{Gelesen} Andy Weir: The Martian

The Martian

Taschenbuch, 369 Seiten
Del Rey, 2014
ISBN: 978-1-785031-13-7
Goodreads

Klappentext:
I’m stranded on Mars.
I have no way to communicate with Earth.
If the Oygenator breaks down, I’ll suffocate.
If the Water REclaimer breaks down, I’ll die of thirst.
If the Habitat breaches, I’ll just kind of explode.
If none of those things happen, I’ll eventually run out of food and starve to death.
I’m screwed.

Meine Meinung:
Manchmal denkt man, dass einen ein Genre eigentlich nicht mehr überraschen kann und man die ganzen typischen Handlungen und Klischees und Plottwists kennt. Und dann kommt da so völlig unerwartet ein harmlos wirkendes Buch aus dem Genre daher und stellt alles auf den Kopf und lässt einen staunend zurück. So ging es mir letztes Jahr mit The Hero of Ages im Fantasybereich und dieses Jahr hat das The Martian für SciFi gemacht. Mir tun ja schon alle weiteren SciFI-Bücher etwas leid, die sich zukünftig daran messen lassen müssen….

Kleine Anekdote um zu verdeutlichen, wie realistisch und überzeugend das Buch auf mich wirkt: Es werden darin verschiedene bemannte Mars-Mission (die in der internen Zeitrechnung des Buches in der Vergangenheit liegen) am Rande erwähnt und ich wollte mehr darüber wissen. Also hab ich danach gegoogelt. Und nix gefunden. Es dauerte doch tatsächlich einige Minuten bis ich realisierte, dass ich auch nichts finden kann, weil die Mission ja rein fiktiv sind. Okay, ich kam mir dann erst mal dämlich vor – aber das ist wirklich soweit ich mich erinnern kann, dass erste Mal, dass ein Buch mich dazu bringen konnte bei der Lektüre zu vergessen, dass es Fiktion ist und kein Roman über ein wirklich Ereignis. Ich kann gar nicht wirklich in Worte fassen, wie sehr mich dass beeindruckt hat.

Und gleichzeitig hab ich ganz nebenbei unheimlich viel über Raumfahrt gelernt. Ich fand die Feinheiten und die ganzen Details da bisher eigentlich nicht sonderlich interessant, aber Andy Weit hat das hier so geschickt in die spannende Handlung eingeflochten. Und dabei so simpel und einleuchten erklärt, dass auch ich, die nach der 10 Klasse mit einem Seufzer der Erleichterung Physik abgewählt hatte, sie verstehen konnte.

Watney, der arme auf dem Mars gestrandete Astronaut, ist ein großartiger unheimlich sympathischer Protagonist. Er erzählt die meiste Zeit in Tagebuch oder exakter gesagt Logbuch-Form über seinen Überlebenskampf auf dem Mars. Es gibt einige Ausflüge auf die Erde in die NASA-Zentrale und in ein anderes Raumschiff, aber Watney und der Mars sind definitiv das Zentrum des Buches. Und Watney benutzt genau meinen Humor in seinen Schilderungen.

Und so spannend. Denn Watneys verzweifelte Bemühungen zu Überleben sind eine ständige Abfolge von Hoch und Tiefs, was die Spannung einfach über das komplette Buch hochhält, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und mich über jede Gelegenheit zum Lesen freute. Ohne Witze, ich fand es toll zwei Stunden in der Werkstatt auf mein Auto warten zu ‚dürfen‘, weil es bedeutete, dass ich zwei Stunden lang auf dem Mars sein konnte (okay und kostenloser Kaffee und bequeme Stühle, aber vor allem die Zeit zum Lesen war entscheidend).

Ich kann natürlich noch nicht mit Sicherheit sagen, ob dies meine beste Lektüre 2016 sein wird, das Jahr hat ja noch einige Wochen, aber es ist garantiert ein heißer Anwärter auf den Titel. Und ich muss jetzt unbedingt auch die Verfilmung dazu sehen. Wirklich ein tolles Buch, dass eine sehr lohnende Lektüre bietet. Und eines, dass sich sogar ziemlich universell jedem empfehlen würde, was ich nur sehr selten mache.

5 Sterne - klein

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3 Antworten zu {Gelesen} Andy Weir: The Martian

  1. Firyar schreibt:

    Schön, dass es dir auch gefallen hat 🙂 War letztes Jahr mein Überraschungshit. Zumindest Pathfinder ist real auf dem Mars 😀 Den Film mochte ich, auch wenn er (natürlich) mit dem Buch nicht mithalten kann.

    Gefällt 1 Person

  2. bullion schreibt:

    Freut mich, dass dir der Roman auch so gut gefallen hat. Und bin schon gespannt, was du zu dem Film sagst. Ich fand ihn auch sehr gut, aber natürlich war die Vorlage insgesamt gelungener.

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: {Rückblick} Top 5 in 2016 | Mind Palace

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