{Gesehen} American Gods – Season 1

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Shadow is a man with a past. But now he wants nothing more than to live a quiet life with his wife and stay out of trouble. Until he learns that she’s been killed in a terrible accident. Flying home for the funeral, as a violent storm rocks the plane, he is greeted by a strange man in the seat next to him. The man calls himself Mr. Wednesday, and he knows more about Shadow than is possible. He warns Shadow that a far bigger storm is coming. And from that moment on, nothing will ever be the same.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Starz
Jahr: 2017
Staffel: 1, eine weitere ist bereits bestellt
Anzahl Folgen/Staffel: 8
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Ricky Whittle, Emily Browning, Ian McShane, Pablo Schreiber, Gillian Anderson, Crispin Glover, Yetide Badaki, Bruce Langley, Orlando Jones, Omid Abtahi

Meine Meinung.
Hach, was war ich auf diese Serie gespannt, sind doch vor und hinter der Kamera so viele tolle Leute beschäftigt. Man merkt der Serie sehr an, dass Bryan Fuller daran beteiligt ist – gerade manche visuelle Entscheidungen haben mich sehr an Hannibal erinnert. Aber hey, hier muss man sich wenigstens keine Gedanken machen, ob es wirklich so schlau ist eine Folge zu sehen und gleichzeitig was zu essen 😀

Das Serienformat bietet wirklich den idealen Raum um auf die Buchhandlung aufzubauen und ihr Zeit zu geben sich auch in neue Richtungen zu entfalten. So gibt die erste Staffel nur einen Bruchteil des Buches wieder (für Kenner: Shadow und Co sind nach einer Staffel noch nicht mal im House on the Rock angekommen), dafür erfährt man aber deutlich mehr über manche Personen beziehungsweise es kommen einige auch neu dazu.

Am meisten profitieren davon Laura Moon und Mad Sweeney. Mit beiden konnte ich damals in der Lektüre kaum was anfangen und auch noch vor der Serie hatte ich so meine Zweifel. Pablo Schreiber als Leprechaun konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Nun ja, gäbe es Zeitreisen würde ich gern mal zu meinem Vergangenheits-Ich reisen und mir sagen, dass es ein Depp ist.
Die beiden haben sich in dieser Staffel zu meinen absoluten Lieblingen entwickelt und teilweise war ich regelrecht enttäuscht, wenn sich die Serie anderen Charakteren zuwandte. Ehrlich, die Serie könnte sich für die nächsten drei Staffel nur auf die beiden und ihr Gezanke konzentrieren und ich würde mich nicht einmal beschweren.

Wobei die natürlich auch meist sehr toll waren. Allen voran natürlich Gillian Anderson, allein wegen deren verschiedenen Kostümierungen sich die Serie schon lohnt. Aber auch sonst.
Die einzigen Figuren, die ich nicht so super fand, waren Shadow und Bilquis. Wobei bei letzterer eher das Problem ist, dass sie ihre eigene Handlung hat, fast komplett ohne Zusammenhang zu der Haupthandlung um Shadow und es wirkte auf mich wie ne Serie in ner Serie. Das wird vermutlich in Staffel 2 besser, da wird sie wohl mit Wednesday zusammentreffen und alle Handlungen zusammenlaufen, aber hier hatte es für mich etwas von einem Fremdkörper. Wobei das, wie gesagt, weniger an Bilquis lag. Die ist nämlich an sich sehr interessant und außerdem auch als Liebesgöttin auch sehr sexualisiert dargestellt, aber auf eine sehr respektvolle Weise.
Und Shadow ist einfach sooo naiv, dass hat mich genervt. So viele Andeutungen und er kapiert trotzdem null?

Inhaltlich steht – sehr überraschend bei dem Titel – Religion / Glaube beziehungsweise noch viel mehr Verehrung und Anbetung im Fokus. Und zwar religionsübergreifend. Egal ob alte Götter oder Gotteskinder oder die neuen Götter wie Medien oder Globalisierung, sie alle wollen Aufmerksamkeit. Und zwar bitte auch nur sie. Womit Konflikte vorprogrammiert sind. Auch wenn sie sich in der Staffel hier nur sehr langsam abzuzeichnen beginnen.

Dabei geht es aber auch wirklich um Amerikanische Götter. Was passierte mit dem Leprechaun, als halbverhungerte Iren nach Amerika ausgewandert sind? Es entsteht eine neue Version, eine amerikanische. Deren Ursprung ist noch erkennbar aber trotzdem ist es etwas eigenständiges. Und ich finde diese Interpretation einfach klasse. Götter sind nicht etwas starres unveränderbares, sondern sie entwickeln sich weiter entsprechend dem Glaube an sie. Und wenn niemand mehr an sie glaubt…. nun jaaa. Dazu passend: den amerikanischen Versionen von Jesus (ja es gibt verschiedene) geht es blendend, der afghanischen eher nicht.

Und mit dieser Veränderbarkeit greift Gaiman (als Buchautor und Producer der Serie) auch das Thema der Immigration auf. In so ziemlich jeder Folge gibt es am Anfang eine „Coming to America“-Sequenz, in der die Geschichte eines Gottes und seine Ankunft in Amerika erzählt wird. Und auch wenn diese Sequenzen meist kaum einen Bezug zu der eigentlichen Handlung hatten, fand ich sie immer sehr beeindruckend und unglaublich gut gemacht.

Meh, ich will Staffel 2 haben! Ich vermiss Laura schon jetzt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 5 Sterne, Fantasy, Serien abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu {Gesehen} American Gods – Season 1

  1. Wulf Bengsch schreibt:

    Na das sehen wir ja seeehr ähnlich (und sind auch ähnlich schwer begeistert)! Fiebere auch schon der zweiten Staffel entgegen und werde deinen Artikel natürlich zeitnah noch bei mir verlinken 😉

    Wobei, was mir auffällt: kein lobendes Wort für Ian McShane als Mr. Wednesday!?!

    Gefällt 1 Person

    • Amerdale schreibt:

      McShane ist großartig, wie ja fast alle Leute, aber ich werd mit Odin nicht warm. Ich weiß selbst nicht genau, wieso (außer einer generellen schon immer vorhandenen Abneigung gegen den Gott), aber irgendwie funkt es einfach nicht.

      Gefällt 1 Person

      • Wulf Bengsch schreibt:

        Uh, dicker Spoiler 😉 Erstaunlich, mich hat er begeistert in der Art, wie er ihn spielt und in der Art, wie er dargestellt wird, aber gut, so unterschiedlich sind Geschmäcker manchmal, gerade wenn es da diese ominöse allgemeine Abneigung gibt. Dafür sind wir uns ja bei Laura ziemlich einig (wobei ich Emily Browning ja immer gern sehe).

        Gefällt mir

  2. solera1847 schreibt:

    Ich habe gerade heute das Hörbuch beendet, deine Beschreibung der Serie klingt faszinierend, also muss ich wohl oder übel demnächst zuschlagen… Danke für den Tipp! 😉

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: {Monatsrückblick} #6/2017 | Mind Palace

  4. Pingback: American Gods – Staffel 1 – Kritik – Filmexe – Blog über Filme und Serien

  5. Miss Booleana schreibt:

    Mit Laura und Mad Sweeney geht es mir ähnlich. V.A. bei letzterem bin ich sehr zufrieden mit der vielschichtigeren Serien-Version. Im Buch hat man ja nur kurz das Vergnügen mit Mad Sweeney … in jedem Fall finde ich auch, dass sie das richtig richtig gut gemacht haben mit der Serien-Umsetzung. Wahrscheinlich einer der seltenen Fälle in denen die Serie sogar noch besser ist als das Buch. 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s