{Gelesen} Koushun Takami: Battle Royale

battle-royale

Originaltitel: バトル・ロワイアル
Übersetzer*in: Akiko und Jens Altmann
Taschenbuch, 623 Seiten
Heyne, 2012
ISBN: 978-3-453-43721-0
Goodreads

Klappentext:
Asien in der näheren Zukunft: Japan und China haben die Republik Großostasien gegründet, einen totalitären Staat, in dem Furcht und Unterdrückung herrschen. Dazu gehört das Experiment „Battle Royale“, ein grausames Spiel, bei dem jedes Jahr Schulklassen ausgewählt und auf eine einsame Insel verschleppt werden, wo sich die Schüler gegenseitig bekämpfen, bis nur noch ein Überlebender übrig bleibt.

Meine Meinung:
Battle Royale ist ein Buch, dass schon gefühlt ewig auf meiner „will ich lesen“-Liste stand, bevor ich es mir dann endlich kaufte und las. Warum es so lange dauerte? Keine Ahnung. Aber als ich dann mal mit Lesen angefangen hatte, konnte ich kaum noch aufhören.

Am Anfang befinden sich 42 Schüler im ‚Spiel‘ und ich hatte Probleme mir zu merken, wer wer ist und welcher Beziehung zu wem steht. Die asiatischen Namen mit ihrer Ähnlichkeit – es gibt zum Beispiel die SchülerInnen Hiroshi, Hiroki, Hiromo und Haruka – haben auch nicht geholfen, aber die fortschreitende Handlung des Buches hat da natürlich geholfen die Sache einfacher zu machen.

Und sobald die einzelnen Personen dann etwas Kontur annahmen und ich auch nach und nach mehr über sie erfahren hatte, wurden auch einige sympathischer oder eben nicht. Und dementsprechend emotional aufwühlend war es dann auch mit ihnen mitzufiebern, ob ihre Pläne so funktionieren würden oder nicht und wie sie mit der Situation umgehen (oder auch nicht) und wie es sie innerhalb kürzester Zeit verändert.

Das mitzuerleben fand ich auch das eigentlich interessante an dem Buch, nicht die Antwort auf die Frage wer nun am Ende überleben wird. Dem Autor gelingt es hier sehr gut sich in viele verschiedene Schüler hinein zu denken und die verschiedensten Reaktionen auf so eine Extremsituation darzustellen.
Einige verstecken sich, andere versuchen Allianzen zu schließen (aber kann man dem, der gestern noch der beste Freund war, heute noch trauen?), andere versuchen sich gegen die Regelmacher zu wenden und ein Schlupfloch zu suchen und wieder andere töten einfach. Es sind an sich normale Verhaltensreaktionen auf die Spitze getrieben.

Die Hintergründe hinter dem jährlichen Spiel und wie diese Gesellschaft überhaupt funktioniert, bleiben ziemlich unklar und verschwommen, was ich etwas schade fand. Aber trotzdem ein hochspannendes und faszinierendes Buch.

Es wird ja gern mal mit der Hunger Games-Trilogie verglichen (bzw. eher umgekehrt) und es ist nicht zu bestreiten, dass beide Bücher auf einer sehr ähnlichen Idee basieren. Aber gleichzeitig gibt es auch deutliche Unterschiede. Hunger Games ist die Geschichte eines Mädchens, dass unbeabsichtigt eine Rebellion auslöst, während Battle Royale zum einen die Perspektiven vieler Schüler berücksichtigt und ist auch deutlich brutaler und blutiger. Und nicht zuletzt kämpfen hier Freunde und Klassenkameraden gegeneinander, was nochmal eine ganz neue Ebene von Dramatik mit sich bringt.

5 Sterne - klein

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4 Antworten zu {Gelesen} Koushun Takami: Battle Royale

  1. Erina schreibt:

    Ich kenne bisher nur den Film, welchen ich schon super fand. Dort ist leider nicht soo viel Zeit, die einzelnen Schüler kennen zu lernen. Ich habe auch schon oft gelesen, dass Hunger Games viele Ähnlichkeiten mit Battle Royale aufweist. Das findet man auch oft in der Filmindustrie, dass amerikanische Produzenten Ideen von asiatischen Filmen „klauen“ und umsetzen. Für mich ist das auch ein Grund, warum ich Hunger Games regelrecht boykottiere. 😀

    Liebe Grüße,

    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

    Gefällt 1 Person

  2. ankeharnisch schreibt:

    Ich hatte fast genau den gleichen Leseeindruck wie du. Kaum hatte ich angefangen, konnte ich nicht mehr damit aufhören.
    Das eigentlich Spannende war für mich auch nicht, wer am Schluss überlebt, sondern wirklich das Verhalten und die Strategie der einzelnen Mitschüler. Ich glaube, der Autor hat die Psyche von verschiedenen Charakteren so gut herausgearbeitet, wie wenige andere und deshalb ist dieses Buch einfach unglaublich. Es zeigt die menschliche Psyche im Angesicht der Gefahr und des Todes so brutal klar, dass man einfach fasziniert zuschaut/weiterliest.
    Bzgl. des Zwecks dieses Mordens muss ich dir ein bisschen widersprechen. Ich finde, hier wird es viel, viel klarer herausgearbeitet als bei Panem, warum man das macht. Und warum es für das bestehende Herrschaftssystem wichtig ist. Ich kann es nicht wortwörtlich wiedergeben, aber ich habe hier vor allem die ersten Seiten im Kopf, wo das erklärt wird. Für mich war es hier ein viel schlüssigeres Machtinstrument des Staates.
    LG
    Anke

    Gefällt 1 Person

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