{Besucht} BuCon 2016

20161022_115433Ich war ja etwas traurig, dass es dieses Jahr mit mir und der Frankfurter Buchmesse nicht geklappt hat. Aber so ganz auf das Messegefühl im Oktober wollte ich nicht verzichten und hab deswegen zum ersten Mal der BuCon einen Besuch abgestattet.

Und für alle die jetzt fragend schauen:
Der Buchmesse Convent (kurz: der BuCon) ist seit über 30 Jahren das unabhängige, zentrale Treffen der deutschsprachigen, literarischen Phantastik-Szene am Buchmesse-Wochenende im Rhein-Main-Gebiet und gleichzeitig die führende Convention für phantastische Literatur in Deutschland. Eingeladen sind alle Freunde von Science Fiction, Fantasy & gepflegtem Horror, egal ob in Film, TV, Literatur oder Kunst. Wir haben regelmäßig über 500 Besucher, Tendenz steigend. Im Gegensatz zum großen Bruder in Frankfurt findet hier der SF-Fan bereits eine (gar nicht mehr so) kleine, aber in Fankreisen äußerst populäre Messe speziell für das phantastische Literaturgenre.
(kopiert von http://buchcon.de/index.php da wie meist zu faul zum selbst formulieren 😉 )

Ich hatte keine Ahnung was mir da genau erwartet und hatte mir nur mal 3 Veranstaltungen aus dem Kalender herausgepickt, die sehr interessant klangen. Die Anreise war für mich netterweise kein großer Akt, es dauert trotz etwas längerer Parkplatzsuche insgesamt keine 90 Minuten. Ich leben zwar am Ende der Welt, aber offensichtlich an einem äußerst günstig gelegenen Ende 😀

Joa, im ersten Moment war ich etwas überfordert von dem etwas verwinkelt angelegten Bürgerhaus, in dem die Con stattfindet. Legte sich mit der Zeit aber natürlich. Ich machte mich dann auch mal recht direkt auf zu meinem ersten rausgesuchten Programmpunkt – der Lesung/Buchvorstellung „Der Fluch des Wüstenfeuers“ von Angela Bottlinger (leider ohne Foto, weil ich vergessen habe eins zu machen). Super interessant klingendes Buch, sympathische, humorvolle Autorin und auch eine gut gemachte Lesung. Muss ich unbedingt lesen. Magie, Gefängnisausbruch, Helden, die so gar nicht heldenhaft zu sein scheinen, Frauen in wichtigen Rollen, es klingt wie extra für mich geschrieben.

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Der nächste Programmpunkt war ein Vortrag von Thomas Le Blanc über die Phantastische Bibliothek Wetzlar und insbesondere deren Projekt Future Life. Sehr spannend und dementsprechend fand ich die Zeit auch zu kurz, ich hätte gern mehr gehört. Aber gut, ist ja klar, dass man an so einem Tag die Zeit für die einzelnen Vorträge begrenzen muss. Aber die Idee aus Science Fiction Literatur Szenarien und Konzepte zu extrapolieren klingt einerseits ziemlich logisch, aber andererseits bin ich doch erstaunt, dass sich damit Geld verdienen lässt. Auch wenn ihc mir mehr konkrete Beispiele für die Arbeit dort gewünscht hätte (ging aber nicht weil Auftragsarbeiten, über die verständlicherweise nicht geredet werden darf), war es sehr anregend.

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Von dem dritten und letzten Panel, dass ich an dem Tag besucht habe, war ich etwas enttäuscht. Der Vortrag über die verschiedenen Marsmissionen und eine mögliche zukünftige Kolonialisierung des Mars war mehr durch Enthusiasmus als Präsentationsgeschick gekennzeichnet. Und auch wenn der Vortrag durchaus randvoll war mit Fakten, fand ich ihn gleichzeitig ziemlich oberflächlich und wenig informativ, so widersprüchlich das im ersten Moment klingt. Aber eine Übersicht, in der alle bisherigen Marsmissionen aufgeführt sind und in der farbig markiert ist, ob erfolgreich oder nicht, einfach vorzulesen ohne darauf einzugehen, warum Mission xy nun gescheitert ist oder was für Erkenntnisse die erfolgreiche Mission abc gebracht hat, ist nun ja… Und die Folien sind ja nett, aber wenn der Vortragende so steht, dass er grundsätzlich mindestens 2/3 des Textes verdeckt, bringt es auch nicht viel.

Etwas schade fand ich zum einen, dass – abgesehen von ein paar Preisverleihungen – immer sieben Veranstaltungen parallel statt fanden. Ich versteh natürlich, dass es anders praktisch nicht geht bei einer eintägigen Veranstaltung und man möglichst vielen Leuten Raum für Lesungen, Präsentationen und so weiter geben will. Aber ich hab von einigen Leuten mitbekommen, dass sie gerne mehre Panels besucht hätten, die aber halt gleichzeitig stattfinden.Doofe Situation, aber wohl nicht zu ändern.
Und zum anderen fand ich die Aussteller, meinem Eindruck nach vor allem Kleinverlage und Selfpublisher, nicht sonderlich interessant. Das lag um einen schon an der Art der Präsentation – aufgereiht in einer großen und dementsprechend für mich viel zu lauten Halle stand da Tisch an Tisch ohne dass ich eine Abgrenzung oder ein System erkennen konnte. Und naja es zeigt zwar toll die Vielfalt der zwei Genres, aber gleichzeitig fand ich die wenigsten Bücher auch wirklich ansprechend. Ich weiß nicht, ob es an der Präsentation lag oder an mir (es war inzwischen Nachmittag und ich hatte mich bisher von einem – nicht schmeckenden – Obstriegel ernährt), aber es kam bei mir kaum die Lust zum Stöbern und Entdecken von neuen Büchern auf. Obwohl es ja grundsätzlich gerade bei meiner Unkenntnis der kleineren Verlage an sich viel zu entdecken gegeben hätte…
Aber ich hab doch irgendwie die großen Verlage vermisst. Zumindest Klett-Cotta mit seiner Hobbit Presse oder der Fischer Verlag mit TOR hätte hier genau die Interessengruppe angetroffen. Schade, dass die großen Verlage da nicht, was weiß ich, zwei Mitarbeiter*innen mit ein paar Büchern und etwas Marketingmaterial aus dem ja gar nicht weißt entfernten Frankfurt, in dem sie an dem Wochenende ja eh sind, für einen Tag rüber schicken können/wollen.

So war meinem Eindruck nach Feder & Schwert der größte anwesende Verlag und auch der einzige Stand, an dem ich mich so spontan in etwas verliebte, dass ich es kaufen musste. Aber die Cover zur Harry Dresden-Reihe sind einfach zu toll gemacht, da konnte ich nicht widerstehen, auch wenn ich die Reihe eigentlich auf Englisch lesen wollte.
(so nebenbei: ich hab mich von gestern Abend bis jetzt schon durch das halbe Buch gelesen und kann sagen, dass nicht nur das Cover gut ist xD) Und was ich ja immer ganz toll finde: Der Verlag hat direkt mit aufs Cover geschrieben, welcher Band das ist. Solche durchdachten Details begeistern mich ja immer sehr.

Und direkt im Foyer präsentierten dann noch zwei mir bis dahin unbekannte Illustratoren ihre Werke – sehr unterschiedlich aber beide haben mich fasziniert. Zum einen war da eine Ausstellung von Timo Kümmel mit vielen Werken, welche die Bandbreite seines Könnens beleuchten. Und zum anderen doJoerch, der seine Werke auch als Poster und Postkarten zum Verkauf anbot (und signierte <3). Ich hätte ja am liebsten so ziemlich alle Postkarten gekauft, aber es war noch ein kleiner Rest Vernunft vorhanden, der mich dazu brachte mich auf drei Stück zu beschränken. Ich hab noch keinen endgültigen Platz bzw. noch keine Passenden Rahmen zum Aufhängen gefunden, so dass sie erst mal den Bücherschrank etwas verzieren (anklicken und vergrößern, dann sieht man die Motive etwas besser):
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Alles in allem könnte ich mir durchaus vorstellen, nächstes Jahr wieder hinzugehen, falls sich für mich interessante Autor*innen (oder auch Illustrator*innen usw. – Magali Villeneuve zum Beispiel würde ich mir nie entgehen lassen oder auch Besucher *mit Zaunpfahl wink :D) dort aufhalten. Nur für die Aussteller allein lohnt sich meiner Meinung nach der Eintritt nicht wirklich, dazu ist mein Geschmack dann wohl doch zu Mainstreamlastig. Aber bis dahin muss ich mich erst mal durch die vielen Broschüren udn Flyer aus der Con-Tüte lesen…
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4 Antworten zu {Besucht} BuCon 2016

  1. singendelehrerin schreibt:

    Solltest du auch Hörbücher „lesen“, kann ich dir die “ Harry Dresden „-Audiobooks, gelesen von James Marsters, nur ans Herz legen! James macht das toll! 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Amerdale schreibt:

      Danke für den Tipp, aber bei Hörbüchern fällt mir die Konzentration aufs Zuhören unheimlich schwer, ich bin da spätestens nach ner Viertelstunde so abgelenkt, dass ich Handlungsteile nicht mehr mitbekomme. Aber Masters klingt natürlich sehr verlockend.

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