{Gelesen} Meg Haston: alles so leicht

alles so leicht

Originaltitel: Paperweight
Hardcover, 317 Seiten
Thienemann, 2015
ISBN: 978-3-522-20215-2
Goodreads

Klappentext:
Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner, Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.

Meine Meinung:
Ach Stevie, Stevie. Besonders am Anfang fand ich Stevie ziemlich unsympathisch, ichbezogen und arrogant. Zum Teil mag das in ihrer Krankheit begründet sein, aber sie ging mir teilweise einfach nur auf die Nerven. Später als sie beginnt Interesse an ihrer Umwelt und den anderen Mädchen zu entwickeln, wurde es etwas besser, weil man auch andere Facetten von ihr zu sehen bekam. Aber wirklich gemocht habe ich sie bis zum Buchende nicht. Und ich hatte das Gefühl, dass es in dem ganzen Buch viel mehr um ihren tragischen Hintergrund als ihre Essstörung als Krankheit ging. Was an sich ja nicht schlimm wäre, aber ich hatte es genau umgekehrt erwartet und war deshalb etwas enttäuscht. Die Informationen in den vielen Flashbacks sind zwar zum großen Teil sicher nötig um Stevies Krankheitsgeschichte zu verstehen, aber ich hätte gern mehr Zeit mit ihr und auch den anderen Mädchen verbracht und hätte die Informationen lieber auf einem anderen, kürzeren Weg bekommen.
Ashley, die direkte Zimmergenossin Stevies in dem Therapiezentrum, fand ich von Anfang an viel sympathischer als Stevie und ich hätte gern erfahren, wie es mit ihr weitergeht.

Aber auch sonst hat mir das Ende nicht wirklich zugesagt. Ich will auf keine Details eingehen, aber es passiert einfach zu viel in zu kurzer Zeit (das Buch behandelt – Rückblenden ausgenommen – einen Zeitrahmen von 28 Tagen). Stevie macht eine Entwicklung durch und zeigt Reaktionen, die für mich einfach nicht glaubwürdig in dieser Zeitspanne sind.

Gut und sehr überzeugend (naja soweit ich das ohne eigene Erfahrungen beurteilen kann, aber ich empfand es als sehr gelungen) fand ich die Art und Weise, wie die Autorin Essstörungen und die körperlichen Reaktionen beschreibt. Stevies innerer Monolog in solchen Situationen ist mit das Beste an dem Buch.
Mag Haston hat kein Problem damit auch unangenehme Dinge beim Namen zu nennen und teilweise ist es wirklich nicht unbedingt angenehm zu lesen, aber das ist bei der Thematik wohl auch nicht zu vermeiden. Aber ich fand es gut, dass hier ichts beschönigt wurde, sondern Essstörungen eben wirklich als Krankheit betrachtet und behandelt wurde. Und auch dass es nicht immer unbedingt irgendein traumatisches Erlebnis als Auslöser braucht, sondern, wie bei einer der Nebenfiguren, sie auch ohne spezifischen, benennbaren Auslöser entstehen kann.

Was dem Buch meiner Meinung nach angesichts seiner Thematik allerdings fehlte, war ein Nachwort oder so, dass die Thematik der Essstörung nochmal sachlich aufgreift und Beratungsmöglichkeiten (auch oder gerade besonders für Angehörige – ich denke, die greifen eher zu dem Buch als eine Art Verständnishilfe als Betroffene selbst) aufzeigt.

3 Sterne - klein

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