{Gesehen} Injustice

INJUSTICEPIC

Worum geht es?
Im Mittelpunkt der fünfteiligen Serie steht William Travers, ein Strafverteidiger, der nach einem gewonnen Mordprozess in London an Burnout leidete und aufs ruhigere Land gezogen ist um sich zu erholen. Doch als ein Freund aus Studienzeiten des Mordes an seiner Sekretärin beschuldigt wird, bittet dieser William ihn zu verteidigen. Doch kann dieser den Druck eines erneuten Mordprozesses standhalten?
Gleichzeitig wird in der Nähe von Williams Wohnort eine Leiche gefunden und bei den Ermittlungen stößt der hartnäckige Detective Inspector immer wieder auf einen Namen: William Travers…

Injustice wurde erstmals 2011 von dem UK-Sender ITV ausgestrahlt und ist auf DVD als UK-Import erhältlich. Laut imdb hat es im Deutschen den ‚genialen‘ Titel Injustice – Unrecht! erhalten und wurde bei Arte gezeigt, aber es scheint keine Veröffentlichung mit deutscher Synchronisation zu geben.

Wer spielt mit:
James Purefoy als der Anwalt Travers, Charlie Creed-Miles als Detective Inspector Wenborn und Dervla Kirwan als Travers Frau, sowie Nathan Parkes als der des Mordes beschuldigte Newall.

Wie ist es:
Rein als Unterhaltung betrachtet, würde ich es als etwas besseres Mittelmaß bezeichnen. Am Anfang ist es etwas verwirrend, denn es gibt einiges an Rückblenden/Flashbacks und Halluzinationen, ohne dass auf die verschiedenen Zeitebenen eingegangen wird und der Zuschauer bekommt erst nach und nach die benötigten Informationen um es richtig verstehen und einzuordnen zu können. Ich würde sagen, dass ich so ab der dritten Folge das Ganze zuordnen konnte.
Ansonsten ist die Handlung recht linear und vorhersehbar, die Spannung kommt eher aus den Characteren als der Handlung selbst. Sie sind alle in verschiedene Probleme und Dilemmas verstrickt aus denen sie sich nicht oder nur unter hohen Kosten befreien können. Übrigens selten einen Polizisten erlebt, der in jeglicher Hinsicht ein derartiges Arschloch war. Ugh.
Das Ende fand ich einerseits gut, weil es kein gekünsteltes Happy-End ist, sondern realistisch wirkt. Andererseits wirkt es lange Zeit so, als würde die Serie auf ein Zusammenprallen zweier Figuren zulaufen, was dann aber auf enttäuschende Weise vermieden wurde.

Aber die Serie wirft auch einige ethisch/moralische Fragen und Zweifel auf. Gerichtet natürlich vor allem an das britische Justizsystem (was sollen eigentlich die Perücken bezwecken, außer dass ich ständig drüber kichern musste?) und die Rolle/Aufgaben des Verteidigers, aber sie lassen sich auch auf anderes Recht übertragen. Es gibt keine Antworten, die muss der Zuschauer für sich selbst finden.
Gleichzeitig wird abermit Travers das Bild eines zwar geschickten und cleveren – nach der Serie einer der besten Londons – aber auch unrealistisch idealistischen und weltfremden Strafverteidiger gezeigt, dass ich mich mehrmals gefragt habe, wie er mit dieser Einstellung überhaupt Strafverteidiger werden konnte und sich nicht auf irgendwas anderes spezialisiert hat. Aber dummerweise muss Travers auch so angelegt sein, damit die Serie überhaupt funktionieren kann, es nimmt ihr aber etwas die Wirkung, weil es Travers unrealistisch erscheinen lässt.

Und ganz ehrlich, die Idee mittendrin immer mal wieder den Titel für ein paar Sekunden einzublenden, ist absolut bescheuert und unsinnig. Wer auch immer auf die Idee kam, sollte bestraft werden. Das war unheimlich irritierend und unnötig.

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