{Gelesen} Curtis Sittenfeld: Eine Klasse für sich

Eine Klasse für sich2

Originaltitel: Prep
Taschenbuch, 532 Seiten
Aufbau, 2008
ISBN: 978-3-7466-2413-6
Goodreads

Klappentext:
Lee Fiora erhält ein Stipendium an einer Bostoner Eliteschule. Doch bald hinterfragt sie die Welt, die ihren wohlsituierten Mitschülerinnen so selbstverständlich erscheint, und stellt sie in ein ganz neues Licht. Intelligent, witzig und manchmal böse schildert Curtis Sittenfeld die Abgründe des Teenagerdaseins und was es heißt, seinen Platz im Leben zu finden.

Mein Eindruck:
Mir fällt es etwas schwer, dass Buch zu beurteilen, denn ein Teil gefiel mir gut und die andere war todlangweilig. Im Durchschnitt gibt das wohl ein ganz okay, aber als die richtige Bewertung fühlt es sich nur bedingt an.

Der schöne Teil war die Darstellung von Lee. Nicht, dass sie mir sonderlich sympathisch gewesen wäre, aber ihre Darstellung als unsicherer Teenager, der nicht weiß, was er will, erschien mir sehr glaubwürdig. Manchmal sogar zu sehr, das Buch hat einige Erinnerungen in mir geweckt, die ich hätte lieber weiter irgendwo in den hintersten Ecken meines Kopfes hätte verstauben gelassen. Überhaupt hat Lee so einige Gemeinsamkeiten mit meinem Teenager-Ich – weswegen ich ihre Gefühle, Unsicherheiten, Gedanken und so weiter auch sehr gut nachvollziehen und verstehen konnte. Aber das machte sie mir auch etwas unsympathisch. Kein Wunder, ich mochte mein Teenager-Ich auch oft nicht.

Der nicht gelungene Teil ist für mich dagegen die Handlung. Sie existiert nämlich kaum. Also im Sinne von einer Handlung mit Anfang und Ziel und einer mehr oder weniger geradlinigen Verbindung dazwischen. Das Buch hat zwar auch einen Start-( Lees Beginn an der Schule) und Endpunkt (ihr Abschluss plus noch einen Epilog).  Aber dazwischen sind zwar 500 Seiten, auf denen allerdings gefühlt nichts passiert. Es gibt keine Spannung und keine überraschenden Wendungen, sondern plätschert einfach so vor sich hin. Gut, insofern spiegelt es auch wieder einen Großteil meiner Schulzeit wider, aber über die wollte ich auch nie ein Buch lesen.

Und was mich immer wieder aufs neue irritiert hat: Mir ist nicht klar, wann das Buch spielt. Einerseits kennen und spielen alle in einer Szene Madonnas „Holiday“, welches 1983 veröffentlicht wurde. Andererseits nutzt Lee mehrmals einen Computer, wenn auch nie Internet erwähnt wird, was für mich eher nach der Zeit um 2000 klingt. Aber es gibt keine Handys. Und ich weiß einfach nicht in welche Dekade ich es einordnen sollen und es macht mich wahnsinnig. Obwohl es ja eigentlich auch zeigt, dass die Thematik an sich ziemlich zeitlos ist, wenn ich solche kleinen Erwähnungen als Anhaltspunkte nehmen muss und selbst damit nicht weiterkomme.

Alles in allem, weiß ich nicht richtig, was ich von dem Buch halten soll. Als reine Unterhaltung funktioniert es (zumindest für mich) absolut nicht. Der dämmliche Werbeslogan auf dem Cover „Macht so süchtig wie m&m’s“ (den ich eh nicht kapiere) trifft also absolut nicht zu. Aber für jemand, der versucht Teenager zu verstehen oder sich an seine Verwirrungen als Teenager erinnern möchte, kann es eine interessante Lektüre sein.

3 Sterne - klein

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