{Gelesen} Gillian Flynn: Finstere Orte

Finstere Orte

Originaltitel: Dark places
Übersetzer: Christine Strüh
Hardcover, 523 Seiten
Scherz, 2010
ISBN: 978-3-502-10095-9
Goodreads

Klappentext:
Sie war sieben, als die Schüsse fielen. Als sie in die kalte Nacht hinauslief und sich versteckte. Als ihre Mutter und ihre beiden Schwestern umgebracht wurden. Als ihre Zeugenaussage ihren Bruder für immer hinter Gitter brachte.
Jetzt, 25 Jahre später, gibt es Leute, die an der Schuld ihres Bruders zweifeln. Libby muss noch einmal ihre Vergangenheit aufrollen: Was hat sie in jener verhängnisvollen Nacht wirklich gesehen? Ihre Erinnerungen bringen sie in Lebensgefahr – so wie damals.

Meine Meinung:
Gone Girl war für mich eine der überraschendsten Thriller, die ich 2015 gelesen hatte. Dementsprechend neugierig war ich, ob die anderen Bücher der Autorin da mithalten könnten. Und das erste weitere, dass mir von ihr in die Hände fiel, war eben Finstere Place (übrigens inzwischen auch unter dem ‚eingedeutschen‘ Titel „Dark Places – Gefährliche Erinnerung“ erhältlich).

Allerdings ist meine Lesereihenfolge hier gegensätzlich zu der Erscheinungsreihenfolge der Bücher. Finstere Orte ist als erstes (der beiden Bücher, Cry Baby ist das Debut der Autorin) erschienen und meiner Meinung nach merkt man ihm an, dass die Autorin da im Schrieben ein Buch weniger Erfahrung hatte.

Womit ich keineswegs sagen will, dass sich das Buch nicht lohnt. Die Handlung ist sehr spannend und ich wollte schon nach kurzer Zeit unbedingt wissen, wie es ausgeht. Das ist auch grundsätzlich wohl einer der stärksten Punkte von Frau Flynn. Spannungsaufbau beherrscht sie wirklich mehr als gut. Das Buch entwickelte regelrecht eine Sogwirkung.

Aber die Auflösung selbst am Ende fand ich dann doof. Die ganze Handlung spitzt sich nach und nach auf einen Tag zu und verschiedene Handlungen laufen da zusammen, so dass innerhalb dieses eines Tages sehr viel passiert. Zu viel. Für mich war es da einfach nciht mehr glaubhaft, dass dies alles innerhalb dieser kurzen Zeitspanne passieren sollte. Und mit dieser unbefriedigenden Auflösung verlor das ganze Buch viel für mich.

Und die Figuren waren nicht nur durch die Bank unsympathisch ( das wäre dann das zweite Markenzeichen von Frau Flynn), sondern handeln meist auch idiotisch. Und vor allem Libby hat mich vom Anfang bis zum Ende die meiste Zeit nur genervt. Auf gefühlt jeder Seite wird immer wieder aufs neue betont, dass sie kleptomanisch ist. Was durchaus auch wichtig für die Handlung ist, aber so schlecht ist mein Gedächtnis jetzt nicht, dass ich ständig daran erinnert werden muss.

Ich muss dazu sagen, dass ich das Buch halt doch irgendwie immer mit Gone Girl verglichen habe, nicht inhaltlich aber was Stil, Figuren, Aufbau und so weiter angeht. Hätte ich sie in der umgekehrten Reihenfolge gelesen und hätte sich Finstere Orte dann nicht gegen das für mich bessere Gone Girl behaupten müssen, hätte es mir möglicherweise auch besser gefallen. SO war ich aber etwas von dem unterschiedlichen Niveau enttäuscht. Finstere Orte ist jetzt nicht schlecht und Thriller-Fans werden durchaus auch

3 Sterne - klein

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