{Gelesen} Jonathan Tropper: Mein fast perfektes Leben

Mein fast perfektes Leben

Originaltitel: How to talk to a Widower
Übersetzer: Birgit Moosmüller
Hardcover, 408 Seiten
Knaur, 2007
ISBN: 978-3-426-66272-4
Goodreads

Klappentext:
Es war die große Liebe. Die, von der jeder träumt und ohne die man nicht weiterleben will. Aber genau das muss Doug Parker, seit er mit neunundzwanzig seine Frau verloren hat. Wild entschlossen verschanzt er sich auf seinem Sofa und hält sich an seiner Trauer fest, dem Einzigen, was ihm vom Glück geblieben zu sein scheint. Doch dann beschließt Dougs ebenso liebenswerte wie eigenwillige Familie, ihm ein paar Stöße in die richtige Richtung zu geben: zurück ins fast perfekte Leben.

Meine Meinung:
Es ist schon Jahre her, dass ich vom gleichen Autor „Sieben verdammt lange Tage“ gelesen habe, welches sich als Überraschungshit entpuppte. mit dementsprechenden Erwartungen ging ich dann auch an die Lektüre hier heran und erwartete so etwas sie „PS Ich liebe dich“ aus männlicher Sicht.

Nun ja. Nein.
Das fängt schon damit an, dass ich mir Doug, der trauernde Witwer, von Anfang bis Ende einfach nur schwerst auf die Nerven ging. Seine Existenz und angebliche Trauer besteht darin, sich jedem gegenüber wie ein Arschloch zu verhalten, Frauen wie Objekte, die nur zu seiner Erquickung geschaffen wurden, zu behandeln und ansonsten möglichst auf der Couch zu liegen und in einem Weltmeer von Selbstmitleid zu ertrinken. Oh, und zu fordern, dass ihn jeder andere für sein schweres Schicksal bemitleidet und ihm bestätigt, dass er größeres Leid erlebt als Jesus, Mandela und Ghandi zusammen.
Etwas übertrieben zugeben, aber der Kern stimmt. Und das ist ein Typ Mensch, mit dem ich gar nicht klar komme. Vor allem, weil es Doug gar nicht so schlecht geht. Klar, er hat seine Frau verloren. Urplötzlich durch einen Unfall. Das will ich auch gar nicht kleinreden.

Aber im Gegensatz zu Doug musste beispielsweise sein Stiefsohn nach dem Verlust der Mutter auch noch sein gesamtes Umfeld aufgeben, sein Elternhaus verlassen und zu seinem Bio-Vater und dessen Stieffrau, mit denen beiden er nicht so richtig klar kommt, umziehen. Warum? Weil Märtyrer Doug damit überfordert war das Sorgerecht zu übernehmen.Und wir reden hier von einem Teenager, keinem Kleinkind.
Aber mehrmals die verheiratete(!) Nachbarin vögeln, das ist für den Herrn absolut kein Problem gewesen.
Wie soll ich so jemand mögen oder auch nur Interesse an seinem Leben haben können?

Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr an viel mehr von der Handlung erinnern, weil ich mich ständig über Douchebag-Doug aufgeregt habe. Am Ende wurde es etwas besser und Doug bekam sogar so etwas seinen Scheiß auf die Reihe, aber a) zu spät um meine Meinung über ihn noch zu ändern und b) erst nach einen so absurd-übertrieben Höhepunkt, dass ich ab da gar nichts mehr ernst nehmen konnte.

Ehrlich gesagt, hat mich das Buch so enttäuscht, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt noch ein weiteres von dem Autor lesen will. Es gibt zwar welche, bei denen mich der Klappentext grundsätzlich durchaus ansprechen würde, aber das war hier ja auch der Fall…

2 Sterne - klein

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