{Gesehen} Jessica Jones – Season 1

Jessica Jones

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Ever since her short-lived stint as a Super Hero ended in tragedy, Jessica Jones has been rebuilding her personal life and career as a hot-tempered, sardonic, badass private detective in Hell’s Kitchen, New York City. Plagued by self-loathing, and a wicked case of PTSD, Jessica battles demons from within and without, using her extraordinary abilities as an unlikely champion for those in need… especially if they’re willing to cut her a check.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2015
Staffeln: bisher 1
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: etwa 52 Minuten
Schauspieler: Krysten Ritter, Rachael Taylor, Eka Darville, David Tennant, Carrie-Ann Moss, Wil Traval, Mike Colter, Erin Moriarty, Susie Abromeit, Robin Weigert

Meine Meinung:
Zu erst mal eine Einordnung der Serie in die Marvel-Welt: Jessica Jones ist nach Daredevil die zweite Marvel-Serie, die bei Netflix veröffentlicht wurde und die Helden aus beiden Serien werden irgendwann in der Zukunft mit Iron Fist und Luke Cage zusammen The Defenders bilden. Gleichzeitig sind sie auch Teil des Marvel Cinematic Universe und spielen irgendwann nach den Ereignissen in Avengers.
Allerdings sind praktisch keine Kenntnisse der anderen Serien/Filmen notwendig. In der Serie taucht von anderen Werken vor allem Luke Cage auf, der hier aber auch neu eingeführt wird. Und von Daredevil schaut mal eine Figur vorbei, bei der man sich als unwissender Zuschauer vielleicht fragt, warum eine bis dahin nicht gesehen Figur so viel Zeit gewidmet wird, aber Verständnisprobleme dürfte es keine geben (aber ich würde einfach empfehlen schnell die 13 Stunden in Daredevil zu investieren). Auf die MCU-Filme wird kein größerer Bezug genommen, abgesehen von ein paar Spitznamen wie „flag waver“ und „big green dude and his gang“.

Als das Casting für die Serie bekannt gegeben wurde, war ich etwas skeptisch, weil sich Krysten Ritter bisher vor allem damit hervor getan mir auf die Nerven zu gehen, egal ob in Veronica Mars oder The Bitch in Apt 23. Öh ja. Zu meiner großen Überraschung ist sie mir aber hier in den 13 Minuten keine einzige Sekunde auf die Nerven gegangen, ganz im Gegenteil. Man könnte fast meine es wäre eine andere Schauspielerin. Sie ist wirklich perfekt für die Rolle. Aber auch der restliche Cast ist toll.

Ah, ich weiß gar nicht womit ich anfangen soll. Die Serie hat so viele tolle Aspekte. Jessica Jones ist so eine großartige Figur. So realistisch und glaubwürdig. Sie hat zwar Superkräfte, genauer sie ist superstark, aber so eine bedeutende Rolle spielt es für die Serie kaum. Es geht halt etwas schneller ein Schloß einfach abzureißen anstatt es aufzubrechen. In der Vergangenheit (also vor Beginn der Serie) wurde Jessica missbraucht und leidet unter PTSD und Flashbacks – welche sie vor allem mit dem Konsum von Alkohol bekämpft. Viel Alkohol. Ich hab echt keine Ahnung, wie ihre Leber das aushält. Aber ich mag ihre Persönlichkeit. Jessica ist unendlich sarkastisch, chronisch schlecht gelaunt, mag nahezu keine Menschen, würde aber für ihre wenigen Freunde alles tun. Und flucht und hat sexy Sex und trinkt. Mit anderen Worten: Jessica Jones ist die Serie, mit das MCU endgültig erwachsen wurde.

Oh, und Kilgrave, der Villain der Staffel. Gespielt von David Tennan, mit britischem Akzent, in großartigen lilafarbigen Anzügen (ernsthaft Männer tragt mehr Klamotten in der Farbe) und sehr charismatisch. Eigentlich alles, was ich an meinen fiktionalen Crush liebe. Aber Kilgrave ist einfach nur unendlich creepy und entitled as fuck.

Aber nicht nur Cast und Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sondern allgemein, wie Frauenfiguren hier dargestellt werden. Zum einen gibt es unheimlich viele Frauenfiguren in den verschiedensten Beziehungen zu Jessica und alle sind super entwickelte, glaubwürdige Figuren. Besonders erwähnenswert, wenn auch nicht großartig sympathisch, ist in der Beziehung Jeri Hogarth. Jeri ist ein unheimlich erfolgreiche und genauso skrupellose Anwältin (im Prinzip die Annaliese Keating des MCU), die nebenbei eine Affäre mit ihrer Sekretärin hat und in einen absolut hässlichen Scheidungskrieg mit ihrer Ehefrau verwickelt ist. Und es wird absolut kein Aufhebens darum gemacht, dass dies ein Liebeschaos zwischen drei Frauen ist, sondern so schön als eine ganz normale, nicht erwähnenswerte Sache dargestellt.

Und ich erwähnte es ja schon: Die Serie behandelt unter anderem die Folgen von (sexuellem) Missbrauch. Und zwar ohne, dass es nötig wird groß auf die eigentlichen Taten einzugehen oder sie sogar zu zeigen (hey Game of Thrones nimm dir mal ein Beispiel…). Und es zeigt wie komplex und unterschiedlich die Reaktionen ausfallen können. Ich kann nicht wirklich viel dazu sagen ohne zu spoilern, aber ich finde es wirklich super gemacht.

Klar gibt es auch ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht so perfekt fand. Jessicas eine Nachbarin ging mir mit ihrer Art unheimlich auf die Nerven und ich hätte wirklich gut auf sie verzichten können. Und Kilgrave ist so ein toller Villain (also nicht, dass ich Kilgrave als Person toll finden würde, aber er ist ein großartiger Gegenspieler), dass jeder weitere Gegner Jessicas eigentlich nur schlechter abschneiden kann. Und die ersten Anzeichen von Handlungen für eine zweite Staffel (oder eventuell auch für den Plot von The Defenders) fand ich jetzt eh nicht so umwerfend.
Aber alles in allem gehört Jessica Jones zu den besten Serien, die ich dieses Jahr gesehen habe und ich will eine zweite Staffel. Und nicht ewig darauf warten.

5 Sterne - klein

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10 Antworten zu {Gesehen} Jessica Jones – Season 1

  1. An schreibt:

    Das klingt so toll… muss ich unbedingt weiterschauen. Aber vielleicht dann vorher noch Daredevil…? Das fehlt mir auch noch 😀

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  2. kielerkrimskrams schreibt:

    Wow, das klingt so, als sollte ich mir die Serie schnellstens anschauen. Auf meine Liste habe ich sie bei Netflix immerhin schon mal gesetzt. 😉
    Krysten Ritter fand ich in allem, wo ich sie bislang gesehen habe, auch immer unglaublich nervig (u.a. auch in Breaking Bad), aber wäre ja spannend zu sehen, wie sie sich in so einer düsteren Rolle schlägt. Und David Tennant trägt lilafarbene Anzüge? Wow…wow. Also den Mann kann ja gar nichts entstellen, glaube ich, aber das muss ich definitv mal sehen. 😀

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    • Amerdale schreibt:

      In Breaking Bad hab ich sie noch nicht (Gott, 2016 muss ich die Serie endlich mal sehen) aber ich fand die auch in allem so eine nervige Figur, dass ich schon angefangen hatte, dass von den Rollena uf die Schauspielerin zu übertragen. Und dann kam Jessica Jones und das was so ne völlig andere Persönlichkeit, dass es mich regelrecht irritiert hat xD

      Zu Tennant: Nun ja 😀 http://24.media.tumblr.com/tumblr_lai6h0oZ7b1qc7qvfo1_500.jpg

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      • kielerkrimskrams schreibt:

        Haha, das Foto ist ja sensationell! Ganz glücklich sieht er in dem Outfit nicht aus…:-D

        Also meines Erachtens hast du bei Breaking Bad nicht so viel verpasst (das habe ich schon mehrfach an verschiedenen Stellen kundgetan, dass mir die Serie missfällt, aber es muss immer wieder aufs Neue raus…), aber ja, um mitreden zu können, muss man sich das halt angeguckt haben. Kannst ja mal sehen, ob du sie in der Serie auch nervig findest. Ich plädiere für ja. 😉

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  3. racheleswelt schreibt:

    Ich hab die Serie richtiggehend gesuchtet und bin total begeistert. Hoffe auch auf eine schnelle Staffel 2. ich bin eigentlich nicht so der Marvel- und Superheldenfan …. Aber grade, dass sie eben recht „normale“ Superkräfte hat, hat mir das Ganze sehr sympathisch gemacht.

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