{Gelesen} Stephen R. Lawhead: Robin-Hood-Trilogie

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1. Band: Hood – König der Raben (Goodreads)
Originaltitel: Hood
Taschenbuch, 503 Seiten
Lübbe, 2007
ISBN: 978-3-404-15926-0
2. Band: Scarlet – Herr der Wälder (Goodreads)
Originaltitel: Scarlet
Hardcover, 456 Seiten
Lübbe, 2008
ISBN: 978-3-7857-2341-8
3. Band: Tuck – Streiter des Herrn (Goodreads)
Originaltitel: Tuck
Taschenbuch, 425 Seiten
Lübbe, 2009
ISBN: 978-3-404-16037-2

Beschreibung (Band 1):
Britannien im 11. Jahrhundert. Prinz Bran ist der Erbe eines kleinen walisischen Königreichs. Sein Land ist von normanischen Eroberern besetzt, sein Volk versklavt. Nur der dunkle Wald bietet noch Zuflucht. Er ist das Reich des Königs der Raben.
Gemeinsam mit einer verschworenen Schar von Geächteten nimmt Bran den Kampf gegen die Unterdrücker auf. Und eine Legende wird Wirklichkeit.

Meine Meinung:
Man muss nur irgendwo Robin Hood draufschreiben und meine Neugier ist geweckt. So auch hier.
Doch, das soll gleich gesagt werden, mit Robin Hood hat die Handlung eigentlich nichts gemein. Der Autor gibt sich zwar große Mühe die aus der Sage bekannten Namen in Verbindung mit der Handlung zu setzen, was aber in den meisten Fällen einfach gekünstelt und gezwungen wird und eher hindert als etwas zur Handlung beiträgt.
Oh, und sie spielt komplett in Wales und nicht bei Nottingham – aber da liegen ja nur etwa 220 km dazwischen. Die Grundzüge der Handlung sind zwar gleich mit denen von Robin Hood, aber eine wirkliche Ähnlichkeit gibt es nicht.
Insgesamt machte dass auf mich etwas den Eindruck, als wurde die Geschichte bewusst irgendwie an den Hood-Mythos angelehnt um sie so besser vermarkten und bewerben zu können, aber nicht weil es für die Handlung oder die Charaktere sinnvoll ist.

Lässt man diesen (Werbe-)Aspekt aber mal unberücksicht, erhält man eine schöne Trilogie von historischen Romanen. Der Kampf der walisischen Bevölkerung um ihre Unabhängigkeit von den normannischen Besatzern oder zumindest die Beibehaltung walisischer Kleinkönigreiche als Unterkönige von König Wilhelm ist ein interessantes Stück Geschichte, das für mich bisher auch ein völlig neuer Aspekt der normannischen Eroberung war. Gut ist dabei besonders, dass über die drei Bände verteilt, verschiedene Arten dieser Inbesitznahme dargestellt werden – von der konfliktreichen, gewaltsamen, gegen die sich Bran wehrt, bis hin zu harmonischeren, kompromissbehafteten, mit den für die Zeit typischen Eheschließungen.

Lawhead schreibt sehr flüssig und die Handlung fesselt schon nach wenigen Seiten mit ihrer Spannung. Es gibt zwar einige Passagen über walisische Mythen und Sagen- besonders im ersten Band -, bei denen die Spannung nachlässt und die ich eher nur überflogen habe, aber trotzdem war ich immer gespannt darauf, wie es weiterging.

Liest man aber – wie ich – die drei Romane recht schnell hintereinander, fallen einem viele Wiederholungen von Handlungsabläufen auf. So hat beispielsweise der Trick, mit dem im 2. Band Scarlet von seinen Freunden aus dem Gefängnis befreit wird, sehr starke Ähnlichkeit mit einer gleichen Situation im 3. Band – nur, dass es sich um einen anderen Gefangenen handelt. Jedes der Bücher für sich ist trotzdem eine spannende Lektüre, aber etwas mehr Abwechslung hätte sicherlich nicht geschadet.

4 Sterne - klein

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4 Antworten zu {Gelesen} Stephen R. Lawhead: Robin-Hood-Trilogie

  1. BuecherFahe schreibt:

    Hm, so allein vom Klappentext würde meine Lust wahrscheinlich nicht geweckt werden. Aber deine Bewertung dazu ist ja doch ziemlich gut.
    Ich muss aber dazu sagen, dass ich, gerade bei historischen Klappentexten, selten dazu angeregt werde, die dazugehörigen Bücher auch zu lesen. 😀 Dabei verbergen sich dahinter meist die tollesten Geschichten… Alleine vom Klappentext hätte ich wohl auch nie „Der Medicus“ gelesen – dabei war das Buch super.
    Vielleicht ist das bei diesen Büchern ja ähnlich…^^

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  2. Cat schreibt:

    Kann mich nur anschließen, der Klappentext gibt nicht viel her. Aber als alte Robin Hood-Anhängerin bin ich natürlich sofort aufgemerkt, als ich den Titel las 😉

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