{Gesehen} Suffragette

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
A drama that tracks the story of the foot soldiers of the early feminist movement, women who were forced underground to pursue a dangerous game of cat and mouse with an increasingly brutal State. These women were not primarily from the genteel educated classes, they were working women who had seen peaceful protest achieve nothing. Radicalized and turning to violence as the only route to change, they were willing to lose everything in their fight for equality – their jobs, their homes, their children and their lives. Maud was one such foot soldier. The story of her fight for dignity is as gripping and visceral as any thriller, it is also heart-breaking and inspirational.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2015
Land: UK
Laufzeit: etwa 106 Minuten
FSK: 12
Darsteller: Carey Mulligan, Meryl Streep, Helena Bonham Carter, Natalie Press, Anne-Marie Duff, Romola Garai, Ben Wishaw, Brendon Gleeson, Samuel West, Adrian Schiller

Meine Meinung:
Ich bin auf den Film nur aufmerksam geworden, weil eine regionale Stadtwiederbelebungstruppe in der Hoffnung eine (Innen)stadt wieder mehr zu beleben, dort in einer Halle alle paar Monate einen Film vorführt. Auf unbequemen Holzstühlen und auf deutsch. Was ja nicht gerade gute Voraussetzungen sind.

Und oh Gott mir taten am Ende Muskeln in meinem Hintern weh, von denen wusste ich gar nichts. Ich hätte mich besser einfach auf den Boden gesetzt (wobei dann mein Nacken protestiert hätte…).
Aber trotzdem war ich von dem Film überraschend begeistert.

Wie üblich kann ich nur wenig über die historische Korrektheit sagen. Einige der Charaktere haben wohl wirklich existiert, bei Pankhurst bin ich mir sogar sicher. Aber das allein sagt ja nicht viel aus. Lincoln hat auch gelebt, aber das macht Abraham Lincoln: Vampire Hunter auch nicht zu nem realistischen Geschichtsfilm 😉 Aber davon ungeachtet fand ich die Atmosphäre und die Kulissen sehr überzeugend und gut gemacht. Ich hab mich jedenfalls in 1912 versetzt gefühlt.

Und es war einfach spannend Maudes – so großartig von Mulligan gespielt – Wandlung zur radikalen Suffragette zu verfolgen. Und so gut nachzuvollziehen, warum sie diesen Weg gegangen ist, obwohl es sie unglaublich viel gekostet hat, privat wie beruflich als auch gesellschaftlich.
Es ist aufrüttelnd zu sehen, wie schwierig es vor gerade mal 100 Jahren für Frauen war, überhaupt öffentlich Gehör zu finden und welche Steine ihnen dabei von allen Seiten in den Wege gelegt wurden.

Und genauso wie Maude gewinnen die Zuschauer*innen mit jeder Minute mehr Sympathie für die Suffragetten und ihr Anliegen und sind irgendwann an einen Punkt, an dem wirklich nur noch Taten statt Worte (der ausnahmsweise mal passende deutsche Untertitel des Films) helfen um Aufmerksamkeit zu bekommen und ihr Anliegen durchzusetzen.

Ein großartiger Film, den ich nur empfehlen kann. Nicht unbedingt zum reinen Abschalten nach einem miesen Tag, aber wenn einem mal nach etwas ernsterem ist, das einen auch nach Filmende noch etwas beschäftigt, dann ist das hier eine gute Wahl.

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Violet, Maggie, Maud usw.
2) die sich miteinander unterhalten: oh ja
3) über etwas anderes als einen Mann: jepp

(alles andere bei einem Film über das Erreichen des Frauenwahlrechts wäre auch seeehr merkwürdig…)

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