{Gesehen} Broadchurch: Staffel 2

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Quelle: filmow.com

Worum geht es:
The second series focuses on the continuing fallout of the murder of 11-year-old Danny Latimer in the fictional, close-knit coastal town of Broadchurch. The series focused on the effect of Joe Miller’s trial on his wife, former DS Ellie Miller (now a uniformed police officer in Devon); the Latimer family’s struggle to achieve a normal life during Joe’s trial; and new revelations that former DI Alec Hardy is protecting a witness in the failed Sandbrook child murder case.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: ITV (UK)
Erstausstrahlung: 2015
Folgen in der Staffel: 8
Länge einer Folge: etwa 45 Minuten
Darsteller: David Tennant, Olivia Colman, Jodie Whittaker, Andrew Buchanan, Charlotte Rampling, James D’Arcy, Eve Myles, Arthur Darvill

Meine Meinung (Spoiler für Staffel 1, nur lesen, wenn man die gesehen hat!):
Staffel 1 war eines meiner Highlights 2013 und hat mich durchgehend begeistert. Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Wirkung von Staffel 1 sich so einfach bei gleichbleibendem Handlungsort und (zum großen Teil) gleich bleibenden Charakteren/Schauspielern wiederholen lässt. Und ich hatte Recht.

Zum einen fand ich es schon etwas doof, dass die zweite Staffel zwei Handlungen erzählt, die nur durch Hardy als Person verbunden sind. Einmal den Prozess um Joe als logische Fortsetzung von Staffel 1, aber dann auch die Geschichte um Sandbrook.

Dabei entspricht letztere inhaltlich noch am ehesten Staffel 1, insofern als es um die Suche nach dem Täter geht. Allerdings lernt man die beteiligten Familien kaum kennen und bleibt als Zuschauer sehr distanziert und unbeteiligt. Das interessanteste hier war für mich noch die dysfunktionale Beziehung zwischen Lee und Claire mit ihren Machtspielchen. Aber der Fall selbst ließ mich ziemlich kalt und im Gegensatz zu der Frage nach Dannys Mörder war mir auch schon recht früh in groben Zügen klar, wer an dem Mord beteiligt war.

Joes Prozess dagegen hat mit Staffel eins dafür die Personen gemein – abgesehen von Anwälten und Richterin – ist aber thematisch völlig anders gelagert. Es geht hier nicht um die Suche nach dem Täter, sondern um die Problematik von Wahrheit/Gerechtigkeit und Justiz/Rechtsprechung. Was sicher nicht uninteressant und diskussionswürdig ist, aber zur Folge hat, dass sich ein Großteil der Broadchurch-Handlung in einem Gerichtssaal abspielte und oft einfach zäh wirkte. Auch weil die Zeugenaussagen viel wiederholten, was einem schon bekannt war. Und das Ergebnis des Prozess… nun ja. Rational finde ich es völlig nachvollziehbar und auch richtig. Aber emotional ist es total falsch (auch wenn mit zwischendrin Zweifel kamen, ob das was wir in Staffel eins sahen, auch wirklich passiert ist). Was wohl irgendwie ein Kompliment ist, denn genau das ist in der Realität ja auch oft so. Aber es ist nicht unbedingt beste Unterhaltung.

Am faszinierendsten fand ich hier noch die Parallelen zwischen Claire und Ellie – beide Ehefrauen eines des Mordes verdächtigen Mannes, beide dadurch völlig entwurzelt. Nur dass der Zuschauer aus Staffel 1 weiß, dass Ellie unschuldig ist, während es bei Claire unklar ist. Aber für andere, wie beispielsweise Joes Verteidigerteam, kann alles, was Ellie in Episode 3 über Claire aufzählt – Nähe, Inkonsistenzen in der Aussage, Möglichkeiten von Absprachen etc. – auch genauso auf sie selbst zutreffen. Diese Spiegelung fand ich großartig.

Auch wenn es nicht an die Qualität von Staffel eins heran reicht, so ist es immer noch eine gute Serie. Allerdings hab ich keine Ahnung, was sie nun in Staffel 3 erzählen wollen, die Geschichte um Dannys Tod ist nun hoffentlich endgültig abgeschlossen. Und es wird ja bitte nicht der Prozess um Sandbrook sein, hoffe ich (auch wenn ich nichts gegen ein weiteres Auftauchen von D’Arcy hätte). Ich hab ja etwas die Hoffnung, dass nur Coleman und Tennant bleiben und woanders in einem Fall ermitteln. Auch wenn dann der Serienname keinen Sinn mehr macht, noch eine Staffel in Broadchurch als Ort kann ich mir einfach nicht vorstellen.

4 Sterne - klein

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