{Gelesen} Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten

Alles was wir geben mussten

Originaltitel: Never let me go
Taschenbuch, 349 Seiten
btb, 2006
ISBN: 978-3-442-73610-2
Goodreads

Klappentext:
Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick schient Kailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen.

Mein Eindruck:
Alles, was ich vor der Lektüre über das Buch wusste, war dass es irgendwas mit Klonen/Genetik/Menschen als lebende Ersatzteillager zu tun hat. Und genau diese Thematik war auch der Hauptgrund warum ich es gelesen habe.

Aber leider ist dies zwar die zugrunde liegende Thematik, die aber nie wirklich in den Fokus der Handlung gerät. Die hat viel mehr von einer Mischung aus klassischer Coming-of-Age-Geschichte gemischt mit einer Liebesgeschichte. Und das interessiert mich leider viel weniger, vor allem da ich auch die Umsetzung hier nicht sonderlich bemerkenswert oder neuartig fand.
Es wird sich nahezu völlig auf drei Personen und deren (Liebes-)leben konzentriert und das war mir einfach viel zu viel, vor allem da keine der drei wirklich mein Interesse wecken konnte.

Was mir viel zu sehr fehlte, waren Informationen über die Gesellschaft, in der die drei aufwuchsen, und wie diese funktioniert. All die kleinen sozialen und politischen Details, die diese fremde (zukünftige?) Welt vorstellbar machen und einen Rahmen bilden, werden hier nur angedeutet. Mir war das viel zu wenig um wirklich verstehen zu können, warum die Personen so handeln, wie sie nun mal handeln und beispielsweise nicht einfach weglaufen in ein Land, wo sie als ’normale‘ Menschen leben könnten.

Das war nicht, was ich vor der Lektüre erwartet hatte und ich bin dementsprechend etwas enttäuschend. Kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum das Buch so von Kritikern gelobt wurde. Da fand ich beispielsweise in „Die Entbehrlichen“ von Ninni Holmqvist die ähnliche Thematik weitaus besser und interessanter umgesetzt.

3 Sterne - klein

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3 Antworten zu {Gelesen} Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten

  1. Cathrin Rubin schreibt:

    Ich bin schon immer skeptisch, wenn so übergroße Lobhudeleien auf dem Cover stehen… das setzt die Erwartungen einfach zu hoch! Deine Kritikpunkte kann ich total verstehen. Ich würde wohl die gleichen Aspekte im Roman vermissen.
    Hast du zu Ninni Holmqvists Roman auch eine Rezension geschrieben?

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: {Gelesen} Ninni Holmqvist: Die Entbehrlichen | Mind Palace

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