{Gelesen} Richard A. Clarke: Breakpoint

Breakpoint

Originaltitel: Breakpoint
Taschenbuch, 317 Seiten
Editionnova
Goodreads

Klappentext:
Die Bombenanschläge auf Internet-Relaisstationen an der Ostküste versetzten die USA augenblicklich in eine absolute Ausnahmesituation: Die Weltmacht ist abgeschnitten vom Rest der Welt, die Wirtschaft schwer getroffen, und die US-Militäreinheiten im Ausland sind kaum noch zu steuern. Wer steckt hinter den perfiden Anschlägen?

Mein Eindruck:
Ich hatte das Buch spontan an einem offenen Bücherschrank mitgenommen, weil ich unterwegs war und nichts mehr zu lesen hatte. Aber rückblickend bin ich auch froh nichts dafür bezahlt zu haben, denn das wäre verschwendetes Geld gewesen.

Aber zuerst mal ein paar Worte über den Inhalt, der ist nämlich etwas anders als der Klappentext vermuten lässt beziehungsweise dieser beschreibt nur die ersten 30 oder so Seiten. Und die gekappten Internet-Verbindungen spielen eine Nebenrolle. Die eigentliche Thematik des Buches ist künstliche Intelligenz, genetische Eingriffe, Designerdrogen, künstliche Gliedmaßen und Organe als Alltag in der Medizin und dergleichen. Dabei spielt das Buch in einer alternativen Welt zu unseren, in der all diese Dinge im Jahr 2012 schon oder so gut wie Realität sind und es kein Problem ist, wenn ein Polizist ein künstliches Auge bekommt – er kann dann schon zwei Tage nach der Operation seiner Arbeit nachgehen.

Und damit hätte ich auch schon einen der beiden Punkte angesprochen: diese Thematik. Auch wenn wir in unserer Welt noch nicht ganz so weit sind wie die Welt in dem Roman, so wirkt es wie eine realistische, glaubhafte Weiterentwicklung von unserem jetzigen technologischen Standpunkt aus; nicht 2012 aber vielleicht 2062. Insofern funktioniert das Buch auch als eine Art Warnung vor den möglichen Effekten und problematischen ethischen Fragestellungen. Und in der Funktion ist es auch gut.

Der zweite Punkt ist die Spannung. Obwohl ich sehr früh am Anfang einen Verdacht hatte, wer hinter den Anschlägen steckt und dieser Verdacht auch immer stärker wurde – und mir gleichzeitig die zwei Hauptperson absolut egal waren, konnte ich doch nicht aufhören zu lesen. Ich weiß selbst nicht warum genau, aber es entwickelt eine Art Sogwirkung, obwohl ich ständig über die Handlung oder Figuren den Kopf schütteln musste.

Denn die Figuren entwickeln sich null weiter und man erfährt auch kaum was über sie. Sie sind da, sie ermitteln in den Anschlägen, entdecken ein paar Spuren, verfolgen sie, kommen unterwegs in Lebensgefahr, überleben aber natürlich (mit ein paar Blessuren aber yay künstliche Augen sehen auch im Dunkeln, so who cares) um andere Anschläge zu stoppen und entdecken die Wahrheit hinter den Anschlägen. Und das war es. Ich hab schon jetzt ihre Namen vergessen. Das hätten genauso gut Roboter sein können. Und von seiner Darstellung eines Hackers und seiner Vorgehensweise will ich gar nicht erst anfangen, das war noch schlimmer.

Und ich hab es vorhin schon angedeutet: Der vermutlich als schockierend gedachte Twist am Ende über die Verantwortlichen der Anschläge ist so, so offensichtlich. Nicht unbedingt ganz exakt wer dahinter steckt, aber die grobe Richtung. Und das macht die falschen Fährten, die die Handlung versucht zu legen und die einen großen Teil einnehmen, so unnötig und zeitraubend.

Und noch ein Punkt, der mich nervte: Die Welt des Buches besteht im Prinzip aus der USA, China und Taiwan. In der USA passieren die Anschläge, China wird als Schuldiger verdächtigt und zwar weil es irgendeinen Konflikt mit/über Taiwan gibt, die darin von den USA unterstützt werden. Der Rest der Welt spielt keine Rolle. Was mich besonders nervte bei solchen Aussagen wie „In der USA ist die Forschung an xy verboten, deswegen findet sie illegal statt und es wird dazu auch nichts veröffentlicht.“ Jau, weil die Gesetzte der USA weltweit gelten und es unvorstellbar ist dass Forschung auch woanders legal stattfinden könnte und damit auch Ergebnisse publiziert werden. Gnahh. Und dieser USA-zentrische Blickwinkel zieht sich durch die ganze Handlung. Rest der Welt? Ach, das sind die komischen Flecken auf der Karte, wo das Militär seine Auslandseinheiten stationiert hat. Die Eingeboren dort sind zu vernachlässigen.

Die thematischen Ansätze sind gut und aus ihnen lässt sich mit Sicherheit ein total spannendes und gutes Buch schreiben – aber das hier ist es nicht.

2 Sterne - klein

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