{Gesehen} A Series of unfortunate Events – Season 1

Image imdb.com

Darum geht es:
The tragic tale of the Baudelaire orphans – Violet, Klaus, and Sunny – whose evil guardian Count Olaf will stop at nothing to get his hands on their inheritance. After the loss of their parents in a mysterious fire, the three extraordinary siblings must outsmart Olaf at every turn, foiling his many devious plans and disguises, in their fateful quest to unlock long-held family secrets.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2017
Staffel: 1, die zweite ist in Produktion
Anzahl Folgen/Staffel: 8
Laufzeit einer Folge: etwa 50 Minuten
Schauspieler: Neil Patrick Harris, Patrick Warburton, Malina Weissman, Louis Hynes, Presley Smith, K. Todd Freeman

Meine Meinung:
Ich hab keinerlei Ahnung, wie ich die Serie einordnen soll. Einerseits stehen Kinder im Mittelpunkt und drei Kinder – auch wenn sie sich manchmal wie sehr weise Erwachsene verhalten – sind die zentralen Protagonisten. Aber gleichzeitig kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Kind diese Serie gut findet oder sie versteht. Aber sie wirkt oft wie eine Kinderserie.
Und was ist sie? Sie hat was fantastisches, aber nicht wirklich Fantasyelemente. Es geht um Verbrechen – Mord, Erschleichung von einem großen Erbe, Identitätsbetrug und so viel mehr -, aber keinerlei Elemente eines normalen Krimis/Thrillers. Es gibt viel Humor, aber es ist garantiert keine Comedy. Ich bin völlig überfordert.

Und das ist einer der Pluspunkte der Serie. Sie schert sich einen Dreck um Konventionen und Erwartungen und zieht einfach ihr Ding durch. Dazu muss ich anmerken, dass die Serie auf einer Kinderbuchreihe (again: Kinderbuchreihe????) basiert, die ich nicht kenne und von daher kann ich nicht beurteilen, wie sehr dieses ungewöhnliche Leistung der Seire ist oder schon von den Büchern vorgegeben wurde. Aber für mich ist es die erfrischend bizarrste Serie, die ich dieses Jahr gesehen habe.

Das fängt schon mit der Struktur an. Immer zwei Folgen gehören zusammen und behandeln die Erlebnisse der Beaudelaire-Kinder mit einem jeweils neuen Vormund (die müssen aufgrund von ‚Unglücken‘ regelmäßig gewechselt werden). Und damit wechselt auch jedes Mal das Intro, welche mehr oder weniger die Handlung auf grandiose Art der zwei Folgen vorneweg nimmt. Es ist schon allein deswegen grandios, weil es von Neil Patrick Harris gesunden wird. Aber ich liebe auch die Selbstironie. Wie viele Serien wagen es schon in ihrem Intro etwas zu sagen wie:

Every single episode is nothing but dismay
So look away, look away, look away
(…)
Ask any stable person „should I watch?“ and they will say
Look away

Alle Intros lassen sich zusammengefasst übrigens hier ansehen und es lohnt sich wirklich! Und dann ist da noch Lemony Snicket, der Autor der Buchreihe (also der Name, es tritt nicht der Autor selbst auf) als Erzähler. Der sich auch ganz klar außerhalb der Handlung um die Kinder befindet, für diese nicht sichtbar ist und das ganze kommentiert – direkt an die Zuschauer gewandet. Aber gleichzeitig ist er auch Teil der Ereignisse, die vor der ersten Folge passiert sind.

Neben den drei Waisenkindern gibt es noch zwei Figuren, die nahezu in allen Folgen auftauchen. Zum einen Mr. Poe, der als Bankmanager das Erbe der Kinder bis zur Volljährigkeit von der Ältesten, Violet, verwaltet (oder so ähnlich, seine Funktion ist mir nie ganz klar geworden) und die Kinder von einem Vormund zum nächsten schafft. Und vor allem durch Unfähigkeit hervor sticht. Es trägt zu dieser absurden, surrealen Welt bei, dass die Erwachsenen, vertreten durch Poe, den drei Kindern absolut keine Hilfe sind, sondern sie durch ihr Verhalten eher unbeabsichtigt noch in Gefahr bringen, aber gleichzeitig ging es mir nach kurzer Zeit schon unheimlich auf die Nerven.

Und dann ist da noch Count Olaf, ein entfernter Verwandter der Kinder. Und sehr gierig auf ihr Erbe. Welches er versucht mit jeglichem Mittel zu erlangen – sehr zum Leidwesen der Kinder. Wann immer die Kinder bei einem neuen Vormund gelandet sind, taucht über kurz oder lang Olaf in einer – für alle Erwachsenen natürlich absolut überzeugenden, für Zuschauer und die Kinder gar nicht – verrückten Verkleidung auf. Und man merkt regelrecht in jeder Szene wie viel Spaß Harris mit dieser Rolle hat. Und gerade wenn er einen schlechten Schauspieler spielt, der andere täuscht, merkt man daran erst richtig, was für ein guter Schauspieler er wirklich ist.
Überhaupt ist das Talent der Schauspieler nur zu loben. Okay, das eine der Kinder ist noch ein Baby und sein Talent besteht vor allem darin in die Kamera zu gucken, wenn nötig. Aber Malina Weissman und Louis Hynes, welche die beiden älteren Kinder spielen, sind beeindruckend. Mit nur wenigen Mimikänderungen können sie es schaffen blitzschnell zwischen völlig kindlich und sehr erwachsend wirkend zu wechseln.

Eine sehr ungewöhnliche, aber lohnenswerte Serie. Das Konzept der alle zwei Folgen wechselnden Vormünder und damit auch Handlungsorte und Figuren bis auf die fünf zentralen, ist zwar einerseits gut, weil es jeweils eine Art Neustart bedeutet, aber gleichzeitig fand ich es mit der Zeit auch etwas anstrengend.

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Dieser Beitrag wurde unter 4 Sterne, Children, Comedy, Crime, Fantasy, Horror, Humor, Serien, Young Adult abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu {Gesehen} A Series of unfortunate Events – Season 1

  1. Miss Booleana schreibt:

    Aaaach die Serie fand ich aber auch großartig. Ich habe als Teenager den Film gesehen und war restlos begeistert. Der Humor kann Kinder schon ansprechen, denke ich, aber sie müssen einen etwas subversiven, schwarzen oder ironischen Humor haben/verstehen können. Mich hat es damals zumindest sehr gepackt. 🙂 Und die Intros fand ich auch grandios, beim ersten Mal habe ich gar nicht richtig hingehört, aber danach wurde es ja quasi ein running gag.

    Ich glaube im vorletzten Absatz sind dir am Ende ein paar Wörter abhanden gekommen.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: 8 für 2018 | Mind Palace

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