{Gelesen} Frank Schätzing: Nachrichten aus einem unbekannten Universum

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Hardcover, 517 Seiten
Kiepenheuer & Witsch, 2006
ISBN:978-3-462-03690-9
Goodreads

Klappentext:
Über viereinhalb Milliarden Jahre geheimer Geschichten, wuchtiger Dramen, verblüffender Wendungen und seltsamer Erfindungen wie Photosynthese, Sex oder Menschen. In seinem grandiosen Debüt als Sachbuch-Autor erzählt Frank Schätzing vom Universum unter Wasser – und wie es unsere Zukunft bestimmt. »Ist der Hai grausam, weil er den Menschen frisst? Ist der Mensch grausam, weil er die Auster isst? Wird dem Hai das Leiden des Opfers bewusst, wenn dieses schreit? Oder nimmt er das Schreien als erfreuliches Indiz für die Frische der verzehrten Ware, so wie wir wohlwollend das Zucken der Auster betrachten, wenn wir ihr Fleisch mit Zitronensaft beträufeln?« Nebenbei, dies ist kein Plädoyer gegen den Verzehr von Austern. Mensch und Meer. Eine merkwürdige Beziehung, geprägt von Hass, Unkenntnis, Romantisierung, Neugier und Ignoranz. Wie funktioniert dieses gewaltige System, dem wir entstammen und über das wir weniger wissen als über den Outer Space? Wie konnte im Urozean Leben entstehen, woher kam überhaupt das ganze Wasser? Warum ist die Evolution ausgerechnet diesen Weg gegangen und keinen anderen? Denn ebenso gut hätte sie uns in intelligente, flüssigkeitsgefüllte Luftmatratzen verwandeln können. Einmal hat sie es jedenfalls versucht – und beinahe geschafft. Mit Sachverstand und Ironie spannt Schätzing den Bogen vom Urknall bis in die kommenden 100.000 Jahre, nimmt uns mit in das unbekannte Universum unter Wasser, versetzt uns in Erstaunen, Entzücken und Entsetzen.

Meine Meinung:
Das Buch beschäftigt sich mit den Meeren als Lebensraum, ja eben genau als ein Universum, dem im Alltag recht wenig Beachtung geschenkt wird, außer es kommt zu irgendwelchen Naturkatastrophen. Dabei ist das Buch in vier große Bereich gegliedert: gestern, heute, morgen und übermorgen.

Wie der Name schon vermuten lässt, beschäftigt sich gestern mit der Vergangenheit. Es ist praktisch eine Reise durch die Evolution, welche ja zu weiten Teilen im Meer (oder den Vorläufern der heutigen Meere) statt gefunden hat. Und oh Gott, war ich von dem Teil des Buches so begeistert. Es war unheimlich spannend und gleichzeitig so viel interessanter und lehrreicher als ich erwartet hatte. Ich konnte hier das Buch kaum aus der Hand legen und hab den Text praktisch inhaliert.

Tja und dann kamen die anderen drei Teile und ich hatte den Eindruck ich hätte ein völlig anderes Buch vor mir. Es wurde auf einmal so langweilig uns unheimlich zäh, dass ich mich regelrecht zum Lesen zwingen musste. Ich weiß selbst nicht genau warum, aber in de Kapiteln konnte Schätzing mein Interesse einfach nicht wecken. Dementsprechend ist mir davon auch nahezu null in Erinnerung geblieben, was bei einem Sachbuch natürlich absolut nicht Sinn und Zweck des Lesen ist.

Und ein weiteres Problem des Buches ist inzwischen einfach sein Alter. Auch wenn 10 Jahre an sich nicht viel sind, so wirkte der Text an einigen Stellen schon regelrecht veraltet. Gerade was Schätzings Ausblick auf die Zukunft angeht, war das besonders auffällig.

Stilistisch fällt das Buch wohl am ehesten durch seinen sehr umgangssprachlichen eher unwissenschaftlichen Ton auf. So wird beispielsweise die Evolution als ‚Miss Evolution mit ihrer kleinen Handtasche‘ sehr personifiziert und auch sonst werden Fischen, Muscheln und so weiter sehr oft menschliche Gefühle und Gedanken zugeschrieben. Ich fand das oft ziemlich amüsant, weil Schätzing dabei einen durchaus feinen, leicht dunklen Humor zeigt, aber man muss so etwas mögen, sonst kann man mit dem Buch wohl noch weniger anfangen.

3 Sterne - klein

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