{Gelesen} Grady Hendrix: Horrorstör

Horrorstör
Originaltitel: Horrorstör
Übersetzer: Jakob Schmidt
Softcover, 268 Seiten
Knaur, 2015
ISBN: 978-3-426-51722-2
Verlagsseite mit Leseprobe
Goodreads

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Seltsames geht vor im ORSK-Einrichtungshaus in Cleveland, Ohio. Wenn die Angestellten morgens eintreffen, finden sie zerstörte KJËRING-Bücherregale, zerschmetterte GLANS-Trinkgläser und zertrümmerte LIRIPIP-Schränke. Die Verkaufszahlen sind im freien Fall, auf den Überwachungskameras ist nichts zu sehen, und die Filialleitung ist ratlos. Schließlich erklären sich drei Mitarbeiter bereit, eine Schicht vom Einbruch der Dunkelheit bis zum Morgengrauen einzulegen, um die geheimnisvollen Vorfälle aufzuklären.
In finsterer Nacht patrouillieren sie durch die Möbelausstellung, gehen unheimlichem Sichtungen und Geräuschen nach und treffen dabei auf Schrecken, die jenseits aller Vorstellungskraft liegen.

Meine Meinung:
Horror ist ein Genre, das mich nur selten anspricht. Dementsprechend muss ein Buch aus diesem Bereich schon in irgendeiner Weise bemerkenswert sein um meine Aufmerksamkeit zu erregen. Horrostör hat das mit Leichtigkeit geschafft – schon bevor ich genaueres über den Inhalt wusste, einfach durch seine Aufmachung.

Denn jedem, der schon einmal einen Ikea-Katalog in der Hand gehalten hat, dürfte oben bei dem Foto eine gewisse Ähnlichkeit aufgefallen sein. Und es ist nicht nur der Einband, auch im Inneren setzt sich die Gestaltung fort. So sind beispielsweise die Kapitel nach Fantasie-Möbelstücken mit pseudo-skandinavischen Namen benannt und ihnen ist jeweils eine der typischen schematischen Darstellungen vorangestellt. Außerdem gibt es auch Auszüge aus Führungshandbücher des Unternehmens, Stellenanzeigen und dergleichen, welche durch das ganze Buch gestreut sind. All die Kleinigkeiten und Anspielungen zu entdecken, hat mir furchtbar Spaß gemacht und das war für mich auch eindeutig das Highlight des Buches.

Und natürlich spielt die Handlung auch in einem Möbelgeschäft, das in allem bis auf den Namen, wie Ikea wirkt. Und gerade am Anfang, wenn der Leser mit dem Alltag der angestellten in der ORSK-Filiale vertraut gemacht werden, ist es auch mehr eine Parodie über Ikea und deren Firmenphilosophie, welche sehr amüsant zu lesen ist.

Die eigentliche Horrorhandlung dagegen ist, bis auf den ungewöhnlichen Schauplatz, eher durchschnittlich. Gebäude ist an einem Ort gebaut, an dem früher mal schlimmer Taten verübt wurden und das wirkt sich immer noch irgendwie aus und bringt die Protagonisten in größere Gefahr. Ist ja doch eine eher bekannte Grundidee.
Aber nicht alles muss ja unbedingt vollkommen neu sein. Denn auch wenn die Grundzüge bekannt sind und die Entwicklung der Handlung eher konventionell, so ist sie doch spannend. Wirklich unheimlich oder schaurig fand zwar selbst ich als eher Horror-Ungeübte es nicht, aber dafür unterhaltsam.

Ein Buch, welches mehr durch seine ungewöhnliche Gestaltung als die Handlung an sich punktet. Für Freunde der Horror-Genres wird es sicherlich nicht sonderlich gruselig sein und sie werden kaum was neues in dem Buch finden, doch Ikea-Liebhaber werden an dem Buch und seiner Aufmachung ihre helle Freude haben.

4 Sterne - klein

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Horror, Humor abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu {Gelesen} Grady Hendrix: Horrorstör

  1. Sam (Buchflimmern) schreibt:

    Letzte Woche im Buchladen habe ich erst gesehen, dass Horrorstör übersetzt wurde, und habe mich riesig gefreut! Ich musste es direkt bestellen, als ich es letztes Jahr auf Goodreads entdeckte. Mir geht’s mit dem Genre wie dir: Die besondere Aufmachung und das Setting hatten mich zum Kauf bewegt. Schön, dass du auch deinen Spaß damit hattest.
    Liebe Grüße,
    Sam

    Gefällt 1 Person

  2. Miss Booleana schreibt:

    Aaaah, darüber habe ich gelesen. Allerdings, dass eine Serie produziert wird. Bin noch etwas hin- und hergerissen, ob ich zuerst Serie oder Buch sehen will. Klingt auf jeden Fall richtig witzig. Könnte mir vorstellen, dass es als Serie sehr ironisch wird und sich selbst aufs Korn nimmt. Wie war der Ton im Buch? Bischen Satire auf sich selbst?

    Gefällt 1 Person

    • Amerdale schreibt:

      Ah ja die Serie… Ich könnte es mir als Film super vorstellen, aber für eine Serie ist es meiner Meinung nach zu wenig Material, ich kann mir da maximal eine Staffel vorstellen. Oder Serie und Buch haben nur noch die Grundidee gemeinsam.

      Es ist ganz klar eine Satire über Möbelmarkte/Ikea, in der Hinsicht ist es alles andere als ernst. In der zweiten Hälfte des Buches, wenn man den Pseudo-Ikea und die Pesonen kennt und die Handlung mehr in den Vordergrund rückt anstatt der Satire wird es ernsthafter.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s