{Gelesen} Justin Cronin:Der Übergang (The Passage #1)

Der Übergang

 

Originaltitel: The Passage
Hardcover, 1.020 Seiten
Goldmann, 2010
ISBN: 978-3-442-31170-5
The Passage #1
Goodreads

Klappentext:
Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief – völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte.

Mein Eindruck:
Mir fällt es ziemlich schwer, dass Buch als Einheit zu beurteilen und etwas zu beschreiben. Was einfach darin liegt, dass es für mich aus 3 Teilen besteht, die zwar locker aufeinander aufbauen, aber eben doch eigenständige Blöcke sind. Und zwar so sehr, dass ich schon beim Lesen dachte, dass es fast sinnvoller gewesen wäre, statt einem 1000+ Seiten-Wälzer 3 dünnere Bücher mit je etwa 300 Seiten zu veröffentlichen. Aber gut.

Das erste Drittel beziehungsweise der erste Teil war in etwa, was ich mir von dem Buch nach dem Klappentext erwartet habe. Horror–Thriller-Gedöhns mit Vampiren. Sehr spannend geschrieben und hat mich schnell gefesselt. Besonders gut gefallen haben mir die minimalen Abweichungen von der Realität, die einem nur bei genauem Lesen aufgefallen sind. Und die nie unglaubwürdig gewirkt haben. Diesen Teil fand ich gut geschrieben, die langsame Enthüllung, was da eigentlich vor sich geht, war sehr geschickt. Und auch gerade die Teile mit Amy und ihrer Mutter waren sehr schön.

Ich will auf die anderen zwei Teile gar nicht so genau eingehen, weil es eh kaum möglich ist, ohne wichtige Entwicklungen des erstens Teils zu verraten. Nur so viel: Zwischen Teil eins und zwei liegt ein ziemlicher Zeitsprung und dementsprechend wechseln auch die Hauptpersonen komplett. Was mich total verwirrt hat, weil es sich echt anfühlt wie der Anfang eines komplett neuen Buches und die Zusammenhänge erst langsam nach und nach klar werden. Und es gibt einfach so einiges, was ich in dem Teil unlogisch oder zumindest vollkommen unzureichend erklärt finde (zum Beispiel die Zuflucht oder dass so unheimlich viel in relativ wenigen Jahren vergessen wird), was mir diesen Abschnitt ziemlich verdorben hat.

Der dritte Teil baut recht gut auf dem zweiten auf, die Personen bleiben ziemlich gleich, nur begeben sie sich auf eine Wanderung. So weißt so gut, wenigstens war es nicht so verwirrend. Aber zu einem Großteil der Personen konnte ich keinerlei Beziehung aufbauen, weswegen mir ihr Schicksal ziemlich gleichgültig war. Was nicht gerad hilfreich ist, wenn die Handlung vor allem darauf basiert, dass die Personen in schwierige Situationen geraten. Es war trotzdem noch spannend, aber nicht in dem Maße, wie Teil 1.

Alles in allem ist es – so widersprüchlich es klingt – ein hochspannendes aber gleichzeitig auch oft langatmig. Gerade die letzteren Teile hätten an einigen Stellen durchaus gestrafft werden können und dafür manche Konfrontationen (was passierte in der Nacht der Klingen und der Sterne?) detaillierter beschrieben werden können. Die Grundidee ist toll und der Autor hat sie auch recht konsequent über die Ereignisse im Klappentext hinaus gedacht und seine Entwicklung erscheint mir zwar ziemlich düster, aber auch wahrscheinlich. Wobei mich auch etwas die Konzentration auf die USA irritiert. Ist ja nicht so als, ob das eine Insel wäre.

Aber dafür endet es wieder mit einer sehr interessanten Entwicklung, die mir Hoffnung gibt, dass sich im zweiten Band der Trilogie wieder mehr auf das eigentliche Thema – Amys Kampf gegen diese übermenschliche Bedrohung – konzentriert und sich nicht in unzähligen Nebenhandlungen verliert.

4 Sterne - klein

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4 Antworten zu {Gelesen} Justin Cronin:Der Übergang (The Passage #1)

  1. MelMel schreibt:

    Es ist immer wieder witzig, welche unterschiedlichen Wirkungen ein und das selbe Buch auf verschiedene Personen hat 😀 Mir ging es mit „Der Übergang“ wirklich ganz genauso wie dir: teilweise super spannend und teilweise super langatmig. Nur genau anders herum – ich fand es bis Seite 700 richtig schwierig, durchzuhalten und ab Seite 700 konnte ich das Buch quasi nicht mehr aus der Hand legen 😀

    Wirst du den zweiten Teil der Reihe irgendwann lesen? Den fand ich – obwohl das ja auch ein ziemlicher Schinken ist – nämlich nicht so zäh 🙂

    Liebste Grüße
    MelMel

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    • Amerdale schreibt:

      Ich hab den zweiten Band schon gelesen (die Rezension kommt irgendwann in den nächsten Wochen), aber er hat mir weniger gut gefallen als der erste Teil. Zum einen fand ich den Einstieg verwirrend, weil es wo völlig anders einsteigt und irgendwann war mir einfach jeder egal.

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      • Mir ging es ganz ähnlich. Den ersten Band habe ich verschlungen, aber der zweite hatte irgendwie was von einer Seifenoper und war stellenweise unnötig brutal. Die zwei Bände passen nicht sehr gut zusammen; den dritten werde ich trotzdem lesen, so leicht schüttelt man mich nicht ab 🙂

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        • Amerdale schreibt:

          Ja, ich werd mir wohl den dritten auch ausleihen, wenn ihn meine Bib dann mal hat. Schon einfach, weil ich sehen will, wie (ob…) der Autor da wirklich mit nur noch einem weiteren Band einen überzeugenden Abschluss hinbekommt.

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