{Gelesen} Terry Pratchett: The Light Fantastic

The Light Fantastic

Taschenbuch, 217 Seiten
Corgi, 1986
ISBN: 0-552-12848-1
Discworld #2
Goodreads

Klappentext:
As it moves towards a seemingly inevitable collision with a malevolent red star, the Discworld has only one possible saviour. Unfortunately, this happens to be the singularly inept and cowardly wizard called Rincewind, who was last seen falling off the edge of the world…

Meine Meinung:
Während normalerweise die Reihenfolge, in der man die Discworld-Bände liest nur bedingt Einfluß auf das Lesevergnügen hat, kann ich es hier nur empfehlen vorher The Colour of Magic zu lesen. Denn dessen Handlung setzt sich hier fast nahtlos fort und beantwortet auch den Cliffhanger, mit dem Colour of Magic endet.

Aber obwohl die Handlung beider Bände als eine durchgehende Erzählung betrachtet werden kann, wirkte The Light Fantastic für mich deutlich Discworld-typischer als der erste Band. Ich hatte den Eindruck, dass Pratchett hier viel besser wusste, wie er diese Welt beschreiben und darstellen sollte.

Rincewind wurde mir hier sogar noch sympathischer als er es mir eh schon vorher war. Er ist einfach eine tolle Figur und ich freue mich schon sehr darauf ihm noch in weiteren Büchern zu begegnen. Selten war ein Pechvogel so lustig, ohne dass Schadenfreude eine große Rolle spielt, und auf absurde Weise auch vom Glück ausgewählt. Wortwörtlich sogar.

Über die Handlung will ich gar nicht so viel sagen, weil eben durch die enge Verbindung mit Band 1  im Prinzip alles ein Spoiler ist. Aber es ist zu großen Teilen eine Parodie/Satire auf bekannte Fantasy- und Märchen-Erzählungen (Stichwort: Cohen the Barbarian) und einfach herrlich amüsant zu lesen.

Ein großartiger Lesespaß und zusammen bilden The Colour of Magic und The Light Fantastic auch einen wirklich empfehlenswerten Einstieg in das doch etwas unübersichtlich wirkende Discworld-Universum.

5 Sterne - klein

Veröffentlicht unter 5 Sterne, Buchbesprechungen, Fantasy | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

{Media Monday} #274

media-monday-274
Jeden Montag stellt Wulf von Medien-Journal Fragen rund um die verschiedensten Medien:

1. Die Handlung mag bei manchem eine eher untergeordnete Rolle spielen, aber für mich ist sie ein sehr wichtiges  Kriterium bei der Entschiedung, ob ich ewas mag oder nicht.

2. Grundsätzlich mag ich ja Filme von Marvel, bei Spiderman allerdings whält sich meine Begeisterung schon jetzt in sehr, sehr engen Grenzen, ich fand ihn in Civil War schon unpassend.

3. Ich bin ja der Meinung, dass ____ quasi immer dieselbe Rolle spielt, denn ____. Keine Ahnung, ich erkenn Schauspieler:innen ja schon nicht mehr, wenn sich von einer Rolle zur anderen nur der Haarschnitt ändert…

4. Oh Gott, so vieles hätte ja nun wirklich keine Fortsetzung gebraucht, schließlich ist es aktuell einfach zu viel an Sequels, Prequels, Remakes, Reboots und Co. Lasst euch mal was neues einfallen.

5. Stop-Motion-Filme sinf bei mir total mit Tim Burton verknüpft gedanklich.

6. Rotkäppchen muss weinen war so eine Lektüre, die mich noch lange beschäftigt hat.

7. Zuletzt habe ich eingekauft und das war deprimierend, weil ich in zwei Aldis war und in beiden der Baumkuchen ausverkauft war *schnief* Da gibt es schon so viel Weihnachtskram, aber nicht das was ich will😦

Veröffentlicht unter Bücher, Filme, Nerdy stuff, Stöckchen / Blogparaden | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

{Gesehen} Don Juan DeMarco

mv5bnte3ntyxmte4nv5bml5banbnxkftztywmjy3mdu5-_v1_

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
John Arnold DeMarco is a man who believes he is Don Juan, the greatest lover in the world. Clad in a cape and mask, DeMarco undergoes psychiatric treatment with Dr. Jack Mickler to cure him of his apparent delusion. But the psychiatric sessions have an unexpected effect on the psychiatric staff and, most profoundly, Dr Mickler, who rekindles the romance in his complacent marriage.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 1995
Land: USA
Laufzeit: etwa 97 Minuten
FSK: 12
Darsteller: Johnny Depp, Marlon Brando, Faye Dunaway, Géraldine Pailhas, Rachel Ticotin, Talisa Soto

Meine Meinung:
Als ich den Film das erste Mal sah, erwartete ich einen Liebesfilm oder irgendwas das in Richtung Casanova ging – eben die Thematik des weltgrößten Liebhabers. Was ja auch gar nicht schlecht hätte sein müssen. Ich mag den Casanova-Film von 2005 mit Heath Ledger sehr.

Aber der Film hier ist mehr. Oder was ganz anderes. Denn Liebe spielt zwar irgendwo schon eine Rolle, aber geht um so viel mehr. An Hand von Depps toll gespielter Figur eines Menschen, der die dröge alltägliche Welt des Alltags nicht akzeptieren möchte und sich in die Fantasie des spanischen Edelmannes/Liebhabers flüchtet und dafür von seiner Umwelt für verrückt erklärt wird, so dass er schließlich in einer Klinik und bei Dr. Mickler (Brando) landet. Und gemeinsam spüren sie und der Film sehr behütsam und vor allem auch vorurteilsfrei der Frage nach, wie viel Fantasie denn jeder von uns in seinem Alltag zulassen sollte und ob es nicht manchmal besser ist die allzu triste oder auch einfach nur gewöhnliche, banale Welt auszublenden und sich in eine andere zu flüchten.

Es ist ein sehr ruhiger Film, der vor allem von Dialogen getragen wird und ihn dem außer Brando und Depp eigentlich auch keine Figur wirklich bemerkenswert Zeit und Aufmerksamkeit bekommt. Das ist an sich auch total okay, weil alles andere wohl nur vom zentralen Thema ablenken würde. Allerdings fand ich Faye Dunaway als die Frau von Dr. Mickler verschwendet, sie bekam gar keine Chance ihr Talent und Können zu zeigen.

Ein überraschend nachdenklicher Film, in dem sich viel mehr Gedankenfutter verbirgt als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Wirklich schön.

4 Sterne - klein

Bechdel-Test: 1/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Dona Ana, Dona Julia und noch einige mehr, die zumindest beim Vornamen genannt werden
2) die sich miteinander unterhalten:
3) über etwas anderes als einen Mann:

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Contemporary, Filme, Gedankenspiele, Romance | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

{Gesehen} Black Books (Season 1-3)

mv5bmtqzmzi2mdcyn15bml5banbnxkftztcwndczmdu1mq-_v1-_cr1455296406_

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Black Books is a second-hand bookshop in London run by an Irishman named Bernard Black. He is probably the planet’s worst-suited person to run such an establishment: he makes no effort to sell, closes at strange hours on a whim, is in a perpetual alcoholic stupor, abhors his customers (sometimes physically abusing them) and is often comatose at his desk. Help comes in the lumpy shape of Manny Bianco, a hairy, bumbling individual who (almost by osmosis) becomes Bernard’s assistant. Manny is not exactly great at the job either but he is a million times better than Bernard. Next door is Fran, an anxious, frustrated woman who runs a sort of new-age shop selling the most unlikely bits of arty junk. Fran is friends with Bernard and, through him, with Manny; together the trio become embroiled in escapades that are sometimes extreme or violent or fantastically ludicrous, and always bizarre.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Channel 4 (UK)
Jahr: 2000 – 2004
Staffeln: 3
Anzahl Folgen/Staffel: 6
Laufzeit einer Folge: etwa 25 Minuten
Schauspieler: Dylan Moran, Bill Bailey, Tamsin Greig

Meine Meinung:
Zufällig bin ich über ein Video mit einer kurzen Szene aus der Serie gestolpert und habe mich dann erst Mal gewundert, warum ich vorher von der Serie nie gehört habe. Bücher gepaart mit Zynismus und schwarzem Humor klingt doch eigentlich wie für mich gemacht.

Schnell hatte ich die ersten Folgen – ist ja auch nicht so als würden 18 Folgen à 25 Minuten viel Zeit beanspruchen – gesehen und war begeistert. Sehr skurril, aber auch oder deswegen lustig und einfach anders.

Aber mit der Zeit flaute meine Begeisterung doch etwas ab. Die Serie blieb zwar lustig und ich hab sie auch gern bis zum Ende gesehen, aber es ging dann insgesamt doch eher in die Richtung okay und weniger in Richtung gut. Zum einen, glaube ich, lag es daran, dass ich über die drei Staffeln eine Entwicklung der Figuren einfach vermisste. Da tut sich nichts. Selbst Erkenntnisse, die in einzelnen Folgen durchaus gewonnen werden (was dann bezeichnenderweise auch oft die Folgen waren, die mir besser gefallen haben, sind mit der nächsten Episode schon wieder komplett in Vergessenheit geraten.
Und zum anderen konnte ich auch so gar keine Verbindung zu auch nur einem der drei Charaktere aufbauen. Ich weiß selbst nicht warum, denn eigentlich haben alle drei Eigenschaften, die mich ansprechen sollten. Aber gleichzeitig sind sie einfach zu seltsam, stellenweise sogar so seltsam, dass man sich fragt, wie Bernhard und Fran es überhaupt geschafft haben Ladenbesitzer zu werden ohne dabei schon direkt grandios zu scheitern….

Es ist eine nette Serie für zwischendurch, die einen recht schnell aufheitert. Aber doch leider für mich mit sinkendem Qualitätsniveau über die Staffeln hinweg.

3 Sterne - klein

Veröffentlicht unter 3 Sterne, Bücher, Humor, Serien | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

{Gelesen} Jack London: Mord auf Bestellung

mord-auf-bestellungOriginaltitel: The Assassination Bureau Ltd.
vervollständigt von: Robert L. Fish
Übersetzer*in: Eike Schönfeld
Hardcover, 262 Seiten
Manesse, 2016
ISBN: 978-3-7175-2426-7
Verlagsseite mit Leseprobe
Goodreads

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
10.000 $ für einen Polizeichef; 100.000 $ für einen zweitrangigen Monarchen; eine halbe Million für Seine Majestät, den König von England – Diskretion garantiert! Die Geschäfte der mordenden Moralfanatiker laufen prächtig, bis ein schwerreicher Philanthrop Verdacht schöpft und sie beauftragt, ihren eigenen Chef zu eliminieren: Auftakt einer Verfolgungsjagd quer durch die USA. Vor einer hawaiianischen Insel kommt es zum finalen Showdown.

Meine Meinung:
Das Buch wird als einer der „erste[n]Agententhriller der Weltliteratur“ erworben und davon gelockt versprach ich mir ein Buch, welches vor allem hochspannend ist und in dem viel gemordet wird. Nun ja letzteres ist zumindest voll eingetroffen. Bei dem Recht bin ich doch etwas überrascht gewesen.

Das Buch ist zwar durchaus auch spannend, aber da liegt meinem Eindruck nach gar nicht der Schwerpunkt. Der liegt viel mehr auf den langen Diskussion der einzelnen Figuren über verschiedene philosophische und ethisch-moralische Themen. Und damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Was sehr interessant war und ich hab es auch gern gelesen. Aber gleichzeitig zieht es auch die Handlung etwas in die Länge; gleichzeitig werden Themen aber auch nur kurz angerissen, so dass man als Leser auch kaum einen Eindruck gewinnen kann.

Die Handlung selbst dagegen ist spannend und auch unerwartet vergnüglich, aber gleichzeitig kam sie mir doch auch recht unrealistisch vor. Das mindert zwar den Unterhaltungswert nicht, aber ich hatte manchmal den Eindruck, das Buch spiele in einer Parallelwelt, in der nur die Mitglieder der Attentatsagentur wirklich lebendig sind und der Rest einfach nur Pappfiguren sind, welche die Szenerien verschönern. Und Polizisten so gut wie gar nicht existieren.

Das Buch wurde übrigens von Jack London nicht zu Ende geschrieben und erst 1963 (rund 47 Jahre nach Londons Tod*) von Robert L. Fish beendet. Zum einen bringt mich das dazu dieses „erster Agententhriller“ etwas in Frage zu stellen (aber klar, guter Marketing-Ansatz), aber vor allem merkt man es auch stilistisch. Es gibt ein Nachwort, welches die Entstehungsgeschichte des Buches beschreibt und auch darauf eingeht, wo Fish angefangen hat zu schreiben – und sich nebenbei auch weit von Londons Plänen entfernt hat. Und ohne dieses Nachwort da schon zu kennen, hatte ich beim Lesen genau an der Stelle des ‚Autorenwechsels‘ auch das Gefühl, dass sich hier Stil und Sprache deutlich verändern. Fand ich schon etwas schade, dass das so deutlich zu merken ist. Inhaltlich geht die Handlung zwar flüssig weiter und passt auch, aber es wirkt einfach nicht mehr wie aus einem Guss.

Aber trotzdem hat mir das Buch ein aufgrund der Seitenzahl zwar nicht sonderlich langes, aber dafür sehr erfreuliches Lesevergnügen bereitet. Das auch sehr viel Ansatz für Diskussionen birgt – und damit auch nach 100 bzw. 53 Jahren noch sehr aktuell.

4 Sterne - klein

*Hu, Jack London ist vor fast genau 100 Jahren gestorben  (22. November 1916). Fast unheimlich dieses Timing….

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Crime | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

{Media Monday} #273

media-monday-273
Jeden Montag stellt Wulf von Medien-Journal Fragen rund um die verschiedensten Medien:´

1. Finding Carter ist mir ja irgendwann zu absurd und unrealistisch geworden, da musste ich aufhören es zu schauen. Finde es aber immer noch schade, weil die erste Staffel ein kompliziertes, sehr emotionales Thema toll behandelt hat und dann das Niveau so sehr abgesackt ist..

2. Zuletzt gekauft habe ich genau genommen Lebensmittel. Auf die Themen des Blogs bezogen, war es „Als Gott schlief“ – meine Lektüre für das Buch-Date.

3. Selbstfindungstrips oder spirituelle Sinnsuche kann sehr interessant und informativ sein. Oder Zeitverschwendung. Je nachdem, wie man es macht.

4. Meine Ausgabe von „Im Westen nichts neues“ hat einen Ehrenplatz in meinem Regal (o.ä.), schließlich ist das Buch von 1929 und hat einen handschriftlichen namenseintrag von Urgroßvater.

5. Allein schon wegen der tollen Motive musste ich das Discworld-Colouring-Book haben. Jetzt ist es mir zu schade um darin was anzumalen (aber ich bin schlau, ich hab die Seiten kopiert :D).

6. Der Hype um die neuen Harry Potter Bücher lässt mich vollkommen kalt, und interessiert mich absolut null. Ich glaub ich würde sie noch nicht mal lesen wollen, wenn ich sie geschenkt bekäme. Irgendwann ist einfach mal gut und Frau Rowling soll sich auf ne andere Thematik konzentrieren.

7. Zuletzt habe ich Rostige Ritter gegessen und das war yummy❤, weil das einfach ein tolles Gericht ist und eigentlich auch so unkompliziert, aber ich mach es trotzdem viel zu selten.

Veröffentlicht unter Bücher, Filme, Nerdy stuff, Serien | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

{Gesehen} Preacher Season 1

mv5bmtyxodq0mta5mf5bml5banbnxkftztgwodm5mty3nje-_v1_

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
What if an angel and a demon procreate? What would that offspring be? Would it be holy or demonic or both? Preacher is that tale. The offspring has no body, just a soul. That soul needs a body and chose Jesse Custer. A preacher from Texas with a loss of faith and a drinking problem. The offspring called Genesis bonds with Jesse, giving him the word of God. What he says is done.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: AMC
Jahr: 2106
Staffel: 1, eine zweite ist geplant
Anzahl Folgen/Staffel: 10
Laufzeit einer Folge: etwa 45 Minuten
Schauspieler: Dominic Cooper, Joseph Gilgun, Ruth Negga, Ian Colletti, Lucy Griffiths, Jackie Earle Haley

Meine Meinung:
Ich muss ja zugeben, ich war kurz sehr versucht es mir ganz einfach zu machen und auf das* tolle Review von Miss Booleana zu verweisen, den ich kann ihr nur zustimmen. Aber die Serie ist so gut und einfach anders, über die kann ruhig öfter geschrieben werden.

Ich bin ja eigentlich nur neugierig geworden, weil sich die Schreiberlinge auf einigen Seiten vorab beinah vor Vorfreude überschlagen hätten und außerdem Dominic Cooper, der mich schon in Agent Carter begeistert hat, mitspielt.

Und die erste Folge war herrlich. Schräg. Verwirrend, aber auf eine gute Art. Faszinierende Figuren, über die ich mehr wissen wollte. Allen vor an natürlich Jesse der Prediger, nachdem die Serie auch benannt ist. Jesse hat von seinem Vater den Posten als Prediger in der kleinen Gemeinde übernommen, aber eigentlich ist er dazu nur sehr bedingt geeignet. Und da ist noch Cassidy, einer der ungewöhnlichsten Vampire, der mir jemals begegnet ist und über dessen bisheriges Leben ich gerne mehr erfahren würde. Aber vor allem auch Tulip, die zwar eine gemeinsame und durchaus auch romantische Vergangenheit mit Jesse teilt, aber gleichzeitig auch so tough und verrückt ist, dass man sie einfach mögen (und etwas Angst vor ihr habn) muss.

Nach der ersten Folge wirkte die Serie dann auf mich aber erst mal etwas orientierungslos. Zum einen gibt es am Anfang jeder Folge eine oft minutenlange Szene, die völlig losgelöst von dem Rest der Handlung ist und mit der ich nichts anfangen konnte (bzw. nichts hätte anfangen können, wenn ich nicht im Internet nach einer Erklärung gesucht hätte). Im Staffelfinale gibt es zwar eine Erklärung/Verbindung mit der eigentlichen Haupthandlung, aber bis dahin dauert es eben entsprechend und das war schon etwas anstrengend fand ich. Für Leute, die den zugrunde liegenden Comic kennen, erklären sich, nachdem was ich so gelesen habe, diese ‚Extra‘-Szenen von selbst, aber sollte die Serie nicht auch für Unwissende verständlich sein?
Aber auch sonst machte die Serie für mich den Eindruck als wollten die Produzenten einfach mal alle verrückten Einfälle ausprobieren und dann sehen, was funktioniert. Nach ein paar Folgen wurde das zwar wieder besser und die Serie wirkte durchdachter und konstanter, aber zwischendrin war ich schon mal am Überlegen, ob ich die Serie nicht besser aufgebe…

Und natürlich ist da Religion, legt der Titel der Serie natürlich schon nahe. Wobei Religion oder genauer gesagt Glaube und vor allem Zweifel ein sehr zentrales Thema ist, so ist die Serie keineswegs als religiös zu bezeichnen. Ganz im Gegenteil sie beschäftigt sich durchaus respektlos und völlig unvoreingenommen dem Thema ohne irgendwelche Dogmen oder Konventionen zu beachten und das war so erfrischend. Dabei wird Religion zwar sehr kritisiert aber es wird auch genauso beleuchtet, was Religion Gläubigen an Hoffnung und Stärke geben kann.

Eine ungewöhnliche Geschichte, deren Handlung gerade erst mit dem Ende der ersten Staffel richtig begonnen hat. Mit einem großartigen schwarzen Humor, der allein sie schon sehenswert macht.

4 Sterne - klein

*das Review? der Review? #help #denglisch

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Crime, Fantasy, Serien | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

{Gelesen} Gemma Halliday: Mörderische Schlagezeilen (Hollywood Gossip #1)

Mörderische Schlagzeilen

Originaltitel: Scandal Sheet
Übersetzer*in: Frauke Lengermann
Taschenbuch, 319 Seiten
Egmont Lyx, 2011
ISBN: 978-3-8025-8435-0
Hollywood Gossip #1
Goodreads

Klappentext:
Gerüchte und Sensationen sind Tina Benders Leben, kein Star oder Sternchen ist vor ihrer Kolumne sicher. Bis sie eines Tages eine Morddrohung erhält. Die Journalistin nimmt den anonymen Anrufer zunächst nicht ernst: Wer will schon einer Klatschreporterin an den Kragen? Doch ihr Chef sieht das anders und engagiert Calvin Dean, einen Bodyguard wie aus dem Bilderbuch: groß, stark, schweigsam – und unglaublich sexy! Da kommt es zu einem heimtücksichen Anschlag.

Meine Meinung:
Ich kann beim besten Willen nicht mehr sagen, was ich zu dem Buch greifen ließ, denn es liegt so total abseits  von meinem üblichen Beuteschema. Aber es war eine überraschend unterhaltsame  Lektüre.

Allerdings muss ich direkt vorneweg sagen, dass man weder Handlung noch Personen wirklich ernst nehmen und für realistisch halten kann. Es ist einfach alles übertrieben dargestellt. Von Tinas Arbeit in einem Klatschblatt über ihre Großmutter und deren Verhalten bis hin zu der Auflösung der Morddrohungen. Andererseits – es spielt in Hollywood. Da ist Realismus auch irgendwie fehl am Platz.

Und auch wenn ich Tina und die restlichen Charaktere nicht ernst nehmen konnte, so waren sie mir doch sympathisch und ich habe gerne Zeit mit ihnen verbracht. Natürlich ist sehr früh klar, auf welches Ende das Buch hinaus laufen wird und der Romance/Chicklit-Anteil ist auch deutlich wichtiger als der Krimi-Part über die Morddrohungen. Letztere bilden eher die Rahmenhandlung, damit Tina einen Grund hat ihren Mr Right kennen zu lernen. Aber das war okay, ich hab bei der Aufmachung des Buches ach gar nichts anderes erwarten.
Und, das ist ja das wichtigste, es machte einfach Spaß. Eben auch, weil man die Morddrohungen und alles was noch folgt, nie als wirkliche Bedrohung empfindet. Dazu war es einfach zu übertrieben.

Und der Stil ist einfach toll. Erzählt wird aus Tinas Sicht, die eine sehr humorvoll-sarkastische Stimme hat. Und andere einfach treffend zu beobachten und einzuschätzen weiß. Ihre Sicht auf Hollywood im allgemeinen und ihre Arbeit im speziellen ist sehr zynisch, aber genau das mochte ich an ihr.

Klar, das Buch fällt eindeutig in die Kategorie leichte Lektüre. Aber warum auch nicht? Mir hat es jedenfalls so gut gefallen, dass auch schon der zweite Band der Reihe in meinem Besitz ist und ich mich darauf freue ihn zu lesen.

4 Sterne - klein

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Buchbesprechungen, Chicklit | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

{Media Monday} #272

media-monday-272

Jeden Montag stellt Wulf von Medien-Journal Fragen rund um die verschiedensten Medien:

1. Die Serie Heroes bzw. Staffel 1 davon habe ich zuletzt regelrecht durchgesuchtet, denn sie ist einfach extrem spannend.

2. Jeder Cliffhanger bei dem die zentrale Figur der Serie in Lebensgefahr schwebt war ein richtig übler Cliffhanger, schließlich war es so offensichtlich, dass genau dieser Figur nur bei einer Absetzung der Serie etwas passieren würde *schielt zu Castle*

3. Das lange Warten auf eine Fortsetzung von Dr Horrible nimmt wohl nie ein Ende…:/

4. Das Bett hat sich zu meinem Lieblings-Möbel gemausert, da es in letzter Zeit eine unheimliche Anziehungskraft ausübt *gähn*

5. Vergangenes Wochenende war viel zu kurz.

6. Für den Winter habe ich mir vorgenommen irgendwie mehr Zeit für Serien zu finden (an dem wie arbeite ich noch…..).

7. Zuletzt habe ich den Bezug für ein Sofakissen genäht und das war höchste Zeit, weil es Teil eines Geschenkes ist, das ich am Samstag benötige.

Veröffentlicht unter Nerdy stuff, Sewing, Stöckchen / Blogparaden | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

{Gelesen} Andy Weir: The Martian

The Martian

Taschenbuch, 369 Seiten
Del Rey, 2014
ISBN: 978-1-785031-13-7
Goodreads

Klappentext:
I’m stranded on Mars.
I have no way to communicate with Earth.
If the Oygenator breaks down, I’ll suffocate.
If the Water REclaimer breaks down, I’ll die of thirst.
If the Habitat breaches, I’ll just kind of explode.
If none of those things happen, I’ll eventually run out of food and starve to death.
I’m screwed.

Meine Meinung:
Manchmal denkt man, dass einen ein Genre eigentlich nicht mehr überraschen kann und man die ganzen typischen Handlungen und Klischees und Plottwists kennt. Und dann kommt da so völlig unerwartet ein harmlos wirkendes Buch aus dem Genre daher und stellt alles auf den Kopf und lässt einen staunend zurück. So ging es mir letztes Jahr mit The Hero of Ages im Fantasybereich und dieses Jahr hat das The Martian für SciFi gemacht. Mir tun ja schon alle weiteren SciFI-Bücher etwas leid, die sich zukünftig daran messen lassen müssen….

Kleine Anekdote um zu verdeutlichen, wie realistisch und überzeugend das Buch auf mich wirkt: Es werden darin verschiedene bemannte Mars-Mission (die in der internen Zeitrechnung des Buches in der Vergangenheit liegen) am Rande erwähnt und ich wollte mehr darüber wissen. Also hab ich danach gegoogelt. Und nix gefunden. Es dauerte doch tatsächlich einige Minuten bis ich realisierte, dass ich auch nichts finden kann, weil die Mission ja rein fiktiv sind. Okay, ich kam mir dann erst mal dämlich vor – aber das ist wirklich soweit ich mich erinnern kann, dass erste Mal, dass ein Buch mich dazu bringen konnte bei der Lektüre zu vergessen, dass es Fiktion ist und kein Roman über ein wirklich Ereignis. Ich kann gar nicht wirklich in Worte fassen, wie sehr mich dass beeindruckt hat.

Und gleichzeitig hab ich ganz nebenbei unheimlich viel über Raumfahrt gelernt. Ich fand die Feinheiten und die ganzen Details da bisher eigentlich nicht sonderlich interessant, aber Andy Weit hat das hier so geschickt in die spannende Handlung eingeflochten. Und dabei so simpel und einleuchten erklärt, dass auch ich, die nach der 10 Klasse mit einem Seufzer der Erleichterung Physik abgewählt hatte, sie verstehen konnte.

Watney, der arme auf dem Mars gestrandete Astronaut, ist ein großartiger unheimlich sympathischer Protagonist. Er erzählt die meiste Zeit in Tagebuch oder exakter gesagt Logbuch-Form über seinen Überlebenskampf auf dem Mars. Es gibt einige Ausflüge auf die Erde in die NASA-Zentrale und in ein anderes Raumschiff, aber Watney und der Mars sind definitiv das Zentrum des Buches. Und Watney benutzt genau meinen Humor in seinen Schilderungen.

Und so spannend. Denn Watneys verzweifelte Bemühungen zu Überleben sind eine ständige Abfolge von Hoch und Tiefs, was die Spannung einfach über das komplette Buch hochhält, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und mich über jede Gelegenheit zum Lesen freute. Ohne Witze, ich fand es toll zwei Stunden in der Werkstatt auf mein Auto warten zu ‚dürfen‘, weil es bedeutete, dass ich zwei Stunden lang auf dem Mars sein konnte (okay und kostenloser Kaffee und bequeme Stühle, aber vor allem die Zeit zum Lesen war entscheidend).

Ich kann natürlich noch nicht mit Sicherheit sagen, ob dies meine beste Lektüre 2016 sein wird, das Jahr hat ja noch einige Wochen, aber es ist garantiert ein heißer Anwärter auf den Titel. Und ich muss jetzt unbedingt auch die Verfilmung dazu sehen. Wirklich ein tolles Buch, dass eine sehr lohnende Lektüre bietet. Und eines, dass sich sogar ziemlich universell jedem empfehlen würde, was ich nur sehr selten mache.

5 Sterne - klein

Veröffentlicht unter 5 Sterne, Buchbesprechungen, ScienceFiction | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare