{Gesehen} Torchwood

torchwood14december2007_m

Worum geht es:
Torchwood ist ein Spin-Off von Doctor Who: Captain Jack Harkness – welcher in der ersten Staffel (2005) von Doktor Who eingeführt wurde und später noch ein paar Gastauftritte hat -, Zeitreisender aus dem 51. Jahrhundert und unsterblich, leitet hier die Außenstelle von Torchwood in Cardiff. Torchwood selbst ist eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht die Erde vor außerirdischen Bedrohungen zu schützen. Und Cardiff selbst ist auf einem Riss in „space and time“ erbaut, was allen möglichen Kreaturen von überall und aus allen Zeiten einen leichten Zugang zur Erde ermöglicht. So dass Torchwood genug zu tun hat und vor immer neue Aufgaben gestellt wird…

Von Torchwood wurden zwischen 2006 und 2011 vier Staffeln ausgestrahlt, die ersten drei auf verschiedenen BBC-Kanälen, die vierte eine Co-Produktion von BBC One und Starz. In Deutschland wurde die Serie bei RTL 2 ausgestrahlt und inzwischen sind alle Staffeln auch als DVDs erhältlich.

Wer spielt mit:
John Barrowman als Captain Jack Harkness, Burn Gorman als Owen Harper, Gareth David-Llyod als Ianto Jones, Naoko Mori als Toshiko Santo und Eve Myles als Gwen Cooper

Wie gefällt es:
Eigentlich hab ich die Serie nur angefangen, weil sie halt Teil des Doctor Who-Universums ist und ich Jack Harkness in den Doctor Who-Folgen so toll fand.
Äh ja, Ernüchterung machte sich schnell breit. Es ist doch ein Unterschied, ob ein Character nur eine Art side-kick ist (Harkness in Doctor Who) oder die zentrale Figur, welche Verantwortung für die Sicherheit von anderen trägt (Torchwood).

Die ersten zwei Staffeln waren im Prinzip ein police procedural (nicht umsonst ist Gwen, welche in der Pilotepisode zu Torchwood stößt und so der Charakter ist, dem – und damit den Zuschauern – alles erklärt werden muss, vorher Polizist in Cardiff gewesen) aufgepeppt mit etwas SciFi-Kram. Nett, unterhaltsam, aber auch durchschnittlich (wobei Staffel 2 schon etwas besser was als Staffel 1). Ich hatte einfach mehr erwartet, nachdem mir Doctor Who so gut gefällt und Torchwood mit seinem Cardiffer Rift fast genauso viele Möglichkeiten hat wie der Doctor mit der Tardis. Dazu kam, dass ich von Gwen ziemlich genervt war meistens.
Das einzige, was ich an den Staffeln wirklich großartig und außergewöhnlich fand, war der Umgang mit der Sexualität der Hauptfiguren, der so wunderbar gelassen mit einer „who cares?“-Attitüde an das Ganze heranging. Mehr davon in allen möglichen Serien bitte. Okay, und die Gastrolle von James Marsters xD

Und dann ist da die dritte Staffel mit dem Serientitel „Children of Earth“, die von nahezu jedem als Höhepunkt der Serie bezeichnet wird, aber nach den ersten zwei Staffeln waren meine Erwartungen ziemlich gesunken. Dementsprechend positiv geschockt war ich dann auch beim Schauen. Staffel drei besteht aus einer durchgehenden Handlung, die sich über fünf Episoden streckt, ist also völlig anders konstruiert. Und so genial. Wunderbar düster und unedlich deprimierend ohne wirkliches Happy-End. Und so viele moralische Fragen, auf die es keine guten Antworten gibt. Die Staffel ist so viel besser als die ersten zwei, es ist nicht zu glauben, dass es die gleiche Serie ist.

Und für Staffel vier kooperierten dann BBC und Starz und die Handlung wurde nach Amerika verlegt. An einem Tag – dem sogenannten Miracle Day (was auch der Titel der Staffel ist) – hören alle Leute auf zu sterben. Kein Mensch auf der Erde stirbt mehr. Weltweit.
Und die Serie wird zu nem typischen US-Katastrophen-/Endzeit-Action-Thriller. Wie großartig und innovativ. NICHT. Gut, ich hab noch nie 24 gesehen, aber genauso (abgesehen von dem Faktor Echtzeit) stelle ich es mir vor – und das ist nicht als Kompliment gemeint.
Gwen ist auf einmal zu einer eiskalten, wild um sich schießenden Kampfmaschine geworden. Es tropft nur so von amerikanischer Arroganz und Patriotismus, die beibehaltenen britischen Rollen werden deutlich unwichtiger als die neuen amerikanischen – bei denen aber der Zuschauer kein Grund bekommt, warum er sich für sie interessieren soll. Der amerikanische Held, der genauso gut ein Schild „knight in shining armor“ umgehängt haben könnte, rettet schwerverletzt unter höchsten Schmerzen und mit allerletzter Kraft höchst dramatisch den Tag. Gääähn.
Und irgendwie ironisch: Es ist auf einmal so etwas wie ein Verschwörungs-/Mafia-Thriller. War Torchwood nicht mal mit so was wie Außerirdischen und Zeitreisenden beschäftigt? Upps, ist bei der Reise über den Atlantik verloren gegangen, Aliens/Alientech spielen in der Staffel nahezu keine Rolle. Ist doch nicht wichtig, das wird keiner vermissen. Außer mir.
Wenn noch irgendein Argument dafür benötigt wird, warum US-Remakes von britischen Serien so selten funktionieren – ein Vergleich dieser Staffel mit den vorigen zeigt es perfekt.
Das einzige Gute: Sierra, äh ich meine Dichen Lachman. Und sie ist nur in einer Episode.

Bewertung:
Gesamte Serie: 3 Sterne - klein
Staffel 1 & 2: 3 Sterne - klein
Staffel 3: 5 Sterne - klein
Staffel 4: 2 Sterne - klein

Alles in allem sind die Verbindungen zu Doctor Who so gering (und existieren auch nur in den ersten drei Staffeln), dass es genügt sich die Infos irgendwo im Internet anzulesen. Wirklich sehenswert und empfehlenswert ist meiner Meinung nach nur Staffel 3, 1 und 2 kann man so nebenher schauen und die Existenz von 4 will ich lieber vergessen.

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11 Antworten zu {Gesehen} Torchwood

  1. Haha, ich fand das schon bei Doctor Who unmöglich, als die mit der BBC America angefangen haben… Torchwood habe ich noch nie richtig geschaut (außer eine Folge in England), obwohl auch ich Captain Jack immer … unterhaltsam fand. Aber so wie du das schilderst, hole ich mir für den Anschauversuch lieber Unterstützung.

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    • Amerdale schreibt:

      Harkness bei Doctor Who ist auch zu großen Teilen meinem Gefühl nach ne andere Person als bei Torchwood. Ich mein er ist immer noch toll und sexy, aber er hat halt mehr Verantwortung und das verändert den Character einfach. Ich wäre hocherfreut, würde er als Companion des Doctors bei Doctor Who wieder auftauchen, aber dann ohne Torchwood und alles.
      Die dritte Staffel kann ich komplett empfehlen, der Rest …. naja.

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  2. Pingback: Wochenrückblick #19 | Mind Palace

  3. extrafruity schreibt:

    Hihi, also ich war von Torchwood gut unterhalten (fand aber auch Owen großartig – und Rhys – Gwen hingegen war am Anfang wirklich unglaublich nervig!)! Da ich bei der letzten Staffel schon wusste, was (qualitativ) auf mich zukam, habe ich das ganze eher amüsiert betrachtet. Die Idee fand ich gut, die Story selbst hatte dann aber leider unglaublich viele Logiklücken vom Anfang bis zum Ende. Egal, mir sind die Torchwood-Charaktere (der ersten 3 Staffeln!) sehr ans Herz gewachsen. Trotzdem war’s gut, dass dann Schluss war! ;-)

    Ach und die Mystery-/Alien-Serien, die irgendwann sich nur noch um Verschwörungstheorien drehen… Hmm, Akte X, anyone? ;-)

    Liebe Grüße
    Nele

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    • Amerdale schreibt:

      Objektiv gesehen waren die ersten zwei Staffel ja auch gar nicht schlecht – nur subjektiv kann ich mit Fall-der-Woche-Serien nur sehr selten was anfangen, aber klar das ist mein persönliches Problem.
      Und ja die Grundidee der vierten Staffel ist toll und hat viel Potential, aber das Ergebnis halt …. nicht so xD

      Akte X. Will ich auch seit Ewigkeiten sehen. Warum gibt es nur zu viele interessante Serien >.<

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      • extrafruity schreibt:

        Ok, aber bei Akte X kann man auch nach ein paar Staffeln aufhören. Es gibt zwar ganze 9, aber als wir die alle noch mal angeschaut haben, wurde es spätestens ab Staffel (ca.) 5 sehr, sehr zäh. Also sobald Mulder weg ist, ist’s eh doof. Vorher? Großartig, aber da könnte auch meine verzerrte Wahrnehmung, dass ich das als Teenie geschaut habe und Mulder soooo süß fand, eine Rolle spielen… ;-)
        Akte X ist aber definitiv auch „Fall der Woche“! ;-)

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        • Amerdale schreibt:

          Ja, ich erwarte auch nicht, dass mir Akte X sehr gut gefallen wird, eben neben dem Alter der Serie auch wegen dem Fall-der-Woche. Aber es ist halt ein Serien-Klassiker, von dem ich zumindest mal ein paar Folgen gesehen haben sollte. Auch schon einfach, weil oft bei aktuellen Serien oft ein Vergleich zu Akte X gezogen wird und ich denk immer dann immer „Na toll, das hilft mir jetzt null weiter“ :D
          Ist so wie bei Twin Peaks, Buffy, Lost oder Sopranos (wobei ich die letzten zwei _auch_ noch nicht gesehen habe >.<), es wird noch so oft Bezug darauf genommen, wenn es um Serien und die Entwicklung der Serienlandschaft geht, dass man kaum mitreden kann, ohne sie gesehen zu haben. Eben weil das alles Serien sind, die zu dem Zeitpunkt neu/innovativ waren und bis heute noch nachwirken. Ist also bei mir bei Akte X schon fast eher ein akademisches Interesse (Gott, das klingt jetzt doof xD) als wirklich Neugier auf die Handlung.

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          • extrafruity schreibt:

            Hihihi, ja es klingt fettes seltsam. Ich kann ich aber völlig nachvollziehen, denn genau aus diesem Grund haben wir kürzlich Twin Peaks geschaut. Puh, was war ich froh, dass das nur zwei Staffeln hatte! ;-) Teilweise war es gut, aber teilweise einfach…. Naja, David Lynch halt! Die anderen 3 will ich auch noch mal sehen.

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          • Amerdale schreibt:

            Oh Buffy kann ich dir nur empfehlen, das ist so toll <3 Wobei ich Twin Peaks aber auch großartig fand. Teilweise zwar sehr verwirrend und seltsam, aber faszinierend. Lynch ist wirklich einzigartig in seiner Art, ich werde Mulholland Drive nie kapieren…. Der Film zu Twin Peaks dazu lohnt sich übrigens nicht sehr, falls du überlegst, den auch zu sehen.

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  4. orlofthesky schreibt:

    Gerade über die Montagsfrage bei Dir vorbeigestolpert … was Torchwood angeht bin ich auch extrem ambivalent und froh, dass es nicht nur mir so geht … die erste Staffel war okay, die zweite war gut, Children of Earth war großartig und herzzerreißend und die Existenz von Miracle Day verleugne ich lieber ;-)

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    • Amerdale schreibt:

      Ja, das ist eine gute Zusammenfassung der vier Staffeln. Ich weiß echt nicht, was sie sich da bei Miracle Day gedacht haben… Und Children of Earth hätte auch ein wunderschönes Serienfinale abgegeben.

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