{Gesehen} Marvels Agents of S.H.I.E.L.D. (Staffel 1)

Info: Ich bin Tippfaul, also wird der Serientitel im restlichen Text zu AoS abgekürzt (außerdem hasse ich die Kombination von Großbuchstabe-Punkt-Großbuchstabe-etc.).

marvel_shield_a_l_0

Worum geht es:
Um die schon aus dem Marvel Cinematic Universe bekannte Geheimorganisation beziehungsweise genauer gesagt um ein kleines Team innerhalb dieser Organisation. Geleitet von Phil Coulson, der auf rätselhafte Weise den Anschlag in New York überlebt hat (oder doch nicht?), hat das Team sein eigenes Flugzeug und ist immer dort einsetzbar, wo es zu rätselhaften Ereignissen kommt. Doch die Bedrohungen sind nicht nur außerhalb des Flugzeuges zu finden.

Wer spielt mit:
Clark Gregg (Iron Man, Thor, Avengers) als Phil Coulson, Ming-Na Wen (Emergency Room, Eureka) als Melinda May, Brett Dalton als Grant Ward, Chloe Bennett als Skye, Ian De Caestecker (The Fades) als Leo Fitz, Elizabeth Henstridge als Jemma Simmons und mehrere Gastschauspieler als dem Marvel-/Whedonverse (Amy Acker! ♥) natürlich.

Wie gefällt es:
Das war garantiert die von mir mit den größten Erwartungen und der meisten Spannung erwartete Neustart im Herbst 2013. Ich mag alle Filme des Marvel Cinematic Universe und Joss Whedon hat mich sowieso bisher mit allem, was er gemacht hat, begeistert – und Jed Whedon & Maurissa Tancharon haben schon bei Dr Horrible und Dollhouse gezeigt, dass ihr Talent sich nicht hinter dem von Joss verstecken muss. Und diese zwei Faktoren nun kombiniert. Das kann doch nur super werden. So theoretisch.

Äh ja, hallo Ernüchterung. Die Pilotfolge hatte mir noch gut gefallen und war so ziemlich das, was ich auch erwartet hatte. Klar, ein großer Teil von ihr war eine Einführung in die Welt von Shield, einen kurzem Abriss über Coulsons Erlebnisse in „Avengers“ und eine Vorstellung des restlichen Teams, aber trotzdem waren die Whedon-typischen intelligent-humorvollen Dialoge vorhanden und es gab ne interessante Handlung.

Und dann wurde AoS langweilig. Keine der Figuren war interessant, ganz im Gegenteil als ein Mitglied des Team sich in Lebensgefahr befand, dachte ich eher „oh ja stirb, dann kommt jemand neues, der kann nur besser sein“. Selbst Coulson, den ich in den Filmen sehr mochte, verlor in der Serie immer mehr an Glanz.
Und es waren nicht nur die Charactere und ihre fehlende Entwicklung, sondern auch die Handlung, die mich enttäuschte. Wobei ich hier ganz klar sagen musste, das lag an meinen Erwartungen. AoS war in seinen ersten Episoden ein case-of-the-week-procedural, nur dass es statt dem Verbrechen der Woche irgendein rätselhaftes Artefakt oder irgendwer mit Superkräften im Mittelpunkt steht. Und es war zugegebenermaßen auch ein solides Produceral – ich mag sie nur nicht sonderlich und die Folgen haben mich gelangweilt.

Dazu kamen noch einige größere Logikfehler, zum Beispiel: In Folge eins erzählt Coulson, dass die Avengers nicht wissen dürfen/sollen, dass er noch am Leben ist (begründet wird das auch nicht). Im Laufe der Serie hält das Coulson aber nicht davon Zeit in einer Niederlassung von Shield zu verbringen, wo er von x Leuten gesehen (und wohl nach den Ereignissen in Avengers auch erkannt wird) – und mir kann keiner erzählen, dass da kein Tratsch entsteht, der nicht irgendwann die Shield-Avengers (Hawkeye, Romanov, Rogers) erreicht. Oder Coulson ist in mehren Folgen (unter anderem direkt dem Piloten) aktiv vor einer Menge von Zuschauern, die heutzutage alle Handys mit Aufnahmefunktion haben – da soll nichts davon im Internet landen, wo Jarvis und damit Stark es finden werden? Ich kann mir das nur schwer vorstellen. Überhaupt Geheimorganisation *Lachanfall* Auf jedem Scheiß pappt das Shield-Logo und sie haben Ausweise damit und es gibt drei riesige Ausbildungsstätten mit Hunderten von Leuten. Shield muss echt die ungeheimste Geheimorganisation sein, die es jemals irgendwo gegeben hat.
Mir wurde es dann nach der achten Episode zu viel der Unlogik und der Langeweile, so dass ich aufhörte die Serie zu sehen. Auch wenn ich ja tatsächlich irgendwie ein schlechtes Gewissen hatte. Ist ja schließlich Whedon, ne? xD

Aber da ich verschiedenen Marvel-/Whedon-Fanseiten auf Twitter folge und auch immer mal wieder die Überschriften auf Reviewseiten überfliege, hatte ich weiterhin einen Eindruck davon, wie die Serie eingeschätzt wurde. Das war die meiste Zeit: An sich okay, aber wir hatten mehr erwartet.
Und dann wurde es Ende März / Anfang April und Captain America: TWS kam in die Kinos, AoS griff Details von dessen Handlung auf (ich versuch hier Spoiler zu vermeiden und red deswegen so wischi-waschi xD) und plötzlich überschlugen sich alle vor Begeisterung. Und ich so: o_O WTF ist denn jetzt los?!?
Und da ich ja alles andere als schwer zu beeinflussen bin, hab ich dann eben doch mal weitergesehen.

Und zwar von dort, wo ich aufgehört hab (wenn schon, dann bin ich gründlich xD). Gut, es war dann erst mal wieterhin ziemlich procedural, aber so ganz langsam wurde die Charactere interessanter. Bei Folge 14 konnte ich mir dann endlich auch mal merken, wer nun Fitz und wer Simmons ist (lacht nicht, ich bin stolz auf die Leistung xD). Aber ja, es gab mehr Interaktion, Emotionen und Konflikte im Team und sie wurden mit jeder Episode von  austauschbaren Agenten zu einzelnen, kompletten Menschen. War also schon mal ne Steigerung.

Und dann kam Episode 16 (die Episode direkt vor dem Release von CA:TWS) und ich klebte zum ersten Mal wirklich mit den Augen am Bildschirm und war völlig gespannt. Das war, was ich mir von der Serie von Anfang an erhofft habe. Und es wurde mit der nächsten Folge noch besser – denn da wurde dann zum ersten Mal klar, wer der eigentliche Bösewicht in der Staffel eigentlich ist und es ist großartig und so super in das MCU eingebunden und auf einmal macht alles Sinn und jedes Puzzlestück findet seinen Platz (und es wechselt immer mehr von procedural zu einer durchgehenden Handlung). Besser kann ich es nicht beschreiben, weil alles andere wären Spoiler, aber innerhalb von 2-2,5 Folgen wechselte meine Einschätzung von „ansehbar, aber alles andere als ein Muss“ zu „Argh, wtf? Muss nächste Folge sehen. SOFORT!!!“.
Am Ende war ich sogar etwas traurig, dass ich jetzt alle Folgen gesehen habe und bis Herbst warten muss. Das Staffelfinale ist wirklich gut gemacht, mit der passenden Mischung aus abgeschlossenen Handlungssträngen, offenen Fragen (Fitz? Ward? Koenig???) und neu angedeuteten Handlungen. Wenn sie für die zweite Staffel das Niveau der letzten vier, fünf Folgen beibehalten, bin ich echt zufrieden.
Wenn ich jetzt auf die gesamte Staffel zurückschaue, bin ich echt froh, dass ich doch nicht aufgegeben habe, auch wenn es ein echt zäher Anfang war. Die letzten paar Folgen haben fast nichts mehr mit denen am Anfang gemein.

Ich denke eines der größten Vorteile, aber auch gleichzeitig eines des größten Probleme der Serie ist die Einbindung von AoS in das größere MCU.
Inhaltlich ist es von Vorteil, weil Shield als Organisation / Coulson als Charakter schon dem Publikum bekannt sind. Ganz zu schweigen von den ganzen Marvel-Figuren, die vielleicht nicht interessant genug sind für einen kompletten Film, aber in die Seire eingebaut werden können.
Problematisch war aber wohl die Kombination der typischen Network-Serien-Struktur (neue Folgen Herbst bis etwa Weihnachten, Hiatus in Jan/Feb, neue Folgen März-bis Mai) und das Anknüpfen an die Kinofilme und ihre spezifischen Erscheinungstage, hier halt besonders CA:TWS (Thor:TDW wurde ja weitgehend ignoriert, aber AoS kann ja auch schlecht nach Asgard fliegen und genauso schlecht die Ereignisse des Captain America-Films ignorieren). Ich hatte das Gefühl die Serie musste die – ich nenn es mal so – Einführungsepisoden (also die Folgen, die mehr dazu dienen den Zuschauer mit Serie, Characteren, Setting etc vertraut zu machen, als die Handlung voranzutreiben) extrem strecken, weil halt CA:TWS nicht früher ins Kino kam und so die alles änderen Folge 1×17 („Turn, Turn, Turn“ – ist ein sehr passender Titel) nicht früher gesendet werden konnte. Und ich denke dies hat zumindest stark dazu beigetragen, dass die ersten zehn, zwölf Folgen so sehr durchwachsen sind. In komprimierter Form hätte das wohl anders gewirkt, also wenn die Serie, zumindest in der ersten Staffel nicht 22 Folgen, sondern nur so 12 oder 14 gehabt hätte und entsprechend auch nicht im Herbst, sondern später begonnen hätte.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Serien abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu {Gesehen} Marvels Agents of S.H.I.E.L.D. (Staffel 1)

  1. oldboyrap schreibt:

    Dr Horrible hab ich auch abgefeiert und ich mag Joss Whedon richtig, aber ich mag das Marvel Cinematic Universe so gar nicht bzw besser gesagt die Filme, die drin spielen, da hat mich von den paar, die ich gesehen hab, keiner überzeugt, ich fand auch „The Avengers“ leider den totalen Griff ins Klo, obwohl ich ihn mögen wollte. Und grade nach deinem Text werd ich mir diese Serie wohl umso mehr sparen.

    Gefällt mir

    • Amerdale schreibt:

      Oh ja, in dem Fall ist es wohl nichts für dich. Es ist inhaltlich total in Marvels Universe eingebettet und wenn da die Filme nicht überzeugten, wird es die Serie – die insgesamt eher schwächer ist als die meisten Filme – wohl noch weniger schaffen.

      Gefällt mir

  2. Miss Booleana schreibt:

    Oh, danke für den Artikel – ich ringe schon die ganze Zeit mit mir, ob ich die Serie mal schauen soll. Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht, dass sie über Shield eine Serie machen. Coulson fand ich auch großartig – der Fanboy der Organisation 😄 was habe ich gefeiert bei seinen Auftritten – in jedem Film! Und war in Avengers schwer geschockt…. irgendwie wäre er mein einziger Anreiz gewesen, die Serie zu schauen. Mit Shield habe ich es nicht so. In den paar Comics die ich gelesen habe, hat Shield nie eine Rolle gespielt (ja, ich bin ein inkonsequenter Comic-Leser ^^“) und deswegen hat sich mir die Begeisterung nie so richtig erschlossen. Aber jetzt bekomm ich irgendwie Bock drauf 🙂

    Gefällt mir

    • Amerdale schreibt:

      Ja, ich glaub die ganze Serie ist nur entstanden, weil Coulson so viele Fans hat, die unbedingt mehr von ihm sehen wollten xD Werf ruhig mal einen Blick rein, wenn Coulson dein Favorit ist – er und sein 5-köpfiges Team stehen eh viel mehr im Vordergrund als Shield selbst.

      Gefällt mir

  3. Pingback: {Gesehen} Agents of S.H.I.E.L.D – Season 2 | Mind Palace

  4. Pingback: {Gesehen} Agents of Shield Season 3 | Mind Palace

  5. Pingback: 30 Day TV Show Challenge | Mind Palace

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s