{Gelesen} Markus Zusak: Der Joker

Der Joker

Originaltitel: The Messenger
Taschenbuch, 444 Seiten
cbt, 2006
ISBN: 978-3-570-30539-3
Goodreads

Beschreibung:
Kurz bevor ich in den Bankraub geraten bin, habe ich Bilanz über mein Leben gezogen. Ein Taxifahrer, der schwindelt, was sein Alter angeht. (Eigentlich muss man zwanzig sein, um Taxi fahren zu dürfen.)
Keine Ausbildung.
Keine Freundin.
Nur eine schäbige Hütte und ein sabbernder Hund namens Türsteher.
Ed Kennedys eintöniges, richtungsloses Dasein ändert sich schlagartig, als er eines Tages einen Banküberfall verhindert und ein Ass im Briefkasten findet – die erste von vier Spielkarten, die seinem Leben eine höchst denkwürdige Wendung geben.

Meine Meinung:
Am Anfang hat mich der Stil des Buches etwas irritiert, weil er so ungewöhnlich ist. Als Beispiel (S. 16):
„Er hat eine Idee.
Wieder dreht er sich um.
Zu uns.
„Du.“ Er deutet auf Marv.“
Am Anfang hat das dazu geführt, dass ich beim Lesen mehr auf den Stil geachtet habe, als die Handlung (und deswegen auch manches zweimal lesen musste). Aber mit der Zeit wurde es entweder normaler oder ich hatte mich einfach daran gewöhnt. Und man muss sagen, dass es zum einen dem Roman einen recht unverwechselbaren, individuellen Ton gibt und zum anderen auch gut Ed – aus dessen Sicht erzählt wird und der auch eher sprachlich nicht so gebildet (nicht dumm, aber einfach nicht eloquent) ist – widerspielgelt und dem Leser nahe bringt.

Sowieso fand ich Ed und seine Entwicklung während der Handlung toll. Er beginnt mehr oder weniger als Loser, der durch das Leben in irgendeiner australischen Stadt driftet, ohne Ziele, Wünsche oder Ehrgeiz. Doch durch die Ereignisse, welche durch die Spielkarten in Gang gesetzt werden, findet ein schleichender Wandel statt und Ed beginnt sich auf überzeugende und glaubhafte Weise mit seinem Leben auseinanderzusetzen.

Etwas enttäuscht hat mich dagegen das Ende mit der Erklärung / Begründung für die Spielkarten. Das fand ich nicht überzeugend beziehungsweise erklärend genug. Vielleicht habe ich es auch nicht ganz verstanden, aber für mich hat es den ganzen Roman etwas herunter gezogen. Mit einer besseren Erklärung hinter der Geschichte hätten es auch 5 Sterne werden können.
Und es ist so offen. Was passiert mit Ed? Mit Audrey? Haben irgendwelche Taten von Ed eine anhaltende Wirkung? Hier wäre ein Epilog ein paar Jahre später (so JKR/Harry Potter mäßig) wirklich nett gewesen.

Insgesamt hat mich „Der Joker“ nicht so sehr begeistern können wie „Die Bücherdiebin“, aber es ist trotzdem ein tolles Buch mit einer wichtigen Botschaft. Ich will gar nicht genauer darauf eingehen, weil es etwas ist, dass jeder selbst bei dem Lesen entdecken soll, aber das Buch hat mich doch recht nachdenklich zurückgelassen.

4 Sterne - klein

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