{Gelesen} Ninni Holmqvist: Die Entbehrlichen

Die Entbehrlichen

Originaltitel: Enhet
Übersetzer: Angelika Gundlach
Hardcover, 269 Seiten
Fahrenheit, 2008
ISBN: 978-3-940813-00-8
Goodreads

Klappentext:
Ein Sanatorium voller Luxus und Komfort. Eine Gesellschaft, die nur auf ihre produktivsten Mitglieder, die »Benötigten«, setzt. Und eine Frau, die ihnen ihren Körper und ihr Leben opfern soll. Weil sie fünfzig ist. Weil sie keine Kinder hat. Und weil sie liest. Eine Entbehrliche. Dorrit Wegner lebt in nicht allzu ferner Zukunft. Sie gehört zu den »Entbehrlichen«, denjenigen, die ihre Produktivität nicht durch die Geburt eines Kindes unter Beweis gestellt haben. Und so wird sie an ihrem 50. Geburtstag in die »Einheit« eingewiesen, eine Anlage, die – obwohl mit allem nur erdenklichen Luxus ausgestattet – nur einem Zweck dient: Die Bewohner müssen sich für psychologische Tests und Organentnahmen zur Verfügung stellen – bis hin zu einer radikalen Operation, der so genannten »Endspende« für die »Benötigten«, die zum sicheren Tod des Spenders führt.Überraschend schnell gewöhnt sich die eigentlich freiheits-liebende Dorrit in die »Einheit« ein – bis sie in dem Mitbewohner Johannes die erste große Liebe ihres Lebens findet. Mehr noch: Sie wird schwanger.

Meine Meinung:
Thematisch hat das Buch einige Parallelen zu dem (zumindest gefühlt) deutlich bekannteren Alles was wir geben mussten, hat mir aber doch etwas besser gefallen. In der hiesigen, irgendwo in  Schweden angesiedelten Handlung dienen Menschen ohne Kinder ab einen gewissen Alter praktisch als Laborratten. Sie leben zwar in recht viel Luxus aber es ist eben trotz allem ein Käfig mit goldenen Stäben. Das Konzept wirkte auf mich sehr durchdacht und erschreckend plausibel und ohne größere Probleme (also rein logistisch/technisch, politisch Gott sei Dank dann wohl doch) realisierbar.

Dagegen fand ich Dottie eher langweilig und auch ihr Leben in der Einheit, wie der ‚goldene Käfig‘ genannt wird nicht sonderlich spannend. Die Liebesgeschichte bringt etwas Abwechslung, war jetzt aber auch nicht gerade umwerfend. Das Buch hat nur 269 Seiten, so dass sich eigentlich nichts wirklich in die Länge ziehen konnte, aber trotzdem hab ich mich irgendwann auf das Ende gefreut. Einfach weil es das Ende war, so wenig konnte mich Dottie und ihre Überlegungen fesseln. Es gibt zwar ein paar gute Punkte, aber sie werden immer nur gestreift.
Dafür ist das Ende aber überraschend konsequent. Nicht unbedingt schön oder positiv, aber konsequent. Das fand ich wieder gut.

Für mich waren es weniger die Handlung an sich oder Dottie und Johannes, was mich an dem Buch faszinierten, sondern die Gesellschaft dahinter. Eben weil man richtig gemerkt hat, dass sie von unserer nicht sehr weit entfernt ist. Kein Buch, das unbedingt sonderlich unterhält, dafür aber umso mehr zum Nachdenken anregt.

4 Sterne - klein

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