{Gelesen} Philip Pullman: His Dark Materials-Trilogie

His Dark materials

Band 1: Der goldene Kompass
Originaltitel: Northern Lights
Übersetzer*in: Wolfram Ströle / Andrea Kann
Taschenbuch, 410 Seiten
Heyne, 2007
Goodreads
Band 2: Das magische Messer
Originaltitel: The Subtle Knife
Übersetzer*in: Wolfram Ströle
Taschenbuch, 333 Seiten
Heyne, 2007
Goodreads
Band 3: Das Bernstein-Teleskop
Originaltitel: The Amber Spyglass
Übersetzer*in: Wolfram Ströle / Reinhard Tiffert
Taschenbuch, 585 Seiten
Heyne, 2007
Goodreads

 

 


Klappentext (Band 1):

In einer Welt, die der unseren sehr ähnlich ist, lebt das Mädchen Lyra. Wie jeder Mensch hat es einen Daemon, eine Art zweites Ich, von dem es sich nie trennen würde. Doch immer wieder verschwinden Kinder aus der Gegend, und man hört gräßliche Geschichten: Die Entführer entreißen diesen Kindern ihren Daemon! Lyra macht sich auf in den Norden, um ihren Freund Roger zu retten. Auf ihrer Reise trifft sie gefährliche Panzereisbären und fliegende Hexen und findet schließlich hinter dem Polarlicht eine ganz neue Welt.

Meine Meinung:
Pullman und seine Trilogie werden ja oft als Gegenentwurf zu Lewis‘ christlicher Narnia-Reihe genannt, was mich nur neugieriger machte. Ich kannte zwar die Verfilmung des ersten Bandes bereits, aber oft genug haben Verfilmungen ja nur bedingt was mit dem zu Grunde liegenden Buch gemein…

Und das erste Buch hat mir gute gefallen. Es wird aus Sicht von Lyra erzählt, die noch ein Kind ist und wirkt dementsprechend auch recht kindlich und naiv, so dass es mir insgesamt auch sehr wie ein Kinderbuch vorkam. Aber dafür war ich vollkommen begeistert von der Idee, dass Seelen als Daemon in Form verschiedener Tiere manifestieren und würde zu gern wissen, welche Gestalt mein Daemon hätte (laut Buzzfeed ja ne Katze ♥). Aber abgeshen von den Daemonen fiel es mir doch etwas schwer eine konkrete Vorstellung von dieser Parallelwelt zu bekommen. Die Unterschiede zu unserer Realität wurden mir einfach zu wenig erklärt. Und Lydia als Chosen One war etwas nervend, weil diese Trope einfach so unendlich abgenutzt ist, aber Lydia selbst war mir sehr sympathisch. Die Handlung fand ich sehr spannend und fesselnd, aber es war schade, dass das Buch sehr offen endet.

Mit Band zwei besucht der Leser dann gemeinsam mit Lydia verschiedene andere Welten, darunter auch unsere. Durch die Verteilung der Handlung über verschiedene Welten fand ich es aber stellenweise etwas schwierig alles in Einklang zu bringen. Und wie schon in Band eins gab es mir einfach zu wenige Erklärung, was sich aufgrund der Anzahl von Welten aber noch viel bemerkbarer machte. Und Will als zweite Hauptperson fand ich einfach nervig und anstrengend. Warum ist der nicht einfach verblutet? Also nicht nur, weil ich ihn nicht mag, sondern es erscheint mir einfach unheimlich unrealistisch, dass seine Verletzung keine drastischeren Folgen hat. Nach den Beschreibungen im Buch hat er ja gefühlt Tausend Liter Blut verloren.Und die Suche nach seinem Vater endet einfach dämlich. Überhaupt sterben in dem Band ständig die falschen Leute. Es war zwar immer noch eine gute Geschichte, aber doch deutlich weniger fesselnd als Band eins.

Der Abschlussband bringt die Handlung zu einem runden, gelungen aber auch unerwartet traurigem Ende. Allerdings fand ich den Band über lange Strecken auch etwas zu trocken erzählt, so dass er mich kaum fesseln konnte. Außerdem ist mir bis zum Schluß unklar, was Mary groß zu der Geschichte beitragen sollte. Auch wenn die Mulefa nach den Daemonen so ziemlich das faszinierendste an der ganzen Trilogie für mich waren. Und Pullmanns Abneigung gegen das Christentum war hier auch nicht gerade subtil. Ich mein ich versteh was er sagen wollte (denke ich zumindest), aber die Art und Weise war dem Handlungsfluß nicht gerade förderlich. Worüber ich dagegen gerne viel mehr Details erfahren hätte, war die Schlacht am Ende. Das wurde so schnell abgehandelt, ich konnte zuerst gar nicht glauben, dass das alles gewesen sein soll.

Insgesamt fand ich die Geschichte zwar nett und auch gut zu lesen, war aber wohl auch schon ein wenig zu erwachsen dafür. Als Kind hätte sie mir bestimmt besser gefallen.

3 Sterne - klein

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3 Antworten zu {Gelesen} Philip Pullman: His Dark Materials-Trilogie

  1. bullion schreibt:

    Schade, dass du nicht so viel damit anfangen konntest. Für mich tatsächlich eine der besten Trilogien, die ich je gelesen habe. Hat mich sehr berührt.

    Gefällt 1 Person

  2. Zeilenende schreibt:

    Der dritte Band ist mMn ja nichts für Kinder, weil der ganze Teilchenkram und das metaphysische Zeug ziemlich unverständlich ist. Da kommen ja selbst manche Erwachsene nicht mit. Für Kinder, ich spreche aus Erfahrung, wird es immer verwirrender. Und ja, Pullman wird auch immer aggressiver in seiner Schreibe. Nichtsdestotrotz: Mich fasziniert diese Welt bis heute.

    Gefällt 1 Person

    • Amerdale schreibt:

      Ich denke es gibt da einen Widerspruch zwischen den philosophischen Erwägungen und der eigentlichen Handlung. Ersteres ist wirklich nur für Erwachsene verständlich, aber letzteres immer noch mehr auf jüngere Leser zugeschnitten meiner Meinung nach.

      Gefällt 1 Person

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