{Gesehen} Luke Cage Season 1

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Quelle: imdb.com

Worum geht es:
After a sabotaged experiment leaves him with super strength and unbreakable skin, Luke Cage becomes a fugitive trying to rebuild his life in modern day Harlem, New York City. But he is soon pulled out of the shadows and must fight a battle for the heart of his city – forcing him to confront a past he had tried to bury.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2016
Staffel: 1, über weitere ist bisher nichts bekannt (allerdings werden einige Charaktere aus Luke Cage einen kleineren oder größeren Auftritt in der Serie Defenders haben)
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Mike Colter, Simone Missick, Theo Rossi, Alfre Woodard, Erik LaRay Harvey, Frank Whaley, Rosario Dawson, Mahershala Ali

Meine Meinung:
Ich muss den Artikel mit einer Warnung beginnen: In der zehnten Episode („Take it personal“) wird das Ende der ersten Jessica Jones Staffel gespoilert. Von daher würde ich empfehlen, die auf jeden Fall zu erst zu sehen. Und auch schon weil sie chronologisch eh vor Luke Cage spielt.
Abgesehen davon und dem Auftauchen von Nurse Claire sind die Verbindungen zwischen den einzelnen Serien und auch zu den Marvel Kinofilmen übrigens recht klein. Claire erwähnt irgendwann mal, dass sie einen guten Anwalt kennt und Lokis Angriff auf New York wird ein paar Mal erwähnt, aber viel mehr / wichtigeres gibt es nicht.

In allen Trailern und so, welche ich vor dem Start der Serie gesehen hatte, war HipHop sehr präsent. Für jemanden, wie mich, der diese Musikrichtung absolut nicht leiden kann (ernsthaft: ich würde Volksmusik vorziehen und die mag ich auch schon nicht), war das nicht gerade sonderlich verlockend.
Aber Gott sei dank, spielt HipHop in der Serie selbst eine deutlich kleinere Rolle. Für mich war es zwar eigentlich immer noch zu viel, aber es war erträglich. Der Cameo-Auftritt eines scheinbar sehr bekannten HipHoppers ist zwar komplett an mir vorbei gegangen, aber das stört mich nicht weiter.

Dafür hab ich es sehr genossen, wie viele tolle Frauenrollen in der Staffel vorkamen. Da ist zum einen die schon aus Daredevil und Jessica Jones bekannte Claire Temple über die man hier aber so viel mehr erfährt. Und die einfach weiterhin wunderbar ist mit ihrer Hilfsbereitschaft. Und dann sind da noch Misty und Mariah. Misty Knight ist eine Polizistin mit strengem moralischen Kompass, die einfach nur das Richtige tun will und den Leuten von Harlem helfen will. Und sich dabei selbst manchmal in die Quere kommt. Mariah ist eine Polozikerin, die aus einer Familien von Nachtclubbetriebern/Crime bossen stammt und genauso durchtrieben und machthungrig, wie diese Kombination erwarten lässt. Und jede dieser Frauen ist genau das – Krankenschwester, Polizistin, Ärztin. Nicht Luke Freundin, nicht Damsel in Distress, kein Beiwerk, sondern essentieller Bestandteil. Und das war so großartig.

Ich muss aber sagen, ich hatte so meine Probleme mit Luke selbst. Nicht mit seiner Origin Story. Die ist zwar höchst unoriginell und alles andere als plausibel, aber Gott, darum geht es der Serie auch absolut nicht. Ein Zauberer der mit seinem Zauberstab wedelt, hätte es auch getan. Die Folge mit dem Rückblick auf die Entstehung seiner Kräfte war zwar für mich auch die schwächste Folge der ganzen Staffel, aber immer noch okay.
Aber Luke… Er ist lange Zeit so passiv und stoisch. Wie so ein Fels. Entweder man läuft um ihn herum oder zerbricht an ihm – was seine Gegenspieler ja auch mehr oder weniger merken. Aber deswegen ist ein Felsen noch lange nicht interessant. Er ist eben da. Und so ging es mir mit Luke auch.Er zeigt nur wenige Gefühle und ich hatte selten den Eindruck, dass ich wirklich verstehe, was in ihm vorgeht.

Und dann ist da noch Harlem mit seiner schwarzen Bevölkerung. Und genau das ist es was die Serie zu etwas Besonderem macht. Denn Luke Cage ist nicht nur ein schwarzer Superheld wie the Falcon oder War Machine. Nein im Gegensatz zu den beiden lebt er auch in einer weitestgehend schwarzen Welt. Und die hat ihre ganz eigene Problematik – so thematisiert die Serie durchaus das uhm schwierige Verhältnis zwischen Schwarzen und Cops und das Black Lives Matter-Movement. Aber überhaupt, ich müsste verdammt lange nachdenken um weitere Serien mit so vielen schwarzen Charakteren zu nennen.

Die Handlung selbst erinnerte mich im ersten Moment zu sehr an Daredevil – Superhero gegen lokalen Crimeboss. Aber davon hatte sich die Serie schon nach wenigen Folgen verabschiedet und ist einen eigenen Weg gegangen. Aber auch nur bedingt erfolgreich. Denn Diamondback (für alle, die wie ich da etwas auf dem Schlauch stehen: Cottonmouth und Diamondback sind nicht irgendwelche bizarre Spitznamen, sondern Schlangenarten) konnte mich als Gegenspieler genauso wenig überzeugen wie Luke Cage als Held. Seine Motivation aber auch schon seine Verbindung zu Harlem genau zu dem Zeitpunkt, als Luke dort größere Wellen schlägt, wirken auf mich sehr konstruiert. Ich würde fast wetten, dass mir die Staffel ohne Diamondback mit einer größeren Konzentration auf Mariah, Stokes und Shades (Oh Gott, ist Theo Rossi genial in der Rolle) besser gefallen hätte.

Insgesamt fand ich die Serie aber doch etwas schwächer als ihre ‚Geschwister‘ Daredevil und Jessica Jones, was aber vor allem in Luke Cage selbst begründet ist. Er ist wohl einfach kein Superheld für mich. Wobei das nicht viel heißen will, die Serie hat mir noch sehr gut gefallen und ich würde auch keine Sekunde zögern mir eine zweite Staffel anzusehen.

4 Sterne - klein

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3 Antworten zu {Gesehen} Luke Cage Season 1

  1. Pingback: Kritik: Marvel’s Luke Cage – Staffel 1 – filmexe

  2. pur3inspiration schreibt:

    Ich schaffe es einfach nicht mich wieder an Luke Cage zu setzen. Die ersten Folgen haben mir nicht sonderlich gefallen. Vermutlich liegt es daran, dass ich von Daredevil und Jessica Jones einfach mehr gewohnt bin und Iron Mist einfach ein süßer knuffiger Welpe ist. Aber deine Bewertung stimmt mich optimistisch, es nochmal mit ihm zu probieren

    Gefällt 1 Person

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