{Gelesen} Scott Westerfeld: Peeps – So süß, dass ich ihn fressen musste

Peeps

Originaltitel: Peeps
Hardcover, 349 Seiten
Kosmos, 2008
ISBN: 978-3-440-11485-8
Peeps #1
Goodreads

Beschreibung:
Ich sah, warum es in allen Legenden heißt, sie wären schön: Zart schimmert die Skelettstruktur unter der Haut durch, die bei ihnen immer makellos ist. Und dann haben Peeps so einen intensiven Blick. Wegen der Anpassung an die Dunkelheit sind ihre Pupillen riesig, die Haut außenherum ist zurückgezogen, so dass mehr von den Augäpfeln freiliegt. Wie botoxbehandelte Filmstars haben sie immer einen erstaunten Blick und blinzeln so gut wie nie.
Einen kurzen und entsetzlichen Moment lang glaubte ich, ich wäre wieder in sie verliebt. Aber das war bloß der unersättliche Parasit in mir.

Meine Meinung:
Das bemerkenswerteste an dem Buch ist wohl ohne Zweifel seine biologisch-wissenschaftliche Näherung an den Vampirmythos. Vampirismus wird hier von einem Parasit verursacht, der sexuell übertragen wird. Ja genau, Vampirismus ist eine Geschlechtskrankheit (ich seh Twilight jetzt mit ganz anderen Augen xD). Und es gibt Träger – Leute, welche den Virus in sich tragen und andere anstecken, aber selbst nicht erkranken bzw. hier nicht in dem Ausmaß, und eben Erkrankte, die dann im Verhalten unseren typischen Erwartungen für Vampire entsprechen.

Cal, der Protagonist des Romans, ist ein solcher Träger. Was er aber erst erfuhr, nachdem er schon x Frauen angesteckt hat – diese muss er jetzt aufsuchen und in Quarantäne bringen. Aber daneben sucht er vor allem nach Morgan. Morgan ist diejenige, die ihn angesteckt hat.

Diese sachliche, wissenschaftliche Interpretation des Romans war es, die mein Interesse daran geweckt hat und in der Hinsicht bin ich auch nicht enttäuscht worden. Herr Westerfeld hat ein gute durchdachtes, schlüssiges Konzept für seine Art Vampirismus entwickelt, das wirklich faszinierend ist. Und er hat sogar eine Erklärung dafür, warum Vampire Angst vor Kreuzen haben – etwas, dass mir zu oft bei modernen Vampirgeschichten einfach als gegeben vorausgesetzt wird ohne Erklärung, obwohl das Christentum keine Rolle mehr spielt.
Dazu kommt, dass zwischen den einzelnen Kapiteln der Handlung immer ein kleiner Einschub über reale Parasiten (unter anderem Toxoplasma, Schraubwürmer und Fadenwürmer) oder anderes Wissenswertes, wie optimale Virulenz. Dabei wird das alles von Cal, auch sonst unser Ich-Erzähler, erzählt, so dass es einen nie aus der Handlung herausreißt, aber total interessant und lehrreich ist. Besser als mein Biologieunterricht zu dem Thema war xD Und es unterstreicht eben noch mal die Herangehensweise des Autors an die Thematik Vampirismus.

Die eigentliche Handlung ist dagegen nicht so innovativ wie die Grundidee, aber sehr unterhaltsam und spannend. Was auch erklärt, warum ich das Buch innerhalb von 48 Stunden gelesen habe. Aber es ist halt mehr oder weniger: Gruppierung von Vampirjägern – hier: geheime staatliche Abteilung, bei der Cal beschäftgt ist -, welche Jags auf Vampire macht um den Rest der Menschheit zu schützen. Joa. Aber es ist gut geschrieben und macht Spaß. Was auch wieder zu einem großen Teil Cal zu verdanken ist, der für ich genau die richtige Art von Humor zeigt. Außerdem mag er Katzen. Oh ja, Katzen sind nicht ganz unwichtig in dem Buch. Großer Pluspunkt.

Am Schluss fand ich das Buch allerdings sehr verwirrend. Auf den letzten Seiten wird Cal und damit der Leser mit einigem an neuen Wissen zugeschütttet, was mir a) zu viel auf einmal und b) zu spät in der Handlung war.

4 Sterne - klein

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