{Gelesen} Valerie Höhne / Oliver Hüttmann: Das ist legendär! Die 66 besten TV-Serien

Das ist legendär

Taschenbuch, 306 Seiten
Knaur, 2014
ISBN: 978-3-426-78622-2
Goodreads

Klappentext:
Wie heißt eigentlich Charlie Harpers Lieblingsdrink? Was kosten die Klamotten von Carrie Bradshaw?  Und welches Geheimnis verbindet J. R. mit Alexis? Hier werden alle Fragen beantwortet, die sich Serienfans schon immer gestellt haben.
Fakten, Sprüche, Anekdoten von Klassikern wie Dallas über Kulthits wie Eine schrecklich nette Familie bis zu aktuellen Krachern wie Game of Thrones und Breaking Bad. Alles in einem Buch!

Meine Meinung:
Ich habe das Buch in der Bibliothek bei den Neuerwerbungen gesehen und spontan mitgenommen ohne groß den Klappentext zu lesen oder überhaupt vorher einen Blick reinzuwerfen. Was nicht unbedingt eine sinnvolle Herangehensweise war. Denn hätte ich es mir zuerst mal etwas angeschaut, hätte ich es wohl gleich dort gelassen.

Aufgebaut ist das Buch folgendermaßen: Es gibt eine kleine Einleitung, dann die Top-Serien der einzelnen Jahrzehnte von den 50ern bis zu den 2010 Jahren (letzteres ist sehr optimistisch bei einem 2014 erschienene Buch…). Gefolgt von einer Vorstellung der ausgewählten legendären 66 Serien, sowie einem Ranking-Teil und am Schluß noch ein „Serienjargon“, bei dem dann Dinge wie Spin-off und Cliffhanger erklärt werden.

Der größte Kritikpunkt ist für mich sicherlich die Auswahl der 66 Serien. Natürlich ist es immer subjektiv, was man als ‚bestes‘ bezeichnet. Aber unter 66 Serien  beispielsweise an Teenager-Serien Gossip Girl zu erwähnen aber nicht Veronica Mars oder Dawson’s Creek ist für mich nicht nachvollziehbar. O
Aber noch eklatanter finde ich, dass weder Sherlock noch Firefly irgendeine Form der Beachtung finden – ganz zu schweigen von Doctor Who. Letzteres ist ja auch nur DIE britische Serie überhaupt. Begründet wird die Auswahl nie. In der EInleitung wird zwar was davon geredet, dass es harte Kriterien für die ausgewählten Serien wie zeitlose Relevanz, Erfolg oder Einfluss gab, aber es wird nie erklärt, inwiefern die Serien das erfüllen. Schade, denn das hätte mich bei manchen sehr interessiert.
Und ganz lustig: In der Einführung wird betont, dass Daily Soaps und Telenovelas keine Beachtung finden. Was macht dann bitte die Lindenstraße in der Liste?

Aber gut, seltsame Auswahl.  Bei der Vorstellung von jeder der 66 Serien gibt es neben eine kurzen, mehr oder weniger treffenden Beschreibung auch Empfehlungen für ähnliche Serien. Und da bin ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus gekommen. Wer True Blood mag, soll Vampire Diaries schauen. Weil ihn beiden Vampire vorkommen? Es kommen sowohl in Dexter als auch in Gossip Girl weibliche Teenager vor, nach der Logik haben die dann auch die gleiche Zielgruppe.
Und mag jemand hier Glee? Laut dem Buch wird er dann auch Hannah Montana lieben.

Aber die Beschreibungen der 66 Serien füllen eh nur 130 der 306 Seiten. Der große Teil des Rests ist eine Ansammlung von trivialen Fakten, an denen die Neon-Redaktion für ihr Unnützes Wissen eine helle Freude hätte. Bezeichnet wird das Ganze als „Das große Serien-Ranking“ und dann werden einem zu den verschiedensten Themen fünf Serien hingeworfen – ohne Ranking, sondern eine wertfreie Aufzählung… -, die das irgendwie treffen. Das sind dann so Themen wie „Die härtesten Sixpacks“, „Die schönsten Kurven“, „Die heißesten Flitzer“ und so weiter. Zu jeder Kategorie gibt es nach dem ‚Ranking‘ dann auch noch eine „wer hätte gedacht, das…“ in dem irgendwelche Fakten aufgezählt werden. Meistens konnte ich nicht mal eine Verbindung zu der Kategorie herstellen. Und oft ist es auch einfach nicht interessant.

Mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, an wen sich das Buch richtet. Serienjunkies finden hier kaum, etwas, dass sie nicht schon kennen. Eben gerade, weil es sich bei den besten halt auch meist um populäre Serien handelt. Und welcher Serienfan kennt nicht Lost, Breaking Bad oder Akte x zumindest dem Namen nach? Ich hab selbst bisher keine einzige Folge davon gesehen und könnte trotzdem bei jeder davon 30 Minuten über den Inhalt reden. Man schnappt das unweigerlich mit auf.
Aber wer nicht dieses Wissen hat und aus dem Buch was lernen könnte, würde der überhaupt danach greifen?
Und natürlich lässt sich das ganze auch im Internet finden mit Links zu Schauspieler-Biografien, Serienfotos und -videos und so weiter.
Man merkt, ich konnte mit dem Buch nicht viel anfangen und weiß auch absolut nicht, für wen ich es empfehlen sollte.

2 Sterne - klein

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5 Antworten zu {Gelesen} Valerie Höhne / Oliver Hüttmann: Das ist legendär! Die 66 besten TV-Serien

  1. filmschrott schreibt:

    Klingt unglaublich überflüssig. Dachte ich mir aber schon bei dem Titel, der ja suggeriert, dass HIMYM eine der 66 besten Serien ist und auch wenn die sicher nicht schlecht ist, fallen mir spontan definitiv 66 bessere ein. Und zB Dexter und Two And A Half Men sind da ganz sicher nicht dabei.

    Gefällt 1 Person

    • Amerdale schreibt:

      Überflüssig trifft es echt sehr gut. Vor allem auch weil nie begründet wird, warum es gerade die 66 Serien sein sollen…

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      • filmschrott schreibt:

        Ich denke mal, dass man sich da einfach das gerade angesagte aus der Serienlandschaft rausgepickt hat und dann ein paar allseits bekannte dazugeschmissen. So kommt es mir zumindest vor.
        Generell aber natürlich nicht mehr als reine Geldmacherei, denn wie du schon sagst, kann man sich diese Infos auch locker umsonst im Netz holen.
        Vielleicht sollte ich auch mal so ein Buch schreiben, mit den 66 beschissensten Filmen. Dazu dann einfach ein zwei Sätze aus der imdb Trivia zu jedem Film abschreiben und schon kann ich nen Euro machen.

        Gefällt 1 Person

  2. An schreibt:

    Na das klingt ja richtig informativ, strukturiert, interessant und hochwertig! 😀 Das erinnert mich an ein wohl sehr viel teureres Buch über TV-Serien, das tatsächlich informativ, strukturiert, interessant und hochwertig ist (ich denke, da waren es auch 100 Serien) – aber auch da musste ich feststellen, dass weder Sherlock noch Doctor Who darin auftauchten…

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