{Gelesen} Tom Rob Smith: Leo Demidov-Trilogie

Leo Demidov trilogie

Band 1: Kind 44
Originaltitel: Child 44
Übersetzer*in: Armin Gontermann
Taschenbuch, 506 Seiten
Goldmann, 2010
ISBN: 978-3-442-47207-9
Goodreads
Band 2: Kolyma
Originaltitel: The Secret Speech
Übersetzer*in: Armin Gontermann
Taschenbuch, 473 Seiten
Goldmann, 2010
ISBN: 978-3-442-47235-2
Goodreads 

Band 3: Agent 6
Originaltitel: Agent 6
Übersetzer*in: Eva Kemper
Taschenbuch, 539 Seiten
Goldmann, 2013
ISBN: 978-3-442-47503-2
Goodreads 

 


Klappentext (Band 1):

Moskau, 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr.

Meine Meinung:
Ich hab zwar die Trilogie zwar vor allem wegen des Settings gewählt – das stalinistische Ruussland ist ja doch eher selten in der Kriminalliteratur anzutreffen -, aber trotzdem hätte ich nicht erwartet, dass sich das Buch so sehr mit politischen Themen beschäftigt. Nicht dass ich es schlecht fand, aber dass es in dem Maße mit in die Kriminalhandlung einfließt, hätte ich nicht gedacht. Und ich habe festgestellt, dass ich absolut nicht beurteilen kann, wie historisch korrekt die Darstellungen in den einzelnen Bänden sind. Auch wenn ich sehr angestrengt versucht habe mich zu erinnern, ist mir da kaum was aus dem Geschichtsunterricht über das Russland zu der Zeit in Erinnerung geblieben. Und jetzt frage ich mich, ob das wirklich kaum behandelt wurde oder ich vergesslich bin.
Auf jeden Fall wirkte es auf mich aber gleichzeitig glaubwürdig und so deprimierend. Diese Gesellschaft in ständiger Angst vor einander und vor dem MGB klingt einfach schrecklich.

Die Krimihandlung an sich war, wenn man das ungewöhnlichere Setting außer acht lässt, dagegen sehr durchscnittlich. Nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt lohnenswert. es gab (natürlich) eine Beziehung zwischen Täter und Ermittler. Und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie bescheuert ich sie und das Motiv des Täters finde. Und am Ende war es dann auch sehr offensichtlich, wer der Täter ist. Deutlich interessanter fand ich da die Beziehung zwischen dem Ermittler, Leo, und seiner Frau und die Entwicklung die diese (Beziehung, nicht Frau) nimmt.

Bei dem zweiten Band fand ich den Täter und auch die Handlung etwas besser gestaltet und auch das Motiv nachvollziehbarer. Wobei das auch nur gilt, bis die Handlung nach Budapest und in den Aufstand von 1956 verlagert wird. Und über den wusste oder weiß ich immer noch kaum was, das Buch da aber auch nicht viel erklärt beziehungsweise einfach zu viel für seine Erklärungen voraussetzt, war ich in dem Abschnitt einfach nur verwirrt. Der Krimihandlung konnte ich noch folgen, aber der Rahmen drumrum, keine Chance.  Aber es war für mich eine doch eine leichte Steigerung gegenüber Band eins auszumachen. Und auch wieder besonders interessant fand ich die Entwicklungen in Leos Privatleben.

Der dritte Band der Reihe ist allerdings mein Favorit. Was wohl auch daran liegt, dass in der ersten Hälfte des Buches nicht Leo, sondern seine Frau Raissa im Mittelpunkt steht und diese für mich die deutlich komplexere und faszinierendere Figur ist. Wobei ich das Buch auch endgültig nicht mehr in das Genre des Krimis einordnen würde, sondern ganz klar als historischer Thriller. Die Handlung spielt hier auch fast nicht in Russland, sondern mehr in den USA und, was ich besonders interessant fand, in Afghanistan kurz nach dem Einmarsch der Russen.
Der Teil in der USA ist natürlich geprägt von dem Kalten Krieg und es ist faszinierend zu sehen, wie sich da die Panik vor dem Kommunismus zum Ausdruck bringt und was für – aus Sicht des 21. Jahrhunderts – absurde Blüte das treibt.

Insgesamt fand ich die Bücher zwar gut zu lesen, aber auch recht durchschnittlich. Das einzige, was sie für mich aus der Masse heraushebt, ist Ort und Zeit, in der sie spielen. Kann man lesen, muss man aber nicht.

3 Sterne - klein

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