{Gelesen} David Safier: 28 Tage lang

Taschenbuch, 412 Seiten
Rowohlt, 2015
ISBN: 978-3-499-26663-8
Goodreads

Klappentext:
28 Tage…
um ein ganzes Leben zu leben,
um die wahre Liebe zu finden,
um eine Legende zu werden.

Warschau, 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. 28 Tage lang.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen die sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.

Meine Meinung:
Ich hab das Buch spontan irgendwo mitgenommen, weil mich das Cover unheimlich ansprach. Mehr sogar als der Klappentext. Denn eigentlich finde ich, dass über den Zweiten Weltkrieg mehr als genug geschrieben wurde. Oder eher fand ich.

Denn sobald ich angefangen hatte zu lesen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Mira, die fiktive Hauptfigur in einer leider ganz und gar nicht fiktiven Handlung, ist ein super Charakter. Und das Grauen dieser wenigen Tage, welche der Roman abdeckt, aus ihrem Blickwinkel mitzuerleben, gibt dem Geschehen eine ganz andere Dramatik. Es wirkt nicht mehr länger als eine Vergangenheit, die viel zu ausführlich im Geschichtsunterricht behandelt wird, sondern so lebendig und wenn auch keinesfalls begreifbar, so doch greifbar.

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, was für ein Mensch man sein will. Eine Frage, die sich viele der Figuren, unter ihnen auch Mira, des Buches stellen. Die sich beim Lesen aber auch automatisch der Leser selbst stellt. Wie hätte man in dieser und jener Situation wohl reagiert? Und wie geht man heute mit den immer lauter werdenden rechtextremen Stimmen um? Wegschauen, helfen oder gar mitmachen? Menschlichkeit bewahren, zeigen oder nicht?

Aber im Grunde ist das Buch vor allem ein Jugendroman, der Mira beim Erwachsen werden begleitet. Mit all den Erlebnissen, die sich bis heute nicht geändert haben: Konflikte mit den Eltern, Konflikte mit Freunden, erste Verliebtheit, sich zwischen zwei Jungs entscheiden zu müssen, herauszufinden, wer man ist und was man will. Und ich denke genau das ist es, was das Buch auch für mich so zugänglich gemacht hat.

In einem Wort: Wow. Es ist schon lange her, dass mich beim Lesen ein Buch so stark und auf so vielen Ebenen angesprochen hat. Für mich eines der Highlights 2017.
Großartig. Und so, so lesenswert.
(und für den Fall, dass hier Deutschlehrer*innen mitlesen: Das ist die Art Lektüre, die ich mir als Schullektüre gewünscht hätte)

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