{Gelesen} Simon Mayo: Blame

Blame
eBook, 481 Seiten
Corgi Books, 2016
ISBN: 978-0-552-56907-1
Goodreads

Vielen Dank an den Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
What happens when society wants you banged up in prison for a crime your parents committed?
That’s the situation in which Ant finds herself – together with her little brother Mattie and their foster-parents, she’s locked up in a new kind of family prison. None of the inmates are themselves criminals, but wider society wants them to do time for the unpunished ‘heritage’ crimes of their parents.
Tensions are bubbling inside the London prison network Ant and Mattie call home – and when things finally erupt, they realize they’ve got one chance to break out. Everyone wants to see them punished for the sins of their mum and dad, but it’s time for Ant to show the world that they’re not to blame.

Meine Meinung:
Die Idee des Buches hat mich auf den ersten Blick fasziniert und ich habe mich unheimlich gefreut als ich das Buch dann als Rezensionsexemplar lesen durfte. Aber leider finde ich die Umsetzung nur bedingt überzeugend.

Man erfährt über Ant und ihre Familie sowie deren enge Umgebung – also für den größten Teil der Handlung ein Teil eines Gefängnisses –  hinaus kaum etwas über die Gesellschaft, deren Aufbau und Funktionsweise. Und das fehlte mir total, denn nach dem wenigen, was man über Andeutungen erfährt, erscheint mir das System einfach unlogisch. Es wird zwar viel daon geredet, dass die Nachfahren von Verbrechern deren Verbrechen gegenüber der Gesellschaft sühnen sollen und dieser zurückzahlen sollen, was sie durch die Verbrechen für Vorteile hatten (zum Beispiel weil ein Vater von dem gestohlenen Geld Essen für seine Kinder gekauft haben,haben diese von dem Diebstahl profitiert –  für mich auch kaum nachvollziehbar diese Begründung). Aber in meinen Augen werden durch die Inhaftierung, inklusive Versorgung und Wachpersonal und alles, ja vor allem nur noch mehr Kosten für die Allgemeinheit verursacht. Also das genaue Gegenteil der eigentlichen Begründung. Und darauf wird leider in dem Buch nie eingegangen.

Und dann ist da Ant, die Hauptperson des Buches. Und ist mir Ant die meiste Zeit so auf die Nerven gegangen. Sie handelt völlig planlos und impulsiv, was man einem Teenager ja nicht mal unbedingt vorwerfen kann. Aber sie kommt mit den bescheuertsten Aktionen durch, weil sie einfach ständig ein Riesenglück hat – und irgendwann ist es nicht mehr glaubhaft oder spannend, sondern einfach langweilig -, und außerdem jeder andere bereit ist sich für Ant zu opfern, weil sie ja so toll ist. Ant ist echt so sehr die Verkörperung der „The Chosen One“-Trope.

Und auch sonst konnte ich über manche Punkte in der Handlung einfach nur den Kopf schütteln, aber die Ereignisse nicht mehr Ernst nehmen. So bewahrt eine Person in dem Buch Informationen über ein sehr dunkler Geheimnis in ihrer Vergangenheit in einem USB-Stick auf, so dass sie problemlos gefunden und gegen sie genutzt werden können, anstatt die Daten einfach zu löschen.
Aber dann wäre die Sache für Ant wohl deutlich schwieriger bis unmöglich geworden und das geht ja nicht, siehe vorige Absatz. Gnah.

Klingt jetzt sehr negativ, aber ich fand die Geschichte durchaus spannend und kurzweilig – solange ich nicht zu sehr über die zugrunde liegenden Funktionsmechanismen nachdachte. Leser, denen weniger an Worldbuilding gelegen ist, haben hier bestimmt ihre Freude.

3 Sterne - klein

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