{Gesehen} The Man in the High Castle – Season 1

High

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
A glimpse into an alternate history of North America: what life after WWII may have been like if the Nazis had won the war. The Man in the High Castle explores daily life in 1962, fourteen years after the end of a longer Second World War (1939–1948 in this history). The victorious Axis Powers – Imperial Japan, Fascist Italy, and Nazi Germany – are conducting intrigues against each other in North America, specifically in the former U.S., which surrendered to them once they had conquered Eurasia and destroyed the populaces of Africa.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Amazon
Jahr: 2015
Staffeln: bisher 1, über weitere bisher nichts bekannt
Anzahl Folgen/Staffel: 10
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Alexa Davalos, Rupert Evans, Luke Kleintank, DJ Qualls, Joel de la Fuente, Cary-Hiroyuki Tagawa, Rufus Sewell, Arnold Chun

Meine Meinung:
Ich fühle mich von keiner Geschichtsepoche so übersättigt wie von dem Zweiten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus. Von daher bin ich selbst überrascht, wie faszinierend ich die Idee dieser Serie (beziehungsweise der Buchvorlage, die ich aber nicht kenne) finde und wie sehr mich die Serie im Vorfeld neugierig gemacht hat. Die Frage, wie unsere Welt sich entwickelt hätte, wenn nicht die Allierten, sondern Deutschland und Japan den Krieg gewonnen hätten, ermöglicht so viele unterschiedliche Antworten.

Aber die Antwort, welche die Serie gibt, fand ich in weiten Teilen unbefriedigend. Und ich kann nicht mal genau sagen, was alles der Grund dafür war. Zum einen fiel es mir schwer diese Welt als realistisch zu sehen. Ich denke, dass liegt zu einem Großteil einfach daran, dass die Serie fast nur in den USA spielt und mir dort der Bezug oder die Vergleichsmöglichkeit mit unserer Realität etwas fehlt. Denn es gibt eine kurze Szene in Berlin. Einem Berlin, dass schon sehr stark von Hitlers Germania geprägt ist aber trotzdem hab ich sofort ‚mein richtiges‘ Berlin, in dem ich schon war, darin wiedererkannt – und diese kurze Szene hat mich mehr berührt und beschäftigt als all die Szenen in San Francisco und New York zusammen. Es ist dort für mich einfach nicht richtig greifbar. Und überhaupt hatte ich mir wohl zu viel von diesem Konzept der alternativen Geschichte versprochen, denn es spielt kaum eine Rolle für die Handlung, dass die Sieger und Verlierers des Zweiten Weltkrieges ausgetauscht wurden. Gut, die Serie konnte dadurch die bekannten Symbole nutzen und hat sich wohl ideologische Erklärungen gespart, aber eigentlich hätten es auch einfach sonst zwei faschistische Staaten sein können, die den Rest der Welt unterdrückt haben und sich in einer Art Kalten Krieg befinden.
Und ich musste immer etwas kichern, wenn in englischen Sätzen dann plötzlich mitten drin ein (leicht verstümmeltes) Obergruppenführer oder so auftauchte, weil es einfach merkwürdig klingt. Wobei das Deutsch in der Serie generell überraschend gut war, da hab ich schon viel, viel schlimmeres gehört.

Aber das größere Problem warne für mich Julianna und Joe, die beiden zentralen Figuren. Die ich so wahnsinnig faszinierend und einzigartig fand, dass ich den Namen des Typen jetzt schon nachschlagen musste, weil ich ihn bereits vergessen habe.
Ich muss dazu sagen, dass die Handlung sehr, sehr langsam ist und es wohl bewusst so ist, dass wir die Personen damit auch nur sehr langsam kennen lerne und sie erst nach und nach wirklich mehrdimensional werden. Aber mir ging es einfach viel zu langsam und so ab Folge fünf (von zehn) hab ich es auch nicht mehr versucht, weil ich bis dahin einfach jegliche Motivation verloren hatte. Aber es macht die Sache natürlich nicht besser, denn sie stehen nun mal meistens im Mittelpunkt der Handlung. Wäre die Handlung nicht gleichzeitig wirklich extrem langweilig gewesen, so dass in manchen Episoden einfach nichts passiert, hätten mich Julianna und Joe vielleicht gar nicht so gestört, weil es andere Entwicklungen gegeben hätte, die meine Aufmerksamkeit gefordert hätten, aber so war es einfach zäh. So zäh.
Viel interessanter und auch so ziemlich die einzige Person, deren Schicksal mich überhaupt interessiert hat, war Frank. Aber er allein konnte die Serie auch nicht wirklich für mich interessant machen.

Und dann das Ende. Oh Gott, das Ende. Ich will keine Details spoilern, aber es gibt da einen Twist, der alles vorige in Frage stellt und verschiedene Interpretationen zulässt. Die ich aber alle doof finde.

Ich bin von der Serie ziemlich enttäuscht, was aber zu einem Teil auch daran lag, dass ich einfach was anderes erwartet hab. Es ist mehr eine generische Untergrundbewegung wehrt sich gegen Unterdrücker-Geschichte, die sehr langsam erzählt wird, als wirklich eien Auseinandersetzung damit wie die Welt nach der Niederlage der Allierten möglicherweise ausgesehen hätte.

3 Sterne - klein

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4 Antworten zu {Gesehen} The Man in the High Castle – Season 1

  1. singendelehrerin schreibt:

    Hm, habe jetzt nur den Anfang und das Ende überflogen, weil ich erst noch in die Serie reinschauen muss. Schade, dass du etwas enttäuscht bist, bin gespannt, wie mein Eindruck sein wird. Ich finde nämlich die Prämisse auch äußerst interessant, auch wenn ich – ähnlich wie du – ein bisschen übersättigt bin von dieser Epoche. Filme, die in der Nazi-Zeit spielen, interessieren mich meistens nicht (mehr). Früher, gerade als Jugendliche, war das die einzige Epoche, die mich interessierte, aber heute reicht es mir eigentlich, wenn ich beruflich mit dem Thema zu tun habe… Vielleicht wird es bei mir auch besser funktionieren, weil ich im Sommer erst in San Francisco und New York war – mal sehen.

    Gefällt 1 Person

    • Amerdale schreibt:

      Ich denke viel hängt auch einfach davon ab, wie sehr man eine sich sehr langsam entwickelnde Handlung mag. Ich hatte da so meine Probleme und das hat viel ausgemacht für mich. Aber die Ortskenntnis macht es bestimmt auch interessanter.

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  2. Miss Booleana schreibt:

    Ich hab bisher alle Reviews gemieden, weil ich nicht gespoilert werden wollte – möchte die Serie demnächst schauen. Aber ich wusste, dass du immer sehr darauf achtest nicht zu spoilern 😉 Dein Eindruck ist also der erste den ich über die Serie lese und ich war etwas erstaunt, dass es nicht so ganz überzeugen kann. Bin ja auch kein großer Fan von sich zu langsam entwickelnden Serien. Bin mal gespannt, ob es auf mich auch so wirkt! Das mit dem Twist hat mich jetzt doch ziemlich neugierig gemacht.
    Alleine Trailer und die fragwürdigen Promo-Aktionen rufen schon ein unterschwelliges unheimliches Gefühl hervor … ich bin gespannt.

    Gefällt 1 Person

    • Amerdale schreibt:

      Ich bin gespannt wie es dir gefällt. Für mich war einfach die Kombination aus (für mich) langweiligen Figuren und langsamer Handlung zu viel, aber das sind halt beides sehr subjektive Punkte.

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