{Gesehen} The Night Manager

Night Manager

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
The contemporary interpretation of le Carre’s espionage drama — and the first TV adaptation of a le Carre novel in more than two decades — follows a former British soldier as he navigates the shadowy recesses of Whitehall and Washington where an alliance operates between the intelligence community and the secret arms trade, infiltrating the inner circle of arms dealer.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: BBC One
Jahr: 2016
Staffel: Mini-Serie mit einer Staffel, auch wenn es (bisher) unbestätigte Spekulationen über eine weitere Staffel gibt
Anzahl Folgen/Staffel: 6 (BBC-Ausstrahlung) bzw. 8 (Amazon Prime)
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten (BBC) bzw. etwa 45 Minuten (Amazon Prime)
Schauspieler: Tom Hiddleston, Hugh Laurie, Olivia Colman, Tom Hollander, Elizabeth Debicki, Michael Nardonne, Alistair Petrie

Meine Meinung:
Ich habe den der Serie zugrunde liegenden Roman nicht gelesen aber mal kurz die recht ausführliche Inhaltsbeschreibung der englischen Wikiepdia durchgelesen. Demnach ist zum einen die Handlung modernisiert worden (der Roman spielt in den 70ern, die Serie in der Gegenwart) und zum anderen ist das Ende völlig anders.
Die Modernisierung finde ich sehr gut gelungen, da passt alles ohne dass nennenswert viel geändert wurde – was eigentlich überraschend ist, wenn man bedenkt was sich in den letzten 40 Jahren so geändert hat.
Ob dagegen die Änderung des Endes wirklich gut oder auch nur notwendig war, lässt sich streiten. Das Ende des Buches ist offener (was eher eine weitere Serie ermöglichen würde xD) und überlässt wohl mehr moralische Bewertungen dem Leser. Die Serie gibt sich dagegen deutlich mehr Mühe alle Handlungsfäden abzuschließen und ein hübsches Schleifchen für die Zuschauer zu wickeln. Und ganz klar eine Seite gewinnen lassen. Es ist gut gemacht und wüsste ich nicht, dass das Buch ein anderes Ende hat, hätte es mich vermutlich auch nicht gestört (aber ich musste ja nachschauen, ne? Grmpf.) So frage ich mich aber warum die Änderung vorgenommen wurde.

Womit wir aber auch schon meinen größten Kritikpunkt an der Serie abgehandelt hätten. Es gibt noch ein paar kleine Dinge, die mir aufgefallen sind. So kann ich die Motivation von Jed für ihre Handlungen sowohl in Bezug auf Roper als auch auf Pine nicht wirklich nachvollziehen und Pines Wandlung von Hotelmanager zum Undercoveragenten geht mir auch wenn man seinen militärischen Hintergrund berücksichtigt, zu problemlos und schnell vonstatten.

Aber das störte meinen Genuß der Folgen kaum. Und genossen habe ich die Folgen wirklich. Die erste noch etwas weniger, aber sie dient auch wirklich vor allem dazu alle Figuren in Position zu bringen und dem Zuschauer vorzustellen und die Handlung fing meinem Eindruck nach auch erst in der zweiten Folge so richtig an. Hat mich dann aber auch nicht mehr losgelassen und ich hab die ganze Woche lang der jeweils nächsten Folge entgegen gefiebert. Hab ich so schon lang nicht mehr bei einer Serie erlebt. Schönes Gefühl.

Wobei aber auch schon allein der Cast und die Schauplätze es wert sind, dass man sich die Serie anschaut. Von mallorquinischer Villa über ein Luxushotel in Kairo bis hin zu den Schweizer Bergen sind es einfach großartige Orte, an denen die Handlung spielt und sie sind auch wunderbar in Szene gesetzt.
Und den Cast kann man einfach nicht genug loben. Hiddleston und Laurie als Gegner in diesem Katz-und-Maus-Spiel sind einfach großartig, aber mein Favorit war die schwangere Olivia Colman, die ich hier fast noch beeindruckender fand als sie es schon in Broadchurch war.
Aber auch Hiddlestons Pine fand ich sehr faszinierend. Er ist wohl die Figur, welche die größte Entwicklung innerhalb der Serie durchmacht – vom Hotelmanager zum Undercoveragenten aus Überzeugung zu jemand, der versucht der Faszination von Macht & Reichtum, verkörpert durch Roper, zu entziehen – und diese Facetten eines Mannes, dem erst nach und nach klar wird, auf was er sich da eingelassen hat, sind toll dargestellt.
Doch auch Lauries Roper ist für einen Bösewicht ungewöhnlich sympathisch. Obwohl der Zuschauer keine Sekunde über seine Verbrechen im Unklaren gelassen wird – ganz im Gegenteil er erfährt von diesen, bevor er Roper überhaupt das erste Mal sieht, so kann man sich dem Mann und seine Anziehungskraft einfach kaum entziehen und ist von ihm so fasziniert, wie es auch Pine ist.

Eine klare Empfehlung für alle Freunde von Spionage-Serien. Und für jeden, der verstehen will, warum Hiddleston auf einmal als die ideale Wahl für einen neuen James Bond gesehen wird 😉

4 Sterne - klein

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17 Antworten zu {Gesehen} The Night Manager

  1. Zeilenende schreibt:

    Mhm … Der Trailer sah gut aus. Nach deiner Bewertung ist das Ding also ein Fall für den Zettel. 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. singendelehrerin schreibt:

    Schön, dass dir die Serie auch so gut gefallen hat! 🙂 Ja, Hiddleston wäre – gleich nach Idris Elba – meine zweite Wahl als neuer Bond! 😉

    Gefällt 3 Personen

    • Amerdale schreibt:

      Ich bin an sich ja auch schon rein aus Prinzip für einen PoC und/oder eine Frau – gab genug weiße Männer als Bond, da muss ein Wechsel her xD Aber wenn es wirklich wieder ein männlicher weißer sein muss, wäre Hiddleston echt keine schlechte Wahl.

      Gefällt mir

  3. Wulf Bengsch schreibt:

    Jau, da sind wir uns ja sehr einig, was die Serie an sich, die Darsteller und die Schauplätze anbelangt. Das mit dem Ende ist ja wirklich so eine Sache, die am ehesten stört, wenn man den direkten Vergleich zieht, aber ich glaube, das war den Machern einfach zu offen für eine als in sich geschlossen angekündigte Miniserie, aber gut, muss man jetzt mit leben 😉

    Gefällt 2 Personen

  4. Ach sie an, auf Prime liegt sie schon; habe ich noch gar nicht bemerkt 🙂
    Ich hatte die ersten beiden Folgen auf der Berlinale gesehen und fands sehr unterhaltsam. Natürlich wollte ich Coleman und Hiddleston auch live sehen.

    Gefällt 1 Person

  5. Cathrin Rubin schreibt:

    Steht schon auf meiner Watchlist 😉

    Gefällt 1 Person

  6. Alice schreibt:

    Mein Mann und ich finden die Serie auch klasse! Wenn ich was kritisieren „müsste“, dann wären es ebenfalls die beiden von dir aufgeführten Punkte, Motivation Jed (Sohn finanzieren reicht mir irgendwie nicht) und Wandlung Pine. Aber da mir die Serie echt Spaß gemacht hat, will ich gar nicht groß was kritisieren. Das Buch lese ich irgendwann auch mal… wenn ich die Serie größtenteils vergessen habe 😀

    Gefällt 1 Person

  7. franziska-t schreibt:

    Ich bin ganz bei dir. Jeds Motivation fand ich ebenfalls manchmal eigenartig. Außerdem ist mir einige Tage später – nachdem sich das Finale gesetzt hat – noch Jeds Sohn eingefallen. Wo ist der denn am Ende? Diese kleinen Logiklöcher tun aber der Story keinen Abbruch. Ich war ab Folge 4 (60 Minüter) bzw. Folge 5 (45-Minüter) sowieso leicht paralysiert. Ich sag nur Zimmer 106. 😉

    Hier meine Kritik: https://filmkompass.wordpress.com/2016/05/11/the-night-manager-omu-2016/

    Gefällt 1 Person

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