{Gelesen} Jodi Picoult: Ein Lied für meine Tochter

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Originaltitel: Sing you home
Übersetzer*in: Rainer Schumacher
Taschenbuch, 568 Seiten
Bastei Lübbe, 2014
ISBN: 978-3-404-16967-2
Goodreads

Klappentext:
Zoe Baxter wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Sie und ihr  Mann Max tun alles, um endlich eine Familie zu gründen. Vergeblich. Als ihre Ehe zerbricht, findet Zoe Trost in der Musik – und in einer neuer Liebe. Mit der Psychologin Vanessa will sie noch einmal von vorne beginnen. Sie träumt von einem gemeinsamen Kind mit ihr. Doch Max ist fest entschlossen, dieses Familienglück zu verhindern. Er gerät in die Fänge einer radikalen christlichen Gemeinde, die seit Jahren gegen Homosexualität kämpft.

Meine Meinung:
Hach ja, Frau Picoult und ich haben eine etwas schwierige Beziehung. Mal begeistern mich ihre Bücher vollkommen und ein anderes Mal lässt sich meine Meinung mit einem gelangweilten „meh“ zusammenfassen.

Und leider gehört das Buch hier zu der zweiten Kategorie. Es ist zwar großartig, wie die Autorin es schafft komplexe und aktuelle Themen in Handlungen zu verpacken und somit vermutlich auch einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Aber gleichzeitig fand ich, dass sie hier viel zu eindeutig Stellung bezogen hat und Zoe einfach die gute Seite und Max die böse Seite differenzierte. Und obwohl ich ihr bei der Einteilung eigentlich zustimmte, war mir diese schwarz-weiß-Zeichnung viel zu undifferenziert und vor allem wurde sie mir als Leserin auch einfach viel zu sehr aufgedrängt; die chance sich selbst eine Meinung zu bilden gab es nicht wirklich, es wurde vorgesagt.

Dazu passt es natürlich auch, dass heterosexuelle Beziehungen – welche eben genau von Max und dessen Schwägerin&Bruder verkörpert werden, sehr klischeehaft gezeichnet werden und etwas mitschwingt, dass es nur eine Art gibt als heterosexuelles Paar zu leben. Und mit dieser Darstellung schadet Frau Picoult der Handlung und ihrem eigentlichen Argument mehr als ihr vielleicht bewusst ist.

Und Lucy. Argh. Anfangs fand ich ihren Handlungsfragen mit der Suche nach ihrer sexuellen Identität und ihrer Unsicherheit richtig gut, weil es mir sehr realistisch vorkam. Aber schnell war dann so offensichtlich, wer ihr Vater ist und wie das in die größere Handlung um Zoe und Max eingebunden sein wird und ab da wirkte es mehr wie ein Werkzeug als sonst was. Und es war einfach so unrealistisch. Vanessa hätte sich ja garantiert mehr über Lucy informiert – allein schon um ihr besser helfen zu können -, und durch ihren Nachnamen allein hätte sie schon die richtigen Verbindungen ziehen müssen.

So kritisch das jetzt auch klang, das Buch hat durchaus einen Unterhaltungswert und ich hatte keinerlei Probleme es zu beenden. Rein als Unterhaltungslektüre gesehen, lässt sich auch nicht so viel an ihm auszusetzen. Stilsicher und gut schreiben kann die Autorin, das steht völlig außer Frage. Aber was die gesellschaftliche Kritik angeht, ist das Buch enttäuschend.

3 Sterne - klein

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Eine Antwort zu {Gelesen} Jodi Picoult: Ein Lied für meine Tochter

  1. Sabine schreibt:

    Ich muss dir in vielen Dingen zustimmen. Obwohl ich schade finde das in dem Buch einfach nur diese klischeehafte Beziehung gezeigt wird. Die Autorin hätte hier auch ruhig ein klein wenig drauf eingehen können wie es auch sein kann.
    Diese gute und böse Seite ist wirklich etwas seltsam. Denn im echten Leben wird das so nie passieren und ich hätte hier gerne mehr Realismus gehabt.
    Allerdings glaube ich aber auch das ich das Buch gar nicht beendet hätte wäre ich nicht im Bus gewesen. Mit dem ich 12 Stunden fahren muss. Ich hatte nämlich nur 2 Bücher im Rucksack und kann im Bus nicht so wirklich schlafen.

    Gefällt 1 Person

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