{Gelesen} Suzanne Rindell: Die Frau an der Schreibmaschine

Die Frau an der Schreibmaschine

Originaltitel: The other typist
Übersetzer: Beate Brammertz
Hardcover, 382 Seiten
btb, 2015
ISBN: 978-3-442-75485-4
Goodreads

Klappentext:
Mit ein paar Anschlägen auf ihrer Schreibmaschine kann sie jemanden lebenslang ins Gefängnis befördern. Rose Baker arbeitet als Stenotypistin im New York City Police Department. Geständnisse zählen zu ihrem Alltag. Es ist das Jahr 1923. Und wenngleich Rose grausame Details über Messerstechereien und Morde protokolliert – sobald sie den Verhörraum verlässt, zählt sie wieder zum schwachen Geschlecht. Doch die Zeiten ändern sich. Die Frauen auf New Yorks Straßen tragen Bob, trinken Alkohol. Die prüde Rose allerdings hängt am Bild der fürsorglichen Frau. Und an dem charmanten Seargent, den sie heimlich anhimmelt. Bis eines Tages eine neue Kollegin kommt: die glamouröse Odalie. Sie entführt Rose in die Nachtclubs der Stadt. Rose ist schockiert – und ebenso fasziniert. Aus Faszination wird Obsession. Und dann gibt es einen mysteriösen Todesfall

Meine Meinung:
Ich hab es in letzter Zeit nicht so mit Kurzbeschreibungen, ich versteh sie gern falsch. Hier erwartet ich einen recht klassischen Krimi, in dem zwei Stenotypistinnen im Mittelpunkt stehen und in eben jenem mysteriösen Todesfall ermitteln. Das Besondere: das Setting.
Nun ja. Es ist eher ein Thriller in Richtung Gone Girl mit ebenso einem Twist, der einen alles bis dahin Geschehene aus einem neuen Blickwinkel sehen und hinterfragen lässt.

Allerdings gibt es im Gegensatz zu Gone Girl von Anfang an Andeutungen, so dass klar ist, dass irgendwas im Laufe des Buches passieren wird, welches alles auf den Kopf stellt. Und die Auflösung kommt auch erst ganz am Ende des Buches, nicht in der Mitte und lässt einige Fragen offen. Aber der Weg dahin ist durchaus unterhaltsam. Zu sehen, wie Roses Fassade immer mehr ins Bröckeln gerät, ist spannend und lädt den Leser ein zu raten, wie es denn nun genau zur Katastrophe gekommen ist.

Wobei ich aber Odalie von Anfang an interessanter fand und gern mehr über sie erfahren hätte, besonders wie sie zu ihrer Einkommensquelle gekommen ist. Denn obwohl sie neben Rose die wichtigste Figur in dem Buch ist und auch ganz im Zentrum von Roses Aufmerksamkeit steht, erfährt man kaum etwas über sie. Oder genauer gesagt, viele Versionen ihrer Vergangenheit, aber ich hätte zu gern gewusst, welche – wenn überhaupt eine – die Wahrheit ist.

Aber davon, dass die Handlung in 1923 spielt, hat man für mein Gefühl viel zu wenig wirklich gemerkt. Gut, einige Szenen spielen in einer sogenannten Mondscheinkneipe – die illegalen Kneipen während der Prohibition -, aber für mich hätte es genauso eine moderne Kneipe mit aktuellen illegalen Drogen sein können. Atmosphärisch war die Zeit für mich nie wirklich fühlbar. Am meisten an die Epoche erinnert hat mich das wunderschöne und sehr passende Cover. Wer auch immer für die Auswahl des Motivs und die Gestaltung des Schutzumschlages verantwortlich war, hat wirklich gute Arbeit geleistet.

4 Sterne - klein

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