{Gelesen} Jo Nesbø: Der Sohn

Sohn

Originaltitel: Sønnen
Hardcover, 522 Seiten
Ullstein, 2014
Übersetzer: Günther Frauenlob
ISBN: 978-3-550-08044-9
Goodreads

Klappentext:
Sonny ist auf der Flucht. Sonny ist ein vorbildlicher Gefangener. Er lauscht den Geständnissen seiner Mitgefangenen und vergibt ihnen ihre Sünden.
Er wurde sein ganzes Leben lang belogen. Doch dann ändert das Geständnis eines Mitgefangenen alles. Er weiß etwas über Sonnys in Ungnade gefallenen Vater.
Sonny will Rache. Er flieht aus dem Gefängnis. Die Verantwortlichen sollen für ihre Verbrechen zahlen. Wie hoch der Preis auch sein mag.

Meine Meinung:
Wie so typisch für skandinavische Autoren ist das hier über lange Strecken ein ziemlich düsterer  und schwermütiger Roman. Was aber gar nicht abwertend gemeint ist, es ist aber eben keine leichte Kost. Thematisch, nicht stilistisch. Es geht um Drogensucht, Korruption und dergleichen mit den entsprechend gewalttätigen Begleiterscheinungen, die hier auch in keinster Weise beschönigt werden.

Stilistisch gesehen lässt sich das Buch angenehm und flüssig lesen. Was ja auch kein Wunder ist, der Autor hat ja schon einige Übung und Routine. Aber trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass zwischen mir als Leser und den Figuren, besonders Sonny, eine ständige Distanz herrschte und ich nicht wirklich einen Zugang zu ihm als Person fand. Er bleibt immer ein Rätsel mit einer gewissen Unberechenbarkeit. Zwar ein faszinierendes Rätsel, aber eben doch auch undurchsichtig.

Dazu kommt, dass wir am Beginn des Buches Sonny als drogensüchtigen Inhaftierten kennen lernen, der sich dann aber aufgrund der Ereignisse flieht und problemlos in Freiheit klar kommt und nach einem schnellen Entzug keinerlei Sehnsucht nach Drogen hat. Diese Änderungen gingen mir viel zu schnell und glatt voran um wirklich glaubwürdig zu sein, auch wenn sie dazu beitragen, dass die Handlung an Tempo und Spannung gewinnt.

Was ich aber etwas störte, war das Ende des Buches. Zum einen wird es da dem Leser überlassen, wie er das letzte Geschehen einordnet und mir wäre eine eindeutige Antwort lieber gewesen. Was auch daran liegt, dass ich selbst keine für mich befriedigende, eindeutige Antwort finden kann. Das hat natürlich seinen Reiz, aber ich mag meine Krimi-Geschichten lieber mit eindeutigem Ende.

Kein ganz runder Thriller, aber sehr spannend. Auf die Liebesgeschichte hätte ich allerdings verzichten können.

4 Sterne - klein

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