{Gesehen} Top of the Lake: Staffel 1

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Quelle: imdb.com

Worum geht es:
When pregnant, 12-year-old Tui tries to kill herself in a freezing New Zealand lake, Detective Robin Griffin has plenty of questions for the girl. But when Tui suddenly disappears, Griffin finds herself knee-deep in small-town secrets.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: SundanceTV (USA)
Erstausstrahlung: 2013
Folgen je Staffel: 6 bzw. 7 (unterschiedlich zusammengeschnitten in verschiedenen Ländern)
Staffeln: bisher eine, eine zweite ist in Planung
Länge einer Folge: etwa 55 Minuten (bei 6 Folgen)
Darsteller: Elisabeth Moss, Thomas M. Wright, Peter Mullan, David Wenham, Skye Wansey, Geneviève Lemon, Robyn Malcolm, Holly Hunter

Mein Eindruck:
Ich wusste im Vorfeld nicht viel über die Serie, sondern hatte nur im Hinterkopf, dass sie ziemlich positiv besprochen wurde und außerdem hatte die erste Staffel nicht viele Folgen lässt sich also schnell sehen. Und so hab ich mal reingeschaut.

Und ja, ich bin, wenn auch nicht komplett begeistert, doch beeindruckt. Thematisch erinnert es mich etwas an die erste Staffel von Broadchurch (Kind verschwindet, möglicherweise tot, Polizist von außen ermittelt und entdeckt Geheimnisse unter den Einwohnern der Stadt), aber atmosphärisch ist es völlig anders. Nicht schlechter, nicht besser, aber anders.

Die Serie spielt in einer scheinbar ziemlich einsamen, unwirtlichen Gegend von Neuseeland und dieses raue, karge überträgt sich auch irgendwie auf die Leute. Sie sind nur schwer zugänglich, weder für den Zuschauer noch für die Ermittlerin (und Spezialistin für Kinder) Robin, die eigentlich nur zu Besuch ist und sich dann mit Tuis Schwangerschaft und Verschwinden konfrontiert sieht. Als völliger Gegensatz und Fremdkörper wirkt dagegen das neue Containerdorf  – passenderweise an einem Stück Land namens Paradise – rund um die seltsame, aber in ihrer Schroffheit und Ehrlichkeit mir sehr sympathische GJ, die hier mit einer Gruppe Sinnsuchender, von Männern enttäuschter Frauen hergezogen ist.

Die Erzählweise ist recht langsam und nimmt sich Zeit, was ich gut fand. Vieles aus der Vergangenheit kommt erst nach und nach ans Licht und zwingt einem immer wieder seine Meinungen über die Figuren zu überprüfen und auch zu ändern. Das Ganze ist thematisch alles andere als eine leichte Kost, immerhin steht eine schwangere 12-Jährige und damit Vergewaltigung im Mittelpunkt der Handlung* und auch sonst ist alles ziemlich düster: von Krebserkrankungen über Drogenhandel zu Mord. Nicht unbedingt etwas, dass man sich zum Entspannen nach einem langen Tag anschauen sollte.
*Nebenbei bemerkt, die Darstellerin sieht für mich nicht aus wie 12, sondern älter, was für mich etwas von der „schwangeres-Kind“-Wirkung nahm.

Ich bin mir nicht mal sicher ob ich es als wirklich unterhaltsam beschrieben soll, aber es ist fesselnd. Klar, zum einen ist da die Suche nach dem Vater von Tuis Kind (und möglichem Entführer/Mörder?), aber gleichzeitig ist es auch für Robin eine Reise/Aufarbeitung ihrer eigenen Vergangenheit.
Aber es fordert den Zuschauer zum Mitdenken und sich selbst eine Meinung bilden auf. Vieles wird über lange Zeit nur angedeutet und oft gibt es auch gegensätzliche Aussagen, zwischen denen man sich entscheiden muss. Gerade was Tuis Vater und Bruder aber auch den lokalen Polizeichef angeht bleibt vieles lange ungesagt. Das fand ich sehr gut.

Was mich etwas störte, war die Einteilung in gut und böse. Alle weiblichen Figuren gehörten zu den Guten und versuchten zu helfen, während die Männer mindestens eine kriminelle Vergangenheit hatten, wenn sie nicht noch im örtlichen Drogenhandel, übrigens geleitet von Tuis Vater, aktiv sind. Ich hab ja gar nichts gegen feministische Botschaften in Serien (The Fall kann das auch mehr als gut), aber hier ist es so holzhammerhaft schwarz-weiß aufgeteilt. Und vor allem auch ständig präsent, so dass sogar ich es zum Teil zu viel fand.

Und ich bin etwas verwirrt über das Ende, das recht viel offenlässt beziehungsweise einige Fragen von Figuren beantworten lässt, von denen nur sehr bedingt die Wahrheit zu erwarten ist. Aber gleichzeitig hab ich auch keine Ahnung, wie es eine weitere Staffel geben soll…

4 Sterne - klein

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2 Antworten zu {Gesehen} Top of the Lake: Staffel 1

  1. zirkusmanege schreibt:

    Du triffst genau den Punkt: Ich empfand den Holzhammer-Feminismus auch als viel zu stark, der etwas zuviel Raum einnimmt. Sonst ist die Serie sehr solide gemacht – die Naturaufnahmen entschädigen für vieles.

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    • Amerdale schreibt:

      Ich versteh auch nicht ganz, was sich die Verantwortlichen da gedacht haben. Ich freu mich an sich sehr über feministische Perspektiven in Filmen/Serien, aber auf diese Art screckt es doch einfach jeden, egal ob eigentlich pro- oder anti-feministisch, ab.

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