{Gelesen} Amy Waldman: Der amerikanische Architekt

Der amerikanische Architekt

Originaltitel: The Submission
Taschenbuch, 507 Seiten
Heyne, 2014
ISBN: 978-3-453-41762-5
Goodreads
Verlagsseite mit Leseprobe
Danke an den Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Klappentext:
Manhattan. Eine Jury soll den besten Entwurf einer Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 11. September auswählen. Nach langwierigen Beratungen und einem zähen Ringen um das richtige Konzept öffnen die Juroren den Briefumschlag, der den Namen des bislang anonymen Gewinners enthält – und sind schockiert. Eine heftige Auseinandersetzung um die Person des Architekten beginnt: Wer darf sich zum Fürsprecher der Trauernden erheben?

Mein Eindruck:
Ich bin durch Zufall auf das Buch aufmerksam geworden, hab ein paar Seiten der Leseprobe gelesen und wusste sofort, dass ich das ganze Buch lesen muss. Und ich bin nicht enttäuscht worden.

Es ist eine sehr faszinierende Auseinandersetzung mit der USA nach 9/11, welche sehr gelungen die Komplexität an Emotionen aufzeigt und das es nicht unbedingt eine richtige Vorgehensweise gibt beziehungsweise die Lösung, welche man rational als korrekt erkennt, sich emotional einfach nicht richtig anfühlt. Und damit meine ich nicht nur die Figuren in dem Roman, sondern auch mich als Leser Zumindest soweit ich die Gefühle zu den Ereignissen nachvollziehen kann, ich kann mir beispielsweise vermutlich nur in Ansätzen vorstellen, was jemand verspürt, der bei den Anschlägen Angehörige verloren hat.

Und das ist für mich eines der tollen Dinge an dem Roman: Er fühlt sich immer realistisch an als hätte das wirklich passieren können, wenn bei dem Wettbewerb (es gab wirklich einen offenen Wettbewerb) ein Sieger mit muslimischem Hintergrund gewonnen hätte. Die Reaktionen fühlen sich nie unrealistisch oder überspitzt dargestellt an und auch wenn die Personen auf ein paar Eigenschaften – eben meist ihre Einstellung zu der Gedenkstätte und dem Architekten dahinter – reduziert werden, so macht das in dem Kontext Sinn.

Das Ende mit dem Zeitsprung fand ich allerdings etwas zu plötzlich und abrupt. Wobei ich zugeben muss, dass ich auch keine bessere Art würde, das Buch zu beenden. Aber da war ein Wechsel in Atmosphäre und Ton, der dieses letzte Kapitel für mich als einen Teil erscheinen ließ, der überhaupt nicht zum Rest des Buches passt.

Es ist rein vom Unterhaltungswert nicht unbedingt das beste Buch, welches ich bisher dieses Jahr gelesen habe, aber daüfr ohne Zweifel eines der wenigen, die mich auch noch längere Zeit nach dem Lesen gedanklich beschäftigen werden und mich dazu bringen meine eigenen Einstellungen und Gefühle zu hinterfragen und analysieren.
Und nebenbei: Ihre Idee des Denkmals klingt wunderschön und ich würde es wirklich gern mal besuchen.

4 Sterne - klein

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