{Montagsfrage} Sind Markennennungen in Büchern okay?

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Die Montagsfrage ist ein wöchentlicher Event, bei dem Libromanie jeden Montag eine neue Frage stellt, die jeder, der möchte, beantworten kann.

Es kommt darauf an, wie natürlich es sich im jeweiligen Kontext anfühlt. Manches ist einfach wichtig und lässt sich durch eine Markennennung einfacher erklären als durch langes Umschreiben. Aber es muss sich für mich natürlich anfühlen und auch irgendwas zur Handlung beitragen – zum Beispiel „ihr alter, klappernder, kleiner Volkswagen Käfer hatte keine Chance den Berg so schnell hochfahren zu können, dass sie noch rechtzeitig am Flughafen angekommen wäre. Julia spürte, wie Panik begann sich in ihr auszubreiten und verfluchte ihren Kater. Was hatte er auch in letzter Sekunde auf ihre Schuhe kotzen müssen.“ macht für mich Sinn. Oder die Erwähnung von Modelabels bei einer Geschichte, die in der Modewelt spielt – da lassen real existierende Namens es für mich besser wirken, als ausgedachte.
Aber es sollte eben nur dazu dienen Handlung oder Personenbeschreibung zu vervollständigen und sich nie in den Vordergrund drängen oder fünfmal auf jeder Seite wiederholt werden.

Das gleiche gilt übrigens auch bei Serien und Filmen. Ich hab absolut kein Problem damit, wenn man im Hintergrund bei einem Auto die Marke sieht, auf dem Kaffeebecher das Starbuckslogo ist oder bei dem Schwenk durch ein Büro eben auch die Apple-Logos auf den Computern zu sehen sind. Würde ich in der Realität ja genauso wahrnehmen und von daher verstärkt es für mich auch eher die Glaubwürdigkeit der Szene – solange es eben im Hintergrund bleibt und nicht die Marke zum Fokus wird.
Was anderes ist es dann aber, wenn eindeutig die Marke/das jeweilige Produkt in den Vordergrund gerückt wird und man deutlich merkt, dass es hier um Produkt Placement geht und nicht mehr darum, dass Person x eben gerade Auto fährt und dieses Auto nun mal halt ne bestimmte Marke hat, sondern die Botschaft eher ist „X hat ein Auto der Marke a mit ganz tollen Funktionen und du solltest es auch kaufen“. Das nervt nur.

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9 Antworten zu {Montagsfrage} Sind Markennennungen in Büchern okay?

  1. ladysmartypants schreibt:

    Ja, so manches Product Placement in Filmen/Serien ist wirklich dreist und unnötig, glücklicherweise halten es Autoren mit so was meist anders und arbeiten weitaus subtiler. Mir ist noch kein Autor untergekommen, der seine Bücher mit Markennamen und Produktplatzierungen zupflastert. 🙂

    Liebe Grüße
    Smarty

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    • Amerdale schreibt:

      White Collar hatte mal aufdringliche Autowerbung, da wurde eine ganze Szene lang über die Vorteile des Navis geredet. War furchtbar anzusehen, aber ich find einfach kein Video davon xD Aber meistens ist es wirklich subtil und erträglich.

      Bei Büchern hatte ich einmal einen ChickLit-Roman, bei dem wirklich in nahezu jedem Satz eine Marke genannt wurde. Hab den deswegen auch ziemlich schnell abgebrochen.

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  2. orlofthesky schreibt:

    Ja, es kommt auf den Kontext an. Ich muss ehrlich sagen, es stört mich weniger wenn es Markennamen sind die so verbreitet sind dass sie auch so im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet werden ohne dass es „nach Markennamen klingt“ – Kinder die mit Lego spielen fallen mir da ein, das klingt irgendwie „echter“ als „bunte Plastikbausteine“ zu sagen. Oder auch wenn die Handlung in einer gewissen Epoche spielt für die ein bestimmtes Produkt eben charakteristisch war – beispielsweise die Beschreibung von Resopalplatten in der großmütterlichen Küche, oder ein bunter VW Bully zur Hippiezeit. Aber wenn Charaktere anhand von Levis-Jeans und H&M-Tops beschrieben werden, dann ist mir das auch zu blöd.

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    • Amerdale schreibt:

      Ja genau die Lego-Steine sind ein super Beispiel für die sinnvolle Verwendung von Markennamen.

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      • orlofthesky schreibt:

        Oder auch Cola trinken oder einen Bigmac essen oder so … aber alles andere ist mir schon zu viel.

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      • orlofthesky schreibt:

        Andererseits, Kontext Kontext … wenn zwei Charaktere, die als oberflächlich-doofe Modepüppchen beschrieben werden, sich miteinander unterhalten und angeben à la „Ach kuck mal ich hab eine Gucci Tasche und einen Chanel Lippenstift“, dann wäre das unter Unständen auch passend … 😉

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        • Amerdale schreibt:

          Ja der Kontext ist für mich entscheidend. Wenn es eben wirklich um eine Figur geht, die sich über Marken und so definiert oder die Handlung auf Gruppendruck bestimmte Marken zu tragen/besitzen (du hast keine Iphone, du bist doof), dann macht es Sinn. Aber es muss für mich eben relevant sein und nicht nur Name-dropping. Alices Zitat ist da ein wunderbares Beispiel für übertriebene Markennennung mit abschreckender Wirkung.

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  3. Alice schreibt:

    MIch hat in irgendeinem Roman mal genervt, als es eine Aufzählung gab, die nicht mal was über den Charakter der Protagonistin aussagen sollte. Sie war einfach Anwältin und überhaupt nicht abgehoben, trotzdem war die Beschreibung à la: „Sie schlüpfte in ihre Manolo Blahniks, schnappte sich ihre Prada Handtasche, zog die Lippen mit dem unvergleichlichen Chanel Le Noir nach und warf einen letzten Blick in den Spiegel ihrer Lancome Puderdose bevor sie in ihrem Porsche Cayenne über die A458 ins Büro fuhr.“ Öh? Was hat mir das denn jetzt gebracht außer dass die Anwältin anscheinend genug Umsatz macht um sich gutes Zeug zu leisten?! Sowas nervt 😀 Genauso „Er schlüpfte in seine Nikes.“ Chucks wären ok gewesen, aber NIkes? Schreib einfach Sneakers, Schuhe whatever. Rigoroses Verschleiern von gängigen Marken finde ich auch wieder blöd. So ein ganz leichter Leser bin ich wohl nicht^^

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    • Amerdale schreibt:

      Das Beispiel ist echt zuviel des Guten, das ist ja eine furchtbare Aufzählung. Ich denke bei Nikes/Chucks ist das Problem auch das Vorstellen. CHucks haben eine bekannte Form und Aussehen. Aber Nikes? Chucks werden auch von Nike produziert, aber auch viele andere Schuhtypen. Da kann man sich unter der Beschreibung doch gar nix vorstellen xD

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