{Gelesen} Jonas Herlin: Kriger des Nordens

Krieger des Nordens

Taschenbuch, 479 Seiten
Blanvalet, 2016
ISBN: 978-3-7341-0189-2
Verlagsseite mit Leseprobe
Goodreads

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Die Langbootflotte des Wikingerfürsten Grimr Schädelspalter befindet sich auf dem Rhein mitten im Reich der Franken als er nach einer Schlacht an seinen Wunden stirbt. Für seinen Sohn Olav ist klar, dass er nun die Führung der Flotte übernimmt. Doch sein Bruder Thorbrand greift ebenfalls nach der Macht. Plötzlich sind die Nordmänner in zwei Lager gespalten und können sich auf kein gemeinsames Vorgehen einigen, während sich ein Herr der Franken nähert. Was als gewinnbringendes Abenteuer begann, endet in einem gewaltigen Kampf. Den einem bringt er Ruhm, den anderen den Tod.

Meine Meinung:
Dies ist einer der seltenen Fälle, wo ich mich zuerst in das Buchcover (diese eisblauen Augen!) verliebt habe und erst dann der Klappentext mein Interesse geweckt hat. Aber hinter dem schönen Cover verbirgt sich auch ein guter historischer Roman mit einer eher ungewöhnlichem Kombination von Epoche und Handlungsort.

Der Roman steht insofern etwas in der Tradition von Bernard Cornwell oder Simon Scarrow, als vor allem Schlachten und Eroberung im Vordergrund stehen. Und wie der Klappentext schon andeutet, gibt es davon auch genug. Dementsprechend gibt es auch genug brutale Szenen, wobei der Autor zwar nicht davor zurückschreckt Dinge beim Namen zu nennen, aber sie auch nicht unnötig detailliert beschreibt. Es entwickelt sich schnell eine Spannung, die den Leser gefangen nimmt und bis zum Ende der Handlung auch nicht mehr loslässt.

Die beiden Brüder im Mittelpunkt des Romans, Olav und Throbrand, erinnerten mich mit ihren vorherrschenden Eigenschaften manchmal an an Loki und Thor aus den Marvel-Filmen, was ich doch etwas erheiternd fand. Wobei mir hier Olav deutlich sympathischer war und ich seine Gedanken und Aktionen auch besser nachvollziehen konnte als die des ungestümen Thorbrand. Leider hatte ich etwas den Eindruck, dass die Sympathien des Autors genau gegensätzlich verteilt waren als meine. Dementsprechend hab ich mir ohne jetzt zu viel verraten zu wollen auch ein etwas anderes Ende gewünscht.

Aber auch so fand ich es wirklich gut zu lesen und interessant. Gerade dadurch, dass Thorbrand durch gewisse Entwicklungen in einen engeren Kontakt zu einigen Franken kommt und der Leser so mit ihm von außen einen Blick auf diese dem Wikinger doch recht fremde Gesellschaft werfen kann, fand ich sehr faszinierend.

Ein gelungenes Debüt des Autors, dem hoffentlich noch viele weitere Romane folgen. Vielleicht sogar eines über die Abenteuer von Branagorn von Corvey, den ich hier schon sehr interessant fand und über dessen Erlebnisse ich gern mehr lesen würde.

4 Sterne - klein

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 4 Sterne, Buchbesprechungen, Historical abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s