{Gelesen} Gillian Flynn: Gone Girl – Das perfekte Opfer

Gone Girl

Originaltitel: Gone Girl
Taschenbuch, 576 Seiten
Scherz, 2013
ISBN: 978-3-502-10222-9
Goodreads

Klappentext:
„Was denkst du gerade, Amy?” Diese Frage habe ich ihr oft während unserer Ehe gestellt. Ich glaube, das fragt man sich immer wieder: Was denkst du? Wie geht es dir? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?
Genau diese Fragen stellt sich Nick Dunne am Morgen seines fünften Hochzeitstages, dem Morgen, an dem seine Frau Amy spurlos verschwindet. Die Polizei verdächtigt sogleich Nick. Amys Freunde berichten, dass sie Angst vor ihm hatte. Er schwört, dass das nicht wahr ist. In seinem Computer findet die Polizei merkwürdige Hinweise. Er erhält sonderbare Anrufe. Was geschah mit Nicks wunderbarer Frau Amy?

Meine Meinung:
Ich kann mich an kein anderes Buch erinnern, in dem mir nahezu alle wichtigen Personen so unsympathisch waren, wie dieses hier. Ich kann mich nicht mal entscheiden, wenn ich schlimmer fand hier, die Auswahl ist einfach zu groß. Was ich aber gar nicht negativ meine. Okay, am Anfang war es ungewohnt, dass gerade sowohl Nick als auch Amy – die beiden zentralen Figuren der Handlung – alles andere als nett wirkten, aber ich hatte mich schnell daran gewöhnt. Und sie, vor allem Amy, sind auch extrem interessant. Unsympathisch aber faszinierend und großartig komplex.

Und außerdem hat die Handlung auch einige  Wendungen, welche die Personen immer wieder in einem neuen Licht erscheinen lassen. Ich will gar nicht zu viel darüber sagen, denn zumindest für mich war diese Unwissenheit und auch, dass mir ab einem gewissen Punkt klar war, dass ich den Erzählern – Amy und Nick erzählen abwechselnd – nur sehr bedingt trauen und glauben kann, was die Faszination des Buches ausmachte.
Was natürlich auch den Nachteil hat, dass man genau das nur beim ersten Lesen* erleben kann. Von daher kann ich mir – trotz eigentlich guter Wertung – auch nicht vorstellen, dass ich das Buch nochmal lesen werden. Dafür ist aber mein Interesse an den anderen Büchern der Autorin gestiegen.

Denn gefesselt hat mich das Buch recht schnell und auch bis zum Ende nicht losgelassen. Und auch sonst ist es gut – spannend, toll ausgearbeitete Figuren mit interessanten Dynamiken zwischen ihnen. Und das Ende erst…
Für Thriller-Fans durchaus einen Blick wert, auch wenn es ungewöhnlicher ist als viele andere Thriller.

4 Sterne - klein
*Übrigens vermute ich, dass das gleiche auch gilt, wenn man die Verfilmung gesehen hat und daher diesen einen Twist ebenfalls schon kennt.

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7 Antworten zu {Gelesen} Gillian Flynn: Gone Girl – Das perfekte Opfer

  1. Michael Bohli schreibt:

    Nachdem ich mir den (vorzüglich ausgeführten) Film im Kino angeschaut hatte, wagte ich mich ans Buch. Eigentlich bevorzuge ich die umgekehrte Reihenfolge, doch die Zeit reichte hier nicht.
    Mit einem Abstand von sechs Monaten war die Wirkung der Wendungen und des Grauens wieder sehr hoch. Sicherlich, wie du schreibst, verliert es etwas an Faszination und Überraschung. Trotzdem war „Gone Girl“ dank dem fliessenden Schreibstil und dem schnellen Tempo erneut ein „Vergnügen“. Das Buch lässt sich bestimmt auch mehrere Male lesen, aber nur mit genügend Zeit dazwischen.
    Das Ende finde ich übrigens sehr abfallend gegenüber dem Rest, es besteht nur aus Logiklöchern und unrealistischen Verhaltensweisen aller Figuren. Schade.

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    • Amerdale schreibt:

      Ja, mit genug Abstand vergisst man vermutlich die Details und kann die dann ’neu‘ entdecken bzw. allgemein mehr auf die Kleinigkeiten achten.
      Das Ende ist wirklich merkwürdig.

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  2. Alice schreibt:

    Ich habe nur den Film gesehen. Obwohl der Twist schon was Schockierendes hatte, fand ich den Film ganz und gar doof. Auf die Idee, dass es an den unsympathischen Charaktere liegen könnte bin ich bisher gar nicht gekommen, aber das kann gut sein…

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  3. Alice schreibt:

    Wir gucken gerade The Affair – da musste ich wieder an deine Aussage zu den unsympathischen Charakteren denken. Wir kommen in dien Serie null rein, man entwickelt für beide Darsteller einfach keine Sympathieen und hat daher kein Interesse an ihrer Affäre….

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    • Amerdale schreibt:

      Oh schade, die Serie steht auch noch auf meiner Liste… Aber stimmt bei Serien hatte ich es schon öfters, dass die Kurzbeschreibung nicht schlecht klang, aber ich dann gar nichts mit den Figuren anfangen konnte.

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