{Gelesen} Wolfgang Hohlbein: Hagen von Tronje

Hagen von Tronje

Taschenbuch, 509 Seiten
Heyne, 1997
ISBN: 3-453-11654-2
Goodreads

Beschreibung:
Hagen von Tronje, einsamer, finsterer Held des Liedes und der Sage – und Siegfried von Xanten, strahlendster aller Helden, Drachentöter und Herrscher der Nibelungen. Zwei große, schillernde Gestalten, in deren Spannungsfeld sich das dramatische Geschehen entwickelt und durch die erzählerische Kraft Wolfgang Hohlbeins neue Form und Deutung erlangt.

Meine Meinung:
Ich habe das Buch vor Jahren mal als Kind gelesen und weiß nur noch, dass es mich damals beeindruckt und es mir gut gefallen hat. Leider, Leider hat diese Meinung aber einem erneuten Lesen nicht stand gehalten.

Die Charakterzeichnungen in dem Roman sind sehr schwarz/weiß gehalten, wenn auch eher umgekehrt zur ursprünglichen Nibelungensaga. Hagen ist der Gute, welcher nur Worms und seinen König beschützen möchte und Siegfried der Böse, der alles will, was er sieht – inklusive Kriemhild und am besten gleich ganz Worms.

Warum Siegfried – immerhin Erbe eines Königreiches, Besitzer eines Schatzes und so weiter – überhaupt so interessiert an Worms ist, dass er praktisch dort einzieht, ist mir nicht ganz klar geworden. Hagen steht als titelgebende Figur natürlich im Mittelpunkt, aber für die Hanldung wäre es nicht schlecht gewesen etwas mehr über Siegfrieds Motive zu erfahren.
Es wird aus Hagens Sicht erzählt und es spricht auch nicht für diesen, dass er Siegfried einfach so als habgierig und arrogant abstempelt ohne da zu hinterfragen. Keiner der beiden erscheint da in einem gute Licht.

Und am Anfang ist die Handlung ziemlich in die Länge gezogen und ausgewalzt, ohne dass etwas nennenswertes passiert. Es fühlt sich lange wie Vorgeplänkel an, selbst nachdem die wichtigen Personen eingeführt wurden. Und dafür wirkt es dann im letzten Drittel gequetscht und es passiert zu viel zu schnell auf zu wenigen Seiten.

Es ist an sich okay, gut zu lesen und alles, aber dank meinen Erinnerungen hatte ich etwas tolleres erwartet und dementsprechend etwas enttäuscht. Offiziell wird es wohl als Erwachsenenbuch eingeordnet, aber ich würde es dann wohl doch eher als Jugendbuch sehen, das passt für mich besser sowohl stilistisch als auch für die einfache Zeichnung der Figuren.

3 Sterne - klein

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