{Gelesen} Tom Rachmann: Die Unperfekten (Buch-Date)

im978-3-423-40855-4s

Originaltitel: The Imperfectionist
Übersetzer*in: Pieke Biermann
eBook, 276 Seiten
dtv, 2012
Goodreads

Klappentext:
Was, wenn ein Zeitungserbe seinem Basset mehr Interesse entgegenbringt als dem Schicksal seines Blattes? Was wird aus der unglückseligen Ruby (alleinstehend, immer auf der Suche nach dem Mann fürs Leben)? Aus Ed, der gefeuert wird und sich an der zuständigen Sachbearbeiterin (alleinerziehend, drei Kinder und keine Zeit für die Liebe) rächt? Aus der Chefredakteurin Kathleen (verheiratet mit einem Weichei und verliebt in einen anderen)? Und aus Lloyd, der, einsam wie ein Straßenhund, aus Not eine Story erfindet und auffliegt?

Meine Meinung:
Eine Zeitung und deren Redaktion.
Sie sind der Mittelpunkt des Buches oder anders ausgedrückt, der Leim, der alles zusammenhält. Denn das Buch erzählt keine durchgehende Handlung, sondern jedes Kapitel ist mehr oder weniger eine Kurzgeschichte für sich. Aber sie handelt immer von jemand, der in irgendeiner Verbindung zu eben jener Zeitung steht – Redakteur, Frau eines Mitarbeiters, Leserin, Auslandsreporter und so weiter. Ein sehr faszinierendes Konzept, dessen Idee mir ausgesprochen gut gefallen hat. Vor allem auch, weil ich von der Struktur keinerlei Ahnung hatte vorher und vom zweiten Kapitel mit urplötzlich ganz anderen Personen erst mal verwirrt war, bis ich es verstanden hatte.

Schwieriger fiel es mir einen Zugang zu den einzelnen Kapiteln oder eher den Personen darin zu finden. eben der Zeitung haben sie alle gemein, dass irgendwas in ihrem Leben verdammt schief läuft – unperfekt eben. Wahrscheinlich sind die geschilderten Episoden sogar sehr realistisch in dieser Unperfektion. Aber sie konnten mich mit wenigen Ausnahmen einfach nicht fesseln. Es waren nette Einblicke in Leben, die von meinem Alltag weit entfernt sind (hihi, wortwörtlich sogar, das Buch spielt zum großen Teil in Rom), aber lange beschäftigt haben sie mich nicht und ich hatte auch nicht das Bedürfnis mehr über die meisten Charaktere zu erfahren.

Wie gesagt es gab ein paar Ausnahmen, wie beispielsweise die Leserin, welche ganz langsam die Zeitung wirklich Buchstabe für Buchstabe liest und damit länger als einen Tag braucht für ein Exemplar und so der Realität immer mehr hinterher hinkt. Bis etwas passiert und sich alles ändert. Ich kann nicht mal genau sagen, warum mich gerade dieses Kapitel so fasziniert hat und mir auch jetzt, gute zwei Wochen nach der Lektüre, noch ziemlich gut in Erinnerung ist, im Gegensatz zu vielen anderen.

Ein für mich ungewöhnliches Buch und auch wenn es mich jetzt nicht rundum begeistert hat, so war es doch eine interessante und herausfordernde Lektüre. Danke an Schauwerte für die gute Empfehlung. Und danke an Zeilenende und Wortgeflumselkritzelkram für die Organisation der Aktion, welche es einem ermöglicht so unproblematisch Bücher abseits der alltäglichen Leseauswahl zu entdecken.
Und wer jetzt gern wissen möchte, was für Bücher noch im Rahmen dieser Aktion empfohlen und gelesen wurden, findet hier eine Übersicht.

3 Sterne - klein

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4 Antworten zu {Gelesen} Tom Rachmann: Die Unperfekten (Buch-Date)

  1. Pingback: Buch-Date [Sammelbeitrag] | wortgeflumselkritzelkram

  2. Zeilenende schreibt:

    Danke dir auch für die schöne Rezension. Ich mochte das Mosaikhafte an diesem Buch ja, weil man es problemlos eine Weile aus der Hand legen und dann wieder danach greifen konnte. Das habe ich mit dem Buch tatsächlich auch so praktiziert. Aber im Rahmen eines Buchdates wohl ein wenig unpraktisch. :-/

    Gefällt 1 Person

  3. Nicolai schreibt:

    kling sehr interessant. Was sagt dass Buch denn über (un)perfekt sein aus? Gibt es da lesenswerte Ideen und Sichtweise zu? Der Title klingt ja vielversprechend!

    Gefällt 1 Person

    • Amerdale schreibt:

      Nun ja, jede der Hauptpersonen (wie gesagt in jedem Kapitel liegt der Fokus auf jemand anderem) ist eben unperfekt. Auch wenn es einem in den ersten Sätzen vllt nicht so vorkommt (die erfolgreiche Chefredakteurin zum Beispiel), gibt sich nach und nach eben das Bild eines Menschen mit Schwächen und Fehlern – Unperfektion eben.

      Gefällt 1 Person

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