{Gelesen} Arturo Pérez-Reverte: Der Club Dumas

Der Club Dumas
Originaltitel: El Club Dumas
Übersetzer*in: Claudia Schmitt
Taschenbuch, 460 Seiten
List, 2014
Goodreads

Klappentext:
Lucas Corso sucht im Auftrag von Händlern und Sammlern nach seltenen Erstausgaben und prachtvollen Wiegendrucken. Zwei bibliophile Kostbarkeiten werden dem Bücherjäger zum Verhängnis: ein wertvoller okkulter Band, dessen Drucker vor Jahrhunderten auf dem Scheiterhaufen endete, und das Kapitel eines Originalmanuskripts von Alexandre Dumas. Manche Bücherschätze entzünden offensichtlich Leidenschaften, die geradewegs in den Wahnsinn führen.

Meine Meinung:
Uff, ich hätte besser vorher „Die drei Musketiere“ nochmal gelesen, denn auf diesen Roman wird hier in einer der zwei Haupthandlungen sehr häufig Bezug genommen und ich kann mich an dessen Inhalt und die vorkommenden Personen  nur sehr ungefähr erinnern. Weswegen ich vermutlich auch so einiges nicht verstanden und einige Anspielungen wohl auch schlicht und ergreifend nicht wahrgenommen habe. Zumindest hatte ich mehrmals während der Lektüre das Gefühl hier wichtige Punkte fürs Verständnis verpasst zu haben und das war weniger schön. Und es wird nur so mit Titeln und Textausschnitten aus irgendwelchen jahrhundertealten Bücher um sich geworfen ohne dass es wirklich benötigt wird, dass es einfach nur nervend war.

Wie schon gesagt, es gibt zwei Haupthandlungen, die sich zwar in einigen Punkten kreuzen und natürlich in der zentralen Figur des Corsa überlappen, aber jeweils von zwei kostbaren Büchern symbolisiert werden: zum einen ein Manuskript eben der Musketiere und zum anderen ein Buch zur Beschwörung des Teufels. Aber beide verlaufen höchst spannend – bis zu einem vollkommen undramatischen Ende. Die Auflösung des Musketiere-Plots ergibt für mich kaum Sinn, der Gedanke dahinter hätte sich auch einfacher erreichen lassen und es wirkt einfach sehr unglaubwürdig.
Bei der Neun-Pforten-Handlung fand ich das Ende passender, aber auch da lässt die Dramatik nach.

Corsa selbst fand ich zwar einerseits durchaus eine interessante, wenn auch nicht sonderlich sympathische, Figur, aber gleichzeitig erfährt man über ihn außer seiner Buchkenntnis und Vorliebe für Gin nicht wirklich viel, so dass es mir schwer fiel eine Verbindung zu ihm aufzubauen und wirklich Anteil an dem zu nehmen, was ihm zustößt. Und dann ist da noch das total mysteriöse Mädchen, von dem man nicht mal den Namen erfährt, aber immer mehr zu wissen scheint als alle anderen und welches immer kühl und überlegt bleibt. Mir fehlte da einfach eine Figur, die auch eine emotionale Seite hat.

Insgesamt ist es zwar sehr spannend, so dass ich das Buch auch in kurzer Zeit durch hatte, und bildet ein faszinierendes Verwirrspiel, in dem sich Corsa gemeinsam mit dem Leser verwirrt. Das Ende kann jedoch leider nicht mit den aufgbeauten Erwartungen mithalten.

3 Sterne - klein

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3 Antworten zu {Gelesen} Arturo Pérez-Reverte: Der Club Dumas

  1. Cathrin Rubin schreibt:

    Als großer Musketier-Fan (und auch vom Grafen von Monte Cristo) hattest du sofort meine Aufmerksamkeit. Allerdings bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich das Buch wirklich lesen soll. Vor Begeisterung sprüht deine Rezension ja nicht gerade 😉

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  2. Pingback: {Gesehen} The Ninth Gate | Mind Palace

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