. Teil (!!!) einer Reihe und ich hab keinen der 24 vorigen Bände gelesen. Von daher ist es kein Wunder und auch total meine Schuld, dass ich anfangs von den Figuren und ihrer mangelnden Einführung etwas überfordert war. Nach den ersten paar Kapiteln ging es dann aber, wobei es auch hilft, dass es wohl nicht viele Figuren gibt, die in allen Büchern vorkommen.

Das Buch ist eine Mischung aus historischem Roman und Krimi mit Irland als Handlungsland, was auch der Grund war warum ich es überhaupt lesen wollte. Aber eigentlich ist das nur teilweise zutreffend. Der Roman ist viel mehr eine 400 Seiten lange Geschichtslektion umwickelt mit einer dünnen Schicht Handlung.
Nicht falsch verstehen, die Handlung ist gut und spannend; es gibt auch viele falsche Fährten und die Auflösung ist gleichzeitig schlüssig und doch überraschend.
Aber zwischen drin gibt es ständig komplette lange Abschnitte, wo einfach nur historische Personen, Fakten und Schlachten aufgezählt werden und 99,95% davon sind komplett irrelevant. Es war so mühsam und führte dazu, dass ich einige Passagen wirklich übersprungen habe. Wenig überraschend ist bei diesem Stil dass der Autor eigentlich Historiker ist…

Dazu kommt, dass Tremayne mit Vorliebe irische Begriffe in den Text einstreut. Was ja eigentlich positiv ist, würde er sie nicht direkt auch einfach übersetzen. Das liest sich dann so „ramha oder Ruder“. Und nicht nur beim ersten Mal, sondern jedes Mal, wenn das Wort auftaucht. Dann kann er auch gleich die gängigen Begriffe nehmen oder seinen Text eben so formulieren, dass es aus dem Kontext ersichtlich wird. So bläht es das ganze nur noch mehr auf.

Und dann ist da noch Fidelma, die Namensgeberin der Reihe und Beraterin des irischen Königs in rechtlichen Fragen (und seine Schwester, was überhaupt nicht die Frage nach Nepotismus aufwirft…). Und sie ist toll. Intelligent, mutig, aber nicht perfekt. Eine faszinierende Figur. Aber leider auch die einzige weibliche Figur in dem ganzen Buch, die überhaupt eine größere Rolle spielt und einen aktiven Einfluss auf die Handlung hat.Alle anderen (und das sind eh nur 4 oder 5) werden als kleine, leicht manipulierbare, passive Dummerchen dargestellt, die nur machen, was ihnen gesagt wird. Und das war so anstrengend, gerade weil bei den männlichen Figuren eine viel größere Vielfalt herrschte und auch die weniger wichtigen Nebenfiguren deutlich differenzierter voneinander waren.

Kann man als Fan von historischen Romanen lesen, wobei es wohl Sinn ergeben würde mit dem ersten Band der Reihe anzufangen. Aber mensch verpasst auch echt nichts, wenn sie lieber zu einem anderen Roman greift. Ich persönlich fand den Stil des Autors zu anstregend um noch mehr Bücher von ihm zu lesen.

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{Media Monday} #399

1. Früher mochte ich die Werke von/mit Johnny Depp ja durchaus sehr gerne, jedoch kann ich das heute nur noch bedingt nachvollziehen.

2. Die klischeehafte Art und Weise, in der in Film und Fernsehen so viele dämliche Stereotype immer wieder dargestellt wird nervt mich zusehends immer mehr.

3. Die krasseste Typveränderung ____ . Ähhhh

4. Ich glaube ja nicht, dass irgendeine andere Katze mich je wieder so wird begeistern können wie Madame Katz, einfach weil wir schon so viel Zeit mit so vielen prägenden Erlebnissen zusammen verbracht haben.

5. Hachiko ist eine der eindringlichsten Darstellungen einer/eines trauernden Hundes, die ich jemals gesehen habe.

6. Aktuelle Buchveröffentlichungen bekomme ich meistens gar nicht oder nur durch Zufall mit.

7. Zuletzt habe ich am Wochenende einfach nur die viele Sonne und die warmen Temperaturen genossen und das war so herrlich, weil ____ .

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{Gesehen} Terror – Ihr Urteil

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Darum geht es:
Am 26. Mai 2013 erhält Koch den Befehl, einen vollbesetzten, von Terroristen gekaperten Airbus vom Kurs abzudrängen, was ohne Erfolg bleibt. Ziel der Terroristen ist es, den Airbus in die ausverkaufte Münchner Allianz-Arena stürzen zu lassen, in der 70.000 Zuschauer dem Länderspiel Deutschland-England entgegenfiebern. Lars Koch entscheidet sich eigenmächtig, das Passagierflugzeug abzuschießen, um die Fußball-Fans zu retten. Alle 164 Airbus-Insassen sterben. Ist Koch schuldig, weil er 164 Menschen zum Objekt gemacht hat und damit deren Rechte und Menschenwürde verletzte?

Eckdaten:
Trailer
Jahr: 2016
Land: Deutschland
Laufzeit: 95 Minuten
FSK: 6
Darsteller*innen: Burghardt Klaußner, Martina Gedeck, Florian David Fitz, Lars Eidinger, Jördis Triebel, Rainer Bock

Meine Meinung:
Vorab: Ich hab den Film schon mal als Theaterstück gesehen und war von daher mit den Geschehnissen und dem Ablauf vertraut.

Aber auch dann sind es spannenden 1,5 Stunden Film. Obwohl oder gerade weil der Film sich ganz auf maximal 6 Personen in einem mehr als karg eingerichteten Gerichtssaal konzentriert und seine Wirkung vor allem durch die sehr überzeugend agierenden Schauspieler*innen erzielt.

Der Ablauf entspricht natürlich nur sehr bedingt dem eines wahren Gerichtsprozesses. Selbst wenn man von der Einbindung der Öffentlichkeit in die Urteilsfindung absieht, würde solch ein Prozess Monate dauern und nicht weniger als zwei Stunden. Aber um die realistische Abbildung des deutschen Justizsystems geht es hier auch nicht wirklich.

Stattdessen ist der Zuschauer gezwungen sich selbst eine Meinung zu bilden und die beiden gegensätzlichen Positionen und Argumenten von Staatsanwältin und Verteidiger einzuschätzen und zu werten. Was gar nicht mal so einfach ist, da beide viel Bezug auf Philosophie – hallo Kant! – legen und durchaus mit einem gewissen Anspruch argumentieren.

Allerdings fand ich es sehr schade, dass es auf Netflix keine Möglichkeit zum Abstimmen für die Zuschauer*innen gibt. Es werden zwar beide Urteilsversionen am Ende gezeigt, aber ich hätte es schöner gefunden, wenn es trotzdem eine Abfrage gegeben hätte.

Und dann gab es noch zwei Punkte, die mich auch störten, wobei das wohl nicht wirklich am Film lag, sondern in der Vorlage genauso ist. Zum einen die nie begründete Antipathie zwischen Verteidiger und Richter. Mag sein, dass die sich nicht mögen und ist ja an sich auch kein Probleme, aber so offen zur Schau gestellt mit verbalten Seitenhieben von beiden wirkte es einfach total unprofessionell. Und gerade bei so einem Prozess, der ja sicher einiges an inter- und nationalem Aufsehen erregt, finde ich es nicht glaubhaft.
Und zum anderen die Sache mit der Räumung des Stadions. Darauf näher einzugehen, sprengt höchstwahrscheinlich den Rahmen des Gerichtsverfahrens beziehungsweise würde mehrere erfordern – die Räumung hat ja nichts mit Kochs Entscheidung direkt zu tun, und damit hätte der Film seinen Kammerspielhaften Rahmen verloren. Von daher ergibt es schon Sinn, das nur als Randbemerkung aufzugreifen. Aber ich finde das Verhalten der Verantwortlichen da so ungeheuerlich leichtsinnig und bewusst fahrlässig. Wäre da vernünftig gehandelt worden, hätte das auch das Verhalten von Koch in einem anderen Licht erscheinen lassen, weil sich dann auch die Entscheidungsgrundlage von Koch komplett geändert hätte.

Bechdel Test: 2/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: die Staatsanwältin Frau Nelson und die Nebenklägerin Frau Meiser (Vornamen gibt’s nur beim Angeklagten)
2) die sich miteinander unterhalten: wenn man die Zeugenvernehmung als Unterhaltung betrachtet, ja
3) über etwas anderes als einen Mann: nicht wirklich, es geht immer um den verstorbenen Mann der Nebenklägerin oder den Angeklagten

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{Gesehen} A Series of Unfortunate Events Season 3

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Darum geht es:
A Series of Unfortunate Events recounts the tragic tale of the Baudelaire orphans – Violet, Klaus, and Sunny – whose evil uncle Count Olaf will stop at nothing to get his hands on their inheritance. After foiling his many dastardly plans and disguises, the young siblings might finally discover the truth about their parents’ mysterious death, while unraveling the layers of a clandestine organization, and revealing the secrets of the coveted, missing sugar bowl.

Eckdaten:
Trailer
Sender: Netflix
Jahr: 2019
Staffel: 3 von 3
Anzahl Folgen/Staffel: 7
Laufzeit einer Folge: 50 Minuten
Schauspieler*innen: Neil Patrick Harris, Patrick Warburton, Malina Weissman, Louis Hynes, Presley Smith, K. Todd Freeman, Lucy Punch, Kitana Turnbull, Allison Williams
Rezensionen zu weiteren Staffeln: Season 1 / Season 2

Meine Meinung:
Sunny kann sprechen! Also halbwegs, ohne Untertitel würde ich immer noch nichts verstehen, aber es klingt doch schon viel besser als in den vorigen Staffeln.
Äh ja.

Die dritte Staffel löst sich noch mehr von dem Konzept der „zwei Folgen = 1 Handlung“ als es schon in Staffel zwei der Fall war. Es gibt zwar immer noch einen leichten Bruch alle zwei Folgen, aber der besteht vor allem darin, dass die Handlung an einen neuen Ort springt – von schneebedecktem Berg über Südseeinsel zu Luxushotel und mehr -, die Handlung selbst ist in dieser Staffel sehr durchgehend. Was ich als deutlich angenehmer empfand.

Und vor allem: Es gibt Antworten. Zu so ziemlich allem, bis auf eine Frage – die eigentlich fast wichtigste. Aber trotzdem war es sehr schön zu erfahren, was nun hinter VFD steckt*, was das Schism ausgelöst hat, warum die verdammte sugarbowl so wichtig ist (total unbefriedigende Antwort darauf by the way) und warum Olaf sich mit dem Rest von VFD überworfen hat. Überhaupt erfährt man hier so viel mehr über Olaf und seine Vergangenheit und das läst ihn doch tatsächlich etwas sympathischer erscheinen.
Und sowieso wird alles moralisch viel grauer und uneindeutiger, was ich sehr gut fand.
*wobei ich immer noch nicht ganz begriffen hab, was ich mir unter „trying to extinguish fires – both literally and figuratively“ genau für Aktivitäten vorstellen soll

Dass die Serie von Anfang an auf diese drei Staffeln ausgelegt war, merkt man hier ganz besondern gut und auf positive Weise. Nicht nur kommt es zu einer Begegnung mit vielen Figuren aus den vorigen Folgen, sondern es hat auch ein sehr rundes, zufriedenstellendes und für die Serie unerwartet optimistisches Ende.
Aber trotzdem werde ich diese Serie mit ihrem ganz individuellen Genremix vermissen.

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{Media Monday} #398

1. Jahre nach dem Hype habe ich ja Supernatural für mich entdeckt und trotzdem hab ich etwas das Gefühl, dass da schneller neue Staffeln erscheinen als ich sie schauen kann.

2. Bei/als Elena und Syd ging mir ja regelrecht das Herz auf, denn sie sind einfach so großartig zusammen (und außerdem schon allein, weil es viel zu wenig lesbische und nonbinäre (Teen)Charaktere in Serien gibt).

3. Der Kompromiss um §219a ist meiner Meinung nach leider nicht annähernd so gut geworden, wie es hätte sein können, da die SPD einfach verdammt feige ist und es kotzt mich so sehr an.

4. Wie kommt es eigentlich, dass ____ so wenig Beachtung erfährt/erfahren hat? Immerhin ____ . Keine Ahnung, ich hab ihm wohl nicht genug Beachtung geschenkt ;)

5. Ich könnte mir ja gut vorstellen, mal wieder einen Rewatch von oh so vielem zu starten, schließlich ist das meiste so gut, dass sich ein mehrfaches Sehen echt lohnt. Hätte mensch genug Freizeit.

6. Die dritte Staffel von One Day at a Time hat mich geschichtlich ziemlich umgehauen (im positiven Sinn), denn es ist einfach eine so tolle Weiterentwicklung von allen Figuren.

7. Zuletzt habe ich endlich ein Nähprojekt beendet und das war ein super Gefühl, weil es an einigen Punkten gar nicht so einfach war .

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{Gesehen} Tomte Tummetott und der Fuchs

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Darum geht es:
Wenn die Tage wieder kürzer werden und man es sich gern mit den Kindern bei einer heißen Tasse Tee oder Kakao auf dem Sofa gemütlich macht, ist Tomte Tummetott-Zeit. Der kleine, uralte Wichtel lebt seit Generationen auf einem Bauernhof und wacht über Tier und Mensch, damit ihnen kein Leid geschieht. Kein Mensch hat ihn je gesehen, doch die kleine Emma glaubt ganz fest daran, dass es ihn gibt. Jeden Abend stellt sie ihm Grütze vor die Tür und lässt sich auch durch den Spott ihrer Brüder nicht davon abbringen. Eines Tages kommt Mikkel, der Fuchs, von Hunger geplagt, auf den Hof: Er hat es auf die Hühner abgesehen. Tatsächlich gelingt es dem listigen Fuchs den alten Hofhund Karo zu überlisten. Den Hühnern scheint die letzte Stunde geschlagen zu haben. Aber natürlich hält Tomte seine schützende Hand über alle Tiere und weiß auch dem Fuchs zu helfen.

Eckdaten:
Trailer
Jahr: 2007
Land: Deutschland
Laufzeit: 30 Minuten
FSK: 0

Meine Meinung:
Der Film basiert inhaltlich auf den beiden (wunderbaren!) Tomte-Büchern von Astrid Lindgren und auch die Animation hat sich sehr an den darin enthaltenen Illustrationen orientiert. Was mich, die mit diesen Büchern aufgewachsen ist, natürlich unheimlich gefreut hat, weil es direkt eine Verbindung zu meiner Kindheit hergestellt hat.

Aber auch wenn mensch die Vorlage nicht kennt, so ist es ein wunderbarer kleiner Film mit einer wichtigen Botschaft. Verpackt in eine tolle Stop-Motion-Animation mit unheimlich vielen durchdachten Details. Es ist eine wunderbare Weihnachtsgeschichte mit einem sehr feinen Humor, die Kindern – aber sicher nicht nur denen – auf unterhaltsame Art die Wartezeit auf die Bescherung an Weihnachten zu verkürzen weiß.

Und: allein die zwei verrückten Hühner sind das Anschauen wert.

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{Gesehen} Luke Cage Season 2

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Darum geht es:
Luke Cage is back.
After clearing his name, Luke Cage has become a celebrity on the streets of Harlem with a reputation as bulletproof as his skin. But being so visible has only increased his need to protect the community and find the limits of who he can and can’t save. With the rise of a formidable new foe, Luke is forced to confront the fine line that separates a hero from a villain.

Eckdaten:
Trailer
Sender: Netflix
Jahr: 2018
Staffel: 2 von 2
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: 46 Minuten
Schauspieler*innen: Mike Colter, Simone Missick, Theo Rossi, Alfre Woodard, Rosario Dawson, Gabrielle Dennis, Mustafa Shakir, Jessica Henwick, Finn Jones
Rezensionen zu weiteren Staffeln: Season 1

Meine Meinung:
Was mir von der Staffel am meisten in Erinnerung geblieben ist, ist wie planlos und ohne eigene Agenda Luke hier agiert. Er lässt sich ständig von anderen, allen voran Misty und Mariah, zu irgendwelchen Aktionen verleitet oder reagiert auf sonstige Ereignisse in seinem geliebten Harlem, aber das sind alles einzelne Aktionen ohne verbindenden roten Faden. Was er selbst will, bleibt bis zum Ende unbeantwortet.

Als großer neuer Gegenspieler für Luke und Mariah taucht diese Staffel mit Bushmaster jemand aus Maraihs Vergangenheit auf, der mit ihr noch eine Rechnung offen hat. Luke wird onvolviert, weil Bushmaster Harlem dabei mehr oder weniger zum Schlachtfeld mit entsprechendem Kollateralschaden erklärt.
Tja, ich fand Bushmaster dagegen einfach nur anstrengend mit seiner Obsession und in keiner Weise faszinierend oder sympathisch. Dazu kommt sein absolut undramatisches Ende (nicht sein Tod, sondern ’nur‘ das Ende seiner Handlung), das einfach nur so dämlich ist, das alles vorher wie Zeitverschwendung erscheint.
Dazu kommt, dass Bushmaster und seine Leute Jamaikaner sind und konsequent Patois sprechen. Was einerseits wundervoll ist (als grundsätzlich, wie gut das in der Serie wirklich umgesetzt wurde, kann ich nicht beurteilen, die Meinungen in Internet gehen ser auseinander) und ich hab auch erst dank der Serie hier erfahren, dass eine eigenständige Sprache ist und nicht ’nur‘ ein englischer Dialekt. Aber andererseits hatte ich zum Teil echt Probleme zu verstehen, was da gesagt wurde. Und es hat auch nicht geholfen, dass Netflix in den Untertiteln Patois einfach so wiedergegeben hat, anstatt es wie andere nicht-englische Sprachen zu übersetzen.

Begeisterter dagegen war ich, wie schon in Staffel 1, von Misty, die hier großartig ist. Unterstützung bekommt sie überraschend oft von Colleen und die zwei bilden ein großartiges Team, dem mensch nur wünschen kann, dass sie ihr hochverdientes Daughters of the Dragon-Spinoff bekommen hätten. Claire, die ein gutes drittes Mitglied darin abgeben würde, taucht leider in diese Staffel viel zu wenig auf und hat damit keine Möglichkeit Luke zu sagen, wie doof er sich verhält. Und das wäre so dringend nötig gewesen.
Und dann ist da noch Spades, der inzwischen zu Mariahs rechter Hand aufgestiegen ist und hier eine wirklich faszinierende Wandlung durchmacht. Ich will gar nicht viel darüber sagen, weil ohne Spoiler kaum möglich, aber ich war von ihm diese Staffel am meisten begeistert

Mariah selbst muss sich in dieser Staffel ihrer Vergangenheit stellen und zwar nicht nur Bushmaster, sondern auch ihrer Tochter Tilda. Und die Beziehung zu letzter fand ich hochinteressant, da erfährt mensch als Zuschauerin nämlich auch so viel mehr über Mariah selbst und es macht viele ihrer Verhaltensweisen und Entscheidungen so viel verständlicher. Das war eine super Weiterentwicklung ihres Charakters.

Viel über die Charaktere geredet, wenig über die Handlung. Was aber einfach daran liegt, dass ich mich kaum an sie erinnern kann. Wie gesagt es gibt einen Machtkampf zwischen Mariah, die auch noch mit sich selbst und Tilda kämpft, und Bushmaster und ganz Harlem leidet darunter, war Misty und Luke einbindet. Aber die Details? Öh ja, vergessen. Es wirkt einfach alles nicht bedeutsam.

Grrr, ich bin ja doch etwas enttäuscht, dass Netflix die Serie abgesetzt hat (auch wenn ich Disney# dafür verantwortlich mache), denn obwohl mich die Staffel jetzt nur mittelmäßig begeistert hat, finde ich ihren Endpunkt toll. Er wirft so viele Fragen auf. Wie reagiert Luke in seiner neuen Position? Wie reagiert Misty auf Lukes neue Position? Und Claire? Was in aller Welt wird aus Tilda? Daraus lässt sich so viel machen und ich hätte es echt gern gesehen.

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{Media Monday} #397

1. Was dieser ganze Medienkonsum so mit sich bringt: ich hab gar nicht die Zeit über alles zu bloggen, auch wenn ich gern wollte.

2. Wiederholungssichtungen von Filmen und/oder Serien mache ich an sich ja sehr gerne, aber meist ist dann neues doch verlockender.

3. Oscar-Kandidaten und andere Film-Preise schön und gut, aber welcher Film wirklich mal mehr Aufmerksamkeit verdient hätte ____ . Eh, keine Ahnung.

4. Ich bin ja durchaus mit einer gesunden Skepsis an ____ herangegangen, doch ____ . Nee, ich geh eher mit zuviel Enthusiasmus an Sachen dran und werd dann enttäuscht. xD

5. Friedhof der Kuscheltiere ist auch so eine Lektüre, die ich so schnell nicht vergessen werde, denn ich war echt zu jung als ich das gelesen hab und es wirkt 25 Jahre später immer noch nach.

6. Was mich in der vergangenen Woche im Internet am meisten beschäftigt hat war der Blog von Ask a Manager, den ich mir mangels Arbeit im Büro weitestgehend durchgelesen hab. Sehr interessant, zum Teil auch hilfreich und zum Teil erschreckend (wie überleben die Amis mit nem Urlaubsanspruch von nur 10 Tagen/Jahr und nur ner bestimmten Anzahl an Tagen, an denen die krank sein dürfen???).

7. Zuletzt habe ich die Haare nachgefärbt und das war dringend notwendig , weil weil sich der langweilige hellbraune Ansatz inzwischen doch deutlich von dem dunkelbraun-rötlichen Rest abhob.

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{Monatsrückblick} #1/2019

Gelebt:
Das neue Jahr beginnt ziemlich unspannend. Der Januar war okay. Das Wetter könnte besser sein, das morgendliche Fahren auf schneebedeckten Straßen hängt mir zum Hals raus. Ansonsten hab ich mal einige Ecken in der Wohnung aufgeräumt und einiges aussortiert, in der Küche bin ich noch dran (vor allem, weil ich mich nicht entscheiden kann, wie viele Töpfe ich wirklich brauch….). Und ich hab mich endlich mal aufgerafft meinen Lebenslauf zu aktualisieren und etwas ansprechender zu gestalten. Es ist ein Anfang xD

Gelesen:
Recht viel, nix gutes. So lässt es sich leider zusammenfassen. Als erstes Buch im neuen Jahr hab ich Kreuzblume gelesen, an sich okay, aber ich von der Autorin besseres gewöhnt. Außerdem Der Beginn, die sogenannte Pilotepisode zu Markus Heitz neuer Serie und joa spannend aber zu sehr Horror für mich. Dem folgte Der Fall Jane Eyre, welches einige Erklärungen mehr zu der Welt, die Fforde da geschaffen hat, vertragen hätte. Dann Sendboten des Teufels von Peter Tremayne, ein historischer Roman, der in Irland spielt, und bei dem ich einfach nicht mit dem Stil des Autors zurecht kam. Gefolgt von Hermann Hesses Roßhalde, welches mich von Anfang bis Ende langweilte. Und am Ende dann noch Kati in Amerika / Italien / Paris, ein Sammelband mit drei Romanen von Astrid Lindgren und das beste an dem ganzen Monat.

Gesehen:
Bei den Serien hab ich den Monat mit der dritten Staffel von A Series of Unfortunate Events angefangen und das war ein passendes Ende der Serie. Wurde dann noch unerwartet moralisch grau, aber hat mir gut gefallen (Beatrice(s Schauspielerin) <3). Außerdem endlich mal die dritte Staffel von iZombie, welche eine tolle Fortsetzung ist, und den Blick sehr über Liv, Major und Blaine hinaus ausweitet. Dazu noch viel Vikings. God, do I miss Ragnar so much. Aber insgesamt recht guter Serienmonat.

Bei den Filmen dagegen ist es durchwachsen. Terror, der deutsche* Film nach von Schirachs Buchvorlage bzw. dem dauraf basierenden Theaterstück, hat mir gut gefallen, auch wenn ich es schade fand, dass man bei Netflix nicht abstimmen kann. Now you see me 2 ist eine total unnötige und handlungsmäßige so unrealistische Fortsetzung, aber visuell sehr beeindrucken. Kann mensch sehen, muss aber nicht. Was mensch dagegen nicht sehen sollte sind Mortdecai und The Preppie Connection, beides Filme, die keine glaubhaften Charaktere haben.

*ja, ich hab tatsächlich mal was deutsches gesehen xD

Geschnappt:

Soviel dazu, dass ich 2019 weniger Bücher erwerben möchte. Wobei immerhin 4 davon schwedisch sind, das ist Lehrmaterial und zählt daher nicht ;) Und das eBook ist nur ausgeliehen. #ausreden

9 für 2019:
Bücher: 1/9 – Der Fall Jane Eyre
Serien: 1/9 – A Series of Unfortunate Events S3
Filme 1/9 – Mortdecai
Wenn ich den Rhythmus beibehalte, wird das kein Problem. Im Februar wird bei den Serien auf jeden Fall One Day at a Time folgen und auf Moana hab ich gerade auch sehr viel Lust. Bei den Büchern mal sehen, vielleicht fang ich tatsächlich den Dune-Band an..

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{Gelesen} Andrea Schacht: Kreuzblume

Hardcover, 726 Seiten
RM Buch und Medien, 2007
Goodreads

Klappentext:
Die junge Antonia wächst in den Wirren der napoleonischen Kriege als Tochter einer Marketenderin auf. Erst nach dem Tod der Mutter erfährt die 14-jährige, dass sie das leibliche Kind einer Kölner Nonne ist. Sie macht sich auf die Suche nach ihren Eltern – und stellt dabei verblüfft fest, dass ihr Leben und das jener Mesnchen, die ihr nahe stehen, eng mit den mittelalterlichen Bauplänen des Kölner Doms verwoben sind. Immer tiefer gerät Antonia in einen Strudel von Intrigen und Verbrechen, bis sie selbst die Pläne schließlich wiederentdeckt – und dabei auch die Liebe ihres Lebens findet.

Meine Meinung:
Ich bin ja ein großer Fan von Andrea Schacht und wenn sie micha uch eher regelmäßig mit Katzenromanen erfreut, so hab ich sie auch schon als Autorin guter historischer Romane kennen lernen dürfen. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, auch weil das Thema der napoleonischen Kriege eins ist, dass mir so oft noch nicht in Romanen begegnet ist.

Aber das ist ist nur insofern ein historischer Roman, wie Galavant eine historische Serie war. Mit anderen Worten, der Hintergrund ist historisch angehaucht, die Kostüme stimmen halbwegs, aber die Handlung absolut nicht. Es ist eine Telenovela in Buchform, besser kann ich es gar nicht beschreiben. Was ja an sich gar nicht schlecht ist, meine Oma wird davon entzückt sein. Aber es war halt nicht was ich mir von dem Roman erhofft hatte.

Das fängt schon damit an, dass jede der Hauptfiguren irgendwie mit den anderen verwandt, verschwägert, verstiefgeschwistert, adoptiert oder sonst was in die Richtung ist. Dazu kommen unkeusche Mönche, Vergewaltigung, Mord, Diebstahl, Intrigen der feinsten Art, Inhaftierung Unschuldiger, unglückliche Liebe mit Schwangerschaft und alles mehr was man von Daily Soaps eben erhofft. Klatsch, Skandale und Blut sozusagen. Aber insgesamt einfach viel zu oft abstrus und total unglaubwürdig.

Und natürlich sind all Figuren entweder so strahlende Helden, dass die Sonne von ihrem Glanz geblendet würde oder tiefschwarze Bösewichte, die den Helden schaden wollen um jeden Preis. Weil? Na, weil sie die Bösen sind. Mehr Motivation gibt es nicht. Und Antonia, unsere Heldin durch das Buch, ist natürlich perfekt und kann alles oder kann sich alles in kürzester Zeit aneignen. Wächst als Junge in den Kriegswirren auf, wird dann aber innerhalb von ein paar Monaten zum hochgebildeten manierlichen perfekten jungen Fräulein der vornehmen Kölner Gesellschaft. Alles gelingt ihr, sie weiß immer Rat und so weiter. Antonia ging mir stellenweise schwer auf die Nerven.

Aber trotz allem lesen sich die 726 Seiten erstaunlich gut und auch durchaus unterhaltsam. Aber eben einfach ohne die von mir erwartete historische Substanz. Definitiv das schwächste Buch, das ich bisher von der Autorin gelesen hab und dementsprechend bin ich auch enttäuscht.

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