{Gelesen} A.S. Bottlinger: Der Fluch des Wüstenfeuers

Taschenbuch, 366 Seiten
Klett-Cotta, 2016
ISBN: 978-3608-96027-3
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Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Von klein auf ist Iaret mit der verbotenen Magie der Wüste begabt. Ein Siegel auf ihrer Stirn soll den Zauber bannen, wie bei allen Frauen im Reich. Als Iaret versucht, das Siegel zu brechen und dem Harem des Herrschers zu entfliehen, wird sie in den Kerker von Niat geworfen. Noch nie zuvor ist es jemandem gelungen, von dort auszubrechen.

Meine Meinung:
Ein Roman, der in einer Wüste(nstadt) spielt. Geschrieben von einer Ägyptologin. Das klingt nach einem herrlich faszinierenden Setting. Dazu noch Magie. Eine perfekte Kombination, oder?

Nun ja, das Potential für eine perfekte Kombination ist durchaus vorhanden und blitzt manchmal auf. Aber gerade bei dem Setting wird meiner Meinung nach sehr viel Potential verschenkt. Ein Großteil der Handlung spielt sich in einem ziemlich dunklen, unterirdischen Keller ab und der könnte praktisch überall stehen. In der Wüste selbst spielt nur die Rahmenhandlung aber auch da sitzen alle nur um ein Feuer rum. Von der Wüste selbst oder der Wüstenstadt Niat bekommt der Leser nur in wenigen Szenen wirklich was mit und das ist schade. Andererseits könnte ich mir sehr gut weitere Bände vorstellen die in Niat spielen. Vielleicht macht sich ja die Geschichtsschreiberin aus der Rahmenhandlung auf die Suche nach der Wahrheit in weiteren Legenden?

Und ähnlich geht es mir auch mit dem Fluch/Talent der Wüstenmagie. Es spielt eine wichtige Rolle in der Handlung, aber trotzdem konnte ich es mir sehr verschwommen vorstellen und hatte bis zum Ende keinen wirklichen Eindruck, wie es funktioniert und was es alles bewirken kann. Genauso wie

Aber trotzdem hat mich die Geschichte sehr schnell gefangen genommen und die Autorin mich mit ihrem guten Schreibstil begeistert. Iaret, Chen, Ahat und Tehu – die viel zentralen Figuren, die gemeinsam aus dem Kerker auszubrechen versuchen – sind alle auf ihre jeweilige Art sehr sympathisch sind. Überhaupt ist es eine der Stärken des Buches, wie auf doch relativ wenig Seiten viele Figuren eingeführt und mit einer Persönlichkeit und Vorgeschichte zu versehen und dadurch die Handlung mit vielen glaubwürdigen Charakteren zu bevölkern.

Und die mitschwingende Gesellschaftskritik – in Niat ist die Gabe traditionell in Frauen stärker, wird dort aber unterdrückt; ein System gegen das Iaret rebelliert – fand ich sehr gelungen und schön in die Handlung eingewoben. Überhaupt ist Iarets Entwicklung über die Handlung hinweg zu einer immer selbstbewussteren Frau, die sich einen Teufel um Konventionen schert, einer der besten Aspekte des Buches.

Ein spannendes Fantasybuch mit kleinen Schwächen, aber einer umso spannenderen Handlung. Da sag noch einer, deutschsprachige Autoren könnten keine gute Fantasy schreiben. Und nicht zu letzt ist das Cover wirklich wunderschön.

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