{Gesehen} Wonder Woman

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Before she was Wonder Woman, she was Diana, princess of the Amazons, trained to be an unconquerable warrior. Raised on a sheltered island paradise, when a pilot crashes on their shores and tells of a massive conflict raging in the outside world, Diana leaves her home, convinced she can stop the threat. Fighting alongside man in a war to end all wars, Diana will discover her full powers and her true destiny.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2017
Land: USA
Laufzeit: etwa 141 Minuten
FSK: 12
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Danny Huston, David Thewlis, Lucy Davis, Elena Anaya, Robin Wright

Meine Meinung:
Ich hab zu Wonder Woman als Figur so gar keine Beziehung und die Trailer fand ich auch nicht sonderlich umwerfend. Das ging für mich mehr in die Richtung ‚ganz nett, kann man irgendwann vielleicht mal als VoD sehen‘. Wäre da nicht Kevin Feige.
Ja, der Marvel-Typ. Der ist schuld, dass ich nen DC-Film im Kino gesehen hab.
Denn der hat jahrelang auf die Frage nach einem Film über Captain Marvel oder Black Widow oder sonst irgendeine weibliche Figur immer (sinngemäß!) geantwortet, dass er das ja total super fände und da voll dafür wäre, aber Marvel hat die nächsten zehn oder so Jahre ja schon komplett durchgeplant undwenn überhaupt, dann erst danach. Joa, und dann kommt Sony mit den Rechten für Spiderbaby um die Ecke und schwupps ist es auf einmal gar kein Problem das Ganze durcheinander zu wirbeln – und ganz nebenbei Captain Marvel um Jahre nach hinten zu schieben, reinster Zufall gaaaaaanz bestimmt. Und dass hat mich so angekotzt, dass ich mir geschworen hab, bei jeder Comicverfilmung mit weiblicher Hauptfigur ins Kino zu gehen. Und so unwahrscheinlich es leider ist, ich würde mich so sehr freuen, wenn Wonder Woman erfolgreicher als Spiderbaby wäre.

Aber zurück zu dem Film *atmet tief durch* Wie gesagt ich bin mehr aus Prinzip und Trotz im Kino gewesen und nicht weil ich so auf den Film gespannt war. Dementsprechend gering waren auch meiner Erwartungen. Und das war auch recht gut so. Denn Womder Woman ist für mich irgendwo zwei Filme in einem gemischt und die Mischung will sich nicht recht verbinden.

Zum einen sind da Teile, die typisch Superhelden-Story sind. Dianas Herkunftsgeschichte als Amazone, von Zeus geschaffen, blabla. Abgesehen davon, dass die Szenen auf Themyscira halt viele badass Frauenfiguren hatten und Diana als Kind ein super sympathischer Wildfang und nicht die typische Prinzessin ist, fand ich den Handlungsteil nicht besonders fesselnd. Ich war viel mehr damit beschäftigt zu rätseln, ob die Inseln echt so einladend aussieht oder da in der post-production viel neachgeholfen wurde und wenn ersteres, wie viel ein Urlaub da wohl kosten würde.
(FYI Google beantwortet die Frage mit Ja, sehr viel CGI, aber der Drehort war an der Costiera Cilentana (Italien zu meiner Überraschung) und sieht sehr einladend aus).  Insgesamt fand ich aber die ganzen Superhelden-Elemente des Films eher durchschnittlich und sie haben mich nicht vom Hocker gerissen. Nicht schlecht gemacht oder irgendwas und Gadot ist super überzeugend als Wonder Woman, aber es hat mich einfach nie wirklich fesseln können.

Und dann ist da noch der andere Teil, in dem sich der Film zu einem ernsten, bedrückenden Kriegsfilm über den „war to end all wars“ (hat super geklappt, ne?) entwickelt und ich will jetzt nicht sagen, dass ich davon begeistert war, weil das ist einfach die falsche Bezeichnung bei der Thematik. Aber es hat etwas in mir angesprochen und ich hab mich in den drei Tagen, die vergangen sind, seit ich den Film gesehen habe, so viel in Gedanken mit diesen Szenen beschäftigt, wie bei schon lang keinem Film und ganz bestimmt bisher bei keiner Comicverfilmung.
Das war etwas, dass ich hier bei Wonder Woman absolut nicht erwartet hatte. Ich will jetzt gar nicht beurteilen wie realistisch die Darstellung des Ersten Weltkrieges war, aber ich fand die Schrecken und unmittelbaren Auswirkungen von Kriegen aber auch seine Komplexität wurden anhand dieses einen kleinen Ausschnittes eines viel größeren Krieges sehr gut und unmittelbar dargestellt. Da war ich dann auch völlig von dem Film gebannt und auch emotional sehr angesprochen.

Es gab noch andere Punkte bei dem Film, die ich sehr gelungen fand, wie die sehr diverse Zusammenstellung des Casts und auch der Rollen. Zum einen gibt es allein durch die Amazonen auf Themyscira viele Frauenrollen und wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sahen die auch nicht alle aus wie Griechinnen/Südeuropäerinnen. Und zum anderen taucht später im Weltkrieg auch mal ein französch-marokkanischer Trickbetrüger und ein amerikanischer Ureinwohner auf, ohne dass das groß thematisiert wurde. Und das find ich toll. Und dann ist da noch Isabel Maru, die ebenfalls weibliche Gegenspielerin von Wonder Woman. Ich find es super, dass auch diese Rolle weiblich besetzt wurde, hätte aber gehofft, dass sie doch mehr Bedeutung bekäme als sie schlussendlich hatte. Da wurde meiner Meinung nach einiges an Potential verschenkt (ich dachte ja lange, dass sie die Verkörperung der von Diana so gesuchten Person wäre, das hätte ich großartig gefunden).
Andererseits ist da dann noch die Liebesgeschichte zwischen Diana und Steve, die von Anfang an so offensichtlich wie unnötig war. Ich fand sie sogar recht gut gemacht, weil es sich wenigstens etwas über den Film hinweg entwickelt, aber urgh, es muss doch nicht immer eine geben…

Insgesamt fand ich den Film auf der einen Seite dank der eindrücklichen Kriegsszenen viel besser als ich erwartet habe, aber gleichzeitig bin ich doch etwas enttäuscht, dass mich Wonder Woman selbst so überhaupt nicht überzeugen kann.

Ach ja: man braucht übrigens keinerlei Vorwissen über andere DC-Filme um den Film zu verstehen. Es gibt eine Rahmenhandlung, da schickt Bruce Wayne ne Karte und ich wette diese an sich vollkommen überflüssige Handlung wurde nur für genau dieses name-dropping hinzugefügt, aber das war es auch. Der eigentliche Film ist total eigenständig.
Und hat keine mid- oder post-credits-szene. Bis zum Ende sitzen bleiben lohnt sich also höchstens insofern, dass sich dann das größte Gedränge auf dem Parkplatz schon gelegt hat und man sich auf dem Weg zum Auto nicht mehr in Lebensgefahr begeben muss.

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Diana (logisch, ne? xD), Etta Candy, Hippolyta, Antiope, Isabel Maru
2) die sich miteinander unterhalten: oh ja
3) über etwas anderes als einen Mann: Thank God yes. So oft und ausführlich. Und zwar nicht nur die Amazonen (auf ner Insel ohne Männer bleibt ihnen ja auch nicht viel übrig :D); sondern auch Diana und Etta in London

*hust* Marvel, take notes*/hust*

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3 Antworten zu {Gesehen} Wonder Woman

  1. Pingback: Wonder Woman – Kritik – Filmexe – Blog über Filme und Serien

  2. solera1847 schreibt:

    Jetzt muss ich ihn mir wohl auch ansehen. Allerdings warte ich, bis er bei iTunes mal im Angebot ist…

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: {Monatsrückblick} #6/2017 | Mind Palace

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