{Gesehen} Schuld nach Ferdinand von Schirach

Schuld_(ZDF)

Quelle: wikipedia.de

Worum geht es:
Es sind besondere Fälle, angelehnt an tatsächliche Begebenheiten. Sie fesseln, weil sie von den gängigen Kriminalfällen abweichen und aus einer neuen, modernen Perspektive erzählt werden.Moritz Bleibtreu spielt den Anwalt Friedrich Kronberg, der seine Mandanten verteidigt, indem er die Rechtslage zu deren Gunsten auslegt. Die Serie legt nahe, dass abhängig von den Umständen jeder zum Mörder werden kann. Sie fesselt, weil sie besondere Kriminalfälle in einer neuen Erzählweise zeigt.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: ZDF (Dtl.)
Erstausstrahlung: 2015
Staffeln: 1
Folgen pro Staffel: 6
Länge einer Folge: etwa 45 Minuten
Darsteller: Moritz Bleibtreu als einziger Schauspieler in mehr als einer Folge

Mein Eindruck:
Mehr durch Zufall habe ich vor einigen Monaten auf Netflix Verbrechen entdeckt und – da ich das zugrunde liegende Buch mochte – reingesehen und war beeindruckt. Dementsprechend gefreut hatte ich mich auch über die Nachricht, dass das ZDF auch Geschichten aus Schirachs zweitem Band verfilmen würde, noch dazu zwei meiner absoluten Lieblingserzählungen.

Aber das Ergebnis erfüllt leider nicht wirklich meine Erwartungen. Ich fand es schon etwas schade, dass der Anwalt hier nicht mehr von Josef Bierbichler sonder Moritz Bleibtreu gespielt wird. Mit letzterem kann ich nämlich nicht wirklich was anfangen und ich fand ihn hier als Anwalt auch irgendwie zu glatt, kann es nicht genau beschreiben, aber er hat mich nicht überzeugt. Und ich hatte auch den Eindruck, dass ihm, der eigentlich mehr Zuschauer/Erzähler sein sollte, zu viel Raum eingeräumt wurde und er zuviel Einfluß auf die Handlung beziehungsweise die Meinung des Zuschauers dazu nahm. Vielleicht (wahrscheinlich) liegt es an meiner Abneigung gegenüber dem Schauspieler, aber seine Präsenz war mir zu groß und aufdringlich.

Vom Aufbau her ist es das gleiche Schema: Der Anwalt ist die zentrale Figur, welche die einzelnen, ansonsten völlig eigenständigen Folgen verknüpft. Und alle beschäftigen sich mit dem Gegensatz zwischen Rechtsprechung und Gerechtigkeit und der Frage, wie leicht ‚ganz normale‘ Menschen zu Tätern werden können. Gerade die letzte Folge „Volksfest“ macht das sehr deutlich. Und hier in diesen 6 Schicksalen liegt auch die Stärke der Serie und das ist es was sie zu etwas Besonderem macht.

Was mich aber störte, war der stilistische Kniff hin und wieder mitten in der Szene Gegestände durch das Bild schweben zu lassen. Ja, es gab zwischen Gegenstand und Handlung immer eine Verbindung, aber das ist doch kein Grund sie einfach mal im Vordergrund da durch segeln zu lassen, ohne dass es irgendwas beiträgt. Völlig nervend.

Ich bereue es sicherlich nicht die Serie gesehen zu haben und sie hat ihre Momente und Szenen mit denen sie mich beeindruckte (das Schlußbild von „DNA“ beispielsweise), aber insgesamt hatte ich mehr erwartet.

3 Sterne - klein

Und ich finde es großartig, dass das ZDF die Serie komplett schon zwei Wochen vor der Ausstrahlung der ersten Folge im Fernsehen in seiner Mediathek zugänglich gemacht hat. Eine Vorgehensweise, die gern Schule machen darf.

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4 Antworten zu {Gesehen} Schuld nach Ferdinand von Schirach

  1. Miss Booleana schreibt:

    Ach mensch … habe ich komplett verpasst. Möchte die aber gerne sehen. Weißt du, ob die noch in der Mediathek verfügbar sind?

    Gefällt mir

  2. Pingback: {Media Monday} #215 | Mind Palace

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