{Gelesen} Liza Patrick: Secrets of Jade – Mit den Augen der Liebe

Secrets of Jade

Hardcover, 287 Seiten
Fabulus-Verlag, 2015
ISBN: 978-3-944788-33-3
Goodreads
Verlagsseite

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Die junge Studentin Jade verliebt sich in Joshua – und kann sich die Wucht ihrer Gefühle nicht erklären. Doch ihre Liebe wird mit gleicher Intensität erwidert. Joshua ist ein Jade-Mensch aus dem Edelseinzirkel. Dieser will das Aussterben der Jae-Menschen verhindern und den Kreis der wenigen noch lebenden Mitglieder vergrößern. Trägt auch Jade diese besonderen Gene in sich? Kräfte innerhalb des Kreises stehen einer Verbindung zwischen Joshua und Jade ablehnend gegenüber und wollen die beiden getrennt sehen. Auch die Liebe von Jade zu Joshua steht vor Zerreißproben. Können sie ihre Liebe bewahren und leben?

Meine Meinung:
Uff, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht damit wie überrascht und erfreut ich über die schöne Gestaltung des Buches war, als ich es zum ersten Mal in den Händen hielt. Der Schnitt ist in einem wunderbaren Grünton (vermutlich Jade) eingefärbt und das Auge auf dem Cover sieht toll aus.

Leider war das aber auch so ziemlich alles, was ich an dem Buch positiv empfand. Die Grundidee der Handlung ist zwar nett, wenn auch nicht sonderlich innovativ, aber leider auf eine Art umgesetzt, die ich gar nicht genießen konnte. Ständig muss irgendjemand jemand anderes (und eine der beiden Personen ist immer Jade) etwas extrem wichtiges mitteilen, lässt sich dann aber von einer Kleinigkeit unterbrechen und das Gespräch wird dann erst Tage später fortgesetzt nur um noch x-mal unterbrochen zu werden, bevor der Gesprächspartner (und der Leser) dann endlich  mal erfahren, um was es eigentlich geht. So führt Jade beispielsweise am Anfang des Buches ein Gespräch mit ihrer Großmutter, die zu dem Zeitpunkt schon „seit langem den richtigen Zeitpunkt um ein paar Dinge zu besprechen sucht“. Joa, nach ein paar belanglosen Sätzen muss Jade auf die Toilette und Großmutter verschickt mit Jades Handy SMS an deren Freund. Gespräch Ende. Am nächsten Tag kommen sie wieder so etwa drei Sätze weiter, und hören auf weil Jade von dem Gespräch zu aufgewühlt ist (weil ihre Großmutter sagt, dass sie Vertrauen haben soll…). Und dann vergehen erst mal Wochen(!), bevor das Gespräch wieder aufgenommen wird. Und so ist es bei jeder wichtigen Unterhaltung und es hat mich unheimlich genervt, weil man einfach merkt, dass es sich nicht aus der Handlung ergibt, sondern künstliche Pausen konstruiert wurden, um das ganze in die Länge zu ziehen und vermutlich spannender zu machen. Auch wenn der letztere Effekt bei mir absolut nicht eingetreten ist.

Überhaupt Jade. Ich bin etwas überrascht, wie wenig mich die Namenswahl genervt hat, denn es ist ja doch minimal übertrieben die Hauptfigur Jade zu nennen, bei einer Handlung in der Menschen mit jadefarbenen Augen als potentielle Retter der Menschheit dargestellt werden. Aber wahrscheinlich lag es einfach daran, dass anderes bei Jade viel problematischer war.
Jade ist angeblich 21 Jahre alt und Studentin und jedes Mal, wenn das irgendwo im Buch erwähnt wurde, war ich aufs Neue einen Moment verblüfft. Denn für mich zeigt Jade die Reife und das Verhalten eines 14jährigen Teenagers, der sich gerade zum ersten Mal verliebt, erkennt, dass sie ihren eigentlichen Freund überhaupt nicht liebt und allgemein mit dem Leben und vor allem ihrer eigenen Gefühlswelt komplett überfordert ist. Nur als Beispiel: Ihre Großmutter verschwindet ohne irgendeine Nachricht zu hinterlassen. Jade bricht in Panik auf und rennt mehr oder weniger Haare raufend im Kreis. Nicht wirklich, aber ihre Maßnahmen sind genauso effektiv. Was Jade aber nicht macht: Mal bei ihren Eltern nachfragen, ob die etwas über den Verbleib der Großmutter wissen oder – völlig unvorstellbar – die Polizei informieren.  Und ich kann einfach nicht verstehen, wie einem solche Gedanken nicht kommen können. Und auch sonst: Jade ist Studentin und hat nen Nebenjob. Nun ja, von ihren Studien bekommt man nichts mit und an der Uni ist sie kein einziges Mal in dem Buch. Der Job wird nach den ersten paar Seiten völlig an die Seite geschoben und von der Freundin erledigt. Verantwortungsbewußtsein scheint nicht vorhanden zu sein. Genauso im Umgang mit ihrem Freund Sam und ihrer allerbesten Freundin Jackie. Jade vertröstet beide ständig, lässt Verabredungen und Versprechungen platzen, weicht Gesprächen aus und sucht sie von selbst auch nur auf, wenn sie etwas möchte. Und ich versteh nicht, was Sam und Jackie überhaupt an Jade finden und warum sie noch Kontakt zu ihr halten, denn viele positive Eigenschaften kann ich in Jade einfach nicht sehen.
Und natürlich die Instant-Liebe zwischen Jade und Josh, die einzig und allein darauf beruht, dass die beiden von einander träumten, bevor sie sich kennen gelernt haben (gar nicht creepy) und sie ihren Augenfarben nach die ideale Verbindung darstellen. Ich konnte einfach zwischen den beiden keine Chemie sehen und mir ging das alles viel zu schnell. Ich kenn dich seit ner Stunde und weiß nichts über dich, außer dass ich keine Sekunde meines restlichen Lebens ohne dich verbringen will. Äh okay.

Aber auch die Idee, dass Augenfarben die Eigenschaften eines Menschen beeinflussen, erscheint mir unausgereift. Der Grundgedanke ist toll und ich kann mir vorstellen, dass sich damit großartige Geschichte erzählen lassen. Aber als ich in dem Buch dann endlich mal an eine Beschreibung der verschiedenen Augenfarben und ihrer Bedeutung (wie gesagt: alles wichtige wird ewig heraus gezögert) kam, war ich doch etwas enttäuscht. Zum einen weil sie unvollständig ist. Frau Patrick, es gibt tatsächlich auch Menschen mit grauen Augen. Und zum anderen hat jeder Augenfarbe nur positive Eigenschaften, was mir nicht sonderlich realistisch vorkam. Gut, die Liste ist kein wissenschaftliches Dokument und hat somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber ernst nehmen konnte ich sie damit auch nicht. Und die Funktion des Edelsteinzirkels, die Hüter dieser Geheimlehre, ist mir auch bis zum Ende des Buches ein Rätsel geblieben. Sie wollen das Überleben der Jademenschen sicherstellen, aber wie und warum diese so wichtig sind dazu erfährt man kein Wort. Ein paar Erklärungen hier und dafür weniger Geschmachte zwischenJoshua udn Jade wären mir sehr willkommen gewesen. So fühlte sich der Zirkel und seine Theorien für mich einfach nur esoterisch-versponnen und alles andere als wichtig an.

Wie gesagt optisch ist es sehr schön gemacht und mit großer Verbindung zum Inhalt und die Grundidee ist nett und hätte auch eine interessante Geschichte bilden können. Aber für meinen Geschmack ist das der Autorin leider wirklich kaum gelungen, so dass mir die knapp 300 Seiten eher wie tausend vorkamen. Ich wünschte wirklich ich könnte mehr positives darüber sagen, denn auf den ersten Blick macht das Buch so einen vielversprechenden Eindruck.

2 Sterne - klein

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