{Gelesen} Bernard Cornwell: Die Herren des Nordens

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Originaltitel: The Lords of the North
Hardcover, 443 Seiten
Weltbild Aventuria
Uthred #3
Goodreads

Beschreibung:
Ende des 9. Jahrhunderts: Uthred, der Krieger, hat in der Schlacht von Ethandun das letzte englische Königreich vor der Wikingerstreitmacht gerettet. Nun kehrt er zurück in seine Heimat und tritt ein in den Dienst von König Guthred von Northumbrien, den er selbst aus dänischer Gefangenschaft befreit hat. Doch sein neuer Herr verrät ihn. An die Ruder eines Sklavenschiffs gekettet, beginnt für Uthred eine Reise ins Ungewisse. Wird er je wieder englischen Boden betreten?

Meine Meinung:
~~~ mögliche Spoiler zu den vorigen Bänden ~~~

3 Bände, etwa 1.200 Seiten und mehr Schlachten und Kämpfe als ich willens war zu zählen, dazu gefühlt ein Dutzend Seitenwechsel von Uthred, der sich wohl nie zwischen Dänen und Sachsen entscheiden wird.
Und was hat sich getan? Im Prinzip nix. Was wohl die ernüchterndste Antwort ist, die man geben kann, weil es die Bücher in einem gewissen Sinne überflüssig macht. Aber Uthred hat wirklich weder eine nennenswerte Charakterntwicklung durchgemacht, noch gab es ein bemerkenswerte Verschiebung der Einflüsse von Dänen und Sachsen in England.

Noch gibt es eine Verbesserung des Erzählstils, wobei das subjektiv ist. Der Stil ist nicht schlecht – passend zu Uthreds eher geringer Bildung ist er einfach mit simplem Satzbau und durchaus einigen Schimpfwörtern und dergleichen durchsetzt – , er setzt die Schwerpunkte nur leider anders als ich es mir wünsche. So werden Kämpfe und Schlachten detailliert und ausführlich geschildert – mir zu ausführlich, weswegen ich die entsprechenden Passagen nur überflogen habe -, dafür gibt und  Uthred, der hier in Ich-Perspektive erzählt, nahezu keinen Einblick in seine Gefühle. Was es mir unheimlich schwer macht irgendetwas für ihn zu empfinden. Überhaupt sind Personen und ihre Motivation nur zweitrangig, so dass viele Figuren, auch gerade die Bösewichte, sehr eindimensional wirken und nicht wirklich überzeugen können.

Ansonsten ist das Buch durchaus gut zu lesen. Cornwells Schilderungen des 9. Jahrhunderts wirken auf mich sehr gelungen und überzeugend. Gerade die Thematik der Sklaverei, die in diesem Band stark aufgegriffen wird, fand ich sehr interessant und auch gut dargestellt. Aber selbst da waren Uthred Schilderungen von seinen Erlebnissen so emotionslos und distanziert, dass ich keinerlei Mitgefühl für ihn aufbrachte, sondern beim Lesen mehr damit beschäftigt war das dahinterstehende Gesellschaftssystem in ein für mich verständliches Schema zu bringen.

Für jemand, dem bei historischen Romanen Action (im Sinne von vielen Kampfszenen) wichtiger sind sind als Charakterentwicklung ist das Buch beziehungsweise die ganze Reihe wohl genau das Richtige.
Ich werden den vierten Band mal anlesen, weil ich ihn eh hier habe, aber wenn er genauso ist wie seine Vorgänger, glaube ich nicht, dass ich ihn zu Ende lesen werde.

3 Sterne - klein

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