{Gesehen} 3% Season 1

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Quelle: imdb.com

Worum geht es:
A world divided into progress and devastation. The link between the two sides – Offshore and Inland – is a rigorous and painstaking system called The Process. Everyone in Inland has a chance to go through The Process to live a better life in Offshore. But only 3% make it through.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2016
Staffel: 1, eine zweite ist bestellt
Anzahl Folgen/Staffel: 8
Laufzeit einer Folge: etwa 45 Minuten
Schauspieler: Bianca Comparato, João Miguel, Michel Gomes, Rodolfa Valente, Vaneza Oliveira, Viviane Porto, Sérgio Mamberti, Zezé Motta, Celso Frateschi, Rafael Lozano, Mel Fronckowiak

Meine Meinung:
Es hat viele Gründe, warum ich Netflix toll finde. Aber einer, den ich immer mehr zu schätzen weiß, ist das Netflix auch in anderen Ländern als den USA oder UK Serien produziert und man die auch in Deutschland anschauen kann. Sei es eben das brasilianische 3%, das französische Marseille oder das japanische Atelier (Rezension von Miss Booleana).

Die Grundidee eine Gruppe Jugendlicher bzw. hier gerade Erwachsener (am Auswahlverfahren nehmen ich glaube 18jährige teil) an einem Ort zu versammeln und dann eine Selektion zu betreiben, ist natürlich nicht gerade eine besonders neue Idee.
Aber allein durch die brasilianischen Schauspieler*innen und die (aus meiner Sicht) doch ungewöhnlichen Handlungsorte und Landschaften wirkt die Serie zum einen sehr divers – nicht nur vom Aussehen / Herkunft her; einer der zentralen Protagonisten ist behindert und ich kann nicht sagen, ob mir das überhaupt schon mal in einer Serie begegnet ist – und auch ungewöhnlich.

Die Handlung an sich ist meistens spannend und auch interessant, weil man mit rätselt und hofft, dass Charakter x die Auswahl übersteht oder Charakter y doch hoffentlich auf gar keinen Fall. Aber sie verlässt sich doch auch stark auf irgendwo schon mal gesehene Muster und Handlungsabläufe. Was ja auch nicht unbedingt schlecht ist, aber es fühlt sich einfach nicht neu an.
Während der Staffel gab es einige Punkte, bei denen es mich etwas ärgerte, dass darauf nie eingegangen wurde, da es mir total unlogisch und widersprüchlich vorkam. Bis dann in der Finalfolge eine komplett einleuchtende und in dem Moment so offensichtliche Antwort präsentiert wurde, mit der ich trotzdem nie im Leben gerechnet habe. Sehr gelungener Überraschungsmoment.

Was aber dadurch wett gemacht wird, dass die Charaktere zum allergrößten Teil sehr komplex und faszinierend gestaltet sind. Es wird sich vom Anfang an auf etwa 10 bis 12 Teilnehmer konzentriert, die natürlich auch zumindest die ersten paar Auswahlstufen überstehen, sowie auf eine kleine Gruppe der Spielemacher (man merkt’s: die gewisse Ähnlichkeit zu Hunger Games lässt sich nicht ignorieren – allerdings ist 3% weitaus weniger brutal). Und obwohl es ja ’nur‘ 8 Folgen sind, gelingt es recht schnell jede dieser Personen als glaubwürdige Persönlichkeit zu gestalten. Und zwar auch jede mit Schwächen und Fehlern und Geheimnissen. Letzter bleiben natürlich nicht immer geheim xD

Etwas schade fand ich, dass man kaum etwas über das angeblich so paradiesische Offshore erfahren hat und noch weniger darüber wie es überhaupt zur Spaltung von Inland und Offshore gekommen ist und wie sehr die zwei immer noch miteinander verflochten und von einander abhängig sind (ganz zu schweigen von: Was ist mit dem Rest der Welt außerhalb Brasiliens?). Hier hätte etwas mehr Worldbuilding wirklich geholfen.

Es wird (mindestens) eine zweite Staffel geben, allerdings ist mir ziemlich unklar, wie die aussehen wird. Entweder ein neuer Auswahlprozess, aber dann müsste man völlig neue Teilnehmer haben. Oder man verfolgt die alten Teilnehmer und ihr Leben weiter, aber dann gibt es a) keinen Prozess und b) befinden sie die Leute dann an mehreren Orten, was es handlungstechnisch wohl schwieriger machen wird. Aber ich fände b um Welten besser, weil ich wissen will was mit Rafael, Aline und Joana passiert.

Man merkt der Serie an, dass das Budget nicht sonderlich hoch war, aber es wird eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren erzählt. Reinschauen lohnt sich.

4 Sterne - klein

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Eine Antwort zu {Gesehen} 3% Season 1

  1. Miss Booleana schreibt:

    Danke für die Erwähnung!
    Und mir gehts ganz ähnlich. Ich finde, dass das eine extrem lohnenswerte Sache ist, dass sich Netflix so schnell in mehrere Bereiche vorwagt. Da laufen inzwischen ja u.a. auch Anime.
    Unter den japanischen Serien fand ich „Midnight Diner“ wirklich grandios!
    Mit 3% habe ich auch schon geliebäugelt.

    Gefällt 1 Person

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